Darmkrebs (Kolonkarzinom): Anzeichen, Symptome, Therapie und Heilungschancen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Darmkrebs (Kolonkarzinom, kolorektales Karzinom) ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Mit einer Häufigkeit von ca. 50 Fällen jährlich pro 100.000 Einwohnern leiden nahezu sechs Prozent der Bevölkerung an dieser bösartigen Entartung, die sowohl den Dickdarm (Kolon, Colon) als auch den Mastdarm (Enddarm) und den Anus befallen kann.

Das Karzinom entwickelt sich meist nach dem 45. Lebensjahr, zeigt sich bei Männern etwas häufiger als bei Frauen (1,5 zu 1) und weist eine deutlich vermehrte Erkrankungsrate in Industrienationen auf.

Mit ca. 60 Prozent findet sich das Karzinom im Rektum, es folgen das Sigma (Dickdarmbereich im linken Unterbauch) mit 20 Prozent, sowie Zäkum (Beginn des Dickdarms) und das übrige Kolon mit je 10 Prozent.

Entstehung von Darmkrebs

Die Entstehung eines kolorektalen Karzinoms wird durch viele Faktoren begünstigt. Hauptsächlich entarten dabei die Schleimhautdrüsen (Adenokarzinom). Neben verschiedenen, vererbbaren Gendefekten (ca. 10 Prozent aller Fälle) zeigt sich eine familiäre Disposition.

Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, ist bei chronischen Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) um das Fünf- bis Siebenfache erhöht. Auch Übergewicht, Bewegungsmangel sowie Alkohol- und Nikotinabusus fördern eine Entstehung.

Die Ernährung spielt in der Entstehung des Darmkrebses die Hauptrolle. Rund die Hälfte aller Erkrankungen ist darauf zurückzuführen. Somit sind kolorektale Tumore die Krebsart, die am effektivsten mit richtiger Ernährung zu verhindern ist. Andere Krebs-Formen dagegen gehen nur zu etwa 35 % auf die Wahl der Nahrungsmittel zurück.  

Fettreiche Ernährung erhöht das Risiko. Studien zufolge ist Übergewicht ein Mitauslöser für Krebs. Alle verarbeiteten Nahrungsmittel sind kritisch wegen der darin enthaltenen Hilfsstoffe der Lebensmittelchemie. Frittierte Lebensmittel sind Träger mehrerer kanzerogener Stoffe wie etwa Acrylamid.

Ungünstig sind auch hohe Mengen an Zucker, daher erhöhen Limos und Süßigkeiten die Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs ebenfalls.  Der vermehrte Konsum von rotem Fleisch ist ein weiterer Faktor, der das Risiko einer Erkrankung erheblich steigert. Hier sind es speziell die industriell verarbeiteten Produkte, von denen die größte Gefahr ausgeht. Formaldehyd in Räucherware verursacht die Entartung zu Krebszellen in der Darmschleimhaut genauso wie die Nitropökelsalze und ihre Abkömmlinge. Nitrate reagieren im Körper zu Nitrosaminen, die hochgradig kanzerogen sind. Ähnlich stark krebserregende Substanzen entstehen auch beim Braten und Grillen von Fleisch. Riskante Verbindungen sind hier die heterozyklischen Amine und die polyzyklischen Kohlenwasserstoffe. Wer dazu noch Fleisch aus konventioneller Produktion verzehrt, führt sich Pestiziden zu, die sich im Tier durch die Fütterung akkumuliert haben. Eine der gefährlichsten Verbindungen unter diesen Chemikalien ist das Herbizid Glyphosat. Daneben fördert eine ballaststoffarme Ernährung die Entstehung von Darmkrebs.

Gute Ernährung zur Vorbeugung

Wasserlösliche und faserige Ballaststoffe sollten in der Ernährung reichhaltig vorkommen, um kolorektalen Tumoren vorzubeugen. Es gilt die Faustregel, dass täglich pro 10 Gramm der unverdaulichen Pflanzenstoffe das Risiko um 10 % sinkt. Gute Quellen für die "Darmputzer" sind Gemüse wie Kohl und Zwiebeln sowie die Schalen von Chia-, Lein- Hanf- und Flohsamen. Mit Schale verzehrt werden sollte auch Obst. Besonders ballaststoffreich sind Pflaumen, die in getrockneter Form zu empfehlen sind. Das Steinobst enthält daneben noch Polyphenole, die entzündungshemmend sind und auch damit Krebs verhindern helfen. Sekundäre Pflanzenstoffe sind in praktisch allen Pflanzenteilen enthalten wie beispielsweise auch die Organoschwefelverbindungen in Knoblauch und Kreuzblütlern. Viele der Phytowirkstoffe können die Tumor-Bildung verhindern. In die gleiche Richtung wirkt auch das Silymarin der Mariendistel und Artischocke und das Kurkumin im Kurkuma. Daneben kann Magnesium das Risiko nachgewiesenermaßen senken.

