Eigenbluttherapie
Eigenbluttherapie - Was ist das?
Die Eigenblutherapie wurde zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts modern. Sie wurde durch den Arzt August Bier
bekannt und sollte Entzündungen und Infektionen heilen.
Es werden über mehrere Erfolge bei vielen Erkrankungen wie Syphilis, Herz- und Kreislauferkrankungen, Haut- und
Augenkrankheiten sowie orthopädischen und gynäkologischen Erkrankungen berichtet.
Heute wird die Eigenbluttherapie hauptsächlich von Heilpraktikern und naturheilkundlich arbeitenden Ärzten
durchgeführt. Es handelt sich bei der Eigenbluttherapie um eine Reiztherapie nach dem Grundsatz: schwache Reize
regen die Selbstheilungsvorgänge im Körper an.
Es gibt inzwischen viele Studien, die belegen, dass der Reiz der Blutentnahme und der Re-Injektion körpereigene
Heilungsprozesse in Gang setzt und den Körper so in die Lage bringt, seine Abwehrkräfte zu mobilisieren.
Bei der Eigenbluttherapie wird aus einer Vene etwas Blut entnommen und danach sofort wieder in den Gesäßmuskel
zurückinjiziert. Zunächst beginnt man mit geringen Mengen, die dann von Behandlung zu Behandlung gesteigert werden
können.
Soll die Wirksamkeit der Eigenbluttherapie gesteigert werden, kann man dem Blut homöopathisch aufbereitete
Präparate zusetzen. Bei einer anderen Variante der Eigenbluttherapie wird das Blut nach homöopathischen Regeln
potenziert.
Wie bei vielen naturheilkundlichen Therapien können sich die Beschwerden am Anfang der Behandlung zunächst etwas
verstärken. Diese so genannte "Erstreaktion" ist meist harmlos und kann als Zeichen gewertet werden, dass die
Behandlung Wirkung zeigt.
Bei diesen Krnakheiten ist die Eigenbluttherapie eventuell geeignet:
- chronische Entzündungen
- Hautprobleme
- Beschwerden des Bewegungsapparates (zum Beispiel Rheuma)
- Krankheiten der Luftwege
- Allergien
- Heuschnupfen
- Asthma
- verzögerte Rekonvaleszenz (Erholung nach Krankheiten)
- in bestimmten Fällen zur Krebsnachsorge
- Viruserkrankungen (zum Beispiel Herpes zoster)
Eine Weiterentwicklung der Eigenbluttherapie hilft Ihnen bei Gelenkrheuma
Eine Weiterentwicklung der Eigenbluttherapie ist die Immuntherapie mit dem aus Eigenblut gewonnenen Wirkstoff
Orthokin. Vor allem bei leichter bis mittelschwerer Arthrose ist eine deutliche Schmerzreduktion zu erwarten.
Dr.med. Bernd Hilzensauer von der Klinik Limburgerhof berichtet sogar teilweise von Regenerationen des
erkrankten Gelenks. Nach eigenen Angaben konnte er mit dieser Methode über 300 Patienten helfen.
Für diese Variante der Eigenbluttherapie sind sechs bis acht Sitzungen nötig. Der Wirkstoff wird direkt ins
erkrankte Gelenk injiziert. Die betroffenen Gelenke sind nach den Erfahrungen von Dr. Hilzensauer um 70 bis 80
Prozent beweglicher. Eine Voraussetzung für diese Therapieform ist, dass sich das Gelenk noch nicht im Endstadium
der Zerstörung befindet.
Leider baut sich der Wirkstoff im Durchschnitt innerhalb von ein bis zwei Jahren wieder ab. Die Behandlung
müsste dann wiederholt werden.
Ideal wäre eventuell auch eine Kombination mit Akupunktur und Pflanzenextrakten bei Kniegelenk-Arthrose, die
sich in anderen Studien sehr bewährt haben.
Die Kosten für eine Eigenbutbehandlung mit Orthokin werden derzeit allerdings nicht von den Krankenkassen
übernommen. Die "normale" Eigenbluttherapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen teilweise, von den Privaten
Krankenkassen meist ganz übernommen.
Auf den Hinweis mit dem Orthokin waren Mediziner gekommen, als ein maßgeblicher Auslöser des Gelenkverschleißes
dingfest gemacht werden konnte: der Körpersignalstoff Interleukin-I.
Er regt Zellen dazu an, Bindegewebsstrukturen abzubauen, so dass den körpereigenen Reparaturgruppen des
Immunsystems ein schnellerer Zugang zu einem erkrankten Bezirk des Körpers ermöglicht wird.
Damit der Stoff aber dennoch nicht allzu viel Schaden anrichtet, gibt es einen Gegenspieler, den
Interleukin-Irezeptor antagonistisches Protein. Davon bilden Arthrose-Patienten zu wenig, wie man inzwischen weiß.
Dieser Stoff wird heute aus dem Blut isoliert und als Orthokin injiziert.
Bei diesen Erkrankungen ist Eigenbluttherapie nicht
geeignet:
- akute Leberentzündung oder andere schwere Leber- und Nierenerkrankungen
- schwere Schilddrüsenstörungen
- Fieber unbekannter Ursache
- Thrombophlebitis, vor allem Thrombose
- bei antikoagulativen Therapien (z.B. Marcumar), etwa nach einem Herzinfarkt
- Erkrankungen, bei denen nichts injiziert werden darf.
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