Lungenerkrankungen
Lungenkrankheiten - verständlich erklärt
Die im Thorax (Brustkorb) liegende Lunge (Pulmo) zählt zu den Atmungsorganen und setzt sich aus zwei Flügeln
zusammen. Die rechte Lunge besteht aus drei Lappen (Lobi), die linke aus zwei, wobei beide Flügel durch den
Pleuraspalt (Brust- / Lungenfell) voneinander getrennt sind. Die Lappen umschließen die Trachea (Luftröhre), welche
sich im Lungenbereich in zwei Hauptbronchien aufteilt und die einzelnen Lappen versorgt. Die Lunge ist vollständig
vom Lungenfell (Pleura) überzogen.
Die Lungenfunktion
Die Lunge dient dem Gasaustausch zwischen Atemluft und Blut mit folgenden Zwischenstationen: Respiration
(Atmung) – Perfusion (Durchströmung) – Diffusion (Strömung z.B. durch eine Wand) und Gastransport. Daneben spielt
sie eine Rolle bei der Regulation des Wasserhaushaltes, des pH-Wertes, der Immunabwehr sowie der Blutgerinnung.
Untersuchungsmethoden der Lunge
Spirometrie oder Lungenfunktionsprüfung (= Bestimmung der Ventilationsgröße) sowie die Blutgasanalyse sind
wichtige Untersuchungsmethoden. Neben Inspektion, Perkussion und Auskultation stehen endoskopische Verfahren, wie
z.B. Broncho-, Thorako-, und Mediastinoskopie, Röntgenverfahren wie z.B. Thoraxaufnahmen, Brocho- und Angiographie
sowie die Labordiagnostik und nuklearmedizinische Untersuchung für detailliertere Befunde zur Verfügung.
Häufig vorkommende Lungenerkrankungen
Atemwegsinfekte zählen zu den häufigsten Erkrankungen des Menschen.
Als akute
Bronchitis bezeichnet man eine Entzündung der Schleimhäute der unteren Atemwege, die sich bis in die
Bronchiolen (feine Verzweigungen der Bronchien) ausbreiten kann. Hauptauslöser sind Viren (90 % aller Fälle – z.B.
durch Grippe), aber auch Bakterien (z.B. Streptokokken) und stark verschmutzte Luft (z.B. durch Abgase) begünstigen
die Entstehung. Eine akute Bronchitis weist typische Symptome einer Erkältung auf mit Fieber, Husten,
Schleimbildung, Gliederschmerz, Augenbrennen, Schnupfen und Heiserkeit. Über einen längeren Zeitraum andauernde
Erkrankungen können zu blutigem Auswurf führen. Bei immungeschwächten Menschen besteht die Gefahr des Übergangs in
eine Lungenentzündung oder die Ausbildung einer chronischen Form.
Die Lungenentzündung (Pneumonie) wird
durch Bakterien (Pneumokokken) verursacht und zeigt sich in akuter und chronischer Form. Neben den Bakterien gelten
auch Viren, Pilze (Candida aspergillus) und Parasiten als krankheitsauslösend. Die Symptomatik richtet sich nach
auslösendem Faktor. Die bakterielle Form beginnt mit Schüttelfrost, Fieber und Husten, hinzu kommen Schwächegefühl,
eingeschränkte Atmung, Schmerzen bei der Einatmung (bedingt durch eine Lungenfellentzündung – Pleuritis) und
bräunlicher bis gelb-grüner Auswurf. Die virale Form zeigt sich durch Kopf- und Gliederschmerz, Fieber,
Schüttelfrost und Husten mit klarem Auswurf. Im Gegensatz zur bakteriellen Form treten Schmerzen bei der Einatmung
sowie Atemnot nur selten auf. Unbehandelt birgt die Pneumonie unterschiedliche Risiken, wie z.B. die Entstehung
einer Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Blutvergiftung (Sepsis) mit drohendem Organversagen, daneben auch
Abszessbildung, Erguss oder Empyem (Eiterbildung) im Pleuraspalt sowie Ausbildung einer Fibrose (Bindegewebszunahme
durch Vernarbungen).
Unter dem Begriff der COPD (Chronic obstructive pulmonary diseases) werden chronisch obstruktive
(verstopfende) Lungenerkrankungen zusammengefasst.
Hierzu zählen die chronisch obstruktive
Bronchitis und das Lungenemphysem (vermehrte Luftansammlung an ungewohnter Stelle). Den Krankheiten gemein ist
eine Verengung der Bronchien, was zu Husten, Atemnot und Auswurf führt. Die COPD treten gehäuft auf, meist im
mittleren Alter, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen und der Hauptanteil der Erkrankten (90 %) raucht.
Unbehandelt können COPD Lungenschäden verursachen.
Asthma bronchiale ist
eine chronische Entzündung, bei der die Betroffenen auf bestimmte Reize (z.B. Hausstaub, Qualm) mit
Überempfindlichkeit reagieren. Es kommt zu einer krampfartigen Verengung der Luftwege mit akuter Luftnot, verstärkt
durch plötzliche und übermäßige Schleimbildung mit Schwellung der Schleimhaut. Ein Anfall kann Sekunden bis Stunden
dauern und ist als lebensbedrohlich einzustufen. Bai anhaltenden Beschwerden über mehrere Tage spricht der
Mediziner vom Status asthmaticus. Neben der allergischen Form (Immunerkrankung) werden auch psychische Faktoren,
Umweltnoxen (Gifte) sowie familiäre Disposition als auslösende Faktoren in Erwägung gezogen. Die Obstruktion
(Verengung) der Atemwege verursacht neben Luftnot und Hustenreiz auch ein Engegefühl im Brustkorb. Asthma
bronchiale gilt als häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter, die im Wachstumsstadium zu einer
eingeschränkten Entwicklung (physisch und psychisch) führen kann.
Bei der Tuberkulose (Schwindsucht) handelt es sich um eine chronisch verlaufende
Infektionskrankheit, die unbehandelt zum Tode führen kann. Als Auslöser gilt das Tuberkelbakterium (Mycobakterium
tuberculosis), die Infektion erfolgt über Tröpfchen (z.B. Sprechen, Niesen) und zeigt sich als Primärherd isoliert
in der Lunge. Die Klinik weist erhöhte Temperaturen, Nachtschweiß und Appetitlosigkeit auf. Zusätzlich zeigen sich
allgemeine Schwäche und Auswurf. Neben der Gefahr eines letalen Verlaufs können auch weitere Organe wie z.B. die
Nieren durch Entzündungen in Mitleidenschaft gezogen werden.
Viele weitere Erkrankungen zeigen ähnliche Symptome mit Husten und Auswurf oder eingeschränkter Atmung. Hierzu
zählen die Bronchiektasen, das Lungenemphysem, Fibrose, Ödem und Erguss.
Krebs im Lungenbereich kann je nachdem wo sich der
Tumor befindet unterschiedlich auswirken. Der häufigste bösartige Tumor ist das Bronchialkarzinom (Lungenkrebs), welches hauptsächlich durch
Inhalationskarzinogene (z.B. Nikotin) entsteht. Die ausgeprägte Symptomatik zeigt sich erst im Spätstadium. Neben
Dyspnoe (Atemnot), Reizhusten und Hämoptysen (Bluthusten) zeigen sich Brustschmerz, Armschmerz, Recurrensparese
(Lähmung der Kehlkopfmuskulatur), Leistungsabfall und Gewichtsabnahme.
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