Blasenkrebs: Symptome, Anzeichen, Therapie und
Heilungschancen
Das Harnblasenkarzinom ist ein bösartiger Krebs der Schleimhaut,
der sich vermehrt im hohen Alter entwickelt (Gipfel um das 70. Lebensjahr) und als vierthäufigste Tumorerkrankung bei Männern gilt (Männer erkranken ca. vier Mal so oft wie Frauen). Die Inzidenz
liegt bei ca. 18 pro 100.000 Menschen, dabei ist ein gehäuftes Vorkommen in Industrienationen zu beobachten.
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Das Karzinom entwickelt sich meist am Blasenboden in der Nähe der Harnröhre. Die Entstehung ist noch nicht
vollständig ergründet. Wesentliche Faktoren, die eine Entstehung begünstigen, sind v.a. chronische Entzündungen der
Harnblase (auch die Bilharziose in Tropenländern, eine durch Einzeller im Wasser verursachte Harnblasenentzündung),
Nikotinkonsum (erhöht das Risiko um das Dreifache), chemische Substanzen (besonders bei Arbeiten in Fabriken mit
Chemikalien, Gummi, Ölen, Eisen und Farben), Schmerzmittelmissbrauch, spezielle Zytostatika und Arsen.
Die Symptomatik von Blasenkrebs ist nicht spezifisch. Blut im Urin gilt als Frühsymptom, dieses zeigt sich aber
auch bei vielen anderen Erkrankungen im Bereich von Nieren (Nierenkrankheiten) und Harnblase. Im
fortgeschrittenen Stadium kann die Blutmenge zunehmen, auch kommt es hier vermehrt zu Schmerzen im Unterbauch oder beim Wasserlassen. Z.T. erfolgt der
Urinablass fraktioniert, in kleinen Mengen, dies führt zu einem stetigen Harndrang. Betroffene leiden unter
Flankenschmerzen, die bis in den Rücken (Rückenschmerzen) ausstrahlen können. Hinzu
kommen allgemeine Symptome wie z.B. Fieber, Abgeschlagenheit, Leistungsschwäche, Müdigkeit und Stauungszeichen an den
Beinen.
In der Diagnostik werden neben Anamnese und Inspektion Urintests genutzt (Blutbeimengungen, Urinmenge, Aussehen). Zur Differenzierung
erfolgt die Zystoskopie (Harnblasenspiegelung), z.T. mit Entnahme einer Gewebeprobe. Zusätzlich können Urographie
(Röntgen-Kontrast-Aufnahme der Harnwege), CT und MRT genutzt werden. Die Szintigraphie wird bei Verdacht von
Knochenmetastasen angewandt.
Zur Therapieerstellung wird der Tumor nach der TNM-Klassifikation (Tumor-Knoten/Nodus-Metastase) eingeteilt.
Nahezu 80 Prozent aller Betroffenen weisen ein Geschwür auf, das (lokal begrenzt) oberflächlich in der Blase liegt
und noch nicht bis zur Muskulatur vorgedrungen ist. Hier kann das Karzinom mit dem Zystoskop entfernt werden
(transurethrale Resektion – TUR). Zur Vermeidung eines Rezidivs wird zusätzlich ein Chemotherapeutikum verabreicht,
welches über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen in die Blase eingeträufelt wird (= Instillationstherapie).
Ist der Blasenkrebs weiter eingewachsen, wird die Blase vollständig entfernt (radikale Zystektomie). Bei Männern
erfolgt zusätzlich eine Exzision von Prostata und Samenblase, bei Frauen von Gebärmutter, Eierstöcken und einem
Teil der Scheidenwand. Ist die Harnröhre betroffen, wird auch diese entfernt.
Nach Entfernung der Blase wird entweder ein künstlicher Ausgang zur Bauchdecke (ähnlich einem Darmausgang)
gelegt (v.a. als Ileum conduit) oder aber mithilfe eines stillgelegten Darmabschnitts eine neue Blase (Neoblase)
gebildet, die an die Harnröhre angeschlossen wird und die über aktives Pressen der Betroffenen entleert werden
kann. Bei schlechter Prognose (z.B. wenn alle Bereiche operativ entfernt werden mussten) werden die Harnleiter in
den letzten Teil des Dickdarms gelegt (Ureterosigmoidostomie), die Ausscheidung erfolgt somit kombiniert mit dem
Stuhl. Durch die vermehrte Flüssigkeit führt dies häufig zu unangenehmen Durchfällen.
Kann die Blase nicht entfernt werden (z.B. zu weit fortgeschrittenes Wachstum) erfolgt eine kombinierte
Strahlen- und Chemotherapie, die z.T. das Wachstum eindämmt und gleichzeitig auch
Beschwerden lindert.
Je früher Blasenkrebs diagnostiziert wird, umso bessere Heilungschancen bestehen. Über ein Zystoskop entfernte
Geschwüre weisen eine hohe Rezidivrate auf, die durch Chemotherapie eingedämmt werden kann. Über 80 Prozent der
Betroffenen können auch nach vollständiger Blasenentfernung ein relativ normales Leben führen. Die Prognosen sinken
jedoch mit Befall von Lymphknoten. Metastasen in anderen Organen (z.B. Lunge) führen meist rasch zu einem letalen
Ausgang.

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