Aurum Metallicum - Das homöopathische
Arzneimittelbild
Mittelherkunft und arzneiliche Wirkung von Aurum
Aurum metallicum oder Aurum foliatum (Gold bzw. Blattgold) findet sich in der sechsten Reihe des
Periodensystems, neben Platin und Quecksilber. Das scharfschmeckende, reine Aurum soll bei Chorea, Erkrankungen der
Gelenke, Herz- und Lungenkrankheiten, bei Quecksilbervergiftungen und zur allgemeinen psychischen Stabilisierung
wirksam sein sowie Leber und Herz vorbeugend schützen.
Das auf Mineralsalzbasis hergestellte Mittel Aurum chloratum natronatum wird zur Behandlung von PMS
(Prämenstruelles Syndrom), Menstruationsbeschwerden und bei Zysten der Eierstöcke gegeben.
Die Laien-Homöopathie gebraucht Aurum chloratum natronatum (auch Goldchlorid-Chlornatrium) zumeist in den
Potenzen D4 bis D12. Dieses Mittel ist bis D3 verschreibungspflichtig.
Der Kern des Mittels Aurum in der Homöopathie
Hahnemann entwickelte Aurum für die Homöopathie, da er es für besonders wirksam gegen Melancholie und Suizidgedanken hielt.
Aurum ist angezeigt bei Menschen, die an sich selbst und andere hohe Ansprüche stellen, - zu cholerischen,
aggressiven Ausbrüchen (aufgedunsenes Gesicht, stark gerötete Haut) und zur Melancholie neigend. Finanzielle und
berufliche Sorgen machen hier krank. Hypersensibel wie ehrgeizig, kratzen mangelnde Erfolge bei gleichzeitigem
Rundum-Einsatz am Selbstvertrauen.
Das intime Gefühlserleben ist von Pessimismus geprägt; gleichzeitig fühlt man sich magnetisch von Aufregungen
und Gefahren angezogen. Bleiben materielle Erfolge aus, leiden Betroffene am Fehlen dieser sprichwörtlich
goldwerten Bestätigung.
Verschlechterungen finden statt durch
• kalte Luft,
• Ruhe und Liegen,
• Stress,
• Kälte.
Verbesserungen gelingen durch
• Bewegung,
• Wärme und Warmwerden,
• gemäßigte körperliche Aktivität,
• frische Luft,
• das Hören klassischer Musik.
Aurum und seine Funktionskreise
Zu Aurum kann bei durch Bluthochdruck bedingten Herzproblemen und Angina Pektoris, Arteriosklerose, im Anschluss
an Masernerkrankungen, Knochenschmerzen, chronischer Entzündung der Hoden bzw. der Gebärmutter,
Schwangerschaftsgelbsucht sowie empfindlichen Augen und Erkrankungen des Auges geraten werden.
Zur allgemeinen Symptomatik lesen wir in der Materia Medica: Schmerzzustände, die
tagsüber erträglich scheinen und dazu neigen, sich bei Stress zu verschlimmern. Der Aurum-Typ neigt zu
Alkoholproblemen und erlebt beunruhigendes Herzklopfen sowie quälende Kopf- und Rückenschmerzen. Fortwährender
Stress manifestiert sich schließlich in Form von Leberleiden manifestieren und Blutwallungen in Kopf- und
Herzgegend.
Entsprechend lässt sich Aurum im Einzelnen erfolgreich zur Behandlung von Bluthochdruck, Herzschwäche,
Kurzatmigkeit und nervösen Herzbeschwerden einsetzen. Ebenfalls anwendbar ist das Mittel bei Nebenhöhlen- und
Knochenentzündungen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie depressiven Verstimmungen und Reizbarkeit. Altersbeschwerden
und Osteoporose können positiv beeinflusst werden.
Die Aurum-Psyche
Das Dilemma: Verschlossene Menschen, die zu lieben verlernt haben und über kein funktionierendes Netz an
Kontakten mehr verfügen, sehen sich häufig gezwungen, dies durch Aktionismus zu kompensieren. Man entscheidet sich
für die Macht, weil man die potentielle Ohnmacht fürchtet. Allein der materielle Erfolg bildet die
Existenzberechtigung vieler Workaholics, so dass Ängste um den Verlust der Existenz den Alltag bestimmen.
Entsprechend sind soziale Kontakte durch Aggressivität geprägt: Der Aurum-Typ duldet wenig Widerspruch.
Hilfreich: Seiner inneren Stimme vertrauen und sich in die Hand des Schicksals geben, ohne diese Stimme durch
den Verstand stören zu lassen. Nicht nur nach äußerem Reichtum streben, sondern seine inneren
Persönlichkeitsprobleme anschauen und lösen.
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