Avandia – ein evidenzbasiertes Desaster

Diabetes ist eine Erkrankung, bei der Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgrund der oft entgleisten Stoffwechsellage vorprogrammiert sind. Daher muss es das Bestreben einer Behandlung sein, diesen Stoffwechsel stabilisieren, um genau diese “unschönen” Konsequenzen zu unterbinden. Avandia hat sich nun als ein evidenzbasiert zugelassenes Medikament entpuppt, was vordergründig den Blutzuckerwert senkt.

Dafür lässt es offensichtlich die Konsequenzen unberührt.

Nicht nur das.

Es scheint diese noch zu verstärken.

So sind die Raten für Infarkte und das auftreten plötzlicher Herztode unter der Medikation deutlich gestiegen, ein Phänomen, was man ja durch die Behandlung eigentlich verhindern wollte. Man munkelt von ca. 80.000 Avandia-Toten in den letzten 10 Jahren weltweit.

Nachdem die Arzneimittelbehörden in Europa dies eingesehen haben, konnten sie sich endlich dazu durchringen, das Medikament zu verbieten. In den USA, die sonst eher Vorreiter für eine progressive Medizin sind, hat die FDA kein Verkaufsverbot für das Medikament durchgesetzt, sondern es bei verschärften Auflagen belassen.

Es bleibt zu fragen, ob die Nebenwirkungen und fatalen Wirkungen von Avandia sich auch an die verschärften Auflagen halten. Von daher ist dieser Schritt der FDA kaum zu verstehen. Aber auch in den Staaten gibt es die Pharmalobby. Und die von Glaxo ist bekannt für ihre Effizienz.

Kurz zur Erinnerung: Die Schweinegrippe-Pandemie 2009 war für den Impfstoffanbieter Glaxo ein mollig warmer Geldregen. Die WHO rief die höchste Alarmstufe aus, obwohl unter der Schweinegrippe deutlich weniger Menschen starben als unter einer “normalen” Grippe. Nutznießer: Alle Impfstoffanbieter, die vertragliche Vereinbarungen mit (der WHO? und) den Regierungen der meisten Länder hatten, im Falle der höchsten Alarmstufe sofort mit der Impfstofflieferung zu beginnen. Selbstredend kann hier nicht davon ausgegangen werden, dass diese Lieferungen kostenlos und damit zum Wohle und Errettung der Menschheit vorgenommen wurden.

Avandia ist seit 2000 für ganz Europa zugelassen. Es ist eines der meist verkauften Medikamente schlechthin, sozusagen ein “Gassenhauer”. Diabetes Patienten nehmen die Substanz (der generische Name ist „Rosiglitazon“), um die Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin zu erhöhen. Dadurch soll es zur Senkung der Insulinresistenz kommen, die für fast jeden Typ-2 Diabetiker gegeben ist. Soweit die Idee bzw. die Theorie.

Die Praxis zeigte aber dann, dass man bei Glaxo die evidenzbasierten Belege für das Auftauchen der Herzprobleme lieber ignorierte. Das Skandalöse an dieser Ignoranz ist, dass die Firma über dieses Risiko schon von Anbeginn der Zulassung wusste. Reaktion der Firma auf Kritiker, die sich dieses Problems annahmen: Man brachte sie zum Schweigen.

Ein internes Gutachten von Februar 2010 innerhalb der FDA tauchte dann bei der “New York Times” auf. Dieses spricht von 500 Herzinfarkten und 300 Herzinsuffizienzen monatlich, bedingt durch die Einnahme von Avandia. Das Gutachten kommt auch zu dem Schluss, dass ein Alternativmedikament diese Nebenwirkung nicht mit sich bringt.

Und dabei sind die “normalen” Nebenwirkungen der Substanz auch nicht zu verachten: Gewichtszunahme (von Leuten, die meist schon übergewichtig sind und dies der Grund für ihre Erkrankung darstellt), Ödeme und vermehrtes Auftreten von Osteoporose. 2007 gab es schon eine Metaanalyse zur Substanz, die damals schon ein 43 Prozent erhöhtes Infarktrisiko belegte.

Genau diese Metaanalyse war dann auch der Anlass für das FDA Gutachten. Selbiges nimmt auch Stellung dazu, wie Glaxo mit dem Sachverhalt umgegangen ist: Negative Studien und Avandia-Kritiker wurden diskreditiert, eigene nicht so positive Ergebnisse verschwanden im Reißwolf, und Patienten wurden mitnichten über ihren „Tanz auf dem Vulkan“ informiert.

Was also tun, wenn man als Diabetiker auf Avandia eingestellt worden ist? Einfach die Substanz absetzen? Sicherlich ist dies nicht der Weisheit letzter Schluss. Ein rascher Besuch beim Hausarzt ist angezeigt, mit dem dann die Alternativen besprochen werden müssen. Vielleicht ist dieses Desaster ein Anstoß, sich einmal Gedanken um weniger evidenzbasiertes Geschwafel zu machen, dafür aber um alternative Strategien.

