Es gibt verschiedene Formen der Allergietherapie oder Allergiebehandlung...

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Art der Allergie Therapie richtet sich natürlich nach der Art der Allergie.

Die häufigste Allergietherapie ist ohne Frage die "klassische" Allergietherapie: der Schulmedizin. Meistens ist diese ja auch schnell, einfach und zum Teil auch überzeugend. Am bekanntesten sind die Antihistaminika und die Hyposensibilisierung.

Im Bereich der alternativen Allergiebehandlung, kommen viele verschiedene Behandlungsstrategien zur Anwendung. Zur Auswahl stehen neben der relativ bekannten Akupunktur und Homöopathie auch zahlreiche moderne Reiztherapien. Hinzu kommen zum Teil auch Verfahren wie Kinesiologie oder auch die Bioresonanztherapie. 

Hier möchte ich ihnen Möglichkeiten der Allergietherapie vorstellen, die häufig in naturheilkundlichen und alternativmedizinischen Praxen eingesetzt werden.

  • Akupunktur: Die Webseite der Carl-Gustav-Carus-Klinik der Universität Dresden feierte im April 2011 das 25-jährige Bestehen der Akupunktur-Therapie für Allergiker ( http://www.uniklinikum-dresden.de/presse/aktuelle-medien-informationen/25-jahre-akupunktur-therapie-fur-allergiker-dresdner-verfahren-ist-heute-wissenschaftlich-anerkannt-2/). Dabei wird auf der Seite schon in der Überschrift betont, dass es sich hier um ein mittlerweile wissenschaftlich anerkanntes Verfahren handelt.

    Heute weiß man, dass durch die Therapie mit den Nadeln bestimmte Botenstoffe des Immunsystems erhöht werden, die in der Lage sind, unerwünschte Abwehrreaktionen des Immunsystems zu hemmen. Dieser Botenstoff wurde als das Interleukin-10 identifiziert. Die Therapie ist so effizient, dass die meisten Behandelten ca. 4 Jahre beschwerdefrei bleiben. Allerdings erfolgt die Therapie mit der Akupunktur nicht im Hauruck-Verfahren, sondern erstreckt sich über einen längeren Zeitraum von bis zu 3 Jahren.

    Von daher ist es bemerkenswert, dass im HNO-Bereich der Schulmedizin diese alternative Behandlungsform einen so hohen Stellenwert eingeräumt bekommt. Für die Akupunkturkundigen hier noch einige Zusatzinformationen:

    Die allgemeinen Allergiepunkte zur Behandlung sind Pe 6, Ni 6, Le 9, Mi 6, Mi 10, Du 13, Di 11, Di 15. Daneben gibt es noch einen Punkt am Ohr: Extra 4 (Erijan, Punkt außerhalb der Meridianen 10) ist der „höchste Punkt der nach vorn geklappten Ohrmuschel“. Die Auswahl der Meridiane erfolgt nach der Lokalisation der Hauterscheinungen.

    Als zusätzliche Auswahlkriterien gelten für den Lungenmeridian: Trockenheit als pathogener Faktor, z.B. trockene Ekzeme – Lu 5, Lu 7 und Lu 9. Für den Dickdarmmeridian: Di 11 als Tonisierungspunkt, Di 2 bis Di 4 als Stoffwechselpunkte.

    Für den Milz-Pankreas-Meridian: zur Abwehraktivierung Mi 6, Mi 9, Mi 10. Magenmeridian: Energieaktivierung bei Schwächezuständen Ma 21, Ma 25 und Ma 36.

    Gallenblasenmeridian: Bei einer Nahrungsmittelallergie Gb 20, Gb 30, Gb 34 und Gb 39. Lebermeridian: Bei Pruritus, Urtikaria Le 3, Le 6, Le 9 und Le 13. Nierenmeridian: zur Steigerung der körperlichen Abwehr Ni 2, Ni 3 und Ni 6.

 

  • Ausleitende Verfahren: Hier werden Aderlässe empfohlen. Die empfohlene Häufigkeit liegt bei alle 1 bis 2 Wochen 100 bis 150 Milliliter. Seine Wirksamkeit wird mit einer Anregung des Organismus erklärt, die über Impulse den Organismus veranlasst, Energien zu mobilisieren und das Immunsystem zu aktivieren.

 

  • Autogenes Training: Hier handelt es sich mehr um eine begleitende Therapie, die sich bewährt hat bei der symptomatischen Behandlung von Juckreiz und Schwellungen durch das Herabsetzen innerer Spannungen.

