Zähneknirschen: Ursachen, Symptome und
Therapie
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Zähneknirschen (Bruxismus) ist ein Phänomen, welches meist unbewusst vom
Betroffenen durchgeführt wird. Dabei wirken große Kräfte auf den Kiefer, hervorgerufen durch den Kaumuskel, die
wesentlich stärker sind als beim Kauvorgang und die erhebliche Schäden im Mund und den umgebenden Strukturen
verursachen können.
Zähneknirschen entsteht meist in unbeobachteten Momenten oder im Schlaf und wird von den Betroffenen nur selten
selbst bemerkt. Es sind eher die Umgebung oder der Partner, die hierauf aufmerksam machen.
Untersuchungen in Deutschland gehen davon aus, dass etwas ein Drittel aller Erwachsenen an Bruxismus
leidet. Die Zahl der betroffenen Kinder liegt noch höher, hier lassen sich bei nahezu jedem zweiten Zwölfjährigen
Anzeichen von Bruxismus am Kiefer feststellen.
Ursachen
Die Ursachen für das unbewusste Zähneknirschen liegen gemäß Auffassung der Schulmedizin in physischen und
psychischen Störungen und werden vermutlich zentral (über das Gehirn) gesteuert.
Durch Manipulationen am Gebiss kann es zu Störfaktoren kommen, die den Vorgang auslösen. Hierzu zählen unter
anderem Brücken, zu hohe Inlays, Kronen oder schlecht sitzende Prothesen. Auch ein Zahnfehlstand oder neurologische Erkrankungen (z.B. Multiple Sklerose) können das Knirschen
verursachen. Daneben zeigen auch Menschen mit einer starken körperlichen oder seelischen Belastung (Stress), mit
Ängsten oder bei Anspannung das gut hörbare Phänomen.
Durch den andauernden Druck der Zähne aufeinander entstehen weitreichende Folgen im Gebiss. Die Hin- und
Her-Bewegung der Zähne hat eine mahlende bzw. schleifende Wirkung und führt über einen langen Prozess zu einer
Umformung der Zahnoberflächen. Diese werden glatter und zum Teil auch kürzer (Abrasion = Abscherung). Daneben
können die Zähne auch ihre physiologische Anordnung verlieren, sie drücken sich auseinander, gegebenenfalls in
verschiedene Richtungen, und entwickeln dabei vergrößerte Zahnzwischenräume. In seltenen Fällen lockern sich die
Zähne oder zerbrechen, auch die Förderung von entzündlichen Prozessen im Bereich des Zahnfleisches ist möglich.
Der im Kiefer gelegene Knorpel (Discus articularis) verschleißt rascher. Er ist für die physiologische Bewegung
des Gelenks notwendig. Ein Abbau oder ein Verschieben des Knorpels äußert sich in einem Knacken oder Knirschen bei
Kaubewegungen, durch Schmerzen oder auch Bewegungseinschränkungen.
Betroffene wundern sich zum Teil morgens, dass sie eine Art Muskelkater im Bereich des Kiefers spüren
(Kiefergelenkschmerzen).
Dieser entsteht durch die andauernde Beanspruchung der Kaumuskulatur, die wie bei einem Muskeltraining an Größe
zunehmen kann oder sich verhärtet. Auch eine gewisse Steifheit oder Verspannung von Gesicht, Mund, Hals und
Nacken ist möglich. Hierdurch können Augenschmerzen, Nackenschmerzen und Kopfschmerzen oder auch ein Tinitus entstehen.
Diagnose
Zur Diagnose werden die Zähne inspiziert. Hier lassen sich die Abschleifspuren und Verformungen rasch
nachweisen. Eine Verhärtung oder Vergrößerung der Kaumuskulatur ist tastbar. Das Kiefergelenk wird auf Geräusche
bei der Kaubewegung hin untersucht, bei Druck auf dieses ist zum Teil ein Einrasten spürbar (Hinweis auf einen
defekten Gelenkknorpel).
Bedingt durch die Vermutung der zentralen Steuerung kann eine Therapie nur symptomatisch erfolgen. Sie dient der
Linderung und Besserung der Symptomatik. Der Betroffene erhält eine auf sein Gebiss abgestimmte Kunststoffschiene,
die vor allem während der Ruhephasen (aber auch tagsüber) getragen werden muss. Hierdurch wird ein weiteres
Abscheren der Zahnoberflächen verhindert, die Zähne bleiben in ihrer Form.
Daneben haben sich Entspannungsübungen (autogenes Training, Muskelentspannung) und Gesprächstherapien bewährt. Sie dienen in hohem Maße dem Abbau von
seelischem Druck und führen auf Dauer zu einem ausgeglicheneren Verhalten (tagsüber sowie nachts).

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