Xarelto – Mittel der Wahl oder Mittel der Qual?

Xarelto: ein weiterer Milliarden-Produkt der Firma Bayer. Aufgabe: Blutgerinnungshemmer. Das bekannteste (und mit das älteste) Produkt aus dieser Medikamentenklasse ist Marcumar, bei dem der Patentschutz schon längst abgelaufen ist.

Aber man ist ja findig und bringt wieder ein Medikament auf den Markt (das natürlich wieder Patentschutz hat) und das dem Wohle der Patienten dienen soll. Und das Ganze natürlich „besser“ als z.B. das „alte“ Marcumar. Aber: Es gibt es eine kleine Palette von Ungereimtheiten und Fragen, die für den Patienten mit mehr als nur einem Schrecken enden könnten…

Eine evidenzbasierte Bayerische Unverschämtheit?

Xarelto ist ein Medikament, das sehr viele „Eigenschaften“ hat – ein wahres „Wundermittel“. Denn was ich so bei der Recherche fand, wunderte mich schon sehr. Das fängt bereits damit an, dass es für diese Substanz anscheinend überhaupt keine Unterlagen gibt, die die Sicherheit und Wirksamkeit über einen längeren Zeitraum beurteilen – jedenfalls habe ich keine gefunden. Und die Daten die es gibt, wurden wohl (wieder einmal?) an einer leidenden Bevölkerung erhoben, ohne Honorar für die „Versuchskaninchen“ und ohne Verantwortung für den Konzern, wenn die Sache in die Hose gehen sollte (https://en.wikipedia.org/wiki/Rivaroxaban – Long term safety).

Auch die Liste der Nebenwirkungen ist lang und unterscheidet sich weitestgehend nicht von alten Präparaten. Bayer beansprucht stolz eine etwas geringere Blutungsneigung unter Xarelto-Einnahme, als zum Beispiel unter Marcumar. Wer aber jetzt glaubt, ein todsicheres Argument für ein Umsteigen von Marcumar auf das „neue“ Bayer-Produkt in der Hand zu haben, der sollte folgendes bedenken: Blutgerinnungshemmer sind nicht einfach zu dosieren. Das gilt auch für Marcumar. Aber bei einer Überdosierung von Marcumar kann man immerhin mit hochdosiertem Vitamin K und der Gabe von Gerinnungsfaktoren den begangenen „Fehler“ einigermaßen korrigieren. Bei Xarelto ist das derzeit nicht möglich. Es ist nicht zu fassen, aber für diese Substanz gibt es kein Zurück – kein Antidot. Bei einer Überdosierung ist der betroffene Patient für die nächsten 24 Stunden und länger nach seiner letzten Dosis seinem Schicksal überlassen. Es gibt eine Studie, bei der die Gabe eines Prothrombin-Komplex-Konzentrats eine antidotähnliche Wirkung bei 12 gesunden Probanden zeigte, was aber kaum als signifikante Aussage für den klinischen Gebrauch gewertet werden kann (Reversal of rivaroxaban and dabigatran by prothrombin complex concentrate: a randomized, placebo-controlled, crossover study in healthy subjects). Jedenfalls würden Studien dieser Art mit einem Naturheilmittel sofort als qualitativ minderwertig und somit ohne Bedeutung abgetan.

Ein weiteres Highlight dieser Xarelto-Bayer-Substanz kommt auf den Patienten zu, wenn er das Medikament nicht mehr nehmen möchte. Denn dann läuft er Gefahr, dass er sich das holt, was er mit der Einnahme vermeiden wollte: Ein in diesem Fall nachträglich erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall. Die Minimalanforderung in diesem Szenario ist die Weiterführung der Antikoagulationstherapie mit einem anderen adäquaten Gerinnungshemmer – oder am besten gleich mit dem Bayer-Produkt, gell? Es wird jeden Patienten besonders freuen, wenn er erfährt, dass ein Absetzen seines sauteuren Gerinnungshemmers von Bayer zu einem Schlaganfall führen kann. Sehr wahrscheinlich führt alleine die Nachricht von dem Rebound-Effekt bei der Bayer-Substanz schon zu einem solchen.

Andere „schöne“ Nebenwirkungen (mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent): Anämien, Wundsekretionen, Pruritus (Juckreiz), Gliederschmerzen, Schwindel, Kopfschmerzen, Synkopen (Kreislaufkollaps), Bauchschmerzen, periphere Ödeme, Schwächezustände und Energielosigkeit.

Dazu gesellen sich noch medikamentöse Wechselwirkungen mit fast allem, was in der Apotheke Rang und Namen hat.

Ein Hoch auf die evidenzbornierten Zulassungsstudien

Ein Hauptvorteil von Xarelto besteht mitnichten in einer besseren Wirksamkeit, sondern in weniger Nebenwirkung im Vergleich zu den alten Gerinnungshemmern. So gesehen in der „Rocket-AF-Studie“ aus dem Jahr 2010 (die übrigens auch den Rebound-Effekt bestätigte). Eine andere Arbeit, die MAGELLAN-Studie, jedoch zeigte das komplette Gegenteil: Unter Xarelto gab es alleine am 10. Tag der Studie schon 5 Fälle von Blutungen, die für die Betroffenen tödlich endeten. Nach 35 Tagen erlagen insgesamt 7 Patienten ihren Blutungen, gegenüber („nur“) einem Fall bei der Vergleichssubstanz Enoxaparin (Handelsnamen Clexane®, Lovenox®, Xaparin), einem niedermolekularen Gerinnungshemmer ohne Lizenz zum Geld drucken, äh… Patentschutz.

Eine weitere Studie zeigte ebenfalls, dass man von der Substanz wenig Gutes zu erwarten hat: Die ATLAS ACS 2 TIMI 51 Studie (Einfluss auf das akute Koronarsyndrom), eine Studie, die von Johnson & Johnson durchgeführt wurde (http://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT00809965?term=rivaroxaban+AND+acute&rank=2), zeigte keine Wirkung auf Herzinfarkte und Schlaganfälle. Eine Verdoppelung der Dosis von zweimal 2,5 Milligramm pro Tag auf zweimal 5 Milligramm ergab auch keine günstigen Effekte auf die Mortalität, erhöhte dafür aber die Nebenwirkungen wie Blutungen. Dazu kam dann noch, dass in dieser Studie eine ganze Reihe von Patienten ausfielen und die Nachverfolgung der Patienten nur lückenhaft war – ein echtes Glanzstück in Sachen wissenschaftlicher Studie seitens der betreibenden Pharmafirma.

