Herzerkrankungen
Herzkrankheiten - Verständlich Erklärt
Das ca. 300 g schwere Herz (Cor) liegt im Mediastinum (in der Brusthöhle liegender Raum) links unter dem
Brustbein und wird vom Perikard (Herzbeutel) umhüllt. Es unterteilt sich in rechte und linke Seite und dabei
jeweils in Vorhof (Atrium) und Kammer (Ventrikel).
Als muskuläres Hohlorgan dient es durch rhythmische Schläge dem gesamten Organismus zur Blut- und
Sauerstoffversorgung über großen und kleinen Kreislauf. Die Regulierung der Strömung erfolgt durch Schließen und
Öffnen der vier dem Herzen zugehörigen Klappen (Trikuspidal-, Pulmonal-, Mitral-, Aortenklappe).
Diagnose von Herzkrankheiten
Neben Inspektion, Palpation (Abtasten) und Auskultation (Abhören) dienen Blutdruckkontrolle, EKG, Ultraschall
(Sonographie, Herz-Doppler), Herzkatheteruntersuchung, Angiographie, Röntgen, CT, MRT und PET
(Positronen-Emissions-Tomographie) zur genauen Untersuchung.
Die Kardiologie beschäftigt sich mit der Diagnostik und konservativen Therapie von Herzerkrankungen, die
Kardiochirurgie wählt den operativen Ansatz.
Ein als physiologisch (normal) geltender Blutdruck liegt bei ca. 120 / 60 mmHg. Dabei beschreibt der erste Wert
den Pumpvorgang vom Herzen zu den Schlagadern, der zweite Wert die Blutfüllung des Herzens in der
Erschlaffungsphase. Ab Werten um 140 / 90 mmHg spricht man von Bluthochdruck, der sich bei 25 – 30 Prozent der
Bevölkerung manifestiert.
Ursachen für die Entstehung können verschiedene Risikofaktoren sein wie z.B. Rauchen, Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
(Zuckerkrankheit)
oder Fettstoffwechselstörungen, Alkoholismus, Stress und familiäre Disposition.
Auch Erkrankungen der Nieren oder der Schilddrüse können zu einem Bluthochdruck führen.
Viele Menschen leben mit den erhöhten Blutdruckwerten, ohne dies zu bemerken. Als Symptome zeigen sich
zum Beispiel Kopfschmerzen, Schwindel, Schweißausbrüche, Ohrensausen, Herzrasen oder auch Nasenbluten.
Unbehandelt kann ein zu hoher Blutdruck eine Vielzahl an Folgeschäden aufweisen, wie z.B. KHK (Koronare
Herzkrankheit), Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden oder
Claudicatio intermittens (Schaufensterkrankheit).
Häufige Herzkrankheiten
Bei der KHK (Koronare Herzkrankheit), kommt es zu einer Verengung der Herzkranzgefäße durch
Ablagerungen von Blutfetten und weißen Blutkörperchen (Atherosklerose). Diese verursachen langsam eine Verstopfung
der Gefäßinnenwand, durch Unterversorgung mit Blut entsteht ein Infarkt. Risikofaktoren sind: Übergewicht,
mangelnde Bewegung, Rauchen, Diabetes
mellitus, erhöhter Cholesterinspiegel,
männliches Geschlecht und ein höheres Lebensalter. Wichtigstes Symptom ist das unter dem Begriff Angina pectoris
bekannte Engegefühl im Brustkorbbereich mit bis in den linken Arm ausstrahlendem Schmerz, der bei Ruhe sofort
nachlässt. Später zeigen sich Symptome bereits auch in Ruhephasen.
Der Herzinfarkt gilt leider als häufigste Todesursache. Durch
den plötzlichen Verschluss der Herzkranzgefäße wird das in der Region liegende Herzmuskelgewebe nicht mehr
durchblutet und stirbt ab. Als Hauptauslöser für einen Infarkt gilt die koronare Herzkrankheit mit
ihren Risikofaktoren. Der Herzinfarkt tritt meist bei körperlicher Ruhe in der Nacht oder den frühen Morgenstunden
auf. Klassische Symptome sind Angina pectoris-Zeichen, Atemnot, Schweißausbrüche, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen,
Herzrasen und Todesangst. Bei ca. einem Viertel der Betroffenen liegt ein symptomloser (stiller) Infarkt vor, der
sich u.a. erst bei erneutem Auftreten bemerkbar macht. Ein wiederkehrender Herzinfarkt (Reinfarkt) erhöht leider
die Wahrscheinlichkeit eines letalen (tödlichen) Ausgangs.
Ist die rhythmische Abfolge des Herzschlagens gestört spricht man von Herzrhythmusstörungen. Dabei kann der Ursprung im Vorhof
(supraventrikulär), in der Kammer (ventrikulär) oder im Erregungs- und Leitungssystem (z.B. AV-Block) liegen. Je
nach Ausbreitungsort kommt es zu verschiedenen Symptomen, daneben zeigen sich fühlbare Herzstolper, Extraschläge
(Extrasystolen), Aussetzer, Herzrasen und Klopfgefühle bis zum Hals, Blutdruckabfall mit Schwindel, Sehstörungen
und Schwächegefühl sowie Kurzatmigkeit, Schweißausbruch, Beklemmungsgefühl und evtl. kurze Ohnmacht (Synkope).
Ursachen können KHK, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Herzmuskelentzündung und auch Klappenfehler sein. Die
Herzrhythmusstörung ist daneben auch Symptom von Schilddrüsenerkrankungen
und zeigt sich bei der Einnahme bestimmter Medikamente und Drogen. In seltenen Fällen können die Störungen letal
sein (z.B. bei plötzlicher, vollständiger Asystolie).
Ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung leidet an Herzinsuffizienz (Herzschwäche), zunehmend mit ansteigendem Alter. Hauptursachen können
Bluthochdruck und Durchblutungsstörungen des
Herzens mit Herzinfarkt sein. Daneben schwächen auch Herzrhythmusstörungen, Klappenfehler, Entzündungen, Lungenkrankheiten und Schilddrüsenüberfunktion die
Muskulatur. Mit zunehmender Ausprägung schränkt eine Herzmuskelschwäche die körperliche Leistung des Betroffenen
ein. Es kommt zu Atemnot mit Angina pectoris, Hustenanfällen und blau verfärbten Händen und Füßen (Mangelversorgung
mit Sauerstoff). Ist die rechte Herzhälfte (Rechtsherzinsuffizienz) betroffen, zeigen sich zudem Ödeme
(Wasseransammlungen im Gewebe), Aszites (Wasseransammlung im Bauchraum), Übelkeit und Verdauungsprobleme. Bei der
chronischen Form liegt eine Entwicklung über Jahre vor, bei der es durch Kompensation über einen langen Zeitraum zu
keiner körperlichen Symptomatik kommt. Erst bei Eintritt in das dekompensierte Stadium zeigen sich auch unter
Ruhebedingungen Ödeme und Luftnot (Dyspnoe).
Daneben spielt das Herz auch eine wesentliche Rolle bei allen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Thrombose oder
Schlaganfall).
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