Mukoviszidose (Cystische Fibrose) - Ursachen,
Symtome, Therapie, Lebenserwartung
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Die auch cystische Fibrose genannte Mukoviszidose ist eine autosomal-rezessiv
(autosomal = nicht geschlechtsspezifisches Chromosom, rezessiv = benötigt für die Ausprägung zwei identische
Kopien) vererbte Erkrankung.
Diese Mukoviszidose ist gekennzeichnet durch eine vermehrte Schleimbildung und führt leider
immer noch relativ oft frühzeitig zum Tode - die mittlere Lebenserwartung liegt bei 35 Jahren. Hauptsächlich
hellhäutige Menschen sind betroffen. Die Inzidenz liegt bei 1 zu 3.000.
Bei der Erkrankung sind die schleimproduzierenden Drüsen von Lunge und Pankreas (Bauchspeicheldrüse) gestört,
insofern kann die Mukoviszidose auch zu den Bauchspeicheldrüsenerkrankungen gezählt
werden. Sie sondern einen zähflüssigen Schleim ab, der ihre Ausführungsgänge (v.a. im Bereich der Bronchiolen und
Pankreasgänge) verstopft und so zu der ausgeprägten Symptomatik mit Infektionen der unteren Atemwege und exokriner
Pankreasinsuffizienz führt.
Auslöser der Erkrankung ist eine Mutation im Chromosom 7 (CFTR, cystic fibrosis transmembrane regulator),
welches u.a. die Chlorid-Kanäle kodiert. Durch den Gendefekt entsteht ein Drüsensekret mit pathologisch erhöhtem
Salz- und Wassergehalt, ein zähflüssiger Schleim wird gebildet, der neben Pankreas und Atemwege auch Dünndarm,
Gallenwege, Geschlechtsorgane und die Schweißdrüsen in Mitleidenschaft zieht.
Der in der Lunge gebildete Schleim verstopft die Bronchien, Bronchiolen und Alveolen und hindert die
physiologische Funktion der Flimmerhärchen. Diese dienen normalerweise mit Unterstützung eines feinen Schleims der
Reinigung der Atemluft. Die nicht mehr abtransportierten Fremdstoffe und Bakterien sorgen für Atemwegs-Infekte, der
zähflüssige Schleim engt die Atemwege ein und erschwert die Atmung (siehe auch Atemnot). Dieser Prozess führt im Laufe der Erkrankung zu
einem Versagen der Lunge.
Durch behinderte Drüsen im Pankreasgewebe können die dort gebildeten Verdauungsenzyme nicht mehr abfließen, es
kommt zum Rückstau. Zum einen fehlen die Enzyme für die Verdauung im Darm, zum anderen führt der Rückstau zu einer
fibrösen Veränderung der Bauchspeicheldrüse selbst und behindert somit auch die Produktion des lebensnotwendigen
Insulins, ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
droht.
Der Verschluss der Gallengänge verhindert den Abtransport der Gallenflüssigkeit, wodurch es zu einer Schädigung
der Leber kommt. Ca. 10 Prozent der Erkrankten entwickeln eine Leberzirrhose.
Die Mukoviszidose führt bei beiden Geschlechtern vermehrt zu einer Unfruchtbarkeit (Ca. 90 Prozent). Der Schleim
verstopft u.a. Eileiter und Samenleiter und verhindert so eine Befruchtung.
Der Schweiß weist eine erhöhte Konzentration an Natrium- und Chlorid-Ionen auf, ist somit bei Austritt an die
Hautoberfläche extrem salzig. Da Wasser den Elektrolyten folgt, schwitzen Erkrankte vermehrt, es droht ein hoher
Flüssigkeitsverlust.
Betroffene leiden unter starken Hustenanfällen mit z.T. schleimigem Auswurf und erschwerter Atmung. Die
eingeschränkte Enzymaktivität im Darm führt zu wässrigen Durchfällen, zusätzlich zeigen sich
Vitamin-Mangel-Erscheinungen, wie z.B. Wachstums- und Entwicklungsstörungen. Bei Neugeborenen kann ein besonders
zäher und fester Stuhl (Mekonium) bereits ein erstes Anzeichen für eine vorliegende Mukoviszidose sein. Auch kommt
es hier vermehrt zu einer Invagination (Darmverschluss, der
gekennzeichnet ist durch wellenförmige Bauchkrämpfe (Bauchschmerzen) in Verbindung mit Erbrechen und blutigem Stuhlgang und der unbehandelt letal verläuft) oder
Refluxstörungen. Bei bestehender Leberzirrhose zeigen sich klassische
Symptome wie Ikterus (Gelbfärbung der Skleren und der Haut) und ein
aufgetriebener Bauch. Auch ein Gewichtsverlust ist
typisch für die Mukoviszidose.
Komplikationen drohen v.a. durch die mangelhafte Sauerstoffversorgung. Hier entwickeln sich u.a. eine
respiratorische Insuffizienz oder ein Pneumothorax. Daneben kann es auch zu vermehrten Blutungen im Lungenbereich
kommen.
Die schulmedizinische Therapie dient besonders der Lebensverlängerung. Dies setzt eine enorme Selbstdisziplin
des Betroffenen voraus, da die Behandlung einen Großteil des täglichen Lebens bestimmt. Durch eine spezielle,
medikamentös gestützte Atemtherapie kann
der zähflüssige Schleim besser abtransportiert werden.
Die Atmung zusätzlich fördernd wirken Antibiotika, inhalative Substanzen, Drainagen und Massagen. Zur Förderung
und Aufrechterhaltung eines ausreichenden Körpergewichtes sollte die Ernährung kalorien- und fettreich sein.
Zusätzlich erfolgt eine orale Substitution fettlöslicher Vitamine sowie von Pankreasenzymen.
Durch Muskelaufbautraining des gesamten Körpers kann auch die Lungenfunktion gebessert werden. Mehrere Stunden am
Tag wird Sauerstoff über eine Nasensonde verabreicht, um eine Hypoxämie (Unterversorgung des Gewebes mit
Sauerstoff) zu verhindern.
Neuere Therapieansätze wählen als lebensverlängernde Maßnahme den operativen Austausch von Lungengewebe
(Lungenteiltransplantation). Daneben erforscht man aktuell auch den Einsatz bzw. Austausch von Genen.

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