Wikipedia und ihre Verbündeten gegen die alternative Medizin

Früher habe ich das Online-Lexikon Wikipedia geschätzt. Viele Menschen machen sich die Arbeit, um dessen Artikel zu verbessern und zu erweitern. Dabei sind alle Autoren zu Grundsätzen verpflichtet, um die Qualitäts-Standards und damit die Glaubwürdigkeit des Portals zu wahren.

Deshalb war Wikipedia für mich eine veritable und zitierfähige Quelle. Doch irgendwann musste ich feststellen, dass bei Wikipedia mit zweierlei Maß gemessen wird. Offensichtlich werden manche Beiträge zensorisch manipuliert, um den Eindruck zu erwecken, als wenn Autoren nicht korrekt arbeiteten. Unerwünschte Meinungen und sogar Fakten zu einigen Themen werden rigide unterdrückt.

Hinter der Propaganda steckt ein ganzes System

Wikipedia ist zu diesem Zweck mit mehreren Organisationen insgeheim verknüpft. Die Mittel der Agitation sind dabei weniger die sachliche Auseinandersetzung, sondern ein Weltanschauungsstreit mit teils grotesken, teils die Gegner diffamierenden Zügen. Motto der atheistisch geprägten Verbände und der Humanistischen Partei ist dabei: Wer Gott oder sonstigem Aberglauben anhängt, der glaubt auch an die Wirksamkeit der Homöopathie.

Die naturheilkundliche Methode wird so eingespannt in eine existenzphilosophische Kampagne. Zunächst werden nicht-atheistische Weltanschauungen als „irrational“ deklariert, um Andersdenkende sozusagen als unzurechnungsfähig abzustempeln.

Menschen, die die Homöopathie unterstützen oder praktizieren, gehören nach der Darstellung der Agitatoren auch in diese Kategorie und werden letztlich in die Ecke geistiger Verwirrung gestellt. Auf subtile Art und Weise folgt auch Wikipedia dieser Argumentations-Kette. Zugute kommt dem Online-Portal dabei sein seriöser Ruf.

Alternativen zu Wikipedia und die Kontrolle von Außen

Nicht ohne Grund gibt es einige Initiativen, die Wikipedia den Nimbus des glaubwürdigen Universallexikons nehmen wollen. Aufklärung und Kontrolle leistet hier das Projekt wiki-watch. Leitendender Mitarbeiter ist Johannes Weberling von der Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder. Der Historiker und Jurist beklagt, dass es bei Wikipedia „in keiner Weise ein Qualitäts- oder Vollständigkeitscontrolling“ gäbe und auch „keinerlei Möglichkeiten, valide Begriffe dort nachzusuchen, von denen man sich sicher sein kann, dass sie wirklich stimmen“.

Das Projekt FreeWiki ist erklärtermaßen eine Alternative zu Wikipedia. Ideologische Manipulationen und Zenur sollen dort nicht stattfinden. Kritisch sehen die Initiatoren, dass Wikipedia mittlerweile „nahezu ein globales Informations- und Meinungsmonopol“ innehat. Diese Stellung benutzt Wikipedia immer dort, wo eine „materialistisch-mechanistische(n) Weltsicht“ und die Dogmen „des Neoliberalismus und staatskonformer westlicher Politik“ propagiert werden sollen.

Infolge dieser Bestrebungen werden „Korrekturversuche“ einiger Artikel und sogar die „beteiligten Autor*innen“ von „Wikipedia-Administratorinnen und Administratoren gezielt gesperrt“. Diese Vorwürfe erhebt FreeWiki in der Einleitung seiner Website im Absatz „Verhältnis zu Wikipedia“. Auf Wikipedia hingegen, wo sonst jedes Kinkerlitzchen breitgetreten wird, kann man über FreeWiki wenig erfahren.

