Brustkrebs (Mammakarzinom): Symptome, Anzeichen, Therapie und Heilungschancen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Zahl der gemeldeten Brustkrebsfälle steigt seit langer Zeit rapide an. Allein in Deutschland werden jährlich etwa 57.000 neue Fälle von Brustkrebs diagnostiziert, circa 17.500 Frauen sterben an den Folgen.

 

Brustkrebs kommt drei Mal häufiger vor als andere gynäkologische Tumoren. Erschreckend ist vor allem, dass in den letzten fünf Jahrzehnten die Diagnose "Brustkrebs" fast explosionsartig angestiegen ist. War in den 1960er Jahren gerade einmal eine von zwanzig Frauen betroffen, so ist es heute fast jede achte.

Obwohl Wissenschaftler auf der ganzen Welt versuchen, die Heilungschancen bei Brustkrebs zu verbessern und die Ursachen für den rapiden Anstieg zu finden, ist die Schulmedizin bisher ziemlich ratlos. Viele der üblichen Maßnahmen gegen den Krebs verschlimmern die Krankheit viel mehr als das sie nützen. Eine Tatsache, die von der Pharmaindustrie aus kommerziellen Gründen meistens unter den Teppich gekehrt wird.

Doch glücklicherweise gibt es langsam ein Umdenken, was man beispielsweise aus den neuesten Forschungsberichten ersehen kann: Das Amerikanische Institut für Krebsforschung (American Institute of Cancer Research) stellte 2010 in einem Bericht über Brustkrebs fest, dass in den USA etwa 40 Prozent der Brustkrebsfälle durch einen gesunden Lebenswandel vermieden werden könnten.

Ich persönliche gehe sogar davon aus, dass es 75 bis 90 Prozent der betroffenen Frauen sind, die sich durch eine Änderung des Lebensstils vor dem Auftreten von Brustkrebs schützen könnten. Hierfür spricht auch die Tatsache, dass Krebs bei den frühen Menschen nur recht selten vorkam. Dies liegt vermutlich nicht ausschließlich daran, dass die Menschen heute viel älter werden. Ebenso könnte es damit zusammenhängen, dass das Nahrungsangebot früher gering war und gleichzeitig von Umweltverschmutzung noch keine Rede sein konnte.

In der heutigen Zeit erkranken fast 60.000 Frauen an Brustkrebs (Mammakarzinom), Tendenz ansteigend. Dabei ist ein vermehrtes Wachstum ab dem 40. Lebensjahr (seltener auch um das 20. Lebensjahr) bzw. nach dem Klimakterium (Wechseljahre) mit einem Gipfel um das 62. Lebensjahr nachweisbar, ebenso ein gehäuftes Vorkommen in Industrienationen. Der sich durch sein recht aggressives Wachstum auszeichnende Tumor gilt als häufigste Krebserkrankung der Frau, findet sich daneben aber auch beim Mann (bis zu ca. ein Prozent).

Hier noch einige statistische Zahlen zu Brustkrebs:

  • Eine von acht Frauen, die 85 Jahre alt wird, entwickelt im Laufe ihres Lebens Brustkrebs.
  • Brustkrebs ist die Haupttodesursache für Frauen zwischen 40 und 55 Jahren
  • In 15 Prozent der Fälle tritt Brustkrebs bei Frauen unter 45 Jahren auf. In dieser Altersgruppe ist der Krebs aggressiver, so dass die Überlebenschancen geringer sind.
  • 80 Prozent der in der Brust gefundenen Knoten sind gutartig.
  • In 70 Prozent der Fälle ertasten die Frauen selber die Knoten.
  • Bei etwa 80 Prozent der Frauen, bei denen Brustkrebs diagnostiziert wurde, sind keine weiteren Fälle im familiären Umfeld bekannt.
  • Etwa 0,5 bis ein Prozent aller entdeckten Mammakarzinome werden bei Männern diagnostiziert. Weil man diese Tumorart aber normalerweise mit dem weiblichen Geschlecht in Verbindung bringt, wird sie bei Männern oft erst sehr spät erkannt.

Unterteilt man die Brust (durch eine waagerechte und eine senkrechte Linie, die durch die Mamille ziehen) in vier Quadranten, so lässt sich ein vermehrtes Wachstum im äußeren oberen Quadranten (ca. 55 Prozent aller Fälle) nahe der Achsel feststellen.

