Herzinfarkt: Symptome und
Anzeichen
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Der Infarkt (Herzinfarkt, Myokardinfarkt) gilt als häufigste Todesursache und zeigt sich vermehrt in westlichen
Industrienationen.
Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Jedes Jahr kommt es bei ca. 300 pro 100.000 Einwohner zu einem
Herzinfarkt. Dabei versterben direkt ca. 20 Prozent der Betroffenen. Verschiedene Folgeerkrankungen führen bei
nahezu 50 Prozent innerhalb der kommenden vier Wochen zum Tod.
Was passiert bei einem Herzinfarkt?
Nach gängiger Lehrmeinung stirbt Muskelgewebe durch eine Mangelversorgung am Herzen ab.
Dabei werden Vorderwand-, Hinterwand-, Seitenwand- und Scheidewandinfarkte unterschieden, wobei meist die linke
Herzkammer (Ventrikel) betroffen ist.
Die Mangelversorgung des Herzens mit Blut und Sauerstoff kann viele Ursachen haben.
Als Hauptauslöser gilt die Arteriosklerose
(Gefäßverkalkung), die den Gefäßinnenraum durch Plaques / Thromben (Gerinnsel) verengt und so zu einem verminderten
Blutstrom führt.
Im Verlauf verschließt sich das Gefäß, das unterversorgte Muskelgewebe stirbt ab und es kommt zum Infarkt.
Viele Faktoren begünstigen arteriosklerotische Veränderungen sowie einen Gefäßverschluss. Neben der KHK
(koronarer Herzkrankheit, besonders hohes Risiko) sind dies v.a. Rauchen, Alkoholabusus, Hypercholesterinämie
(erhöhter Cholesterinspiegel), ein hohes
Lebensalter, arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit),
Übergewicht (besonders Adipositas = Fettleibigkeit),
vermehrte Entzündungen im Körper, andauernder psychischer und physischer Stress, Bewegungsmangel sowie erbliche
Faktoren.
Die einen Herzinfarkt ankündigenden Symptome zeigen sich meist schon im
Frühstadium. Neben Übelkeit, Brechreiz, Schwindel und Schweißausbrüchen kommt es v.a. zu einem starken
Engegefühl im Brustkorb (ähnlich einem Angina pectoris-Anfall, im Unterschied hierzu bringt der Einsatz von
Nitrospray jedoch keine Besserung), der gefühlte Druck breitet sich in die linke Schulter, den linken Arm und den Oberkörper aus, z.T. mit
brennendem Charakter.
Dies führt bei Betroffenen zu Angst (Todesangst) und Unruhe (Herzrasen, Körperzittern). Der Druck verursacht
Atemnot, hierdurch sind die Atemzüge verkürzt und
schneller, was in ausgeprägten Fällen zu einer Hyperventilation führen kann. Die Haut wirkt fahl und blass, der
Schweiß ist kalt.
Die aufgeführten Anzeichen sind Vorboten (Warnsignale) eines Herzinfarktes. Dieser zeigt sich meist aber erst
Stunden später, nachts oder in den frühen Morgenstunden, wenn der Körper in Ruhe ist (Betroffene werden durch
starke Schmerzen im Brustkorb wach) und ist
gekennzeichnet durch den plötzlichen Herzstillstand. Bei einem Viertel der Betroffenen entwickelt sich ein stummer
Infarkt (bleibt symptomlos, schädigt Bereiche des Herzmuskels, meist aber ohne Herzstillstand), der erst bei
erneutem Auftreten zu Beschwerden führt. Frauen weisen häufig ein gemildertes klinisches Bild auf (v.a. Müdigkeit, Schlafstörung, Kurzatmigkeit,
Magenschmerzen), was die Diagnose u.U.
erschwert.
Neben der Anamnese, die meist schon Rückschlüsse erlaubt, liefert das EKG wertvolle Hinweise. Zusätzlich können
bestimmte Enzymmarker im Blutbild ausgewertet werden. Je früher ein
drohender Infarkt diagnostiziert wird, umso besser gestalten sich die Therapiemöglichkeiten. Hier werden Mittel
eingesetzt, die einer Gefäßverkalkung (Gefässerkrankungen) entgegenwirken (Lyse). Zusätzlich
können Gefäße im Zuge einer Herzkatheteruntersuchung mittels Ballondilatation aufgeweitet werden, die betroffene
Stelle wird ggf. durch einen Stent (Gitter aus unterschiedlichen Materialien) gestützt und kann sich hier nicht
wieder verengen. Das Blut wird flüssig gehalten (z.B. mit Heparin, Acetylsalicylsäure). Daneben sollte eine
Umstellung der Lebensgewohnheiten erfolgen (v.a. Vermeidung von Stress, Verzicht von fettigen und salzigen Speisen,
Aufgabe des Rauchens, Gewichtreduktion). Bei schwerer Schädigung der Koronarien (Herzkranzgefäße) werden Bypässe
(Gefäßersatz, meist aus autologem Gewebe) operativ eingesetzt.
Der akute Infarkt benötigt innerhalb der ersten drei bis fünf Minuten Hilfe (Herzdruckmassage und Beatmung), um
den Betroffenen wiederbeleben zu können. Andernfalls führt die Unterversorgung zu weitreichenden,
lebenseinschränkenden Folgeerkrankungen, die meist tödlich enden. Auch der Reinfarkt muss vermieden werden, er
erhöht die Wahrscheinlichkeit eines letalen Ausgangs um das Vielfache.

|