Brennen und Kribbeln im Mund: Symptome, Ursachen, Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Brennen und Kribbeln im Mund gelten nicht als übliche, normale Empfindungen, die aus „heiterem Himmel“ auftreten. Vielmehr treten diese Symptome in der Regel dann auf, wenn man bestimmte Nahrungsmittel zu sich genommen hat, auf die die Schleimhaut des Mundes mit diesen Symptomen reagiert. Die nächstliegendste Erklärung hierfür ist, dass es sich um eine allergische Reaktion handelt, die etwas mit den gerade verzehrten Nahrungsmitteln zu tun haben muss.

Bei dieser (meist) lokal begrenzten allergischen Reaktion handelt es sich in der Regel um eine Kreuzallergie. Dieser etwas seltsam anmutende Begriff hat nichts mit einer Allergie gegen Kreuze zu tun, sondern bezeichnet eine Art „Kettenreaktion“ einer schon bereits bestehenden Allergie gegen andere Nahrungsmittel. Was darunter genau zu verstehen ist, das habe ich in diesem Beitrag erklärt: Kreuzallergie - Was ist das?

Hier noch einmal in aller Kürze eine Charakterisierung dieser Allergieform. Kreuzallergien haben in der Regel als Basis eine bereits bestehende Allergie, zum Beispiel gegen Pollen. Bei einer Kreuzallergie gegen ein Nahrungsmittel gibt es eine Verbindung zur bereits bestehenden Allergie, die darin besteht, dass Allergene von zum Beispiel Pollen vom Immunsystem verwechselt werden mit ähnlich strukturierten Proteinen in dem entsprechenden Nahrungsmittel, was das Immunsystem zum Anlass nimmt, jetzt gegen Pollen und gegen das Nahrungsmittel immunologisch vorzugehen. So kommt es zu typischen Mustern, welche Allergie mit welcher Kreuzallergie zusammen auftritt. Basis ist hier die strukturelle Verwandtschaft der Allergene in den allergieerzeugenden Komponenten und den nachfolgenden Nahrungsmitteln.

Auf dieser Webseite (Allergietest.online) habe ich eine kurze Übersicht gefunden, die einige Allergien und ihre Kreuzallergien aufzählt. Es ist nur ein kleiner Auszug, da die Menge der Kreuzreaktionen viel höher ausfällt und sich auch nicht nur auf Nahrungsmittel beschränkt:

Kreuzallergien mit Birkenpollen sind möglich mit:

  • Pollen von anderen Bäumen. (Hasel, Erle Eichel, Kastanie und Buche)
  • Verschiedenen Obstsorten (Äpfel, Mangos, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Aprikosen)
  • Diverse Gemüsesorten (Kartoffeln, Tomaten, Fenchel, Karotten, Sellerie)
  • Gewürze und Kräuter (Oregano, Thymian, Kümmel, Anis, Basilikum, Pfeffer, Majoran, Koriander)
  • Ölhaltige Samen bzw. Nüsse (Sonnenblumen-Kerne, Haselnüsse, Mandeln, Pistazien)

 
Kreuzallergien mit Vogelallergenen (u.a. Tauben, Hühner, Kanarienvögel, Sittiche, Papageien) sind möglich mit:

  • Geflügelfleisch
  • Eier und Produkte die mit Eiern hergestellt sind (und die sind gar nicht so selten – die meisten Betroffenen ahnen das aber noch nicht einmal)

 
Kreuzallergien im Zusammenhang mit Milben, Garnelen, Krebse und Schalen-Tiere:

  • Krebse
  • Hummer
  • Garnelen

Bei Allergien gegen Latex, Naturlatex und daraus hergestellten Produkten ist eine Kreuzallergie möglich mit:

  • verschiedenen Obstsorten (Pfirsich, Birne, Bananen, Feigen, Kiwis, Melonen)
  • Samen und Nüsse (Hasel- oder Walnüsse und Sonnenblumenkerne) – und auch daraus hergestellte Öle!
  • Gemüse (Kartoffeln, Tomaten, Sellerie)

Allergie gegen Pollen von verschiedenen Gräsern – Kreuzallergien sind möglich mit:

