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Alternative Heilverfahren

Die Lichtherapie - Anwendung, Wirkung und Nutzen

Die Lichttherapie ist ein wissenschaftliches Verfahren zur Behandlung unterschiedlichster Erkrankungen wie Depressionen (und mit diesen einhergehender Einschlaf- und Durchschlafstörungen) sowie verschiedene Hauterkrankungen im Rahmen der so genannten Phototherapie. Eine Kombination von Lichttherapie und Wachtherapie arbeitet mit einem Vorverlagern der Schlafphasen.

Da in der zweiten Nachthälfte relativ viel nicht nur schlaf-, sondern auch depressionsförderndes Melatonin ausgeschüttet wird, erweisen sich stimmungsaufhellende Lichtduschen unmittelbar nach dem Aufwachen als besonders wirkungsvoll: Sie stoppen die Melatonin-Ausschüttung. Der Patient blickt einmal bis mehrmals täglich (aus entsprechendem Abstand von wenigstens 90 Zentimetern) für bis zu 60 Minuten indirekt in das Licht einer Tageslichtlampe, so dass seine Netzhaut durch das Licht erreicht wird.

Volkskrankheit (Winter-)Depression

Menschen, die sich arbeitsbedingt die meiste Zeit des Tages in Innenräumen und bei künstlicher Beleuchtung aufhalten, fehlt das natürlich, energieliefernde und stimmungssteigernde Tages- und Sonnenlicht.

Winterdepressionen, auch SAD (saisonal abhängige Depression) genannt, bringen für viele Betroffene neben Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit und gedrückter Verfassung auch ungewünschte Gewichtszunahme mit sich: Süßes und Fettes hebt nur kurzfristig die Stimmung, quälende Müdigkeit wird langfristig verstärkt.

Licht tanken hilft: Eine gut beleuchtete, freundliche Wohnung sowie regelmäßige Spaziergänge während heller Tageszeit vertreibt trübe Gedanken, auch bei bewölktem Himmel, der immerhin Lichtstärken von 2000 Lux zu bieten hat.

Glücklich, wer der jahreszeitlichen Dunkelheit für einen Urlaub im Süden oder in den Schnee entfliehen und dort von Lichtstärken von bis zu 100.000 Lux profitiert. Für alle anderen bieten Lichttherapiegeräte eine wirkungsvolle Alternative: Sie liefern Lichtstärken von 2.500 bis 10.000 Lux und sind schon ab etwa 300 Euro zu bekommen. Diese Geräte wirken mittels weißem Licht und filtern schädliche UV-Strahlung heraus.

Während des Lichtbades oder der Lichtdusche lesen oder frühstücken?

Kein Problem.

Anwendungsdauer?

Jeder entscheidet selbst, ob er sich mit 10.000 Lux und einer kurzen Lichtbad-Dauer von 25 bis 45 Minuten oder zwei Stunden bei 2.500 Lux wohlfühlt. Schon nach wenigen Tagen stellt sich eine Wirkung ein. Bei Patienten, die nach mehrwöchiger Therapie noch immer keinen Effekt bemerken, könnten tiefere Ursachen zugrunde liegen.

Das Licht kann noch mehr!

Und Licht kann noch mehr: Weil es die Vitamin-D-Produktion ankurbelt, stärkt es das Immunsystem. Und seine UV-Anteile entfalten keimtötende Wirkungen. Eine Lichttherapie wird hervorragend durch ein gemäßigtes Fitness- bzw. Sportprogramm, am besten an Licht und frischer Luft ergänzt: Es weckt den Stoffwechsel aus dem Winterschlaf.

Als effektive Behandlungsmethode ist auch die Lichttherapie nicht ohne gewisse Nebeneffekte: Am Anfang kann das Auge ein wenig gereizt reagieren, leichte Kopfschmerzen können hinzu kommen.

Bei Fieber und bestimmten Hautausschlägen sollten Sie auf Lichtbäder- und duschen besser verzichten. Patienten mit Augenkrankheiten suchen besser zuvor den Facharzt auf. Auch Menschen, die an die Einnahme bestimmter die Lichtempfindlichkeit steigernder Substanzen bzw. von Heilmitteln wie Lithium oder Johanniskraut gewöhnt sind, sollten vor ihrem Start in die Lichttherapie Rücksprache mit ihrem Arzt oder Therapeuten halten.

Licht heilt Neurodermitis

Auch bei Neurodermitis, mit mehr als sechs Millionen Erkrankten die Haut-Volkskrankheit Nummer Eins, bietet die Lichttherapie Anlass zur Hoffnung: Während die verfügbaren, gut wirkenden Medikamente leider nicht unbeträchtliche Nebenwirkungen zeigen, sind Bestrahlungen in der Lage, die Neurodermitis auslösenden Hautzellen abzutöten.

Im Rahmen seiner Krebsforschungen entdeckte der Mediziner Jan Hendrik Wilkens die Wirkung von Licht im Kampf gegen quälenden Juckreiz. Ein von Wilkens daraufhin konzipiertes, sonnenbankähnliches Farblichttherapie-Gerät kam zur (völlig ungefährlichen) Behandlung von Neurodermitis zum Einsatz: Ein Randomlaser mit einem das Tageslicht um ein 80-faches übersteigenden Blauanteil wirkt ausschließlich auf die rötlichen Entzündungszellen, während sein Licht auf gesundes Gewebe keinerlei Effekt hat. Über das Lymphsystem erhält das Knochenmark nun die Nachricht, keine weiteren Zellen mehr zu bilden, die Neurodermitis generieren könnten.

Therapiesitzungen kosten um 120 Euro. Nicht nur private Krankenkassen, sondern auch einige Betriebskrankenkassen sowie einzelne gesetzliche Kassen übernehmen bzw. beteiligen sich an den Kosten.

Linderung tritt bei den meisten Patienten bereits nach wenigen Wochen ein; bei sehr schweren Ausformungen nimmt die Heilung mehrere Monate in Anspruch. Das Wichtigste: Ein einziger Therapiezyklus genügt in den allermeisten Fällen. Die Haut wird und bleibt gesund: und das sogar bei vielen Patienten für immer.

Ähnliche Verfahren: gibt es eigentlich keine. Da Licht ein sehr natürliches Heilmittel ist, könnte man in diesem Zusammenhang die Wassertherapie, Klangtherapie, Entspannungsverfahren und natürlich die Bewegungstherapie nennen.

 

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Rene Graeber

Chefredaktion: R. Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge (SKA)

Mitglied im Fachverband Deutscher Heilpraktiker

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