Möglichkeiten der Irisdiagnose

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Viele Heilpraktiker schwören auf die sogenannte Irisdiagnose. Sie stellt eine Möglichkeit dar, aus der Farbgebung und der Struktur der Iris eines Menschen auf dessen vergangenen und / oder gegenwärtigen Gesundheitszustand zu schließen.

Hauptsächlich ist dabei die Grundfarbe der Iris entscheidend. Braun und Blau stellen die Hauptfarben dar, während alle anderen Augenfarben wie etwa Grün oder Grau-Blau stets das Ergebnis einer Mischung aus diesen beiden Hauptfarben sind.

Der blauen Augenfarbe sagt man einen Zusammenhang mit entzündlichen und rheumatischen Krankheiten (Rheuma) nach. Eine braune Iris hingegen wird als Zeichen einer Neigung zu Blutkrankheiten gewertet wie beispielsweise Arterienverkalkung, Thrombose oder Herzinfarkt.

Natürlich kann anhand der Augenfarbe nicht genau bestimmt werden, an welchen Krankheiten ein Mensch im Laufe seines Lebens leiden wird. Auch kann keine Krankheitsdiagnose gestellt werden. Lediglich eine bestimmte Entwicklungsrichtung und Tendenz kann in vielen Fällen vorgezeichnet werden. Aus diesem Grund ist der Begriff „Irisdiagnose“, der immer noch häufig gebraucht wird, nicht ganz korrekt, denn eine Diagnose beinhaltet die klare Bestimmung eines Krankheitsbildes. Viele Mediziner und Heilpraktiker halten daher die Bezeichnung „Irishinweise“ eher für angebracht.

Anders als die Ärzte haben die Heilpraktiker nie versucht, die Irishinweise mit einer medizinischen Diagnose gleichzusetzen oder zu vergleichen. Vielmehr war es immer schon ihr Anliegen, Krankheitstendenzen frühzeitig zu erkennen und sie wenn möglich von vornherein zu vermeiden bzw. die weiteren Behandlungsmaßnahmen danach auszurichten.

Viele Ärzte lehnen die Irishinweise nicht zuletzt deshalb ab, weil die Stellen auf der Iris, die für die einzelnen menschlichen Organe stehen, nicht genau definiert werden können.

Folgende Unterteilung gilt jedoch als weithin anerkannt: Die rechte Iris bildet die rechtsseitigen Organe ab, die linke Iris die linksseitigen. Das Gehirn wird im oberen Teil der Iris abgebildet, Beine und Unterleib im unteren. Außerdem werden die Organe, die im menschlichen Körper eher vorne liegen, auf der zur Nase hin gerichteten Seite der Iris abgebildet, die hinteren Organe dementsprechend auf der Schläfenseite.

Außerdem wird für das Auswerten von Irishinweisen eine Unterteilung der Iris in sechs konzentrische Kreise vorgenommen.

Der äußerste Bereich bildet demnach die Haut des Menschen ab. In den restlichen fünf Kreisen sind von innen nach außen Blut und Lymphe, Muskeln, Knochen und Gelenke, dann das endokrine System (welches vor allem Drüsen beinhaltet, die Sekrete in die Blutbahn des Menschen abgeben, beinhaltet) und schließlich das Hormonsystem dargestellt.
 
Mit letzter Sicherheit kann die Richtigkeit dieser Unterteilung nicht festgestellt werden. Auch kann beispielsweise die Lokalisation von Lunge, Wirbelsäule u.a. nur vage vorgenommen werden.
 
Der innerste dieser sechs Kreise, die sogenannte Krause, gibt Hinweise auf die Beschaffenheit des Magen-Darm-Traktes. Eine weite Krause weist beispielsweise auf eine Erweiterung des Darmes hin, während eine bestimmte Färbung der Krause ein Zeichen für eine Übersäuerung des Magens sein kann. Natürlich müssen die entsprechenden Beschwerden, auf die diese Anzeichen hindeuten, nicht zwangsläufig auch auftreten. Bei entsprechend früher Erkennung der Anzeichen kann der Mensch seine Ernährungsweise bzw. gesamte Lebensführung darauf ausrichten und so das Auftreten von Beschwerden vermeiden.

Auch über die Stoffwechselorgane kann die Färbung der Iris Aufschluss gewähren. So kann eine braune Iris etwa auf eine Neigung zu Lebererkrankungen hindeuten. Eine leichte gelbe Färbung dagegen ist oftmals Anzeichen für eine Nierenschwäche.

Neben diesen bereits erwähnten und anderen Verfärbungen der Iris können auch Fettablagerungen im Auge bestimmte Hinweise liefern. Sie werden auch als „arcus senilis“, als Greisenring, bezeichnet. Sie können auf ein Abnehmen der geistigen Fähigkeiten eines Patienten hindeuten. Allerdings kann eine solche Ablagerung auch nur auf eine allgemeine Neigung des Patienten zu Fettablagerungen im Körper hinweisen – es muss nicht zwingend ein Zusammenhang zur geistigen Leistung bestehen.

Rote Äderchen im Auge können wiederum – je nach ihrer Lage – ein Zeichen für die Schwächung eines bestimmten Organs darstellen.

Einer der Hauptvorteile der Irishinweise gegenüber der Schulmedizin ist die Tatsache, dass eine Tendenz zu bestimmten Beschwerden oder eine Organschwäche bereits dann erkannt werden kann, wenn noch gar kein spezifisches Krankheitsbild vorliegt, das die Schulmedizin diagnostizieren könnte. So spielt bei entsprechend ausgebildeten Heilpraktikern das Ergebnis der Irisdiagnose immer eine Rolle für die weitere Therapie eines Patienten, unabhängig davon, an welchen Beschwerden er leidet.