Myometritis - Entzündung der Gebärmutter-Muskelschicht:
Ursachen, Verlauf, Diagnose Therapie
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Als Myometritis bezeichnet man eine Entzündung der Muskelschicht (Myometrium) der Gebärmutter.
Sie gehört den unterschiedlichen Entzündungsformen des weiblichen Genitals an, zu denen auch die Vaginitis (Scheidenentzündung), Zervizitis (Gebärmutterhalsentzündung) Endometritis (Entzündung der Gebärmutterschleimhaut) oder
die Endomyometritis (Mischform) zählen, und die insgesamt eher selten in Erscheinung treten.
Der dreischichtige Aufbau der Gebärmutter (Schleimhaut, Muskelschicht, Bindegewebe) sowie das zur Abwehr
gebildete Sekret des Gebärmutterhalses gewährleisten unter physiologischen Bedingungen einen guten Schutz gegen von
außen eindringende Störfaktoren und Krankheitserreger. Durch verschiedene Ursachen kann diese Schutzfunktion
beeinträchtigt sein. Hierzu zählen Fremdkörper wie z.B. eine Spirale, die zu Abstoßungsreaktionen führen kann
(Zeichen einer Unverträglichkeit), oder auch Gewebeveränderungen wie z.B. Myome, Polypen oder maligne Tumoren (Krebs). Mit zunehmendem Alter lassen die Produktion von Östrogen und
vom immunologisch aktiven Sekret nach, die Schleimhaut im Uterus baut sich ab. Hierdurch können Erreger leichter
eindringen und rascher zur Muskelschicht gelangen.
Der Gebärmuttermund (Portio) im Bereich des Halses ist der direkte Übergang zur Scheidenregion. Hier schließt
sich zum Uterus hin eine Engstelle an (Isthmus), die als physiologische Trennung zwischen beiden Bereichen dient
und die nur bei großem Druck (z.B. bei der Geburt) nachgibt und sich öffnet. Während der monatlichen Regelblutung,
in den ersten ein bis zwei Monaten nach einer Geburt oder auch nach operativen Eingriffen (z.B. Abrasio) ist die
Portio geweitet, so dass Keime nahezu ungehindert eindringen können.
Zu den eine Entzündung hervorrufenden Erregern zählen vor allem Streptokokken, Staphylokokken, Chlamydien, Gonokokken,
Kolibakterien sowie Urea- und Mykoplasmen. Daneben können auch das humane Papilloma-Virus (HPV) oder Herpes
simplex-Viren genannt werden.
In vielen Fällen handelt es sich bei einer Entzündung der Gebärmutter um eine Verschleppung von Keimen aus der
Vaginalregion. Hier zeigen sich vermehrt entzündliche Prozesse, die z.B. durch ungeschützten Sexualverkehr oder
eine mangelnde Intimhygiene begünstigt werden.
Die Symptomatik richtet sich nach der Ursache und nach dem Ausmaß der Entzündung. Zusätzlich zu den meist
verstärkten und verlängerten Regelblutungen (Menstruationsstörungen) können starke Unterleibsschmerzen oder auch ein
Temperaturanstieg (Fieber) beobachtet werden. Weitet
sich die Entzündung aus, ist zum Teil auch die Urinausscheidung beeinträchtigt (erschwert, schmerzhaft, Blut im Urin). Ein starker Juckreiz im Intimbereich oder ein vermehrter, gelblicher Ausfluss
(Anzeichen von Eiterpartikeln) können entzündlichen Prozessen der Muskulatur zugeordnet werden. Wird diese
ausgedehnte Entzündung nicht behandelt, kann es zu Bildungen von Eiterhöhlen kommen, die die Wandstruktur des
Uterus zerstören. Auch eine Verschleppung der Keime über den Blut- und Lymphweg zu Nachbar-strukturen ist möglich.
So zeigen sich, in Abhängigkeit vom auslösenden Erreger, auch Entzündungen im Bereich der Eierstöcke, Eileiter oder
auch des Harntraktes.
Verwandte Themen sind: Eierstockentzündung, Eileiterentzündung
Entzündungen der Gebärmutter lassen sich relativ rasch diagnostizieren. Bei der eingehenden Untersuchung findet
sich rasch der gerötete und zum Teil geschwollene sowie mit weißlichem oder gelbem Belag versehene Bereich der
Gebärmutter. Abstriche vom Belag sowie vom Ausfluss dienen der Erregeridentifizierung. Auch das Blutbild gibt Aufschluss über entzündliche Veränderungen (erhöhte
Leukozytenzahl). Durch bildgebende Verfahren (z.B. Vaginalsonographie) lassen sich Veränderungen oder
Gewebewucherungen des Uterus beurteilen. Die Sonographie des Bauchraumes dient dem Ausschluss einer Verbreitung der
Erreger.
Die Therapie richtet sich nach der Ursache und dem Erreger. In den meisten Fällen handelt es sich um Bakterien,
die auf eine antibiotische Therapie gut ansprechen. Bei Nachweis einer Hormonmangel-induzierten Entzündung können
orale Hormongaben (z.B. Östrogen, Gestagen) die Behandlung unterstützen. Eiterhöhlen stellen eine Indikation zur
Operation dar. Über den direkten Zugang der Vagina werden die Eiterherde beseitigt, wird das zerstörte Gewebe
entfernt und die Gebärmutter intensiv (mit desinfizierenden Lösungen) gespült, um alle Partikel zu beseitigen. Bei
Befall von Nachbarstrukturen wird ebenfalls der operative Eingriff gewählt, hauptsächlich minimalinvasiv
(laparoskopisch).
In den meisten Fällen lassen sich Entzündungen der Gebärmutter gut behandeln. Bei einer Verschleppung der Keime
oder auch bei Eiteransammlungen drohen ohne eine ausreichende Therapie jedoch Spätfolgen wie z.B. die Zerstörung
des Uterus oder eine Unfruchtbarkeit.

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