 

  • Bach-Blüten-Therapie: Hier streiten sich die „Gelehrten“. Die einen sehen keine ausreichende Wirksamkeit, die anderen dagegen bescheinigen der Therapieform sehr gute Erfolge. Die Blüten sollten dem Gemütszustand und Kondition gemäß ausgewählt werden:

    * zur ersten Hilfe Beech
    * bei starken Allergieschüben Beech und Holly
    * bei chronischer Allergie Beech
    * bei Intoleranzen, wie z.B. Laktoseintoleranz, Beech
    * zur Reinigung des Bluts Crab Apple
    * bei Juckreiz Impatiens
    * bei grundsätzlichen Überreaktionen Vervain

    Die Bachblüten selbst haben kein allergenes Potential, wie man ansonsten vermuten könnte. Dies liegt begründet im Zubereitungsverfahren und der Verdünnung der Präparate. Da die Essenzen jedoch Alkohol enthalten können, wäre dies der einzige Punkt, der Anlass zur Vorsorge sein könnte.
     
  • Eigenbluttherapie: Die Eigenbluttherapie ist eine alte Disziplin der Erfahrungsmedizin. Der Arzt entnimmt dem Patienten bis zu 10 Milliliter Blut aus der Armvene und spritzt es dann in die Gesäßmuskulatur. Alternativ dazu kann das entnommene Blut auch behandelt werden, z.B. mit Ozon oder mit ultraviolettem Licht. Bei einer akuten Urtikaria soll am ersten Tag mit 3 Milliliter Eigenblut behandelt werden, am 2. und 3. Tag mit 5 Milliliter intramuskulär.

    Die chronische Urtikaria und Juckreiz mit verschiedenen Ursachen kommen am 1., 3. und 5. Tag jeweils 2 Milliliter zum Einsatz, zusätzlich eine Ampulle Acirufan. Im Anschluss daran erfolgen weitere Behandlungen zweimal pro Woche bis zur Besserung der Beschwerden.

 

  • Ernährungstherapie: Auch in diesem Bereich lässt sich Einfluss nehmen auf die Beschwerden. Es fängt damit an, dass man die Allergene in der Nahrung, sofern sie bekannt sind, meidet. Darüber hinaus sollte der Patient ausgewogene Vollwertkost zu sich nehmen, wobei tierisches Eiweiß vermieden bzw. auf ein Mindestmaß reduziert werden sollte. Ebenfalls sollten industriell gefertigte Nahrungsmittel vermieden werden, da diese in der Regel mit Hilfs- und Konservierungsstoffen zubereitet worden sind, die immunologisch belastend sein können. Statt dessen ist der Kauf von ökologisch-biologisch erzeugten Nahrungsmitteln empfehlenswert.

    Als besondere Diätmaßnahmen wäre folgendes zu berücksichtigen:

    Bei Nahrungsmittelallergien sollte eine spezielle „Suchdiät“ durchgeführt werden. Das heißt, dass z.B. eine Kartoffel-Reis-Diät über ca. eine Woche durchzuführen ist. Danach erfolgt ein langsamer Ernährungsaufbau von täglich nicht mehr als 1 bis 2 zusätzlichen Nahrungsmitteln.

    Bei einem unklaren Bild kann eine sogenannte Rotationsdiät erfolgen. Jedes Nahrungsmittel, wie z.B. Milchprodukte, Getreide usw., wird nur alle 4 bis 6 Tage gegessen. Dies gibt dem Magen-Darm-Trakt Gelegenheit, sich zu regenerieren.

    Alternativen zusätzlich in Betracht ziehen, wie Trennkost nach Hay oder Ernährungslehre nach Mayr.

    Die Lebensmittel, die als unverträglich identifiziert worden sind, dürfen erst frühestens nach 6 Monaten ohne Beschwerden und nur versuchsweise wieder verzehrt werden. Sollten die Beschwerden wieder auftreten, dann ist es empfehlenswert, diese Lebensmittel lebenslänglich zu vermeiden.
     
  • Heilfasten: Diese Therapieform entlastet den Darm und das Immunsystem. Denn durch den Verzicht auf Nahrung wird der Magen-Darm-Trakt stillgelegt. Da dieser Teil des Organismus mit 200 Quadratmeter Oberfläche das größte Organ ist und die größte Kontaktfläche zur Außenwelt hat, hat es auch die meiste Arbeit zu bewältigen.

    Denn es muss unerwünschte Pilze, Viren, Bakterien etc. von nützlichen Nährstoffen unterscheiden und abwehren. Deshalb befinden sich ca. 80 Prozent des Immunsystems im Verdauungstrakt. Während des Fastens fällt damit natürlich diese Arbeit weg, Magen-Darm-Trakt und Immunsystem machen „Urlaub“ und können sich erholen.