Es folgen der obere innere Quadrant und die Brustwarze (Mamille) mit jeweils ca. 15 Prozent sowie der untere Bereich mit zehn Prozent außen und fünf Prozent innen.

Hauptsächlich finden sich von den Brustdrüsenläppchen (= lobuläres Karzinom) oder aber von den Milchgängen ausgehende Tumoren (= duktales Karzinom).

Mit 80 Prozent entwickelt sich das duktale Mammakarzinom, es zeichnet sich durch meist mehrere Geschwüre in der gleichen Brust aus. Seltener ist das lobuläre Karzinom, bei dem es zusätzlich zu weiteren Gewebewucherungen in der zweiten Brust kommen kann. Daneben finden sich auch seltene Krebsformen wie z.B. muzinöses, tubuläres, invasiv-papilläres oder inflammatorisches Karzinom.

Ursachen die diskutiert werden

Die Entstehung von Brustkrebs ist bisher nicht vollständig geklärt, die Entwicklung selbst geschieht über Jahre hinweg aus Vorstufen.

Bestimmte Faktoren fördern Brustkrebs. Mit zunehmendem Alter wächst das Erkrankungsrisiko, familiäre Disposition erhöht dieses um das Zwei- bis Dreifache. Mittlerweile wurden Gene identifiziert, die die Entstehung begünstigen (u.a. BRCA1 und 2).

Daneben sollen sich v.a. ein spätes Klimakterium, eine frühe erste Menstruation, späte bzw. keine Schwangerschaft, Hormontherapien (bei starker Wechseljahressymptomatik), bereits durchlebter Brust- oder Ovarialkrebs sowie ein unsteter Lebenswandel (falsche Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Genuss von Nikotin und Alkohol) auf die Tumorbildung auswirken. Die Einnahme oraler Kontrazeptiva (Antibabypille) erhöht das Risiko nicht, in Kombination mit Rauchen zeigt sich aber ein begünstigender Einfluss auf die Entartung.

Bereits seit langer Zeit wird vermutet, dass ein bestimmter Entzündungsprozess in der Brust das Wachstum von Krebsstammzellen anregt, die wiederum für die Entwicklung des Mammakarzinoms verantwortlich sind. Bewiesen wurde diese Theorie anhand von Tierversuchen im Jahr 2010 von einem Forscherteam der Thomas Jefferson University in Philadelphia. Denn die Unterdrückung einer Entzündung in der Brust führte bei den Mäusen dazu, dass Brustkrebs nicht entstehen beziehungsweise sich weiter ausbreiten konnte (vgl.: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21159656). Der Entzündungsprozess selber kann vermutlich von mehreren Faktoren ausgelöst werden, etwa durch Chemikalien, Nahrungsmittel, Lebensgewohnheiten oder bestimmte Erbfaktoren.´

Weitere Theorien als Ursache für Krebs werden und wurden von Medizinern vertreten, die aber in der heutigen Krebsforschung keinerlei Beachtung zu finden scheinen.

Mögliche Symptome

  • Knoten oder Verdickungen in der Brust, die sich vom umgebenden Gewebe unterscheiden
  • Blutiger oder anderer ungewöhnlicher Ausfluss aus der Brustwarze
  • Veränderung der Brustgröße oder –form
  • Veränderung der Brusthaut, etwa Vertiefungen, Beulen oder das schrumpelige Aussehen einer Apfelsine
  • Schmerzen oder starke Empfindlichkeit der Brust
  • Rötung der Brust
  • Plötzlich abgeflachte oder eingezogene Brustwarzen
  • Schuppung der Brustwarzen
  • Geschwollene und vergrößerte Lymphknoten in der Armbeuge oder über dem Schlüsselbein

Die hier aufgeführten Symptome können durch Brustkrebs ausgelöst werden. Sie sollten dies deshalb bei einem Arzt abklären lassen. Doch keine Panik, denn alle Beschwerden können eine Vielzahl harmlosen Ursachen haben. Und selbst die meisten Brusttumoren sind gutartig.

