Beckenbodenschwäche: Ursache, Symptome, Verlauf und Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Als Beckenbodenschwäche bezeichnet man die Schwächung der Beckenbodenmuskulatur und des Beckenbodens, die in der Regel bei Frauen auftritt.

Die bekannteste Ursache einer Schwächung des Beckenbodens ist die Schwangerschaft und Geburt, bei der der Beckenboden stark beansprucht wird. Aber auch Übergewicht oder Bewegungsmangel können die Beckenbodenschwäche auslösen. Folgen einer Beckenbodenschwäche ist eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Inkontinenz und eventuell auch ein Verlust der sexuellen Libido.

Was ist der Beckenboden eingentlich?

Der Beckenboden ist ein Muskelnetz, welches in mehreren Schichten zwischen Hüftknochen, Schambein und Kreuzbein liegt und diesen Gesamtkomplex stützt. Während der Schwangerschaft wird dieser Muskulaturkomplex nun durch Hormone und das wachsende Kind gedehnt und geschwächt. Dies ist auch notwendig, damit die Geburt gut und komplikationsfrei verlaufen kann.

Mit ein bisschen Training des Beckenbodens (sogenannte Beckenbodengymnastik oder Beckenbodentraining), zu dem die meisten „frischen“ Müttern schon während des Aufenthaltes in der Geburtsklinik angeleitet werden, kann diese Schwächung jedoch wieder ausgeglichen werden.

Hat die Frau jedoch eine Bindegewebsschwäche und ist eventuell auch erblich „vorbelastet“, kann die Rückbildung länger dauern oder gar nicht vollständig erfolgen. Dann verbleibt eine unter Umständen eine leichte bis mittlere Blasenschwäche, die sich in einer Inkontinenz zeigt. Nur mit viel Disziplin und regelmäßigem Beckenbodentraining kann hier ein Erfolg erzielt werden.

Bei der durch Übergewicht ausgelösten Beckenbodenschwäche gilt im Grunde dasselbe. Nur ist hier die Reduktion des Gewichtes erstes Gebot, um den Beckenboden und den Muskulaturkomplex zu entlasten und eine Stärkung zu ermöglichen.

Die durch eine Beckenbodenschwäche ausgelöste Harninkontinenz zeigt sich vor allem bei Bewegungen wie schnellem Laufen, Springen, Niesen, Husten oder Lachen, also allen Bewegungen, die ein Anspannen der Beckenbodenmuskulatur zur Folge haben.

Der Beckenboden dient dazu, den menschlichen Körper aufrecht zu halten. Daher kann er durch Bewegung, vor allem mit nackten Füßen auf unebenen Boden gestärkt werden.

Auch bieten Krankengymnasten, Krankenhäuser und Hebammen Beckenbodengymnastik-Kurse an, bei denen betroffene Frauen Übungen lernen, die die Muskulatur des Beckenbodens trainieren. Jedoch müssen die Übungen, um einen nachhaltigen Erfolg zu sichern, dringend zu Hause weiter geführt werden.

Sollten alle diese Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann man mit Hilfe einer elektrischen Stimulation den Beckenboden stärken. Bei dieser Elektrotherapie werden die Muskelstränge des Beckenbodens mit niederfrequentem Reizstrom zu Kontraktionen animiert. So kann die Funktion der Muskulatur erhalten und gestärkt werden.

Um den Folgen der Beckenbodenschwäche entgegenzuwirken, bieten sich die im Handel erhältlichen Einlagen in verschiedenen Stärken an; so kann den betroffenen Frauen eine gewisse Sicherheit bei Bewegungen gegeben werden, bis der Beckenboden wieder stark genug ist, den unfreiwilligen Urinabgang zu verhindern und Bewegungen wieder zur Freude werden zu lassen.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 27.08.2013 aktualisiert