    Während des Fastens muss der Organismus auf seine Energiereserven zurückgreifen. Neben Fetten werden im beschränktem Maß auch Proteine zur Energieversorgung verbraucht. Dieser Proteinverbrauch könnte ein möglicher Grund sein, warum der Organismus während der Fastenzeit seine Antikörperproduktion zurückschraubt. Auf der anderen Seite ist die herabgesetzte Antikörperproduktion kein wirklich dramatisch negativer Aspekt, da durch die fehlende Nahrungsaufnahme auch keine immunologische Belastung durch Lebensmittel gegeben ist.

    Bei Nahrungsmittelallergien trifft dies in besonderem Maße zu. Hier hilft oft schon ein einwöchiges Kurzzeitfasten, um Symptomfreiheit zu erlangen. Danach sollten stufenweise verschiedene Lebensmittel in ihrer Verträglichkeit ausgetestet werden. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, anti-allergisches Heilfasten unter kundiger Leitung durchzuführen.

 

  • Homöopathie: wie beim Heilfasten stärkt die homöopathische Behandlung den gesamten Organismus, denn es erfolgt unter anderem eine Regulierung des Immunsystems.

    Die Behandlungserfolge liegen zwischen Erleichterung der Symptome bis hin zur vollkommenen Heilung. Das therapeutische Spektrum ist außerordentlich umfangreich und wird im Zusammenhang mit der Art der Allergie variiert. Bei einer allergischen Diathese kommt Acidum formicicum in verschiedenen Potenzierungen zur Anwendung. Bei einer Allergie, wo die Allergene bekannt sind, können diese in verschiedenen Potenzierungen aufsteigend verabreicht werden.

    Bei der allergische Rhinitis bzw. Heuschnupfen kommen zur Anwendung, ebenfalls in verschiedenen Potenzierungen: Allium cepa, Galphimia, Gelsemium, Ipecacuanha, Psorinum, Sabadilla, Sanguinaria etc.

    Beim allergischem Asthma kommt zum Einsatz: Acidum formicicum,  Aconitum, Aralia racemosa, Arsenicum jodatum, Cuprum metallicum, Ipecacuanha, Kalium bromatum, Lobelia inflata, Stramonium usw. Auch hier hängen die „Dosierung“ bzw. Potenzierung und die Wahl des homöopathischen Mittels vom Erscheinungsbild des Asthmatikers ab.

    Allergische Hauterkrankungen sind mit Hilfe der Homöopathie ebenfalls gut zu behandeln. Beim Stadium erythematosum werden Aconitum oder Belladonna eingesetzt. Beim Stadium vesicolosum kommen Apis oder Cantharis zum Einsatz. Im Stadium squamosum benötigt man Acidum nitricum, Antimonium crudum oder Arsenicum album.

 

  • Mikrobiologische Therapie: Hierbei handelt es sich um eine begleitende und unterstützende Maßnahme mit dem Ziel einer Immunmodulation. Allerdings sollte man darauf achten, auf Präparate zurückzugreifen, die gar nicht oder nur minimal immunogen sind. Die mikrobiologische Therapie eignet sich auch für die Regulierung der Mikroökologie des Darms, was der Stärkung des Immunsystems zugute kommt.

 

  • Ordnungstherapie: Auch diese Therapieform kann als Zusatztherapie angesehen werden. Hier werden die auslösenden Allergene durch eine geeignete Diagnostik identifiziert und dann konsequent vermieden. In der Folge ist es wichtig, die Lebensführung und Beziehungen zu harmonisieren, Stressfaktoren zu vermeiden, Stress abzubauen und andere Therapien, die nur eine Unterdrückung der Allergiesymptome zum Ziel haben, zu vermeiden. Dies gilt vor allem für Kortikoide und Antihistaminika. Im weiteren Verlauf sollten Toxine vermieden und im Körper befindliche Noxen ausgeleitet werden. Es bleiben weitere Behandlungen mit Hilfe von z.B. Eigenbluttherapie oder der Homöopathie erforderlich.

 

  • Orthomolekulare Medizin: Bei dieser Therapieform geht es darum, zum Einen die körpereigene Kortisonproduktion zu stimulieren und die Histaminausschüttungen zu hemmen. Dies wird erreicht durch Vitamin-C-Gaben von 4 bis 12 Gramm pro Tag (1 bis 3 Teelöffel), die möglichst in Form von Ca2+-Ascorbat verabreicht werden sollte. Im Falle eines akuten allergischen Schubs noch 1 Teelöffel eingenommen werden. Die Vitamin-C-Gabe bewirkt eine Eliminierung von Histaminen durch Hydroxylierung.

