Es gibt Hoffnung für viele Arthrose-Patienten: Derzeit wird das Fasten als schmerztherapeutisches Behandlungskonzept untersucht. Seit Jahrhunderten bedient sich die naturheilkundliche Tradition unterschiedlichster Formen des Heilfastens als einer Möglichkeit der Regeneration und Revitalisierung. Fastenkuren wie Otto Buchingers Saftkur können sowohl ambulant und in Eigenregie als auch unter ärztlicher Begleitung stationär erfolgen. Auch ein Fasten gegen Krebs wird erforscht.

Für wen Fastentherapien geeignet sind

Indikationen sind:

• das metabolische Syndrom (auch: tödliches Quartett oder Reavan-Syndrom), der Haupt-Risikofaktor koronarer Herzerkrankungen, einhergehend mit Stoffwechselstörungen wie Insulinresistenz), Blutdruckproblemen und Fettleibigkeit,
• entzündliche rheumatische Erkrankungen wie Arthritis,
• Arthrosen,
Migräne und Spannungskopfschmerzen,
allergische Erkrankungen (nicht im akuten Schub).
Bei Magersucht, dekompensierter, d. h. nicht mehr ausgleichbarer Schilddrüsenüberfunktion und Einschränkungen der Hirndurchblutung (etwa bei Demenz) sind Fastenkuren kontraproduktiv. Auch Menschen, die unter fortgeschrittenen Funktionsstörungen von Leber, Nieren oder Herz leiden, sollten besser auf eine Fastenkur verzichten. Für Schwangere und Stillende ist Fasten ebenfalls tabu: Ungeborene, Babys und Kleinkinder ein ausgewogenes Angebot an Nährstoffen, um sich gesund zu entwickeln.
Heilfastenpläne haben diverse therapeutische Zielsetzungen im Auge: Schmerzen sollen bekämpft, Entzündungsherde eingedämmt werden. Mit erfolgreicher Gewichtsabnahme sinkt ein gefährlich überhöhter Blutdruck, so dass Medikamente nahezu überflüssig werden.
Heilfasten entfaltet positive Effekte bei Übertrainingssymptomen wie (zum einen) Sympathikoton mit erhöhter Herzfrequenz, Schlafproblemen, Stimmungsschwankungen, gesteigerter Erregbarkeit und Schwitzen bei geringer Anstrengung. Diese Störungen der Befindlichkeit sind selbst nach längeren Regenerationsphasen noch nachzuweisen.

Parasympathikoton auf der anderen Seite zeigt sich antriebslos bis depressiv; Gewichtsabnahme sowie Magen-Darm-Probleme und eine beeinträchtigte Koordination sind hier typisch.
Trophotrope Reaktionen auf kleinste Reize mit entspannender Wirkung auf Psyche und Körper treten vermehrt auf (und können u. a. auch durch einfach-strukturierte meditative Klänge unterstützt werden).

Wer besonders profitiert …

Heilfastenkuren versprechen besonders bei Arthrosepatienten gute Erfolge. Das Fachgebiet der Schmerztherapie (Algesiologie) formuliert hierzu die folgenden Hypothesen.
• Mangel an Arachidonsäure
Ohne Arachindonsäure kann sich das Gehirn nicht entwickeln. Schon leichte Mangelsituationen sorgen bei Neugeborenen für ein extrem niedriges Geburtsgewicht und geringen Kopfumfang.
• Leptin-Mangel
Ein Mangel an Leptin verändert die T-Zellen. Leptin ist ein im Fettgewebe gebildetes Hormon, gekoppelt an einen Rezeptor des Hypothalamus. Es meldet: „Ich bin satt“. Bei Übergewichtigen ist dieser Meldemechanismus gekappt. Sie essen ungehemmt weiter.
• Die neuroendokrine (das Nervensystem betreffende) Aktivierung
Bei chronischer Herzinsuffizienz (CHF) kommt es zur neuroendokrinen Aktivierung bzw. der Ausschüttung von Noradrenalin, Adrenalin, Serotonin sowie Endorphinen.
• Allgemeine psychothrophe Wirkung
Hierbei handelt es sich um die Wirkung natürlicher pflanzlicher, tierischer oder mineralischer Grundstoffe.
• Verbesserung des kapillar-zellulären Stoffaustausches
Eiweißspeicher werden abgebaut, die Diffusionsstrecke für den notwendigen Austausch vermindert sowie lokale
Stoffwechselbedingungen verbessert.
• Statische Entlastung von Gelenken und Wirbelsäule

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Quod erat demonstrandum – Die Studie

Eine aktuelle Studie, an der 22 weibliche und acht männliche Patienten teilnahmen, konnte eindrucksvoll belegen, wie positiv sich Heilfasten auf den Gesundheitszustand von Arthosepatienten unterschiedlichen Typs auswirkt.
Dabei: Zehn Polyarthrose-Patienten, die mit einer mehrere Gelenke gleichzeitig betreffenden, schmerzhaften Arthrose kämpften sowie zwölf Gonarthrose-Patienten (an Kniearthrose leidende) und acht Hüftgelenkspatienten (mit Coxarthrose). Die Einschätzung orientierte sich an den Kellgren-Stadien I-III, einem vier Stadien umfassenden Klassifikationsmodell nach Kellgren und Lawrence, mit einem Patientenalter von 60 Jahren und einer sechsjährigen Krankheitsdauer.

