Kurzsichtigkeit - Verständlich Erklärt

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Bei einem normalsichtigen Auge werden einfallende Lichtstrahlen von Hornhaut und Linse gebündelt und auf die Netzhaut projiziert, wo dann ein scharfes Bild entsteht. Durch verschiedene Erkrankungen (Augenkrankheiten), Störungen oder auch mit zunehmendem Alter können Fehlsichtigkeiten entstehen (u.a. Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit und Alterssichtigkeit), die die Sehkraft und Sehschärfe beinträchtigen.

Die Kurzsichtigkeit (Myopie) kennzeichnet Sehstörungen, bei denen Gegenstände in der Ferne nur noch unscharf oder verschwommen wahrgenommen werden können. Dabei wird das Bild, anders als bei der Normalsichtigkeit (Emmetropie), vor der Netzhaut abgebildet, es kommt zu einer Streuung der einzeln projizierten Lichtpunkte. Nah gelegene Objekte können im Gegensatz dazu korrekt abgebildet werden und erscheinen klar und scharf. Die Myopie zeigt sich vermehrt in jungen Jahren und erreicht ihre volle Ausprägung meist vor dem 30. Lebensjahr.

In über 80 Prozent der Fälle liegt ein erblich bedingtes vermehrtes Längenwachstum des Auges vor. Die Myopie entsteht dabei durch zwei unterschiedliche Störungsmechanismen. Bei der Brechungsmyopie sind Linse oder Hornhaut übermäßig gekrümmt. Auch eine Trübung des Linsenkerns kann zu dieser Kurzsichtigkeit führen. Die Achsenmyopie tritt wesentlich häufiger auf und zeigt sich bereits im Kindesalter. Durch verschiedene Einflüsse (diskutiert werden u.a. ständige Überanstrengung des Auges oder Lesen bei wenig Lichteinfall) kommt es zu einer allmählichen Verlängerung des Auges, wodurch der Projektionsfehler entsteht.

Zusammengefasst ist das Auge zu lang gebaut, die Netzhaut somit zu weit entfernt, um eine exakte Bündelung der einfallenden Lichtstrahlen auf dieser zu erzielen. Diese erscheinen auf der Netzhaut gestreut. Durch mehrfaches Blinzeln wird der permanente Lichteinfall unterbrochen, wodurch für einen kurzen Moment auch weit entfernte Gegenstände scharf abgebildet werden können.

Die maligne Myopie ist eine sehr seltene Erbkrankheit, bei der es zu einem extremen Wachstum des Auges kommt, welches zu Sehbehinderungen mit bis zu -30 Dioptrien (Maßeinheit der Brechkraft, bei Kurzsichtigkeit im Minusbereich und bei Weitsichtigkeit im Plusbereich angegeben) führen kann.

Menschen mit einer Kurzsichtigkeit können nah gelegene Objekte scharf und gut erkennen, während weiter gelegene Bereiche verschwommen und unscharf erscheinen. Durch Dunkelheit wird dieses Phänomen verstärkt, was z.B. bei nächtlichen Autofahrten zu einer erschwerten Sicht führt. Die Bemühungen des Auges, auch weiter entfernte Gegenstände klar darstellen zu können, führen auf Dauer zu einer Schädigung im Bereich des Auges. Die Sehschärfe kann weiter abnehmen, es drohen Veränderungen der Hornhaut oder des Glaskörpers sowie Netzhautablösungen.

Um der Fehlsichtigkeit entgegenwirken zu können, werden Brillen mit Zerstreuungslinse oder (harte) Kontaktlinsen angeboten. Mittels Laser oder operativer Therapie können die Brechkraft von Hornhaut und Linse geändert werden, was u.U. zu einer Normalisierung der Sehfähigkeit führt. Diese Therapien werden aber selten angewandt und befinden sich noch im Primärstadium.

Weitere Interessante Themen finden Sie unter: Farbenblindheit und Lidrandentzündung

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 06.06.2012 aktualisiert