Das Frühstadium des Mammakarzinoms weist kaum Beschwerden auf. Meist lässt sich ein schmerzloser Knoten ertasten. Auch eine Größenzunahme der betroffenen Brust ist möglich. Im Verlauf kommt es u.a. zur Bildung einer Hautfalte im Bereich des Tumors (eingezogene Haut), zu vermehrter Wärme der Brust sowie einer Farb- oder Gewebeveränderung der Haut (z.B. Rötung, Orangenhaut durch Befall der Lymphbereiche). Hinzu kommen Absonderungen aus dem Tumorbereich bzw. der Brustwarze (Wasser, Eiter, Blut) sowie geschwollene Lymphknoten im Achselbereich. Allgemeinsymptome wie z.B. Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Fieber oder Gewichtverlust zeigen sich nur in sehr weit fortgeschrittenen Fällen. Kennzeichnend ist, dass es rasch zu einer Verbreitung (Metastasierung) kommt. Über die Lymphbahnen werden die verschiedenen Lymphknoten erreicht, über den Blutweg kommt es zu einer Infiltration von Knochen, Lunge und anderen Organen bis hin zum Gehirn.

Meist entdeckt die betroffene Person den Knoten selbst in der Brust (ca. 75 Prozent aller Fälle), z.B. beim Duschen. Neben der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung schulen Frauenärzte ihre Patienten, wie sie ihre Brust selbständig abtasten und somit untersuchen können. Bei Verdacht werden sofort weitere Untersuchungen durchgeführt. Die Mammographie erstellt eine Röntgenaufnahme des Brustgewebes. Sonographie und MRT können zusätzlich genutzt werden. Besonders aussagekräftig ist die Biopsie (Gewebeprobe).

Tumor-Klassifikation

Nach dem Befund erfolgt die Tumoreinteilung nach der TNM-Klassifikation (Tumor-Knoten/Nodus-Metastase). Je nach Größe und Lage des Karzinoms, sowie abhängig vom Lymphknotenbefall oder einer Metastasierung werden unterschiedliche Therapieansätze gewählt. Die brusterhaltende operative Therapie steht an erster Stelle. Liegt der Tumor nicht isoliert vor, sind Lymphknoten oder weitere Organe befallen, so erfolgt entweder die radikale Mastektomie mit späterer Brustrekonstruktion (meist aus einem Muskel, z.B. Latissimus dorsi) oder eine kombinierte andere Methode. Hierzu zählen Chemo- und Strahlentherapie sowie Hormon- und Immuntherapie.

Die Vorsorge empfiehlt eine regelmäßige Abtastung der Brüste ab dem 20. Lebensjahr. Ab dem 40. Lebensjahr ist eine Mammographie sinnvoll. Sie sollte ab dem 50. Lebensjahr im Zwei-Jahres-Rhythmus wiederholt werden. Je früher ein Knoten abgeklärt wird (auch gutartige Knoten sind möglich, z.B. Zysten), umso günstiger sind die Heilungschancen, abhängig vom Streuungsgrad. Nahezu 90 Prozent der früh diagnostizierten Mammakarzinome können heute geheilt werden (Fünf-Jahres-Regel).

Unterschiedliche Brustkrebsarten

Zum einen unterscheiden Mediziner die nicht-invasiven (in situ) und die invasiven Brustkrebsarten.

Die nicht-invasiven Tumoren sind lokal beschränkt und haben die Organgrenzen nicht überschritten. Diese Karzinome bedrohen nicht akut das Leben der Betroffenen, da sie (noch) nicht metastasieren und andere Organe angreifen. Bisher ist nicht abschließend geklärt, ob die nicht-invasiven Tumoren im Laufe der Jahre auf jeden Fall ohne Behandlung in wuchernde Krebsgeschwüre übergehen oder nicht (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20368539).

Beim invasiven Brustkrebs sind die Organgrenzen hingegen bereits überschritten, so dass die Tumorzellen aktiv in das umliegende Gewebe einwachsen. Über die Lymphbahnen oder den Blutkreislauf können sie von hier aus in den ganzen Körper streuen. Je nachdem, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, unterscheidet man vier verschiedene Stadien.

Zum anderen wird der Krebs danach beurteilt, von welchem Brustgewebe der Tumor ausgeht.

