Hyaluronsäure: Wirkung und Anwendungsgebiete

Vorkommen und Wirkungsweise im Körper des Menschen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Hyaluronsäure ist ein Molekül aus der großen Gruppe der Biopolymere auf Saccarid-Basis und gehört zu den sogenannten Mucopolysacchariden oder auch Glykosaminoglykane (GAG) genannt.

Es kommt als Baustein von Knorpel und in der Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) sowie in der Haut und im Glaskörper des Auges vor. Dort fungiert es als Bestandteil vieler biologischer Makromoleküle als Grundgerüst für faserbildende Stoffe. Diese haben die Funktion Wasser einzulagern und die Elastizität von zum Beispiel Gelenkflüssigkeit zu gewährleisten.

Hyaluronsäure kann durch Hydratisierung eine Vernetzung herstellen und dabei einen 10.000mal größeren Raum einnehmen als das einzelne Molekül selbst. Bereits bei niedrigen Konzentrationen bildet sich ein Gel mit einer großen Viskosität, das durch seine Stabilität eine enorme Elastizität hat.

Dadurch erklärt sich die puffernde und gelenkschonenden Eigenschaft zum Beispiel bei Bewegungsabläufen an besonders stoßempfindlichen, stark beanspruchten Gelenken wie zum Beispiel den Kniegelenken. Es bildet dort die Basis für die Struktur der Gelenkschmiere.

Das Zauberwort heißt jedoch Thixotropie. Das bedeutet, dass sich die Eigenschaften des Hyaluronsäuregels mit der Beanspruchung ändert. Bei schnellen Bewegungen wird die Viskosität herabgesetzt und die Schmierfunktion erhöht, bei langsamen Bewegungen mit hoher, kurzfristiger Belastung (Sprung) wird ein festes Polster gebildet, eine Art Stoßdämpfer.

Neben diesen Effekten auf rein mechanischer Ebenen hat die Hyaluronsäure aber noch andere Funktionen, die sie nicht nur für den Ersatz bei bereits reduzierter Gelenkflüssigkeit interessant macht. Es kann, über die strukturgebenden Funktionen hinaus, bereits zerstörte Gelenkflüssigkeit wieder aufbauen. Zu diesen physiologischen Eigenschaften gehören die Stimulation der Proteoglykansynthese, entzündungshemmend Effekte sowie eine Anregung der körpereigenen Hyaluronsäureproduktion.

Anwendungsgebiete für Hyaluronsäure

Gelenkverschleiß (Arthrose)

Die wohl bekannteste und bestuntersuchte Anwendung für Hyaluronsäure ist die bei Gonarthrose (Kniearthrose). Bei degenerativen Gelenkerkrankungen in Folge von Verschleiß kommt es durch zunehmenden Verlust der Gelenkschmiere zu einer starken Abnutzung des Gelenkknorpels.

Neben erheblichen Schmerzen leiden die Betroffenen unter einer zunehmenden Unbeweglichkeit. Durch Injektion von Hyaluronsäure in die betroffenen Synovialflüssigkeit konnte bei einer Reihe von Patienten sowohl die Schmerzsymptomatik als auch die Beweglichkeit verbessert werden.

Anwendung am Auge ( Augenkrankheiten)

Das Natriumsalz der Hyaluronsäure (Natriumhyaluronat) findet Anwendung in Augentropfen zur Behandlung des "Trockenen Auge Syndroms".

Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Tränenflüssigkeit und erhöht deren Viskosität. Ein zu schnelles Abfließen durch den Tränenkanal wird verhindert. Hyaluronsäure verbessert die Gleitfähigkeit der Lider.

Wundbehandlung

Ein Mangel an Hyaluronsäure verhindert die Wiederherstellung des Bindegewebes. Bei Wunden und Geschwüren hilft lokal angewendete Hyaluronsäure zum Beispiel in Wundauflagen die Verheilung zu beschleunigen.

Kosmetik

Aufgrund seiner Eigenschaften Wasser zu binden und das Bindegewebe zu regenerieren, liegt der Schluss nahe, dass man Hyaluronsäure auch kosmetisch einsetzen kann. Der Wasserverlust der Haut soll verhindert werden und die Faltenbildung reduziert werden.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 24.07.2012 aktualisiert