Heute geht man (meines Wissens) davon aus, dass Patienten mit einem zuvor durchgemachten Schlaganfall oder einer Transitorischen ischämischen Attacke (eine Durchblutungsstörung im Gehirn), nicht für eine Therapie mit dem Medikament geeignet sind. Das ist bemerkenswert, wo doch gerade diese Patientengruppe die Erste sein sollte, die von diesem neuen „genialen“ Produkt profitieren sollte.

Fazit

Nichts Neues im Westen Deutschlands, wo Leverkusen liegt. Bayer stampft eine chemische Substanz aus dem Rheinboden, die in einem gewinnträchtigen Segment menschlichen Elends (=Krankheiten), mithelfen soll, ordentlich … äh – ja was eigentlich?

Wenn es nur um die Kohle ginge, dann soll man sich nicht so zieren und die paar dummen Nebenwirkungen ruhig in Kauf nehmen. Wenn man dann die Milliardengrenze erreicht hat und es wären wirklich zu viele Patienten durch die Substanz verstorben, dann könnte man ja das Produkt immer noch vom Markt nehmen; oder man verkauft die Substanz exklusiv nach Asien – soll ja auch schon vorgekommen sein.

Der Anfang ist auch hier schon gemacht worden: Laut „Spiegel“ gab es 2012 schon 750 Nebenwirkungsfälle mit 58 Toten. 2013 waren es dann 968 Fälle mit Nebenwirkungen und 75 Todesfälle (spiegel.de/wissenschaft/medizin/bayer-blutverduenner-xarelto-unter-verdacht-a-921048.html – ich bin ja kein großer Freund des Spiegels – aber da haben die Redakteure wirklich gute Arbeit geleistet).

Jedenfalls: um den Zeitpunkt der Marktrücknahme hinauszuzögern, werden anscheinend „Xarelto-Tote“ einfach nicht als solche registriert. Der „Spiegel“ erklärt dies mit folgenden Worten: Unter anderem fehlten Daten in der vom Hersteller finanzierten Zulassungsstudie, die im renommierten Fachmagazin „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde. Stichprobenartige Überprüfungen der Primärdaten, so das „arznei-telegramm“, hätten ergeben, dass mehrere Todesfälle bei Patienten, die Rivaroxaban erhalten hatten, „infolge zweifelhafter Zensierung nicht erfasst sind“.

 

Aktualisierung vom 18.2.2014

Der neue Gerinnungshemmer von Bayer scheint nicht nur in unseren Landen in aller Munde zu sein. Auch in den USA scheint es zu brodeln. Dort ist Xarelto zwar zugelassen, aber Bayer versucht eine Indikationsausweitung durchzuboxen, die das Akute Koronarsyndrom (ACS) mit einschließt. Aber bislang sind zwei Zulassungsanträge bei der FDA abgelehnt worden – mit 10:0 Stimmen. Deutlicher geht’s kaum noch.

Bislang fällt der Indikationskatalog für die Substanz in den Vereinigten Staaten recht mager aus. Sie hat eine Zulassung für die Prophylaxe venöser Thromboembolien bei Erwachsenen nach einer Operation mit dem Ersatz von Hüftgelenken und Kniegelenken, sowie für die Prävention von Schlaganfällen bei Patienten mit Vorhofflimmern. Aber wie viele Patienten haben Vorhofflimmern oder erhalten ein künstliches Kniegelenk oder Hüftgelenk? Eine Zulassung der Substanz zur Behandlung von ACS wäre eine gewaltige Erweiterung des Patientenklientels und damit des Umsatzes. Für Europa ist diesbezüglich schon alles in „trockenen Tüchern“. Im Mai 2013 erhielt Bayer die Zulassung für ACS. In den USA ziert man sich noch.

Grund für die Ablehnung der Zulassung seitens der FDA war folgender: Der Zulassungsantrag basiert auf nur einer einzigen Studie, der von mir zuvor (im ersten Teil des Artikels) zitierten ATLAS-Studie, die ja einige „Datenlücken“ aufwies und bei der Todesfälle in der Verumgruppe (die Gruppe von Patienten, die Xarelto bekommen hatten) unterschlagen wurden. Bei dieser Studie handelt es sich um eine 90-tägige Behandlungsstudie zur Reduzierung des Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse aufgrund von Thromboembolien. Hier hatten die Betreiber nachweisen können, dass 2,5 mg Xarelto zusätzlich zu einer Standardtherapie mit Blutverdünnern in der Lage war, Todesfälle aufgrund von kardiovaskulären Ereignissen, Schlaganfälle und Herzinfarkte nach einem vorangegangenen ACS signifikant zu senken. Als „Plazebogruppe“ diente eine Gruppe von Patienten, die ausschließlich auf einen gängigen („alten“) Blutverdünner eingestellt worden waren. Die beobachteten Unterschiede waren aber statistisch kaum signifikant. Bei rund 10 Prozent der Teilnehmer war der Beobachtungszeitraum so kurz bemessen (also weit unter 90 Tagen), dass am Ende der Studie die Daten dieser Patienten nur noch von rudimentärer Natur waren und man sogar nicht wusste, ob diese Patienten noch lebten oder nicht. Und wenn man dann noch die Todesfälle in der Verumgruppe ausblendet, dann erhält man zu guter Schluss auch das Ergebnis, von dem der Bayer-Manager nachts träumt.

Für die FDA waren jedoch die 90 Tage eindeutig zu kurz. Sie interessierte sich mehr für die Langzeitwirkung von Xarelto. Darauf hin zog Bayer los und unternahm eine „Re-Analyse“, indem sie die vorliegenden Daten statistisch so aufarbeitete, dass daraus ein Langzeiteffekt abzulesen war – natürlich mit überzeugend positivem Effekt für die Substanz. Eine neue Studie diesbezüglich blieb aus (Xarelto should not be approved in ACS says FDA panel). Mit solchen Methoden jedoch lässt sich alles und jedes schön rechnen. Kein Wunder also, wenn die Firma mit solchen Unterlagen auf Granit beißt. Ich jedenfalls hätte mit einer solchen Abschlussarbeit mein Diplom seinerzeit an der Uni wahrscheinlich nicht bekommen.