    Pantothensäure (Vitamin B5) 100 bis 1000 Milligramm ist ein wichtiger Bestandteil der Cholesterinsynthese, das wiederum für die Steroidhormonproduktion benötigt wird.

    Kalzium 1000 Milligramm reduziert die Freisetzung von Histaminen.

    Magnesium 300 bis 600 Milligramm beteiligt sich ebenfalls an der Hemmung von Histaminaktivitäten.

    Mangan 4 bis 50 Milligramm hemmt die Histaminfreisetzung.

    Methionin dreimal 500 Milligramm senkt den Histaminspiegel durch Methylierung.

    Zink in geringer Dosierung von 10 bis 20 Milligramm täglich hat eine leicht anti-histaminartige Wirksamkeit.

 

  • Physikalische Therapie: Hydrotherapie in Form von Saunabädern und Reibebädern zur allgemeinen Tonussenkung verbunden mit ansteigenden Teilbädern. Morgens Ganzwaschungen und kalte Teilgüsse. Gegen Juckreiz empfehlen sich kühle bis lauwarme Bäder mit juckreizstillenden Badezusätzen, wie z.B. Kamille oder Kleie und Umschläge mit Schwarztee.

    Bewegungstherapie in Form von Sport an der frischen Luft, Wandern und Spaziergängen am Strand (sofern vorhanden).
    Phototherapie ist angezeigt bei einer Beteiligung der Haut. Hier kommt UV-Bestrahlung zum Einsatz. Des Weiteren auch Licht- und Luftbäder, sofern eine Photoallergie ausgeschlossen werden kann.

    Balneotherapie ist bei Inhalationsallergien angezeigt. Die Kuren finden im Hochgebirge oder an der See statt, also Orten mit signifikant reduzierter Allergenbelastung.

 

  • Phytotherapie: Sie wird fast ausschließlich zur symptomatischen Behandlung eingesetzt.
    Bei Heuschnupfen z.B. kann der Patient einen Therapieversuch mit Sinupret® in Form von Dragees, Lösungen etc. beginnen. Die Einnahme erfolgt über mehrere Wochen, da vom Präparat selbst keine anti-allergische Wirkung ausgeht. Ziel ist es vielmehr, die Schleimhäute anzufeuchten, indem die Sekretolyse (Auflösung von Sekreten) angekurbelt wird. Gleichzeitig wird die mukoziliäre Clearance (Auswurfleistung der Flimmerhärchen auf den Schleimhäuten) der Bronchien gesteigert und die Immunabwehr verbessert.

    Bei Pruritus kommen ätherische Öle, wie Minzöl, Pfefferminzöl etc. zum Einsatz. Diese wirken auf den betroffenen Hautpartien anästhesierend und lindern damit Schmerz und Juckreiz. Über die Anregung der Kälterezeptoren der Haut erfährt der Betroffene einen kühlenden Effekt.

    Alternativen dazu wären Ballonrebenkraut, das ebenfalls einen juckreizstillenden und feuchtigkeitsspendenden Effekt besitzt. Dazu dann noch Cayennepfefferfrüchte, die eine dem Kortison ähnliche Wirkung haben. Sie sind Mittel der ersten Wahl bei starkem Juckreiz. Da aber bei der Neurodermitis eine teilweise stark gereizte Haut vorliegt, kann es zu Unverträglichkeiten mit den Cayennepfefferfrüchten kommen.

 

  • Therapie mit Heilpilzen: Diese Form kann symptomatisch als auch ursächlich zum Einsatz kommen. Die meisten Heilpilze haben einen starken immunmodulatorischen Effekt. Sie sind in der Lage, die Membranen der Mastzellen zu stabilisieren und somit die Histaminausschüttungen zu hemmen. Ein weiterer anti-allergischer Wirkmechanismus besteht in der Ausbalancierung des Th1/Th2-Systems (T-Helfer-Zellen), dass bei Allergien praktisch immer zugunsten von Th2 ausschlägt.

    Heilpilze, für die diese Effekte relativ gut dokumentiert sind, sind Lentinula edodes, Ganoderma lucidum, Cordyceps sinensis etc. Da die Effekte dosisabhängig sind, muss jeder Betroffene seine individuelle Dosierung „erforschen“. Da es praktisch keine ernsten Nebenwirkungen auch bei extrem hohen (aber für diesen Zweck nicht erforderlichen) Dosen der Heilpilze gibt, ist die Dosisfindung ungefährlich.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 18.09.2012 aktualisiert