Eine ausführliche Darstellung fehlt, nur ein einfacher Eintrag in der Liste der Online-Enzyklopädien ist bei Wikipedia vorhanden. Auffällig dabei: „Freewiki“ erscheint hier ausnahmsweise in schwarzer Schrift, nicht in Blau oder Rot. Das heißt: Man kann weder einen Artikel aufrufen (den es ja auch nicht gibt), noch poppt beim Draufklicken die Option „Bearbeiten“ auf. Wenn etwas abgesperrt ist, kann eben auch keiner dabei gehen. So erspart man sich dann Sanktionen.

Das sind die Gameplayer im Spiel gegen die Alternativ-Medizin

Die Alternative Medizin wie auch die Homöopathie werden von einem Netzwerk bekämpft, dessen seltsamste Spinne die Internetplattform psiram.com ist. Seltsam deswegen, weil die Website zwar ein Impressum hat, in dem in Zuwiderhandlung gegen das Telemediengesetz kein einziger Verantwortlicher namentlich genannt wird.

Die absolute Anonymität begründen die Autoren mit einem Totschlag-Argument: Nötig sei das Versteckspiel deshalb, weil „die Autoren vor Belästigungen und Schlimmerem“ geschützt werden müssten.

Denn man habe „bereits erleben müssen, dass Kritiker der Germanischen Neuen Medizin von jungen Männern in schwarzen Stiefeln und mit Glatzen belästigt werden.“ Überprüfbar sind die Behauptungen aufgrund der Anonymität freilich nicht. Allerdings sind die Vermutungen, psiram-Administratoren wären auch bei Wikipedia aktiv, auch nicht belegbar. Doch es gibt Anhaltspunkte dafür.

Wikipedia ist Teil des Systems

Dafür spricht die Art der tendenziösen Darstellung der Homöopathie bei Wikipedia. Auffällig in dem Wikipedia-Beitrag ist die Anmerkung, dass „die Lehre der Homöopathie (wird) zu den Pseudowissenschaften gezählt“ wird.

Die Autoren erwecken so den Eindruck, als könne eine höhere Instanz diese Klassifizierung allgemeingültig festlegen. Gleichzeitig erspart die Passivkonstruktion des Satzes den Autoren die Nennung von Personen, Quellen oder Organisationen, die für die Vorgabe solcher Wertungen angeblich zuständig sind.

Der Ursprung dieser Einordnung mit Absolutheitsanspruch ist eindeutig ideologischer Natur. Und hier schließt sich der Kreis zum Ansatz von psiram, dessen Selbstbezeichnung eine Abkürzung für „Pseudowissenschaft, Irrationale Überzeugungssysteme, Alternative Medizin“ sein soll.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter „Unabhängig. Natürlich. Klare Kante.“ dazu an:

Argumente wie ein ideologischer Eintopf

In den psiram-Beiträgen wird alles Mögliche in eine Tonne gestampft und als Aberglaube deklariert: „Braune Esoterik, Anthroposophie“ (man beachte die perfide Reihenfolge), „Esoterik, Karma“, „Alternative Heilmethoden“ und anderes mehr. Tatsächlich Scheinheiliges und Verwerfliches (Nazikram), Seriöses und Altehrwürdiges (Buddhismus) werden in einem Atemzug genannt und damit praktisch auf eine Stufe gestellt.

Hier wird nicht nur vom Hundertsten ins Tausendste argumentiert, sondern auch vereinfacht und verdreht. Radikaler Atheismus, wie er bei psiram gepflegt wird, hat selbstverständlich seine Existenzberechtigung. Aber für ein Schwarz-Weiß-Denken, dass keine Differenzierungen mehr zulässt, ist kein sinnvoller Beitrag zum Thema „Homöopathie“.

Das hat dann nichts damit zu tun, dass begründete Kritik an der Naturheilkunde nicht legitim wäre.

Das einflussreiche INH und die verbündete GWUP

Eine weitere Spinne im Netz der Homöopathie-Feinde ist das Informationsnetzwerk Homöopathie (INH). Der Organisation wird eine Verbindung zu psiram nachgesagt, was allerdings wegen des verdunkelten Auftritts von psiram nicht eindeutig geklärt werden kann. Wahrscheinlich erscheinen Verbindungen aber deshalb, weil einzelne Artikel zur Homöopathie auf beiden Websites streckenweise wortgetreu sind.