Aber damit nicht genug. Bayer scheint sich diesbezüglich stur zu stellen. Denn ohne etwas wirklich zu ändern (außer der statistischen Anpassung des Wunschergebnisses), klopfen diese Leute zum zweiten Mal an die FDA-Tür und verlangen eine Zulassung für ihr Produkt. Ja, warum auch nicht, ein Versuch ist es doch wert, wenn man sich die realen und möglichen Verkaufszahlen einmal anschaut. Immerhin erzielte die Substanz 347 Millionen Dollar in der ersten Jahreshälfte und 633 Millionen in den ersten neun Monaten von 2013 ohne ACS. Mit der Zulassung von ACS in der Tasche dagegen, geht man bei Bayer von einem Umsatz von über 2 Milliarden aus. Damit ist der wirkliche McCoy: genau diese Zulassung. Denn in den USA kommen jährlich 1,2 Millionen Patienten ins Krankenhaus wegen genau dieser Indikation (FDA advisory panel gives J&J’s Xarelto resounding ’no‘ for ACS).

Während man sich in den USA Gedanken macht, ob ACS mit in den Indikationskatalog gehört oder nicht, sieht es in Europa für Bayer besser aus. Denn hier ist ACS mit von der Partie. Und weil deshalb mehr Patienten auf das Medikament eingestellt werden können, deshalb bleibt das nicht aus, was man bei einem schlecht dokumentierten Medikament erwarten kann: Nebenwirkungen der übelsten Art.

Laut BfArM gibt es schon 133 Todesfälle und 1400 Verdachtsfälle, die alle direkt auf die Substanz zurückgeführt werden können (Keine US-Zulassung für Xarelto zur Behandlung von ACS). Im Jahr zuvor waren es „nur“ 58 Todesfälle. Laut BfArM ist dies zwar ein alarmierender Befund, aber „ein Kausalzusammenhang im Einzelfall ist nicht sicher belegt“. Umso bemerkenswerter ist die offizielle Stellungnahme der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (Orale Antikoagulation bei nicht valvulärem Vorhofflimmern: Leitfaden der AkdÄ zum Einsatz der neuen Antikoagulantien Dabigatran (Pradaxa®) und Rivaroxaban (Xarelto®)). Laut AkdÄ haben die beiden neuen Antikoagulantien Pradaxa von Boehringer Ingelheim und Xarelto von Bayer keinen wirklichen klinischen Vorteil im Vergleich zu alten, bewährten Blutverdünnern. Die AkdÄ empfiehlt daher einen Einsatz der neuen Substanzen bei Patienten, „für die Vitamin-K-Antagonisten keine Therapieoption sind“ – also Therapieversager beziehungsweise bei Patienten mit hohen Nebenwirkungen. Wenn diese Empfehlung konsequent weltweit in die Praxis umgesetzt würde, dann kann Bayer seinen Umsatz-Traum von 2 Milliarden begraben. Übrigens: Pradaxa scheint ebenfalls ein Problemkandidat zu sein. Denn in dem Zeitraum von März 2008 bis November 2011 sind weltweit bereits 260 Menschen unter der Medikation verstorben. Der Hersteller beeilt sich zu betonen, dass ihr Produkt nicht gefährlicher sei als andere Blutverdünner  (zeit.de/wissen/2011-11/pradaxa-gerinnungshemmer). Toll! Und im nächsten Schritt wird daraus ein Beweis für die Ungefährlichkeit und Sicherheit gezaubert – evidenzbasierte Beweisführung der Schulmedizin halt.

„Neues“ Fazit

Vioxx, Avandia etc. – wir hatten schon lange Medikament mehr in den Apotheken schlummern, das (meiner Meinung nach) ein so „häßliches“ Potential hatte. Zumindest scheint sich der Hersteller alle Mühe zu geben, durch seine fragwürdigen Zulassungsmaßnahmen ein neues „Avandioxx“ auferstehen zu lassen. Aber in 10 Jahren wissen wir sicher mehr.

Noch weitere Fragen zu Xarelto? Nein?

Aber vielleicht zu anderen netten Mitteln und Methoden?

  • Mit HI-Viren infizierte Medikamente? Und nach Asien verkauft, anscheinend wissentlich und ohne Bedenken?
    Tödlicher Ausverkauf: Wie AIDS nach Asien exportiert wurde.
  • Antibaby-Pille gefällig? Da gibt´s doch bestimmt auch was! Und gleich noch ein paar kräftige Nebenwirkungen dazu…
    Tod durch die Pille? und Die besten Medikamente zum Krankwerden?
  • Bayer hat(te) auch einen Cholesterinsenker, genannt „Lipobay“. Im Jahr 2001 zog die Firma den Milliarden-Goldesel vom Markt zurück, da es wieder Nebenwirkungen gab, die wissenschaftlich nicht mit der Gabe des Medikaments in Zusammenhang zu bringen waren. Wie immer, war die Firma natürlich nur und ausschließlich am Wohl der Patienten interessiert:
    Der Lipobay-Skandal.

Heute gelten diese Dinge als abgehakt. Was aber nicht abgehakt zu sein scheint, ist eine Einstellung bestimmter Firmen zu den Patienten und der Firmenpolitik. Denn die „neuen“ Produkte machen anscheinend da weiter, wo die Alten aufgehört haben…

Ergänzung des Artikels am 5.12.2014 – Der Xarelto-Zwilling „Pradxa“

Die „Pharmazeutische Zeitung Online“, Ausgabe vom 5.8.2011, bringt es an den Tag: Seit 2008 ist Dabigatran, so der generische Name von Pradaxa, in der EU zugelassen für den Einsatz nach Hüft- und Kniegelenksoperationen. Seit 2011 erfolgte die Indikationserweiterung auf „Patienten mit Vorhofflimmern und Schlaganfallrisiko“. Und diese Erweiterung „dürfte für einen Umsatzschub sorgen“, so die Online-Zeitschrift damals. Denn der ist bitter nötig, da die arme Herstellerfirma Boehringer Ingelheim wegen Generika und Gesundheitsreform eine Umsatzeinbuße hat hinnehmen müssen – von 12,72 Milliarden Euro auf 12,58 Milliarden. Und um diese Katastrophe zu kompensieren, müssen Umsatz-Hämmer her, egal wie und wo. Das Resultat der Bemühungen für mehr Umsatz ist Pradaxa mit all den bekannten Verwicklungen und Konsequenzen.