Omega-3-Fettsäuren sind ein weiterer Faktor, der die Entstehung von Darmkrebs hemmt. Zu bevorzugende Fette sind daher OlivenölKokosöl und Krill-Öl. Daneben enthalten auch die meisten Nussarten das gesunde Öl sowie das Spurenelement Selen, dem ein krebshemmender Effekt zugeschrieben wird. Wichtig ist auch die ausreichende Versorgung mit Vitamin D, das bei Sonneneinstrahlung in der Haut generiert wird.

Generell gilt, dass Obst und Gemüse am besten aus bioorganischem Anbau stammt, um die Kontamination mit Pestiziden möglichst gering zu halten. Neben den Maßgaben zur Ernährung gehört körperliche Aktivität zum Präventiv-Programm gegen Krebs. Dadurch wird die Durchblutung gefördert und die Zellen des Immunsystems gelangen besser in alle Körper-Regionen.

Symptome und Anzeichen für Darmkrebs

Darmkrebs entwickelt sich sehr langsam. Daher zeigen sich die Symptome meist erst im fortgeschrittenen Stadium. Es kommt vermehrt zu Darmkrämpfen - Krämpfe, Schmerzen im Bauchraum (Bauchschmerzen), Flatulenzen (Blähungen), einer veränderten Defäkationsgewohnheit mit abwechselnden Diarrhoen (Durchfälle) und Obstipationen (Verstopfungen), Blutauflagen im Stuhl (z.T. nicht sichtbar), Appetitlosigkeit, Müdigkeit, körperlicher Leistungsschwäche, Fieberschüben, Gewichtabnahme sowie einem verhärteten Bauchraum.

Durch den andauernden Blutverlust über die Defäkation kann sich eine Anämie (Blutarmut) ausbilden. Auch kommt es bei auftretenden Blähungen zu einem unkontrollierten Abgang von Stuhl.

Ist die Leber durch Metastasen in Mitleidenschaft gezogen, zeigt sich vermehrt ein Ikterus (Gelbfärbung der Haut und der Skleren). Bei Befall der Lunge kommen zusätzlich Atembeschwerden (Atemnot) mit Gefahr einer Pneumonie (Lungenentzündung) hinzu. Und auch Knochen können Metastasen aufweisen.

Darmkrebs kann sich in alle Regionen des Organismus hin ausbreiten. Die Streuung (Metastasierung) erfolgt zum einen über die Lymphbahnen (lymphogen) und zum anderen mit dem Blut (hämatogen). Zusätzlich kann der Tumor selbst durch seine Größenzunahme in Nachbarorgane einwachsen und diese in ihrer Funktion stören (z.B. Blase, Gebärmutter, Prostata).

Diagnose von Darmkrebs

Neben einer Auswertung von Stuhlproben und Blutproben erfolgen zur Diagnostik eine Rektoskopie (Spiegelung des Enddarms) oder eine Koloskopie (Spiegelung des Dickdarms) mit Biopsien verdächtiger Gewebebereiche. Zusätzlich können v.a. CT, MRT, Röntgen und Ultraschall genutzt werden, um bei diagnostiziertem Krebsleiden die Ausbreitung beurteilen zu können.

Menschen ab 50 sollten regelmäßig zur Darmspiegelung, um Darmkrebs frühzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln. Allerdings ist es sinnvoll, sich zu vergewissern, dass in der Praxis nicht Glutaraldehyd als Desinfektionsmittel verwendet wird. Die Chemikalie sterilisiert nicht gründlich genug, wodurch die Gefahr einer Infektion besteht. Sicherer ist die Verwendung von Peressigsäure. Patienten dürfen das Team danach fragen!    

Therapie von Darmkrebs

Die Therapie richtet sich nach der Einteilung, bei der festgelegt wird, wie weit das Tumorwachstum bereits fortgeschritten ist. Stadium 0 kennzeichnet den Tumor an sich (Carcinoma in situ), der bisher nur eine Veränderung der Schleimhautzellen aufweist.

Die Stadien I und II beschreiben die weitere Durchdringung aller Schichten bis hin zum Muskel. Stadium III weist einen Befall der Lymphknoten auf und bei Stadium IV sind Metastasen in anderen Regionen nachweisbar. Hauptsächlich werden operativ alle befallenen Bereiche (weiträumig) entfernt. Zusätzlich erfolgt kombiniert eine Chemo- und Strahlentherapie, die auch bei Inoperabilität eingesetzt wird.

Je geringer das Stadium, desto bester ist die Überlebenschance bzw. Heilungschance für den Betroffenen (ca. 77 Prozent bei den Stadien 0 und I). Ist die Zellwand bereits durchbrochen oder liegen Lymphknotenbefall oder Metastasen vor, sinkt die Fünf-Jahres-Überlebensrate (bei Stadium III auf nur noch ca. 25 Prozent).

Rezidive können sich auch nach vollständiger Entfernung der befallenen Regionen bilden. Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung hilft, mögliche Entartungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 20.07.2017 aktualisiert