Müdigkeit - Ursachen, Symptome und
Therapie
Das Symptom Müdigkeit kann viele verschiedene Ursachen besitzen. Nicht immer ist es Anzeichen einer körperlichen
Störung und wird daher von den meisten Menschen nicht als Warnsignal wahrgenommen, welches ärztlich abgeklärt
werden sollte.
Nahezu ein Drittel des gesamten Lebens verbringt der Mensch mit Schlaf. Verkürzungen des Schlafzyklus oder
Störungen während des Prozesses können dazu führen, dass man sich nach der Phase nicht erholt fühlt, die Müdigkeit
bestehen bleibt. Diese kann, je nach Ursache, plötzlich auftreten oder sich aber als Dauerzustand präsentieren und
so das Leben deutlich beeinflussen.
Müdigkeit führt bei Betroffenen zu einer eingeschränkten (reduzierten) Leistung ihrer physischen und psychischen
Fähigkeiten. Dies zeigt sich vor allem in einer körperlichen Ermattung, dem erhöhten Bedürfnis nach Schlaf,
Motivationsmangel, fahrigen oder unkonzentrierten Handlungen, abnehmender Muskelkraft sowie einer verminderten
Gehirnaktivität (Denkprozesse fallen deutlich schwerer). Während Erwachsene diesen Zustand meist zu unterdrücken
versuchen, kann eine zunehmende Müdigkeit bei Kleinkindern gut beobachtet werden. Diese sind nur selten in der
Lage, dem sich ankündigenden Schlaf entgegenzuwirken und reagieren unter anderem mit dem plötzlichen Einschlafen
während ausgeübter Tätigkeiten (selbst während des Essens) oder mit dem vermehrten Stolpern und Hinfallen (durch
die reduzierte Kontrolle über den Körper).
Generell leiden vermehrt Frauen unter Müdigkeit. Daneben lässt sich noch ein Zusammenhang zwischen dem
jeweiligen Lebensstandard (dem Stand in der Gesellschaft) und der persönlichen Situation nachweisen.
Ursachen
Die „normale“ (nicht krankhaft bedingte) Müdigkeit zeigt sich regelmäßig im Tagesablauf.
Hierbei kommt es durch die ausgeübten Tätigkeiten (z.B. Schule, Beruf, Sport) oder auch Nahrungsaufnahme zu einer
physiologischen Ermattung des Körpers. Der Prozess des Wach-Schlaf-Rhythmus führt über das Signal Müdigkeit dazu,
dass sich die betreffenden Personen in regelmäßigen Abständen hinlegen und durch Schlaf dem Körper Erholung gönnen.
Dabei werden sämtliche Stoffwechselaktivitäten des Körpers und laufende Prozesse in ihrer Leistung gedrosselt, der
Energieverbrauch minimiert. Kommt es dabei zu keinen Störungen, wacht man anschließend erholt und fit wieder auf.
Dieser Prozess zeigt sich auch bei einer erhöhten Belastung der Gehirnaktivitäten oder der Seele. Hierzu zählen
z.B. andauernde Denkprozesse, Tätigkeiten mit erhöhter Aufmerksamkeit sowie negative Einflüsse auf die Seele wie
Kummer, Schmerz, Depression und Trauer.
Eine weitere, nicht pathologische Ursache für Müdigkeit ist Schlafmangel (zeigt sich z.B. bei langen
Feierlichkeiten oder beruflichen Tätigkeiten über die geregelte Arbeitszeit hinaus).
Das chronische Müdigkeitssyndrom (Chronic Fatigue Syndrome – CFS) ist ein sich über einen
längeren Zeitraum (länger als sechs Monate) zeigender Erschöpfungszustand des Organismus, der eine dem Burn out
vergleichbare Symptomatik verursacht. Die genauen Ursachen sind noch nicht erforscht. Die Erkrankungsfälle sind in
den letzten Jahren zunehmend, allein in Deutschland vermutet man (noch ungesicherte Erkenntnisse) nahezu eine halbe
Million Betroffene.
Medikamente oder Suchtmittel verursachen als Nebenwirkung häufig eine plötzliche Müdigkeit nach deren Einnahme.
Hierzu zählen unter anderem der Genuss von alkoholischen Getränken, die Einnahme spezieller Drogen sowie
Antidepressiva oder Neuroleptika. Daneben fördert zum Teil die Kombination verschiedener Präparate das aufkommende
Schlafbedürfnis bzw. die der Müdigkeit zugeschriebenen Beschwerden.