In den USA wurde Pradaxa im Herbst 2010 zugelassen und galt beziehungsweise gilt als Verkaufserfolg. Mit ausschlaggebend dafür war die günstige Einschätzung der FDA, die zu erstaunlichen Schlüssen kam. Denn genau diese FDA bewertete Pradaxa im November 2012 zum Beispiel als genau so sicher wie das alte Warfarin, das auch als Rattengift genommen wird. Warum erst 2012? Zu diesem Zeitpunkt gab es erste Berichte über Fälle mit Blutungen, so dass sich die FDA genötigt sah, hier noch einmal eine Bewertung der Substanz vorzunehmen. Und die Bewertung fiel ganz im Sinne der Herstellerfirma aus: Häufigkeit von Blutungen und Pradaxa waren vergleichbar mit denen unter dem Rattengift.

Interessant an dieser Stelle, welche evidenzbasierten Arbeiten die FDA hier heranzog, um wissenschaftlich zu einer solchen Aussage zu kommen. Als erstes wurden Patientendaten und Ansprüche seitens Geschädigter von Versicherungen untersucht. Dann gab es da noch eine Art FDA interne Datensammlung zu diesem und anderen Medikamenten, das Mini-Sentinel, in dem deren eingereichte Nebenwirkungen gesammelt werden. Zu guter Letzt kam dann noch die „RE-LY“ Studie mit in die Auswertung, eine Zulassungsstudie der Firma Boehringer, die ganz tolle Ergebnisse zu der Substanz gezeigt hatte.

Die zu lesen raubt einem interessierten Leser doch glatt den Atem. Es werden lebensbedrohliche Nebenwirkungen gemeldet und da werden Versicherungsunterlagen zur wissenschaftlichen Basis der Beurteilung gemacht. Ist das die neue Form evidenzbasierter Herumfummelei? Und weil im Mini-Sentinel noch keine Tausende von Eingaben gemacht wurden, muss die Substanz doch nicht so schlecht sein, oder? Wenn wir die Versicherungen und das Mini-Sentinel mal anfragen würden, wieviele Meldungen von Nebenwirkungen von Heilkräutern und -pilzen es zu vermelden gibt, dann wären diese mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sofort auf der Liste der Patente und würden noch morgen Einzug halten in die Praxis der Schulmedizin. Denn hier würde man keine Einträge finden, schlimmstenfalls einige isolierte Fälle, die aber weit unter dem bleiben, was die schulmedizinische Pharmakologie so zu bieten hat. Und die RE-LY-Studie? Dazu später mehr…

Die neue Form der evidenzbasierten Wissenschaft, die Versicherungen und selbstgebaute Datenbanken als Bewertungsgrundlage nimmt, ließ die FDA dann zu dem Schluss kommen, dass Pradaxa einen wichtigen gesundheitlichen Nutzen liefert, wenn die Substanz vorschriftsmäßig zum Einsatz kommt. Mehr zu dieser nobelpreisverdächtigen Wissenschaft lässt sich hier nachschnüffeln: Pradaxa (Dabigatran) Bleeding Rates No Higher Than Warfarin, Says FDA

Die Wende

In genau dem gleichen Online-Journal erschien 2 Jahre später (Juli 2014) ein neuer Beitrag zu Pradaxa: Blood thinning drug safety concerns exposed.

Hier erfahren wir, dass die Tricks mit der Versicherung, der hauseigenen manipulierbaren Datenbank und der Zulassungsstudie nicht gezündet haben. Denn die Fachzeitschrift BMJ (British Medical Journal) hatte eine eigene Untersuchung gestartet, die ganz ohne Versicherungen und anderem Tamtam zu ganz anderen Ergebnissen kam.

Für die BMJ ist Pradaxa ein Blockbuster unter den Antikoagulantien. Aber – die Tatsache, dass einige Dokumentationen zur Substanz seitens des Herstellers unter Verschluss gehalten worden waren, hatte die BMJ zu einer Untersuchung ermuntert. Bei einer Gerichtsverhandlung in den USA waren diese Dokumentationen offengelegt worden. Die Wissenschaftler der BMJ sahen hier, dass der Hersteller es unterlassen hatte, einige wichtige Einzelheiten bei der Zulassung mit anzugeben, zum Beispiel die Notwendigkeit des Gerinnungs-Monitorings. Laut Angaben von Boehringer braucht beim Patienten kein Monitoring durchgeführt zu werden, was bei den alten Antikoagulantien immer der Fall sein muss. Kein Monitoring? Kein Wunder, dass das Zeugs ein Verkaufsschlager ist! Vorbei also die Zeiten, wo man alle naselang Quick-Werte machen muss, was für Arzt und Patienten richtig lästig ist.

Außerdem wurde von Boehringer nicht dokumentiert, wie man schwere Blutungen verhindert, indem die Dosis entsprechend angepasst wird. Der Hersteller behauptet darauf, dass diese Information nicht mit angegeben worden waren, da die Analysen dazu nicht „RE-LYable“ = zuverlässig waren. Mit anderen Worten, ich mache eine Analyse zu Blutungsneigung und Dosis und komme zu Ergebnissen, die mir nicht passen. Damit die Zulassung nicht gefährdet wird, unterschlage ich diese Ergebnisse. Bei der Befragung dann behaupte ich, dass die zulassungsunwürdigen und höchst wahrscheinlich sehr wohl zuverlässigen Ergebnisse einfach nur „unzuverlässig“ sind. Meine Frage wäre hier: Warum macht man denn keine Untersuchungen zu diesem Thema, die zuverlässige Ergebnisse liefern? Statt dessen wird das unter den Teppich gefegt, was möglicherweise einer Zulassung im Wege steht.

Wie zuverlässig ist „RE-LY“?

Laut BMJ gibt es nur eine einzige Studie (neben Versicherungen und Datenmanipulationsbank), die einen Nutzen von Pradaxa hat „beweisen“ können: RE-LY. Dieses Kürzel steht für „Randomized Evaluation of Long-Term Anticoagulation Therapy“.

Leider täuscht das Akronym, das „zuverlässig“ suggerieren soll, über die Qualität und Zuverlässigkeit der Studie hinweg. Denn BMJ fand heraus, dass die FDA Boehringer gegenüber einiges an Kritik zu Design und Durchführung der Studie geäußert hatte. BMJ fand weiter heraus, dass es drei (3!) Analysedurchgänge der gewonnenen Daten bedurfte, um das Ergebnis zu erhalten, das für eine Zulassung dann endlich taugte. Die Wissenschaftlerin, die die Studie für die BMJ analysierte und recherchierte, Dr. Deborah Cohen, äußert bis heute noch Zweifel daran, ob wirklich alle Nebenwirkungen in der Studie ordnungsgemäß erfasst worden sind.