  • Gemüse (Tomaten, Linsen, Kartoffeln, Gurken, Erbsen, Kürbisse)
  • Gewürze und Kräuter (Thymian, Oregano, Majoran, Basilikum, Minze)
  • Obst (Melonen und Bananen)
  • Verschiedene Getreidesorten (überwiegend Weizen und Roggen)
  • Samen und Nüsse sowie deren Öle (Sonnenblumenkerne und Erdnüsse)

Es gibt hier zeitliche Variationen, wie diese Kreuzallergien auftreten. Saisonal bedingte Allergien, wie Heuschnupfen, bewirken mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nur saisonal bedingte Kreuzallergien. Garantien für einen so engen und strikten Zusammenhang gibt es allerdings nicht.

Es sind sogar Kreuzallergien bei Medikamenten bekannt. Die „Deutsche Apotheker Zeitung“ beschreibt in einer alten Ausgabe (2002) die Möglichkeit von Kreuzallergien zwischen Penicillin und Cephalosporinen.

Immer mehr Allergien

Ein Positionspapier aus dem Jahr 2015 (Position paper of the EAACI: food allergy due to immunological cross-reactions with common inhalant allergens), das von europäischen Autoren veröffentlicht wurde, spricht von einer wachsenden Häufigkeit von Pollenallergien, einer Veränderung der Sensibilisierungsmuster und einer Veränderung von Ernährungsgewohnheiten, die in einem engen Zusammenhang mit dem Auftreten von neuen und bislang unbekannten Allergien aufgrund von Kreuzallergien zu beobachten und zu erwarten sind.

Zahlen bzgl. Der Zunahme von allergischen Erkrankungen in Deutschland in den letzten Jahren sind nur schwer zu bekommen. Da stehen verschiedene Zahlen im Raum, wie zum Beispiel ein Anstieg von 27 Prozent auf 31 Prozent in den Jahren 1990 bis 1998. Die Zahlen beruhen aber offenbar auch auf „Selbsteinschätzungen der Patienten“ und nicht auf wissenschaftlich verifizierbarem Datenmaterial im Sinne von Laborparametern. Für Heuschnupfen und das Jahr 2004 scheint es Zahlen zu geben, die sagen, dass 20 Prozent der Erwachsenen und 13 Prozent der Kinder in Deutschland diese Allergie ihr Eigen nennen.

Nahrungsmittelallergien treten zwischen 3 Prozent und 35 Prozent auf, was ich aber für eine relativ unspezifische Aussage halte. Aber eine steigende Tendenz ist auch hier kaum zu übersehen. Die Zahl der tatsächlichen Unverträglichkeiten beziffert der Beitrag mit weniger als 4 Prozent. Grund für diese Diskrepanz sehe ich in der Diagnose dessen, was die Schulmedizin als Heuschnupfen oder Allergie „anerkennt“. Denn mithilfe von Allergen-spezifischen IgE-Tests und den damit gewonnenen Laborparametern bestimmt die schulmedizinische Diagnostik das Vorhandensein oder das Fehlen einer Allergie. Auch diese Tests haben gezeigt (laut Wikipedia), dass in dem Zeitraum zwischen 2008 und 2011 „nur“ knapp 15 Prozent der Erwachsenen unter Heuschnupfen leiden, wo die Surveys zu Selbsteinschätzungen auf Ergebnisse von über 20 Prozent kommen.

Zwischenfazit: Die Zunahme von Kreuzallergien lässt sich als ein Resultat der Zunahme von Allergien interpretieren, die die Basis bilden für die Entstehung dieser Begleitform von Allergien.

Was lässt sich dagegen tun?