Müdigkeit ist eins der häufigsten Symptome von Erkrankungen. Der gestörte Prozess physiologischer Abläufe
verursacht z.B. einen unregelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus, beeinflusst den Wachheitszustand oder auch die kognitive
Leistungsfähigkeit. Besonders oft lässt sich dies bei Erkältungskrankheiten, grippalen Infekten und
Virusinfektionen beobachten. Auch Erkrankungen der Lunge (Lungenerkrankungen) zählen mit zu häufigsten
Verursachern von Müdigkeit, hierbei kann es auch in Phasen der körperlichen Erholung zu akutem Sauerstoffmangel
(durch die reduzierte Atmung) kommen, Schlafstörungen (unter anderem mit Atemaussetzern - Atemnot) sind vorprogrammiert. Viele Organerkrankungen führen in ihrer Klinik die
Müdigkeit mit auf. Das Symptom zeigt sich vermehrt bei Menschen mit Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion),
Diabetes
mellitus (Zuckerkrankheit),
Anämie (Blutarmut), Erkrankungen der
Nebennierenrinde -Nierenkrankheiten, Lebererkrankungen (z.B. Hepatitis) oder
Herzerkrankungen.
Zu einer vermehrten, zum Teil dauerhaften Müdigkeit kann es durch Störungen der Muskelaktivität oder durch
entzündliche Prozesse an Gelenken kommen. Neben arthritischen und rheumatoiden Erkrankungen lässt sich dies unter
anderem auch bei der Fibromyalgie
beobachten, einer komplexen Erkrankung des gesamten Bewegungsapparates mit zusätzlichen Einflüssen auf
Stoffwechselaktivitäten, Atmung, Verdauung und Herzfunktion.
Siehe auch: Gelenkentzündungen -
Arthritis oder Rheuma
Erkrankungen, die mit einer gestörten Verdauung bzw. Ausscheidung einhergehen, können durch einen Mangel an
lebensnotwendigen Mineralien und Nährstoffen Müdigkeit provozieren. Dies findet sich unter anderem bei der Zöliakie
(Unverträglichkeitsreaktion des Darms gegenüber speziellen Getreideformen, die vor allem zu anhaltenden Durchfällen führt) und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn).
Zu den eher seltenen Auslösern der krankhaften Müdigkeit zählen Krebsleiden (im Endstadium) oder auch Vergiftungen (z.B. mit Blei
oder Umweltgiften).
Diagnose
Die richtige Diagnose gestaltet sich nicht immer einfach und erfordert die Anwendung verschiedener
Untersuchungs- und Testverfahren. Neben Anamnese, Inspektion und einer detaillierten Laborauswertung können
verschiedene bildgebende Verfahren eingesetzt werden (Sonographie, Röntgen, CT). Daneben werden EKG, EEG und
Sauerstoffanalysen durchgeführt. Durch einen Aufenthalt im Schlaflabor, bei dem der Betroffene während seiner
Schlafphase (auch Auswirkungen eines Schlafentzugs werden ausgewertet) beobachtet wird, können erkenntnisreiche
Daten (durch angebrachte Elektroden) gewonnen, aufgezeichnet und ausgewertet werden.

Therapie
Die sich anschließende Behandlung ist abhängig von der Ursache. Zu den konservativen Maßnahmen zählen die
Einhaltung des geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus (auch zu viel Schlaf kann Müdigkeit fördern), regelmäßige
Aufenthalte an der frischen Luft, die Meidung von anregenden Getränken (z.B. Kaffee) ab dem Nachmittag (oder
Alkoholika) sowie eine ausgewogene Ernährung. Beruhigend auf den Organismus (z.B. bei innerer Unruhe am Abend)
wirken Melisse oder Baldrian. Schlafmittel sollten nur in seltenen Fällen eingesetzt werden, sie bewirken zwar
einen durchgängigen Schlaf, fördern jedoch auch das Suchtverhalten bzw. können zu einer Abhängigkeit führen
(Einschlafen ist ohne die Substanz nicht mehr möglich). Leichte sportliche Aktivitäten oder Wechselduschen können
den Wachheitszustand fördern, die Müdigkeit verringern. Liegt eine körperliche oder seelische Störung vor, muss
diese vorrangig therapiert werden, um das Symptom behandeln zu können.
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