Das duktuale Karzinom beginnt in den Milchgängen, während das lubulare Karzinom in den Drüsenläppchen, die für die Produktion der Muttermilch zuständig sind, wächst. Sehr selten entsteht der Krebs in dem umgebenden Brustgewebe, etwa in den Muskeln, dem Fettgewebe oder den Blutgefäßen. In diesem Fall spricht man von einem Sarkom, da es das so genannte Stützgewebe betrifft.

Eine seltene, aber besonders gefährliche Form ist der inflammatorische oder entzündliche Brustkrebs (IBC), der nur etwa ein bis vier Prozent der Brustkrebsneuerkrankungen ausmacht und eher bei jungen Frauen üblich ist. Die Brust wird meist rot, warm und geschwollen, wodurch die Symptome einer Mastitis (Brustentzündung) ähneln. Doch während bei der Mastitis ein Milchstau zu den schmerzenden Brustveränderungen führt, ist es beim IBC der von den Krebszellen ausgelöste verminderte Lymphabfluss, der die Beschwerden hervorruft. Obwohl die Betroffenen teilweise Knoten in der Brust ertasten können, ist dies nicht immer der Fall. Auch bei Männern wurde IBC bereits beschrieben. Die Überlebensrate über mehr als fünf Jahre liegt bei nur etwa 40 Prozent nach Entdeckung der Erkrankung. Daher ist es besonders wichtig, sofort einen Facharzt aufzusuchen, wenn Sie die oben beschriebenen Symptome feststellen oder gegen Mastitis behandelt werden, ohne dass eine Besserung zu bemerken ist.

Hormonabhängiger Brustkrebs

Das weibliche Sexualhormon Östrogen fördert die Reifung der Eizellen, sorgt für ein feminines Aussehen und ist für die Aufrechterhaltung einer Schwangerschaft unerlässlich. Dies geschieht immer im Zusammenspiel mit anderen Botenstoffen. Denn die Hormone beeinflussen sich gegenseitig – durch direkt und indirekte Hemmung, Verstärkung oder Aktivierung – wobei der genaue Wirkmechanismus in vielen Fällen noch weitgehend unverstanden ist. Klar ist aber, dass das System äußerst komplex ist und die Veränderung eines Faktors den gesamten Hormonhaushalt durcheinanderbringen kann.

Darüber hinaus ist erwiesen, dass hormonähnliche Substanzen aus Medikamenten, Nahrungsmitteln und Haushaltsgegenständen in unserem Körper ähnlich wirken wie die Botenstoffe selber und damit ebenfalls in das empfindliche System eingreifen. Viele Brustkrebsarten sind östrogenabhängig. Das heißt, die Krebszellen, die sogenannte Östrogen-Rezeptoren enthalten, wachsen und vermehren sich nur unter Beteiligung des Sexualhormons. Denn sobald Östrogen auf den dortigen Rezeptor trifft, wird ein Signalweg in Gang gesetzt, der die Entwicklung der Krebszelle vorantreibt.

Frauen mit Wechseljahresbeschwerden wird häufig eine so genannte Hormonersatztherapie empfohlen, bei der sie hochdosierte synthetische Östrogene erhalten, um einen nach der Menopause auftretenden Mangel des weiblichen Sexualhormons auszugleichen. Doch groß angelegte Studien kamen zu dem erschreckenden Ergebnis, dass sich bei den Patientinnen die Zahl der Brustkrebsfälle stark erhöht (unter anderem www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12927427). Seither sinkt die Zahl der Frauen, die Hormone einnehmen, um Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen einzudämmen – und damit sinkt auch die Zahl der Brustkrebsfälle.

Pfizers "Prempo" (ein "Ersatzhormon"-Präparat) steht zum Beispiel in Verbindung mit einer ca. 26-prozentigen Erhöhung von Brustkrebs, 41 Prozent mehr Schlaganfällen, 29 Prozent mehr Herzinfarkten, 22 Prozent mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine verdoppelten Rate an Blutgerinnselbildung. Momentan wird an einigen Universitäten "getestet", ob nicht doch die kardiovaskulären und andere “Vorteile” überwiegen, um eine "leichte" Hormontherapie durchzusetzen. Vielleicht setzt man auch auf die Hoffnung, dass die Bevölkerung ein unzureichendes Langzeitgedächtnis hat?