Die Patientensituation wurde zwei Wochen vor Fastenbeginn des 15-tägigen Heilfastens nach Otto Buchinger, einem Tee-Saft-Fasten, eingeschätzt. Die Patienten erlebten drei Entlastungstage, acht Fastentage mit 300 kcal sowie vier Aufbautage (mit 850 bis 1600 kcal).
Ein bis drei Monate nach Ende des Fastens fand die Nachuntersuchung statt.

Bewertungskriterien waren:
• die allgemeine Schmerzintensität sowie spezifische Anlauf-, Belastungs- und Ruheschmerzen und die Druckschmerzschwelle,
• der Verbrauch an Analgetika, schmerzstillenden oder schmerzlindernden Medikamenten,
• die allgemeine Befindlichkeit mittels WOMAC, eines US-amerikanischen, standardisierten Fragebogens zur Beurteilung des Gesundheitszustandes von Arthrose- und Arthritispatienten (Arthroseindex). “Wie ist es um Funktion, Schmerzempfinden und Steifigkeit bestellt?”
• die Funktion selbst: Die Gelenkbeweglichkeit wurde mit der Neutral-0-Durchgangsmethode gemessen.
Auch im Blick: Die Konstitution mit BMI (Body Mass Index), einem Maß für Quantität an Körperfett (äußerlich ablesbar am Bauchumfang) und zum Verhältnis von Körpergröße zu Gewicht: Menschen mit einem BMI von über 25 gelten als übergewichtig, mit einem BMI von mehr als 30 als adipös.

Zu den Laborparametern zählten Elektrolyte, Glukose, Leber-, Nieren- und Fettstoffwechsel, aber auch Entzündungsparameter. Bei der Urinuntersuchung wurde besonders auf die Konzentration der Ketone geachtet: Je konzentrierter, desto größer die verbrannte Fettmenge (dieser Test lässt sich auch zu Hause mit Hilfe eines Ketonstreifens durchführen). Ein Protokoll dokumentierte die Ernährungsgewohnheiten.

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Letztendlich spielten auch Arzt- wie Patientenurteil eine wichtige Rolle, eine orthopädisch und radiologisch gesicherte Diagnose der entsprechenden Arthrose-Typen vorausgesetzt, orientiert an den Kriterien des American College of Rheumatology (ACR): Schmerzen seit mindestens sechs Monaten, Morgensteifigkeit und Krepitationen (hör- und fühlbare Knistergeräusche, die entstehen, wenn Knochen aneinander reiben). Der Schmerzscore auf der Visuellen Analogskala (VAS), bestimmt durch den Patienten, musste mindestens den Wert 3 betragen.
Die Ergebnisse des ambulanten Fastens

Die Gewichtsreduktion, besonders bei männlichen, aber auch bei den weiblichen Patienten (bis über zehn Kilogramm) mit Senkung des BMI und signifikanter Reduzierung des Bauchumfangs bei den teilnehmenden Herren, konnte sich sehen lassen.
Auch die Schmerzintensität sank bei allen, vor allem im 15 Tage dauernden Fastenzeitraum. Belastungs-, Anlauf- wie Ruheschmerz wurden positiv beeinflusst; vor allem die Polyarthrose-Patienten (mit den intensivsten Schmerzen) erfuhren spürbare Erleichterung.

Mit Blick auf den WOMAC-Arthrose-Index, der Aussagen über Steifigkeit, Funktion und Schmerz macht, zeigte sich ebenfalls eine immense Verbesserung, die auch drei Monate nach Ende der Fastenkur noch erkennbar blieb.

Das Tee-Saft-Fasten bewirkte bei allen Diagnose-Gruppen eine erstaunliche Bewegungszunahme. Patienten mit Hüftproblemen profitierten hier an vorderster Front, u. a. sichtbar an der verbesserten so genannten Innenrotation der betroffenen Körperteile von 20,3° auf 28,6°.

Kaum von der Hand zu weisen: Ambulantes Heilfasten nach Buchinger hat sich ohne Zweifel als ein ausgezeichnetes schmerztherapeutisches Instrument für chronisch leidende, in ihrer Bewegung merklich eingeschränkte Arthrosepatienten erwiesen.

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Beitragsbild: pixabay.com – Taokinesis