Wie gesagt, 2010 wurde Pradaxa in den USA durch die FDA zugelassen. Das Medikament stellte sich auch in den Staaten als ein durchschlagender finanzieller Erfolg heraus. Aber schon Ende 2011, so konnte man den unterschlagenen Boehringer-Dokumenten entnehmen, war die Firma besorgt über tödlich verlaufende Blutungen und die Frage, ob nicht doch Hochrisikopatienten ein Gerinnungs-Monitoring benötigten. Das alles aber blieb unter Verschluss, denn man wollte sich hiermit kein Geschäft versauen.

Im Juni 2012 erfolgte eine interne Reanalyse der RE-LY Daten seitens des Herstellers. Hier sah man, dass Dosisanpassungen schwere Blutungen um 30 bis 40 Prozent reduzieren konnten. Aber auch diese Ergebnisse blieben unter Verschluss. Eine Aufforderung von BMJ wurde verweigert mit der Begründung, dass wieder einmal die Datenlage unzuverlässig und das ein Gerinnungs-Monitoring unter Pradaxa nicht notwendig sei. Toll! RE-LY Studie mit unzuverlässiger Datenlage beweist, dass hochdosiertes und nicht gemonitortes Einsetzen der Substanz absolut sicher ist! Tandaradai.

Inzwischen ist diese Form der lebensgefährlichen Geheimniskrämerei auch einigen Mitgliedern der schulmedizinischen Gemeinde zu windig. Prof. Rita Redberg von der Universität von California kommentiert dieses Vorgehen des Herstellers wie folgt: „Die Untersuchung zeigt deutlich den eklatanten Mangel an Transparenz bezüglich der Sicherheit des Einsatzes von Pradaxa ohne Gerinnungs-Monitoring“. Sie schlägt weiter vor, nicht erst Schadensersatzklagen von Patienten und Untersuchungskommissionen abzuwarten, sondern sofort einen transparenten Zugriff auf relevante Daten zu ermöglichen, um frühzeitig aussagekräftige Analysen zu bekommen.

Zurück zur Versicherung

Nachdem also die FDA Versicherungsdaten zur Beurteilung von Pradaxa herangezogen hatte und zu einem günstigen Ergebnis gekommen war, gibt es jetzt sogar eine Studie (also keine Zulassungsbehörde mit eigenem manipulierbaren Datenmaterial), die den gleichen Weg beschreitet: Risk of Bleeding With Dabigatran in Atrial Fibrillation

In dieser in der JAMA erschienen Arbeit vom November 2014 wurden ebenfalls Versicherungsansprüche in dem Zeitraum von 2010 bis 2011 untersucht. Hier wurden Patienten gesucht, die entweder Pradaxa oder Warfarin genommen hatten. Insgesamt wurden 1302 Patienten mit Pradaxa und 8102 Patienten mit Warfarin ermittelt. Die Daten der Patienten wurden auf Berichte von Blutungen untersucht. Und das Ergebnis zeigte, dass das Risiko für Blutungen unter Pradaxa im Vergleich mit Warfarin um 30 Prozent höher war für allgemeine Blutungen, 58 Prozent höher für schwere Blutungen und 85 Prozent höher für Blutungen im Gastrointestinaltrakt.

Die Autoren schlossen aus ihren Beobachtungen, dass Pradaxa ein erhöhtes Risiko für Blutungen in sich birgt und daher ein Einsatz nur unter strenger Indikationsstellung und Beobachtung erfolgen sollte. Oder mit anderen Worten: Lieber erst einmal die alten, bewährten Antikoagulantien einsetzen, denn die Behauptung von einem nicht notwendigen Gerinnungs-Monitoring ist nichts als eine lebensgefährliche Marketing-Lüge. RE-LY… rely = „sich verlassen auf“ wird zum RE-LIE = „wieder mal gelogen“ (to lie = lügen). RE-LIE scheint auch die bessere Abkürzung für die Zulassungsstudie zu sein, oder?

Zur Frage der Datenmanipulation beziehungsweise des Zurückhaltens der Boehringer Daten gibt es seitens der BMJ zwei aufschlussreiche Veröffentlichungen von oben erwähnter Frau Dr. Cohen: Concerns over data in key dabigatran trial und Dabigatran: how the drug company withheld important analyses.

Und wieder einmal: Ein Fazit…

Versicherungsdaten sind inzwischen ein anerkanntes wissenschaftliches Tool geworden, mit dem die FDA die Unbedenklichkeit und Sicherheit von Pradaxa bewiesen hat und mit dem ein paar Ärzte und Gesundheitsmanager aus Spanien und der USA das genaue Gegenteil bewiesen haben.

Für mich sind die Ausführungen der wissenschaftlichen Analysten der BMJ da deutlich vertrauenswürdiger. Versicherungsdaten aber zeigen wieder einmal in ihrer schönsten Schönheit, dass sie für jeden die Aussage bereithalten, die der Fragende zu erhalten wünscht. Das dann noch mit einem Mantel der Wissenschaft verhüllt – und schon haben wir eine Zulassung für einen neuen Killer unter den Medikamenten. So funktioniert Evidenzbasiertheit – haben Sie heute auch schon evidenzbasiert geblutet?

René Gräber

René Gräber

Ich brauche ihre Hilfe! Ihre Hilfe für die Naturheilkunde und eine menschliche Medizin! Dieser Blog ist vollkommen unabhängig, überparteilich und kostenfrei (keine Paywall). Ich (René Gräber) investiere allerdings viel Zeit, Geld und Arbeit, um ihnen Beiträge jenseits des "Medizin-Mainstreams" anbieten zu können. Ich freue mich daher über jede Unterstützung! Helfen Sie bitte mit! Setzen Sie zum Beispiel einen Link zu diesem Beitrag oder unterstützen Sie diese Arbeit mit Geld. Für mehr Informationen klicken Sie bitte HIER.