Befürworter der Hormontherapien gehen allerdings davon aus, dass die Einnahme von Östrogenen und Gestagenen das Wachstum der Krebsgeschwüre lediglich beschleunigt und somit die Tumoren früher entdeckt werden. Hingegen seien die synthetischen Hormone keinesfalls die Auslöser von Krebs, so einige Wissenschaftler (die als Beweis oft Studien anführen, die trotz weiterhin sinkender Hormonersatztherapien), nach 2006 einen erneuten Anstieg der Brustkrebsfälle zeigen (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20005648)).

Auch wenn eine Hormonersatztherapie das Krebszellwachstum NUR beschleunigt und nicht verursacht, so sollten Sie sich dennoch überlegen, ob Sie nicht ebenso gut ohne diese Medikamente durch die Wechseljahre kommen. Denn das Risiko (auch für andere Krankheiten) ist kaum kalkulierbar und somit einfach zu hoch. Wer in der Zeit an besonders starken Symptomen leidet, kann möglicherweise auf eine sanfte Therapie zurückgreifen, bei der körperidentische Hormone eingenommen werden. Diese greifen genauso in unseren Regelkreislauf ein, wie dies unsere eigenen Botenstoffe auch tun, ohne dabei ein regelrechtes Chaos zu verursachen. Denn synthetische und natürliche Hormone, die unseren eigenen Botenstoffen von ihrer Struktur her lediglich ähneln ohne völlig identisch zu sein, wirken zwar fast so wie die eigenen, aber eben nur fast. Sie können darüber hinaus auch völlig andere Mechanismen in Gang setzen oder beispielsweise stärker an die jeweiligen Hormon-Rezeptoren binden, so dass sie die Wirkung erhöhen oder die Bindestelle für die körpereigenen Hormone blockieren.

So ist zu erklären, dass auch Frauen, die die Antibabypille oder andere hormonhaltige Verhütungsmittel nutzen, ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs haben (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12686037 und www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12433714).

Außerdem muss man bedenken, dass wir nicht nur bei der aktiven Einnahme ständig östrogenähnlichen Substanzen ausgesetzt sind. Diese Stoffe befinden sich beispielsweise in der Beschichtung von Lebensmittelkonserven, in Nahrungszusätzen, in Pestiziden oder in Haushaltsreinigern. Im Kapitel Umweltgifte gehe ich hier auf Yamedo auf solche Themen näher ein.

Aber selbst die Mammographie (die ja eigentlich zur Früherkennung von Brustkrebs dient), erhöht durch ihre Strahlung das Risiko der Tumorenbildung.

Mehr dazu auch in meinen Beiträgen:

Infrarotanalytik: Risikolose Alternative zur Mammographie?

Die Infrarotanalytik, auch Thermographie genannt, wird bereits seit über 40 Jahren zur medizinischen Diagnose eingesetzt. Hierbei machen sich die Ärzte zunutze, dass krankhafte organische Veränderungen oft zu einer Temperaturabweichung in dem jeweiligen Körperbereich führen. So lassen sich Tumoren, aber auch Durchblutungsstörungen, Narbenbildung und Entzündungen feststellen, lange bevor sie mit anderen Verfahren sichtbar gemacht werden können. Bei der Infrarotanalytik wird, im Gegensatz zur Mammographie, keine ionisierende Strahlung eingesetzt. Und auch das Brustgewebe wird nicht gequetscht. Daher gilt die Thermographie als nebenwirkungsfreie Prophylaxe zur frühen Erkennung möglicher Krebsgeschwüre.

Die Selbstuntersuchung der Brust

Galt es lange als erstrebenswert, die Brust regelmäßig abzutasten, um so früh wie möglich Veränderung festzustellen, so ist dies mittlerweile etwas umstritten. Die National Breast Cancer Coalition in den USA (NBCC) kam nach Auswertunger verschiedener Studien zu dem Ergebnis, dass hierdurch mehr Schaden als Nutzen entsteht. Denn das Verfahren minimiert nach bisherigen Erkenntnissen nicht die Sterblichkeitsrate der Brustkrebspatienten. Außerdem führen Auffälligkeiten beim Abtasten zu vielen Ängsten und im Anschluss auch zu oftmals unnötigen Biopsien. Denn durch hormonelle Schwankungen verändert sich die Brust beispielsweise ganz natürlich auch im Laufe des Monatszyklus. So wird die Anzahl entdeckter gutartiger Tumoren durch die Selbstuntersuchung tatsächlich gesteigert.