Gegründet wurde die Organisation von der Medizin-Professorin Natalie Grams, die das INH auch leitet. Die Ärztin hatte selber Naturheilkunde inklusive Homöopathie praktiziert und machte dann eine 180°-Wende und führt seitdem unbeirrt einen Feldzug gegen die Methode Samuel Hahnemanns. Dafür hat sich Grams im Netzwerk gegen die Homöopathie auch an anderen Stellen positioniert. Sie ist auch in weiteren Organisationen tätig, die aus einem atheistischen Weltbild heraus gegen die Homöopathie zu Felde ziehen.

So ist die Medizinerin als Kommunikationsmagerin in der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) tätig und hat auch einen Sitz im wissenschaftlichen Beirat des Verbandes. Das Gebaren der Organisation bezeichnet der Soziologe Dr. Edgar Wunder im Online-Portal „Swiss Propagande Resaerch“ als „Das Skeptiker Syndrom“. Unter anderem schreibt er:

,,Es gibt innerhalb der GWUP eine ganze Reihe von Mitgliedern, die ohne hinreichende fachliche Kenntnis der jeweiligen Materie eine Art Weltanschauungskampf gegen alles führen wollen, was sie mit dem Begriff „paranormal“ assoziieren, die dabei auch (bewusst oder unbewusst) eine selektiv-einseitige Darstellung der Fakten und Argumente sowie zuweilen auch emotional-unsachliche rhetorische Taktiken in Kauf nehmen, während sie an wissenschaftlichen Untersuchungen zu Parawissenschaften höchstens insofern interessiert sind, als deren Ergebnisse `Kanonenfutter` für öffentliche Kampagnen liefern könnten.“

Dass es weniger um medizinische Sachverhalte geht, beschreibt Wunder so:

„Jene `Skeptiker` sehen das primäre oder sogar einzige Ziel der Gruppe in Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, gewisse `paranormale` Vorstellungen in der Bevölkerung zurückzudrängen oder den aktiven Vertretern solcher Überzeugungen `das Handwerk zu legen`. Es geht insofern um Mission und Advokatentum, bei dem die Durchführung von eigenen wissenschaftlichen Untersuchungen als relativ überflüssig erachtet wird, da ja eh klar sei, `daß alles Quatsch ist`.“

Weitere Mitstreiter wider die abergläubischen Alternativen

GWUP und INH sind nur zwei Ableger eines Stammes mit personellen Überlappungen. Doch auch im Wissenschaftsbeirat der Giordano-Bruno-Stiftung ist INH-Vorsitzende Grams aktiv. Die „evolutionären Humanisten“ bezeichnen ihre Organisation selber mit einiger Überheblichkeit als „Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung“.

Dazu gehört natürlich auch der Kampf gegen „Parawissenschaften vom Kreationismus bis hin zur Homöopathie“, so, als ob das eine mit dem anderen irgendetwas zu tun hätte. Ins gleiche Horn stößt der Humanistische Pressedienst (hpd.de), als dessen Vizepräsidentin Natalie Grams ebenfalls fungiert. Personell verknüpft ist der INH auch mit dem Koordinierungsrat säkularer Organisationen (KORSO), in dem konfessionsfreie und atheistische Organisationen vertreten sind. Präsident des Dachverbandes ist Dr. Rainer Rosenzweig.

Der Wahrnehmungs-Psychologe ist daneben Mitglied im INH, hat einen Sitz im Wissenschaftsrat der GWUP, fungiert als Kurator der Giordano-Bruno-Stiftung und ist Präsident des Humanistischen Pressedienstes.

Die Gegner der Alternativ-Medizin wollen in die Parlamente

Auf der politischen Schiene hat die Partei der Humanisten den Kampf gegen die Homöopathie aufgenommen. Die „rational-liberale Partei der Moderne“ setzt sich nicht nur für Genmanipulation und Atomkraft ein, sondern will die ganze Alternativ-Medizin am liebsten aus der Welt schaffen. Die technokratische Splitterpartei hat die GWUP-Standpunkte zu Homöopathie übernommen und unterstützt eine Petition des INH an Jens Spahn. Darin wird eine Herausnahme der Homöopathie als Kassenleistung gefordert.

