Hämangiom - Der Blutschwamm: Verständlich Erklärt

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Das Hämangiom (Blutschwamm) ist ein gutartiger Tumor der Blutgefäße. Es bildet sich durch wuchernde oder sich neu bildende Blutgefäße und kann damit an allen Stellen des menschlichen Organismus entstehen, die von Gefäßen durchzogen sind (Haut, Organe, Knochen).

Meist zeigt sich der Blutschwamm an der Haut, weshalb wir ihn zu den Hauterkrankungen zählen. 

Gutartige Tumoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie zwar wachsen, aber dabei kein umliegendes Gewebe zerstören („zerfressen“). Schäden entstehen durch den Druck der Entartung auf Nachbarregionen. Vermehrt (ca. 30 Prozent) finden sich Hämangiome bereits von Geburt an, sie gelten als häufigster gutartiger Tumor im Säuglings- und Kleinkindalter. Meist bilden sie sich aber bis zum zehnten Lebensjahr wieder zurück. Nur ein sehr geringer Prozentsatz bildet sich auch nach dem dritten Lebensjahrzehnt aus (sklerosierendes Hämangiom).

Man unterscheidet zwei Formen des kindlichen Blutschwamms. Das kapilläre Hämangiom (Haemangioma capillare) betrifft kleinste Gefäße (Kapillaren) mit engem Durchmesser (Lumen). Vornehmlich entsteht es im Bereich der Haut, hier besonders im Bereich von Kopf und Hals. Durch ihre Lage dicht unter der Haut erscheinen kapilläre Hämangiome durch rötlich-blaue Flecken, die bis zu mehrere Zentimeter groß sein können.

Das kavernöse Hämangiom (Haemangioma cavernosum) zeichnet sich durch seine Weitlumigkeit auf und zeigt sich vermehrt im Gesicht (z.B. als Feuermal = Naevus flammeus). Es ist ebenfalls bläulich-rot, meist aber größer als die kapilläre Form.

Im Erwachsenenalter kommt es selten zum sklerosierenden Hämangiom (Haemangioma cirsoideum), welches sich im Bereich der Haut als rötlich-blauer Knoten präsentiert. Das Wachstum ist sehr langsam, eine Rückbildung findet nicht statt, weshalb es meist exzidiert wird.

Finden sich gleichzeitig mehrere Hämangiome, spricht man von einer Hämangiomatose. Hierbei handelt es sich um genetisch bedingte Fehlentwicklungen in der Embyonalzeit, die zu bestimmten Systemer-krankungen führen.

Beim Sturge-Weber-Syndrom z.B. sind v.a. das Gesicht und die weichen Hirnhäute durch Hämangiome gekennzeichnet. Das Klippel-Trenaunay-Syndrom (Angiodysplasie) weist die rötlich-blauen Verfärbungen im Bereich der Arme und Beine auf und das Kasabach-Merritt-Syndrom zeigt sich vornehmlich bei Frauen.

Die genaue Entstehung eines Hämangioms ist noch nicht geklärt. Diskutiert wird eine genetische Veranlagung, die zu der unkontrollierten Neubildung bzw. zu der Wucherung von Gefäßen führt.

Hämangiome der Haut weisen selten eine Symptomatik auf. Neben dem kosmetischen Faktor (v.a. bei Lage im Gesicht) können diese Tumoren aber druckempfindlich sein und an bestimmten Stellen (u.a. bei dicht anliegender Kleidung, in Hautfalten) wund gescheuert werden und sich entzünden. Hämangiome im Bereich von Knochen oder Organen können durch ihr Wachstum auf die betreffende Region starken Druck ausüben und so zu weitreichenden Schäden führen, z.B. das Hämangiom der Leber oder das Hämangiom der Augenhöhle.

Bei sichtbaren Hämangiomen ist eine Diagnose schnell gestellt.

Differentialdiagnostisch zu unterscheiden sind vaskuläre Malformationen (z.B. AV-Malformation). Im Bereich der Organe und Knochen handelt es sich meist um einen Zufallsbefund. Die z.B. durch Druck auf ein Organ auftretenden Symptome führen zu einer ausgeprägten Diagnostik, in deren Rahmen ein Hämangiom entdeckt werden kann. Hier kommen, neben Laboruntersuchungen, u.a. Ultraschall und CT (Computertomographie) zum Einsatz.

Da sich ein Blutschwamm meist selbst zurückbildet wird häufig auf eine Therapie verzichtet. Hämangiome im Gesicht können als störend empfunden werden, hier findet u.a. der Laser Einsatz. Betrifft der Tumor ein inneres Organ oder Knochen, muss dies unter ärztlicher Beobachtung bleiben. Droht die Einschränkung einer Organfunktion, werden operative Maßnahmen angewandt, die, bedingt durch die vermehrte Blutansammlung, aber nicht risikolos sind.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 12.06.2012 aktualisiert