Dennoch empfiehlt die Deutsche Krebsgesellschaft weiterhin das regelmäßige Abtasten der Brust. Viele Fachleute befürworten hingegen das so genannte Brust-Bewusstsein. Hierbei geht es darum, nicht mehr akribisch nach Plan immer zur selben Zeit im Zyklus und mit den gleichen Handgriffen die Brust abzutasten, sondern vielmehr ein Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln. So können Sie die Selbstuntersuchung Ihrem eigenen Rhythmus und Empfinden anpassen, damit sich der Gesundheitscheck für Sie natürlich und richtig anfühlt.

Natürliche Substanz gegen Brustkrebs

Curcumin, der intensiv orange-gelbe Farbstoff der Gelbwurzel (Kurkuma), ist dafür bekannt, Brustkrebszellen und andere Tumoren am Wachstum zu hindern. So zeigen beispielsweise Untersuchungen an Mäusen, dass die Substanz die Bildung und Ausbreitung von Metastasen hemmt (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16243823). Curcumin wird als Lebensmittelzusatz etwa zum Färben von Margarine, Senf und Teigwaren genutzt.

Der sekundäre Pflanzenstoff, der nicht nur dem Currypulver seine charakteristische Farbe gibt, wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wegen seiner hochgradig entzündungshemmenden Wirkung geschätzt. Und wie oben beschrieben, können Entzündungsprozesse das Wachstum von Brustkrebszellen anregen. In Indien, wo Kurkuma sehr stark genutzt wird, treten Lungenkrebs, Brustkrebs, Darmkrebs und Prostatakrebs etwa zehnmal seltener auf als bei uns. Wissenschaftliche Studien bestätigen die hervorragende Wirkung des sekundären Pflanzenstoffs, so dass nun auch die westliche Schulmedizin auf Curcumin aufmerksam geworden ist. Insgesamt sind mehr als 100 Signalwege beschrieben, über die Curcumin in unseren Zellen wirkt. Dabei ist die Substanz, ebenso wie ihre Derivate (abgeleitete Stoffe mit ähnlicher Struktur) nicht nur äußerst effizient, sondern auch sehr gut verträglich.

Leider wird Curcumin von unserem Körper nur schlecht aufgenommen, da es nicht wasserlöslich ist. Es sind daher wahrscheinlich verhältnismäßig große Mengen der Substanz nötig, um uns effektiv vor Krebs zu schützen. Obwohl der Farbstoff auch synthetisch hergestellt werden kann, sollten Sie außerdem darauf achten, ausschließlich natürliches Curcumin zu verwenden. Um die Aufnahme zu verbessern, kann man Curcuminpulver in Eigelb und Kokosöl mischen. Im Handel werden darüber hinaus Kapseln und Tropfen angeboten, die hochdosierte Extrakte der Kurkuma-Wurzel enthalten.

Cannabis: In einer Studie der Zeitschrift Nature Reviews-Cancer von 2003 wurde bekanntgegeben, dass ein Wirkstoff im Cannabis das Wachstum von Krebszellen verhindern bzw. behindern kann. Anzeichen für diese Wirkung wurden schon in den 70er Jahren entdeckt – doch irgendwie ist diese Entdeckung bis heute nicht so publik geworden. Mehr dazu habe ich im Beitrag: "Wird das Naturheilmittel Cannabis als Hilfe gegen Krebs unterdrückt?" geschrieben.

Brustkrebs auf sanfte Weise vorbeugen

Doch nicht nur Curcumin, auch körperliche Fitness, ausgewogene und gesunde Ernährung, viel Sonnenlicht und seelische Ausgeglichenheit können effektiv dabei helfen, Krebs vorzubeugen. So tragen beispielsweise Sport und Bewegung dazu bei, dass sich das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, minimiert (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19276861).

Hingegen erhöht ein Eisenüberschuss möglicherweise das Krebsrisiko. Denn Eisen ist für uns alle lebenswichtig, kann aber in zu großen Mengen unserem Organismus schaden. Sind junge Frauen häufig eher von einem Eisenmangel betroffen, so kann es nach der Menopause leicht zu einem Überschuss kommen, weil kein Eisen mehr mit der regelmäßigen Menstruation ausgeschieden wird. Da Eisenionen aber die Bildung von freien Radikalen begünstigen, kann ein Zuviel die Zellen schädigen und so zur Entstehung von Krebs, aber auch zu Arteriosklerose und anderen Krankheiten führen. Durch Blutspenden lässt sich ein zu hoher Eisenwert auf einfache und noch dazu nützliche Weise ausgleichen.

