Allergien – habe ich sie, und wenn ja: Welche? Dies erfährt man nur durch verschiedene Tests. Doch immer wieder werden Artikel veröffentlicht, im Ärzteblatt oder der Ärzte-Zeitung, in der Allergologen sich teils abfällig, teils beklagend über eine spezifische Sorte von Allergie-Tests äußern, die sie als nutzlos oder potentiell gefährlich betrachten.

Gemeint sind IgG-Tests, die man prinzipiell zur Testung auf Nahrungsmittelallergien für untauglich erachtet. Die Allergologen argumentieren, dass IgG-Titer nach Nahrungsmittelaufnahme bei vielen Menschen ansteigen – als natürliche Antwort auf Proteine und andere immunstimulierende Stoffe in der Nahrung. Damit wird diesem spezifischen Phänomen jeder Krankheitswert abgesprochen.

Als allergologische Erkrankungen werden nur solche Phänomene gewertet, die eine mehr oder weniger unmittelbare IgE-Antwort auslösen. Diese gelten dann als allergische Erkrankungen und sind dementsprechend zu diagnostizieren und zu therapieren.

IgE gegen IgG – 1:3

Interessant ist es zu beobachten, dass diese Interpretation immunologischer Vorgänge fast ausschließlich aus eine Fachärztegruppe kommt, die sich Allergologen nennen. Diese Ärzte aber verstehen unter einer Allergie zumeist die klassische Typ-I-Allergie mit den klassischen Symptomen wie juckende Ausschläge, Ödemen oder anaphylaktische Ereignisse. Diese werden allerdings nicht von IgG-Antikörpern, sondern von IgE-Antikörpern ausgelöst.

IgG-basierende Nahrungsmittelallergien nehmen oft Verlaufsformen an, die mit einer klassischen Allergie kaum etwas gemeinsam haben. Von daher ist es auch eher unwahrscheinlich, dass solche Beschwerden den Betroffenen zum Allergologen gehen lassen. Der Betroffene wird eher seinen Hausarzt, einen Allgemeinmediziner, aufsuchen, der aber auch meist nur symptomatisch den Patienten behandeln wird. Neurodermitis, Morbus Crohn, Migräne, rheumatische Erkrankungen, Gelenkentzündungen, Depression, Müdigkeit, Fibromyalgie usw. sind in diesem Zusammenhang als mögliche Kandidaten für eine Typ-III-Allergie zu nennen, deren Ursprung in einer Lebensmittelunverträglichkeit liegt. Und hier spielen die immer wieder unterschätzten IgG-Antikörper die zentral vermittelnde Rolle bei der Ausbildung der Erkrankungen.

Mit anderen Worten: IgG-Tests wollen und können keine IgE-Antikörper nachweisen. Sie können aber gute Dienste leisten bei der Beurteilung einer möglichen Entstehung einer Lebensmittelallergie.

Typ-I gegen Typ-III – selten : häufig

Typ-I-Allergien scheinen aus noch nicht geklärten Gründen immer häufiger zu werden, aber im Vergleich zu Typ-III-Allergien geraten sie deutlich ins Hintertreffen. Heute weiß man, dass in Europa und den USA bis zu 45 % der Bevölkerung unter Lebenmittelallergien oder –unverträglichkeiten leidet, die nicht in einer klassischen IgE-basierten Immunreaktion ausarten. Von daher werden Blähungen, Kopfschmerzen, Verstopfungen oder Durchfälle nicht mit einer Allergie in Verbindung gebracht. Dementsprechend sieht auch die Therapie dieser Symptome aus: Kopfschmerztabletten, Abführmittel, Anti-Flatulenz-Medikamente, Anti-Durchfall-Medikamente, alles symptomatische Versuche, die Symptome einer Allergie, aber nicht die Allergie selbst zu „therapieren“.

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Wie bekomme ich eine Typ-III-Allergie?

Eine gesunde Darmflora mit einer intakten Darmschleimhaut wird keine „unerwünschten“ Substanzen in den Resorptionsprozess einbinden. Eine durch Medikamente z.B. Antibiotika vorgeschädigte Darmmucosa wird deutlich durchlässiger und weniger selektiv für das, was es zu resorbieren gilt. So kann es passieren, dass zusammen mit den eigentlich zu resorbierenden Substanzen auch Fremdpartikel Einlass finden in den Blutkreislauf, was das Immunsystem dazu treibt, diese als „unerwünscht“ zu markieren.

Diese Partikel sind zumeist nicht vollkommen verdaute Komplexe, die neben der eigentlichen Nahrung noch Substrate enthalten, die bei einer ausreichenden Verdauung und einer intakten Mucosa keinen Einzug in den Blutkreislauf gefunden hätten. Diese Substrate veranlassen nun das Immunsystem eine entsprechende Antwort auf alle Komponenten auszubilden, also auch auf die eigentlich erwünschten Nahrungsbestandteile. Da die Nahrungsaufnahme ein alltägliches Ereignis ist, wird der Betroffene kaum in der Lage sein, diesen pathophysiologischen Prozess zu umgehen. Er wird also permanent mit seiner Allergie konfrontiert werden, ein weiterer wichtiger Unterschied zur Typ-I-Allergie, die nur unter sehr spezifischen Umständen ablaufen wird.

Prophylaxe

Aus dem eben beschriebenen Teil wird deutlich, wie sinnvoll und notwendig eine gesunde Darmflora und –mucosa ist. Diese ist nicht nur in der Lage, schädliche Mikroorganismen und Substanzen am Eindringen in den Organismus zu hindern, sondern auch allergische Prozesse zu unterbinden. Prophylaktische Maßnahmen, um den Darm zu sanieren, sind probiotische Nahrungsmittel, Fastenkuren, Zeolite-Anwendungen, die Einnahme von Heilpilzen, die eine starke regulierende Wirkung auf die Darmflora haben usw.

Ergo

IgG-Tests scheinen einen Sinn zu geben, wenn man die physiologischen Gegebenheiten und den Unterschied zwischen Typ-I- und Typ-III-Allergien beachtet. In der naturwissenschaftlichen Immunologie hat sich diese Betrachtungsweise schon seit langem durchgesetzt.


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Beitragsbild: fotolia.com – alexander-raths