116 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar

    Natürlich gibt es Alternativen zu Xarelto:

    1) Eliquis (Apixaban)
    2) Lixiana (Edoxaban)

    Ich selbst komme momentan ganz gut mit Lixiana zurecht. Bis auf gelegentliche Einblutungen im Auge (welche ich allerdings auch schon mit Marcumar hatte) spüre ich bis jetzt keinerlei Nebenwirkungen. Es ist für mich besser verträglich, als Xarelto.

    Beim Marcumar hatte ich zum Schluss das Gefühl, in einen Vitaminmangel hineinzuschlittern, da man es bei einer gesunden Lebensweise mit viel Salat und Gemüse gleich viel höher dosieren muss! Das konnte ich mit Entsetzen während eines Reha-Aufenthaltes feststellen. Also mehr Rattengift ist erforderlich, wenn man versucht, sich besser zu ernähren! Das erscheint mir grotesk. Für Marcumar spricht aus meiner Sicht nur noch der Preis, das Medikament würde heute niemals eine Zulassung erhalten.

  2. Avatar
    Harald Drephal

    22. Oktober 2017 um 20:48

    Meine Ehefrau (76 Jahre) bekam im Februar 2017 Xarelto 20 mg wegen starker Durchblutungsstörungen im Bein und Herzvorhofflimmern.
    Im März 2017 bemerkte ich Einblutungen in das Auge und im April 2017 starkes Nasenbluten.
    Reaktion der Ärzteschaft gleich null.
    Im Mai wurde dann ein Verlust von 50 % der roten Blutkörperchen festgestellt.
    Bis Juli 2017 konnte keine Besserung erreicht werden und sie verstarb.

    Auf meine Meldung wegen Nebenwirkungen an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erhielt ich bisher nur eine Eingangsbestätigung.

  3. Avatar

    Hallo und danke erstmal für diese Website!

    Ich habe aktuell folgendes Problem: schubförmig verlaufende MS seit 2007,
    leider auch von Beginn an hoch aktiv, teilweise alle 2 Monate
    mit neuem Schub. Nachdem man mir nun schon 2 Substanzen verabreichte,
    und man es immer noch nicht eindämmen könnte, bin ich jetzt beim dritten
    Medikament namens Lemtrada.
    Im Dezember 2017 bekam ich wieder einen Schub, 4 Tage Kortison , direkt
    im Anschluss eine tiefe Beinvenen Thrombose. Ich sollte Xarelto nehmen.
    Nach 3 Wochen setzte sich schnell verschlechternder Schwindel ein.
    Nach 4 Tagen Erbrechen am Stück landete ich dann stationär im KH.
    MRT ergab 3 Entzündungsherde! Wieder 5 Tage Kortison plus Lemtrada Phase II.
    Es dürften also nun keine Schübe mehr kommen. Nach 10 Tage KH wieder nach Hause.
    Weitere 2 Wochen später, der Schwindel ist nicht weg. Der Hausarzt wollte mir
    dann schon wieder Xarelto andrehen weil heparin (clexane) ja so teuer sei!
    Habe much geweigert. Also stellt er mich auf marcumar ein! Nächster Fehler!
    3 Tage später verschlechtert sich der Schwindel massiv. Wieder zurück auf Station.
    MRT nicht möglich da ich nicht mehr in der Lage bin auf dem Rücken zu liegen, dadurch
    wird extremer schmerzhafter Schwindel plus Erbrechen ausgelöst.
    Zwischenzeitlich diagnostizierte mal mir Lagerungsschwindel, was man heute wieder
    zurück nahm …. marcumar wurde abgesetzt (mein INR lag bei 3,4 !) ich kann immer noch
    nicht aufstehen oder mich minimal bewegen ohne dass mir schlecht wird.
    Kommenden Freitag habe ich nun einen Termin in der einzigen Kölner Praxis in der ein
    MRT im sitzen gemacht werden kann.. gespannt was bei raus kommt.
    Fragt sich nur: WAS hat mich denn in diese Lage gebracht !? Die Blutverdünner ?
    Klingt zumindest danach, ist schon verdächtig dass ich diese Probleme habe seit
    ich mit den Blutverdünner anfangen musste…
    Grüße aus Köln!

    Antwort René Gräber:
    Ich würde diese umfassende Frage gerne im Yamedo-Forum sehen. Das wäre passender als das hier im Blog zu diskutieren.
    Möchten Sie die Frage mal bitte dort stellen?
    https://www.yamedo.de/forum/

  4. Avatar

    Meine Kollegin nimmt seit neustem Xarelto. Ihr wurde gesagt, dass Blutungen kein Thema mehr sind, da sie einfach sofort damit aufhören kann und sogar gerade eine Operation durchgeführt werden könnte. Nun lese ich praktisch das Gegenteil. Das gibt mit zu denken!!!
    Ich selbst nehme seit 3 Monaten Pradaxa. Vorher nahm ich nach 2 Lungenembolien und sonstigen Beschwerden (auch eine Hirntumoroperation, gutartig) 12 Jahre Marcoumar. Da ich jedes Mal nach dem Quick noch zum Arzt musste und Fr. 50.- für das Eintragen in der Tabelle bezahlen musste, wollte ich wechseln. Da ich ein Medikament ohne Laktose nehmen muss, blieb mir nur das vorgeschlagene Pradaxa. Nun lese ich auch zu diesem Medikament nicht viel Gutes. Man ist den Aerzten einfach ausgeliefert. Zudem wurde mir gesagt, dass es bei Pradaxa auch möglich sei, bei einer Blutung ein „Gegenmittel zum Stoppen der Blutung“ zu geben. Wie verhält es sich wohl damit? Hat da jemand vielleicht Erfahrung?