Die Hilfstruppen: MedWatch und Konsumentenbund

Das INH bezieht viele Informationen von dem Online-Portal MedWatch. Das Recherche-Magazin hat zum Ziel, „falsche Berichterstattung und irreführende Werbung über gesundmachende Therapien und Produkte“ im Internet ausfindig zu machen. Zu den bedenklichen „Wundermitteln“ zählen die Agitatoren auch die Homöopathie. MedWatch wird von der Verbraucherorganisation „Deutscher Konsumentenbund“ finanziell gefördert.

Der Verband will sich einsetzen für „marktwirtschaftliche Problemlösungen, mit Ausnahme der Versorgung mit ‚Arzneimitteln, Medizinprodukten und Gesundheitsleistungen`“. Zu den Ausnahmen gehören homöopathische Präparate hier allerdings nicht, denn die „Homöopathie ist auch das ‚Zugpferd‘ für ein Abgleiten in andere Pseudomedizin“. Die Homöopathie gilt den Machern also quasi als Einstiegsdroge für den Aberglauben an Wunderheiler. Der Deutsche Konsumentenbund hat den Ritterschlag zur qualifizierten Einrichtung im Sinne des Unterlassungsklagegesetzes erhalten. Mit 77 anderen Verbänden gehören die selbsternannten Verbraucherschützer damit zur profitablen Abmahnungs-Industrie.

Der mächtigste Faktor der Front gegen die Homöopathie ist allerdings das INH. Für viele Medien ist der Verband eine Hauptquelle für Informationen rund um Hahnemanns Lehren. Leiterin Natalie Grams darf auch schon mal im TV auftreten wie im Herbst 2018. Im SWR reichte ein Redakteur kritische Zuschauerfragen an die INH-Agitatorin weiter. Allein der Inhalt der Fragen gingen den Vorgesetzten des Ressortchefs zuweit und er musste sich entschuldigen.

In der Mediathek wurde der Beitrag sofort gelöscht. So weit also reicht der Arm des INH, sogar bis hinein in die Zensurabteilung der öffentlich-rechtlichen Medien.
Hier zeigt sich, wozu die Gruppierungen der Homöopathie-Gegner imstande sind. Kein Wunder also, dass auch Wikipedia-Autoren vor den „Aufklärern“ kuschen müssen.
Kritik an Wikipedia ist durch eine Petition möglich

Diese sehr bedenklichen Trends beobachte ich seit einigen Jahren im Bereich der Alternativmedizin. Und vor einigen Jahren entdeckte ich auch eine Petition, die genau diese „bedenkliche Entwicklung“ aufgriff: https://www.change.org/petitions/jimmy-wales-founder-of-wikipedia-create-and-enforce-new-policies-that-allow-for-true-scientific-discourse-about-holistic-approaches-to-healing).

Worum geht es?

In der Petition wird bemängelt, dass ein Großteil der Informationen über holistische (alternative) Medizin auf Vorurteilen beruht oder aber missverständlich dargestellt werden, nicht auf einem aktuellen Stand sind, beziehungsweise komplett (wissentlich) falsch wiedergegeben werden.

Inzwischen sind neun Jahre vergangen, in denen die Bemühungen, all diese Missstände abzustellen, ergebnislos geblieben sind. Entweder wurden die entsprechenden Eingaben zur Korrektur (von zum Beispiel falschen Informationen), komplett blockiert oder von Wikipedia ignoriert. Das Resultat hiervon ist, dass Menschen, die an alternativen Verfahren in Physiologie und Psychologie interessiert sind, durch die Informationen in Wikipedia verunsichert oder fehlgeleitet werden. Denn sie vertrauen erst einmal dem, was in diesem Online-Lexikon geschrieben steht. Die Art und Weise, wie Wikipedia die alternative Medizin darstellt, hat eine Reihe von Konsequenzen.