Diese würden Gewichtsreduktion, körperliche Bewegung, Stressabbau, Kalorienrestriktion, bessere Ernährung etc. beinhalten. Sicher ist, dass durch diese Maßnahmen die Infarktraten nicht in die Höhe getrieben werden.

René Gräber

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35 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar

    Ein unglaublicher Skandal in Anbetracht dessen, was Medikamente wie Vioxx, Avandia, Cholesterinsenker, etc. alles angerichtet haben.
    Mir selbst wollte eine Ärztin im Jahre 2004 das „sehr gute“ Schmerzmittel Vioxx verordnen. Ich antwortete ihr, dass ich zuerst den Beipackzettel studieren wolle, bevor sie es mir verordne (ich vertraue einem Arzt bzw. seinen medikamentösen Verordnungen nicht vorbehaltlos).
    Jedenfalls lehnte ich Vioxx aufgrund des Inhaltes auf dem Beipackzettel und aufgrund meiner Intuition ab. Und eine Kollegin, die Vioxx im Jahre 2004 bereits seit ein paar Wochen einnahm, setzte dieses Medikament sofort selber ab, als ich ihr kundtat, dass ich dieses Medikament auf gar keinen Fall einnehmen werde.
    Etwa vier Monate später berichteten die Medien (Zeitungen/TV), dass Vioxx aufgrund von lebensgefährlichen NW und Todesfällen vom Markt zurückgenommen wurde.

  2. Avatar

    Das größte Problem bei all dem chemischen Mist ist, dass viele ihre Lebensweise nicht ändern wollen. Kein Gewicht reduzieren, nicht mehr Bewegung und Sauerstoff an frischer Luft, sondern nach dem Motto gehen: Ich hol mir ne Pille – mache aber weiter so wie bisher. Das habe ich nun schon sehr oft im persönlichen Umfeld immer öfter gehört. So heitzen sie damit natürlich die Konzerne an. Der Arzt gibt auf- da er eh gegen Mauern redet, wenn er schon einmal auf diese Alternativen setzt und verschreibt dann halt „die Pille“ um den Patienten ruhig zu stellen. Gerade hat ein 67jähr. Bekannter nach 3 Bypässen eine OP hintersich da 2 wieder dicht waren. Nur 8 Wochen später dann Schlaganfall. Fragen sie mich mal zu seinem Lebenswandel. Starkes Übergewicht, keine Bewegung mehr, Diabetes2, ist aber nicht bereit etwas zu ändern. Mit 10 Medikamenten vollgestopft, meint er weiter so leben zu können. Fragt sich nur noch ob er damit die nächsten Jahre überlebt. DIe Abstände werden kürzer.

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    Jürgen Frost

    12. Juni 2018 um 01:30

    Guten Tag,
    bei der „Gesundheitsreform“ vor einigen Jahren, konnte man die Macht der Chemiefabriken bemerken. Da wurden durch die Zusammenarbeit der Pharma-Lobby und der Politik hochwirksame Naturheilmittel als Medikament diskreditiert und aus der Behandlung der Ärzte verbannt. Eine solche asoziale, psychopathisch belastete System Struktur brauchen die Bürger nicht. Die sich in die Gesellschaft aktiv einbringenden Bürger sollten ein Mitsprache-Recht haben oder Einspruchs-Recht, denn nur so funktioniert eine echte, reale Demokratie. Chemie wirkt oftmals nur als Narkotikum und nicht heilend. Naturheilmittel wirken da biologisch aktiv mit weniger Nebenwirkungen.

  4. Avatar
    Jürgen Frost

    12. Juni 2018 um 01:33

    Guten Tag,
    bei der „Gesundheitsreform“ vor einigen Jahren, konnte man die Macht der Chemiefabriken bemerken. Da wurden durch die Zusammenarbeit der Pharma-Lobby und der Politik hochwirksame Naturheilmittel als Medikament diskreditiert und aus der Behandlung der Ärzte verbannt. Eine solche asoziale, psychopathisch belastete System Struktur brauchen die Bürger nicht. Die sich in die Gesellschaft aktiv einbringenden Bürger sollten ein Mitsprache-Recht haben oder Einspruchs-Recht, denn nur so funktioniert eine echte, reale Demokratie. Chemie wirkt oftmals nur als Narkotikum und nicht heilend. Naturheilmittel wirken da biologisch aktiv mit weniger Nebenwirkungen. So wurde die hervorragende Naturheilmittel-Firma MADAUS in die Existenz-Not getrieben, dank „Gesundheit-Reform“, die den Chemiefabriken mehr Vertriebsmöglichkeiten boten, durch Ausschaltung der Naturheilkunde-Medizin.

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    Johann Niedermayer

    4. Oktober 2018 um 16:09

    Diabetes beruht auf dem zwischen Zucker und Vitamin C herrschenden Antagonismus. Bei einem Mehr an Zucker kommt weniger von dem vorhandenem Vitamin C an seine Zielorte.

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