Selbstverständlich ist der erste Schritt die Vermeidung der Allergene. Dies gilt für die Allergien und Kreuzallergien gleichermaßen. Die im Internet einschlägigen Beratungswebseiten empfehlen dies als aller ersten Schritt (berechtigterweise). Neben der Vermeidung der Allergene gibt es dann noch Ratschläge wie das Kaputtkochen der Allergene. Als Beispiel: bei einer Allergie gegen Äpfel sollte der Allergiker zwar Äpfel vermeiden, kann dafür aber Apfelkuchen oder Apfelkompott essen. Einen rohen Apfel und einen Apfelkuchen ernährungsphysiologisch gleichzusetzen halte ich für eine kühne Behauptung. Denn mit der Verarbeitung werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nur die bösen Allergene vernichtet, sondern auch eine Reihe von anderen Nährstoffen und Vitaminen, sodass die Alternative zum rohen Apfel ernährungsphysiologisch kaum empfehlenswert sein kann. Dabei habe ich noch nicht von den Mengen oder Unmengen an Zucker gesprochen, die sich in so einem Apfelkuchen auch noch befinden können.

Weitere Maßnahmen und was eine Allergie letztendlich ist, das habe ich in diesem Beitrag dargestellt: Allergie - Hilfe aus Naturheilkunde und Alternativmedizin. Eine schulmedizinisch medikamentöse Therapie bringt hier mit hoher Wahrscheinlichkeit keine langfristig guten Ergebnisse, ist aber indiziert, wenn die Symptome die Lebensqualität beeinträchtigen. Die Schulmedizin bietet dann als „Langzeitlösung“ die Hyposensibilisierung an. Genau die gleichen Empfehlungen sind auch in den einschlägigen Webseiten nachzulesen. Es ist allerdings fraglich, ob eine Therapie, deren Erfolgsaussichten weniger als 50 Prozent ausmachen, als empfehlenswerte Therapie angesehen werden kann. Wenn ja, was machen wir dann mit den anderen 50 Prozent der Patienten, die auf diese Desensibilisierung nicht angesprochen haben? Mehr dazu in diesem Beitrag: Hyposensibilisierung? Nein Danke! beziehungsweise auch hier: Hyposensibilisierung und wann ist sie sinnvoll?

Ernstzunehmende Therapieansätze mit deutlich höheren Erfolgsquoten finden wir in der Schulmedizin in diesem Indikationsbereich nicht. Im alternativmedizinischen Bereich sieht dies ein wenig anders aus.

Hier hat sich das Fasten als eine vielversprechende Methode entpuppt: Heilfasten bei und gegen Allergie. Die damit einhergehende Entlastung des Gastrointestinaltrakts gibt den immunkompetenten Zellen die Gelegenheit, sich zu regenerieren und rejustieren, was sich positiv auf das Immungeschehen auswirkt.
Diese Regeneration und Rejustierung kann signifikant unterstützt werden durch die Gabe von Probiotika. Hierzu hatte ich einige Beiträge verfasst, in denen ich wissenschaftliche Grundlagen zur Sprache bringe, die diesen Effekt erklären:

Fazit

Das Phänomen der Kreuzallergien und deren vermehrtes Auftreten scheint ein Beleg zu sein für die Zunahme von Allergien in den letzten 50-60 Jahren. Statistisch gesehen fällt dies zusammen mit dem Auftreten von Impfungen, was aus methodologischer Sicht der Schulmedizin ein Beweis für die Schädlichkeit von Impfungen wäre - wenn man solche statistischen Zusammenhänge schon als Beweis ansieht.

Ob Impfungen hier einen Einfluss haben und wie selbiger dann aussieht, das bliebe noch zu klären. Ich sehe hier die Ernährung beziehungsweise die rigorose Abwendung von einer natürlichen Ernährung hin zu einer Ernährung, die auf industriell gefertigten Nahrungsmitteln basiert, als den größeren Übeltäter an. Der Verlust von Ballaststoffen in diesen „Nahrungsmitteln“ führt zu einer Verarmung der Darmflora und damit zu einer Funktionsbeeinträchtigung des Immunsystems.

Signifikante Zufuhr von Antibiotika über Rückstände in Fleisch (Eier-Tanz um Antibiotika-Hühner) und bereitwillige Verschreibungen von Ärzten (Mehr Antibiotika für mehr Infektionen) selbst bei kleinen Wehwehchen sorgen dann noch für eine Verschärfung der Situation.

Wenn es unter diesen Voraussetzungen zu keiner Vermehrung von Allergien kommen würde, dann müsste die gesamte Biologie neu geschrieben werden.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 21.11.2017 aktualisiert