  5. Avatar
    Hans Kremer

    1. Juni 2018 um 13:07

    Vielen Dank für Ihren aufschlussreichen Bericht bzgl. Xarelto. Dadurch wurde mir jetzt klar, warum meine Frau 2014, einige Wochen nach Absetzen von Xarelto, einen Schlaganfall erlitt
    und außerdem eine Anämie festgestellt wurde, die weder von Blutungen im Magen bzw. Darm
    herrührten, was durch Magen/Darmspiegelung ausgeschlossen wurde.
    Alle in Ihrem Bericht geschilderten negativen Fakten/Nebenwirkungen sind in unserem Falle leider eingetreten. Unter mehrjähriger vorheriger Verabreichung von Macumar waren keine Nebenwirkungen aufgetreten.
    Mit Eliquis, was meine Frau nachdem Schlaganfall 2014 bis heute 2018 einnimmt, sind glücklicherweise keine negativen Ereignisse bzw. Nebenwirkungen aufgetreten.
    Von den behandelnden Ärzten haben wir keine Informationen erhalten, das Xarelto der Auslöser des Schlaganfalls und der Anämie gewesen sein könnte !!!
    Warum auch ??? Die Glaubwürdigkeit in die Schulmedizin wurde dadurch nicht gestärkt.
    mfg
    hans kremer

  6. Avatar

    Guten Tag.
    Meine Mutter nimmt Xarelto und würde gern wissen, ob sie trotzdem nebenher Vitamin B12 Tabletten und Vitamin D3 Tropfen einnehmen kann.
    Vielen Dank

  7. Avatar
    Andreas Lienhart

    11. September 2018 um 12:52

    Xarelto Mittel der Qual, hatte Muskelbeschwerden, sodass ich kaum noch gehen konnte. Damals war ich 46 Jahre und leidet unter Vorhofflimmern, seit 3 Jahren nehme ich Sintrom… keine Probleme

  8. Avatar

    Aber was soll man denn bitte tun, wenn z.B. mit 16 Jahren schon die erste Lungenembolie dank genetisch vererbter Blutgerinnungsstörung erlitten wurde?!.

    Wollen sie mir allen ernstes erzählen das täglich ein glas Zitronensaft mit Knoblauch das ganze auch in den Griff bekäme?

    Dieser Artikel macht mich sehr wütend, denn es gibt viele Menschen die dadurch nur unnötig verunsichert werden.
    Hier geht es ja nicht einmal um eine objektive Beurteilung, sondern es werden nur die negativen Eigenschaften aufgezählt und diese wiederum mit irgendwelchen haltlosen Studien belegt.
    Ist doch klar das sich die Todesfälle häufen, weil es eine Medikamentengruppe ist, welche meistens alten Menschen verschrieben wird, die eh schon zu wenig Bewegung und ein umfassendes Krankheitsbild haben.
    Ob ein Medikament wirtschaftlich gesehen zugelassen wird ist eine Sache, ob man deshalb gleich seine komplette Wirkungsweise anzweifeln/verurteilen sollte eine andere.

    Mir hat das Standard Mittel „Marcumar“ damals sehr geschadet weil;
    -Die Wirkung der aktuellen Dosis nur schwer einzuschätzen war
    -man regelmäßig kontrollieren muss (was als Schülerin/Ausbildung nur umständlich geht)
    -es sehr leicht vom Essen (z.B. etwas Spinat) beeinflusst wurde
    -Ich unter Langzeitnebenwirkungen litt welche dem Krankheitsbild „Parkinson“ sehr ähnelten

    Alles in allem bin ich also sehr glücklich darüber das man versucht Alternativen wie „Xarelto“ auf den Markt zu bringen und erst wenn das geschafft ist kann man auch richtige Studien durchführen die den Patienten weiterhelfen.

    Natürlich hat auch dieses Medikament Nebenwirkungen, aber wenn sie ernsthaft an Herzkreislaufproblemen ( Thrombosen, Herzinfarkt, Vorhofflimmern etc.) erkrankt sind schmeißen sie BITTE NICHT gleich die ganze Packung weg, sondern besprechen lieber mit dem Hausarzt/Apotheker des Vertrauens ihre Ängste und Alternativen!.
    Ärzte haben in solchen Fällen klare Argumente für die Einnahme und erklären auch gerne nochmal wie das Medikament wirkt und warum das in ihrem Fall wichtig für sie ist.
    Es geht hier schließlich um unsere Gesundheit und um unser Leben und das Medikament wegschmeißen/absetzen bringt „den Pharmakonzernen eins auswischen“ nichts!

  9. Avatar
    Christa Keller

    8. Februar 2019 um 01:26

    Hallo,
    ich nehme seit mind. 1 Jahr Xarelto ein. Seit einigen Monaten habe ich oft Blut im Urin.
    Manches Mal ganz dunkelbraun.
    Nun hatte ich eine grössere Zahn-OP und habe Xarelto 2 Tage vor und 1 Tag danach weggelassen. In dieser Zeit war mein Urin ganz normal.
    Und jetzt nach der ersten Einnahme nach OP geht es schon wieder los mit rotem Urin. Frage: ist das gefährlich? Gibt es vielleicht ein Medikament, das diese Blutungen nicht macht?
    Danke im voraus für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüssen Christa Keller
    PS.: Hatte im Oktober eine TIA.

  10. Avatar

    Ich habe nach einer Oberschenkel- und Oberschenkelhalsfraktur zuerst MonoEmbolex bzw. Clexane bekommen. Ergebnis: ich habe mir monatelang die Seele aus dem Leib gespuckt, in 2 Monaten 20 kg abgenommen, ich habe 80 Prozent meiner Haare verloren. Es wusste nur niemand, dass es vom Heparin kam. Eine Apotheke kam dann drauf.
    Nach der letzten OP bekam ich Xarelto. Und ich war mehr als zufrieden, keinerlei Nebenwirkungen. Es melden sich zu diesen ‚Gesprächen‘ meistens nur die, bei denen es daneben gegangen ist. Man hat bei jedem Medikament irgendwelche Risiken. Ich kann nur sagen, Danke Xarelto.

  11. Avatar

    Liebe Xarelto Beführworter,
    schaut einfach Mal rüber in die USA “WAS“ dort seit Jahren über und mit Xarelto passiert.
    Zb. die Todesfälle (Anzahl pro Jahr – sehr hoch…!!!), die Klagen der Todesfälle/Hinterbliebenen usw. und es wird/werden immer mehr…!!!
    Schaut Euch auch die Doku “gefährliche Medikamente“ an.
    Verschließt weiterhin Eure Augen davor und Ihr werdet sehen, WAS Ihr sehen werdet oder auch nicht.
    Lieber Herr Gräber,
    ich danke Ihnen von ganzem Herzen für Ihre unverblümte, ehrliche und wahre Aufklärung.
    Ich bin glücklich und unendlich dankbar, dass es Sie gibt.

    Ps.:
    ALLES worüber Sie berichten, ist IMMER sehe lesenswert und SEHR hilfreich, wirklich ALLES – Ihre Aufklärung ist mehr Wert, als alles Geld der Welt…!!!
    Ich verschlinge jeden Ihrer Beiträge?