Vitamin D gilt als sehr gutes Antioxidationsmittel, das unseren Körper effektiv vor Schädigungen schützt (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20425599). Auch Brustkrebs-Patienten können mit einer ausreichenden Menge an Vitamin D die Heilungschancen verbessern.

Ebenso scheint Vitamin A der Entstehung von Brustkrebs vorzubeugen. Dieses Vitamin sollte aber keinesfalls als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, da es in großer Menge die Aufnahme von Vitamin D blockiert. Besser ist es, den Vitamin A-Speicher durch die Ernährung mit Karotten, Kürbissen oder Grünkohl auf natürliche Weise aufzufüllen. Auch die gesunden Omega-3-Fettsäuren können vor Krebs schützen.

Einige Zubereitungsarten erhöhen das Krebsrisiko. Fleisch und stärkehaltige Nahrungsmittel sollten daher schonend zubereitet werden.

Unfermentierte Sojaprodukte enthalten viele östrogenähnliche Substanzen, die in Verdacht stehen, die Vermehrung von Brustzellen (und somit die mögliche Entwicklung von Krebs) herbeiführen. Daher sollten Sie diese Lebensmittel meiden.

Auch Milchprodukte können das Krebswachstum und die Sterblichkeitsrate erhöhen, wie Wissenschaftler des Kaiser Permanente research centre feststellten: Sie beobachteten über 1500 Frauen nach einer Diagnose von Brustkrebs im Frühstadium. Frauen, die fettreiche Milchprodukte wie Käse, Sahne, Joghurt oder Vollmilch aßen, starben viel häufiger als Frauen, die diese Lebensmittel nicht mehr zu sich nahmen. Fettreiche Milchprodukte sollten deshalb mit Vorsicht genossen werden, ganz besonders von Frauen, bei denen Krebs-Vorstufen festgestellt wurden. (Quelle: http://jnci.oxfordjournals.org/content/early/2013/03/08/
jnci.djt027.abstract
)

Da nicht nur die Eierstöcke, sondern ebenso die Fettzellen Östrogen produzieren, achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht. Schließlich kann ein Zuviel an körpereigenem Östrogen nicht nur den Hormonhaushalt völlig durcheinanderbringen, sondern möglicherweise auch zur Entstehung von Brustkrebs führen.

Stillen scheint das Brustkrebsrisiko signifikant zu senken (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12836119). Dies liegt möglicherweise an der hormonellen Veränderung, die durch das Stillen ausgelöst wird.

Lymphknotenentfernung bei Brustkrebs

Seit über 100 Jahren ist es üblich, Frauen, die an Brustkrebs im Frühstadium leiden, die Lymphknoten in den Achseln zu entfernen. Hierdurch, so hofft man, kann eine Streuung der Krebszellen verhindert werden.

Doch eine Vergleichsstudie mit insgesamt 891 Patientinnen an 115 medizinischen Instituten fand heraus, dass sich die Überlebenschancen durch diesen schmerzhaften Eingriff überhaupt nicht verbessern, sondern die Werte gleich bleiben.

Allerdings kommt es durch die Operation wesentlich häufiger zu Komplikationen, wie Infektionen oder Flüssigkeitsansammlungen (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21304087).

An Brustkrebs erkrankt

Auch wenn man das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, durch eine gesunde Lebensführung minimieren kann, so ist doch niemand ganz sicher davor.

Wurde bei Ihnen Brustkrebs diagnostiziert, so scheuen Sie sich nicht davor, eine zweite fachärztliche Meinung einzuholen. Denn zu oft kommt es zu Fehldiagnosen.

Viel Bewegung, eine positive Lebenseinstellung und die Einnahme von Curcumin können auch bei der Bekämpfung eines bereits bestehenden Krebses hilfreich sein, ohne dabei die konventionellen Behandlungsmethoden negativ zu beeinflussen.

Zum Weiterlesen:

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 27.1.2014 aktualisiert