Lungenerkrankungen

Lungenkrankheiten - verständlich erklärt

Die im Thorax (Brustkorb) liegende Lunge (Pulmo) zählt zu den Atmungsorganen und setzt sich aus zwei Flügeln zusammen.

von: René Gräber - Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Die rechte Lunge besteht aus drei Lappen (Lobi), die linke aus zwei, wobei beide Flügel durch den Pleuraspalt (Brust- / Lungenfell) voneinander getrennt sind. Die Lappen umschließen die Trachea (Luftröhre), welche sich im Lungenbereich in zwei Hauptbronchien aufteilt und die einzelnen Lappen versorgt. Die Lunge ist vollständig vom Lungenfell (Pleura) überzogen.

Die Lungenfunktion

Die Lunge dient dem Gasaustausch zwischen Atemluft und Blut mit folgenden Zwischenstationen: Respiration (Atmung) – Perfusion (Durchströmung) – Diffusion (Strömung z.B. durch eine Wand) und Gastransport. Daneben spielt sie eine Rolle bei der Regulation des Wasserhaushaltes, des pH-Wertes, der Immunabwehr sowie der Blutgerinnung.

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Untersuchungsmethoden der Lunge

Spirometrie oder Lungenfunktionsprüfung (= Bestimmung der Ventilationsgröße) sowie die Blutgasanalyse sind wichtige Untersuchungsmethoden - (siehe auch: Blutwerte). Neben Inspektion, Perkussion und Auskultation stehen endoskopische Verfahren, wie z.B. Broncho-, Thorako-, und Mediastinoskopie, Röntgenverfahren wie z.B. Thoraxaufnahmen, Brocho- und Angiographie sowie die Labordiagnostik und nuklearmedizinische Untersuchung für detailliertere Befunde zur Verfügung.

Häufig vorkommende Lungenerkrankungen

Atemwegsinfekte zählen zu den häufigsten Erkrankungen des Menschen.

Als akute Bronchitis bezeichnet man eine Entzündung der Schleimhäute der unteren Atemwege, die sich bis in die Bronchiolen (feine Verzweigungen der Bronchien) ausbreiten kann. Hauptauslöser sind Viren (90 % aller Fälle – z.B. durch Grippe), aber auch Bakterien (z.B. Streptokokken) und stark verschmutzte Luft (z.B. durch Abgase) begünstigen die Entstehung. Eine akute Bronchitis weist typische Symptome einer Erkältung auf mit Fieber, Husten, Schleimbildung, Gliederschmerz, Augenbrennen, Schnupfen und Heiserkeit. Über einen längeren Zeitraum andauernde Erkrankungen können zu blutigem Auswurf führen. Bei immungeschwächten Menschen besteht die Gefahr des Übergangs in eine Lungenentzündung oder die Ausbildung einer chronischen Form.

Die Lungenentzündung (Pneumonie) wird durch Bakterien (Pneumokokken) verursacht und zeigt sich in akuter und chronischer Form. Neben den Bakterien gelten auch Viren, Pilze (Candida aspergillus) und Parasiten als krankheitsauslösend. Die Symptomatik richtet sich nach auslösendem Faktor. Die bakterielle Form beginnt mit Schüttelfrost, Fieber und Husten, hinzu kommen Schwächegefühl, eingeschränkte Atmung, Schmerzen bei der Einatmung (bedingt durch eine Lungenfellentzündung – Pleuritis) und bräunlicher bis gelb-grüner Auswurf. Die virale Form zeigt sich durch Kopfschmerzen und Gliederschmerz, Fieber, Schüttelfrost und Husten mit klarem Auswurf. Im Gegensatz zur bakteriellen Form treten Schmerzen bei der Einatmung sowie Atemnot nur selten auf. Unbehandelt birgt die Pneumonie unterschiedliche Risiken, wie z.B. die Entstehung einer Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Blutvergiftung (Sepsis) mit drohendem Organversagen, daneben auch Abszessbildung, Erguss oder Empyem (Eiterbildung) im Pleuraspalt sowie Ausbildung einer Fibrose (Bindegewebszunahme durch Vernarbungen).

Unter dem Begriff der COPD (Chronic obstructive pulmonary diseases) werden chronisch obstruktive (verstopfende) Lungenerkrankungen zusammengefasst.

Hierzu zählen die chronisch obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem (vermehrte Luftansammlung an ungewohnter Stelle). Den Krankheiten gemein ist eine Verengung der Bronchien, was zu Husten, Atemnot und Auswurf führt. Die COPD treten gehäuft auf, meist im mittleren Alter, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen und der Hauptanteil der Erkrankten (90 %) raucht. Unbehandelt können COPD Lungenschäden verursachen.

Asthma bronchiale ist eine chronische Entzündung, bei der die Betroffenen auf bestimmte Reize (z.B. Hausstaub, Qualm) mit Überempfindlichkeit reagieren. Es kommt zu einer krampfartigen Verengung der Luftwege mit akuter Luftnot, verstärkt durch plötzliche und übermäßige Schleimbildung mit Schwellung der Schleimhaut. Ein Anfall kann Sekunden bis Stunden dauern und ist als lebensbedrohlich einzustufen. Bai anhaltenden Beschwerden über mehrere Tage spricht der Mediziner vom Status asthmaticus. Neben der allergischen Form (Immunerkrankung) werden auch psychische Faktoren, Umweltnoxen (Gifte) sowie familiäre Disposition als auslösende Faktoren in Erwägung gezogen. Die Obstruktion (Verengung) der Atemwege verursacht neben Luftnot und Hustenreiz auch ein Engegefühl im Brustkorb. Asthma bronchiale gilt als häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter, die im Wachstumsstadium zu einer eingeschränkten Entwicklung (physisch und psychisch) führen kann.

Bei der Tuberkulose (Schwindsucht) handelt es sich um eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit, die unbehandelt zum Tode führen kann. Als Auslöser gilt das Tuberkelbakterium (Mycobakterium tuberculosis), die Infektion erfolgt über Tröpfchen (z.B. Sprechen, Niesen) und zeigt sich als Primärherd isoliert in der Lunge. Die Klinik weist erhöhte Temperaturen, Nachtschweiß und Appetitlosigkeit auf. Zusätzlich zeigen sich allgemeine Schwäche und Auswurf. Neben der Gefahr eines letalen Verlaufs können auch weitere Organe wie z.B. die Nieren durch Entzündungen (Nierenerkrankungen) in Mitleidenschaft gezogen werden.

Viele weitere Erkrankungen zeigen übrigens ähnliche Symptome mit Husten und Auswurf oder eingeschränkter Atmung. Hierzu zählen die Bronchiektasen, das Lungenemphysem, Fibrose, Ödem und Erguss.

Der Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie = PH oder PAH für pulmonale arterielle Hypertonie) ist eine seltene Gefäßerkrankung des Lungenkreislaufs, bei der es durch verschiedene Ursachen zu einem Druckanstieg kommt.

Krebs im Lungenbereich kann je nachdem wo sich der Tumor befindet unterschiedlich auswirken. Der häufigste bösartige Tumor ist das Bronchialkarzinom (Lungenkrebs), welches hauptsächlich durch Inhalationskarzinogene (z.B. Nikotin) entsteht. Die ausgeprägte Symptomatik zeigt sich erst im Spätstadium. Neben Dyspnoe (Atemnot), Reizhusten und Hämoptysen (Bluthusten) zeigen sich Brustschmerz, Armschmerz, Recurrensparese (Lähmung der Kehlkopfmuskulatur), Leistungsabfall und Gewichtsverlust.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert

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