    Vielen Dank für alles.
    Liebe Grüße,
    U.Klinik

    Antwort René Gräber:
    Ganz herzlichen Dank für dieses Vertrauen! Deswegen an dieser Stelle (wieder einmal) mein Hinweis: Bitte glauben Sie mir kein Wort! Prüfen Sie alles und finden Sie für sich die stimmigste Lösung.

  12. Avatar
    Hubert Gotthard

    10. August 2019 um 08:28

    Ich bin gewiss kein Freund der Pharmazie, aber was Xarelto betrifft habe ich andere Erfahrungen gemacht. Hatte im August 2018 eine Lungenembolie und bekam Xarelto 20mg, bereits nach ein paar Tagen war meine mittägliche Müdigkeit verschwunden,
    bin jetzt im August 2019 bei 10mg und in der ganzen Zeit keinerlei Nebenwirkungen, die ich im Allgemeinen immer bei Medikamenten habe. Im Gegenteil, ich hatte vorher fast täglich über Jahre Nasenbluten beim Zähneputzen, seit einem Jahr überhaupt nicht mehr. Mein Hausarzt ist darüber sehr verwundert, kann sich dies auch nicht erklären.
    Also Xarelto ist für mich das erste Medikament das sofort half ohne irgendwelche Nebenwirkungen.

  13. Avatar

    Liebe Herzpatienten
    Vor einigen Jahren bekam mein Mann (schwere Herzinsuffizienz) „Xarelto“ verschrieben Er nahm bis zu diesem Zeitpunkt nur Aspirin Cardio und „Entresto“. Nach ein paar Tagen stand er dann mitten in der Nacht vier Stunden lang mit Nasenbluten am Lavabo, Tage später dann noch einmal dasselbe. Der Arzt sagte dazu, dass es „leider“ kein Gegenmittel gebe, er solle einfach die Dosis reduzieren. Mein Mann fasste das sündteure Zeug nie mehr an und lebt erstaunlicherweise immer noch ….oder gerade deshalb!

  14. Avatar

    Habe seit vielen Jahren ständiges Vorhofflimmern und deshalb rund 15 Jahre lang Marcumar genommen, trotzdem mehrfach eine TIA gehabt. Zum Schluss waren die Blutergüsse an Armen und Beinen so groß, dass ich mich geweigert habe, das Mittel weiter zu nehmen.
    Mir wurde dann vom Kardiologen Xarelto empfohlen, die Argumente dafür erschienen mir schlüssig und vernünftig, also habe ich gewechselt. Nach jetzt ca. 4-jähriger Einnahme habe ich bislang keinerlei Nebenwirkungen gehabt, aber mir ist trotzdem sehr unwohl bei der Einnahme, denn all die Gegenargumente sind nicht einfach vom Tisch zu wischen.
    Meine Bedenken allerdings werden sowohl vom Internisten als auch vom Kardiologen nicht geteilt, gerade weil mir das Mittel bisher so gut bekommt sei ich doch bestens versorgt und müsse mir keine Sorgen vor einem Schlaganfall machen.
    Nur: Ich selbst würde lieber heute als morgen zu einem ungefährlicheren Mittel wechseln, aber dazu müsste ich meine Ärzte wechseln, zu denen ich seit Jahrzehnten gehe, und das ist doch ein gewaltiger Schritt für mich.
    Was also soll ich nun tun? Bin sehr verunsichert.

    Antwort René Gräber:
    Also: Es ist ja nicht so, dass das Mittel nicht das tut, was es soll. Und da sie das jetzt schon 4 Jahre nehmen und es Ihnen gut damit geht, würde ich jetzt keine Veranlassung sehen, dass Sie das jetzt ändern, bzw. wechseln. Wenn Sie auf die schulmedizinische Option setzen und damit zufrieden sind, sollten Sie sich nicht weiter verunsichern lassen.

  15. Avatar

    Welches ist bei andauerndem Vorhofflimmern die nicht-schulmäßige Option zu Xarelto?

    Antwort René Gräber:
    Es gäbe zwei Ansatzpunkte:
    a) Das Vorhofflimmern eventuell mit bestimmten Vitalstoffen oder auch Homöopathatika in den Griff zu bekommen. Die Chancen sind bei manifestem Flimmern zwar nicht hoch, aber aus meiner Sicht einen Versuch wert. Die Vitalstoffe dazu beschreibe ich in meinem Buch: https://www.renegraeber.de/herztherapie.html
    b) „Blutverdünner“: hier würde ich auf Optionen setzen, die eine „natürliche“ Antikoagulation haben. Dazu können Substanzen wie der Reishi, Entsäuerung und bestimmte Homöopathika gehören. Ich kontrolliere solche „Maßnahmen“ anhand Blutentnahmen, u.a. auch mit dem Dunkelfeldmikroskop.
    Beides sind aber Maßnahmen für die man eine versierte „Begleitung“ braucht.

  16. Avatar

    Nach jahrelanger nebenwirkungsfreier Einnahme von Marcumar/Phenprocoumon wird mir nun vom Hausarzt dringend geraten, der „geringeren“ Nebenwirkungen wegen zu Xarelto zu wechseln. In derselben Arztpraxis erzählt mir ein anderer Patient, dass ihm der Arzt mitteilte, Marcumar stünde ab demnächst nicht mehr zur Verfügung und es bliebe ihm nichts anderes übrig als zukünftig Xarelto einzunehmen.

    100 Stück Phenprocoumon kosten 17,98 €
    98 Stück Xarelto kosten 320,74 € – honi soit qui mal y pense.

    Ich selbst werde demnächst soweit sein, aufgrund der Einnahme von Mikronährstoffen auf beides verzichten zu können. Damit wäre das Ganze ad absurdum geführt.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Die wahren Ursachen warum Sie wirklich krank werden...
... und was die Schulmedizin nicht wirklich erzählt und auch nicht versteht. Fordern Sie jetzt Ihren kostenlosen Naturheilkunde-Newsletter an. Alle Informationen sind direkt von mir - aus der Naturheilpraxis von René Gräber:
Der Newsletter ist absolut kostenlos. Sie verpflichten sich zu nichts. Sie können sich jederzeit wieder Abmelden mit einem einfachen Klick am Ende jeder E-Mail. Informationen zum Versandverfahren, den Statistiken, sowie Widerrufsmöglichkeiten finden Sie in der Datenschutzerklärung auf dieser Webseite.