Menschen, die an körperlichen und psychischen Problemen leiden, orientieren sich deshalb vor allem an schulmedizinischen Heilmethoden und schließen Alternativen aus, obwohl es einige Studien gibt, die für ihre Leiden eine positive Bilanz bei den alternativmedizinischen Methoden haben zeigen können.

Wir erfahren aus dem Text zu dieser Petition, dass der Mitbegründer von Wikipedia, Larry Sanger, frühzeitig das „Handtuch geworfen“ und die Organisation verlassen hatte. Den Grund dafür beschrieb er angeblich so: „Bei einer Reihe von Themen gab es gewisse Gruppen, die sich wie angenagelt auf ihre Artikel hockten und darauf bestanden, dass diese Beiträge ihre eigenen Ansichten und Vorurteile widerspiegeln müssen. Zudem gibt es keine glaubwürdigen Mechanismen, mit denen die Versionen der Artikel zur Veröffentlichung zugelassen werden“.

Laut Petition ist dies genau der Fall bei Wikipedia, wenn es um „Energy Psychology“, Energiemedizin, Akupunktur und andere Formen von komplementärer beziehungsweise alternativer Medizin geht. Ein besonders drastisches Beispiel wäre hier die Homöopathie, die in den englischen und deutschen Seiten von Wikipedia regelmäßig „ihr Fett abbekommt“. Oder mit anderen Worten: Die Homöopathie-Seiten in Wikipedia (egal ob englisch oder deutsch), sind ein Musterexemplar und Sammelbecken für Vorurteile gegen eine alternative Heilmethode.

In der englischen Version wird niemand geringeres als Prof. Edzard Ernst 21 mal zitiert – von 251 Quellen. Das sind fast 10 Prozent aller Zitate, die von ein und derselben Person kommen. Aber vielleicht reflektiert dies auch nur die Möglichkeit, dass es im Wesentlichen Ernst ist, der so vehement und nachhaltig gegen die Homöopathie wettert. Oder seine vorurteilsbeladenen Beiträge sind so eingängig und plausibel, dass sie besonders „wertvoll“ sind für das breite Publikum, das von diesen Dingen nicht so viel versteht.

Jedenfalls ist es bei Wikipedia auffallend, dass Herr Ernst bei der Homöopathie so signifikant häufig zitiert wird, als wenn es darum ging, mit diesem Artikel den Unfug der Homöopathie mit seiner Hilfe nachhaltig zu beweisen. Ansonsten entsteht beim Lesen der Eindruck, dass (wie gehabt) alle Wirkung nur Placebo sein kann, da ja kein „Wirkstoff“ vorhanden sei. Aber auf der anderen Seite gibt es etliche Nebenwirkungen und angebliche Todesfälle durch die Homöopathie. Und mit von der Partei als „Zeuge“ ist Herr Prof. Ernst – wer auch sonst?

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter dazu an:

Vor allem wenn Sie für den Erhalt der Homöopathie sind, sollten Sie sich unbedingt dazu eintragen, denn die „Politik“ und etablierte Medizinerschaft ist bestrebt die Homöopathie zu verbieten und / oder abzuschaffen!

Der deutsche Beitrag weicht ab

Auf der deutschen Seite wird Herr Ernst „nur“ viermal zitiert (von 256 Artikeln). Hier besteht die Kritik an der Homöopathie im Wesentlichen in der Gefahr, dass man sie falsch einsetzen kann. Zum Beispiel in einer Notsituation würde anstatt einer schulmedizinischen Maßnahme eine homöopathische eingesetzt. Es ist klar, dass diese Kritik keine ist, denn die Homöopathie hat nie von sich behauptet, für jedes Leiden inklusive abstehender Ohren eine Heilung zu finden. Solche Ansprüche muss man erst einmal unterstellen, um dann daraus den berühmten Strick zu drehen. Eine besondere Spitze ist die Einschätzung von Lobbyarbeit und Prof. Ernst:

Die Homöopathie wird unterstützt durch eine massive Lobbyarbeit nach dem Vorbild der Pharmaindustrie. Kritiker der Homöopathie werden dabei zum Teil namentlich an den Netz-Pranger gestellt, und entsprechende Publikationen finanziell gefördert. Der britische Wissenschaftler Edzard Ernst wurde 2005 stark angegriffen, nachdem er öffentlich einen Bericht über Homöopathie als ‚skandalös und voller Fehler‘ bezeichnete, nach einer 13-monatigen Untersuchung konnte ihm aber kein Fehlverhalten nachgewiesen werden. Infolgedessen dürfen homöopathische Mittel seit 2010 in Großbritannien nicht mehr als wirksam beworben werden, und werden nicht mehr vom NHS gefördert.

In welchem Zusammenhang der Herr Ernst und dessen „Fehlverhalten“ stehen, habe ich bereits in einigen Beiträgen diskutiert:

Warum die Homöopathie vielleicht doch nicht so schlecht ist wie sie bei Wikipedia ausschaut, habe ich versucht in mehreren Beiträgen zu beschreiben:

Zurück zur Petition

Während die vorliegende Petition sich mehr um alternativmedizinische Maßnahmen in der Psychologie und dessen Umfeld sorgt, kann ich nur feststellen, dass diese Sorge auch für die physiologische Seite der alternativen Medizin berechtigt ist.

Mein Beispiel mit der Homöopathie ist kein „Ausrutscher“. Heilpflanzen und Heilpilze kommen in der Wikipedia-Bewertung ebenfalls fast immer schlecht weg. Hierbei beziehen die Autoren sich gerne auf die sogenannte „evidenzbasierte Medizin“, die keinen Nutzen und in der Regel nur Gefahren bei den alternativen Methoden gesehen haben will. Und das gilt sogar für Vitamine, die keine alternative Erfindung sind, sondern natürlicher Bestandteil unserer Ernährung.

Hier will man für Vitamin A und E eine gesteigerte Mortalität beziehungsweise eine höhere Inzidenz von gewissen Krebserkrankungen gesehen haben. Daraus ein Verbot zu stricken dürfte schwer fallen. Denn wenn die Vitamine wirklich so endlos gefährlich sind, warum ist die Menschheit nicht schon längst vom Erdball verschwunden? (Genauere Informationen zu diesem Thema u.a. in meinem Beitrag: Nützen Vitalstoffe wirklich?) Aber solche „Eskapaden“ seitens der evidenzbornierten Schulmedizin zeigen, wie ernst man deren Kritik an der alternativen Medizin zu nehmen hat.

Wie ein Alternativ-Mediziner angegangen wird

Kritik ist ja zunächst einmal in Ordnung, wenn sie gut begründet ist. Doch ein Online-Portal wie Wikipedia, das einen „objektiven“ Anspruch erhebt, sollte dann auch alle Seiten einer Medaille darstellen oder darstellen lassen. Dass das bei Wikipedia nicht immer der Fall ist, musste und muss auch der Alternativ-Mediziner Dr. Matthias Rath erfahren.

Über Dr. Rath gibt es bei Wikipedia einen eigenen Eintrag mit Biographie und beruflichen Aktivitäten. In den Jahren 2008 und 2009 entdeckten Anhänger des Arztes Passagen, die sie für unzutreffend oder verzerrend hielten und deshalb korrigieren wollten. Dabei pflegten die Autoren Quellenangaben ein, die auf Veröffentlichungen Raths in der renommierten Online-Bibliothek PubMed (US National Library of Medicine) hinwiesen.

Dieses Vorgehen entspricht nicht nur wissenschaftlichem Arbeiten, sondern auch den offiziellen Standards bei Wikipedia. Was nun kam, war ein frustrierender Schock: In Windeseile wurden die Gegendarstellungen wieder gelöscht. Auch die Links zu PubMed strichen die selbsternannten Zensoren zusammen und ließen nur einen einzigen übrig – Dr. Rath wird auf PubMed als Mitarbeiter bei über 100 Studien zitiert. Die Korrekturen und Ergänzungen zum Wikipedia-Artikel „Dr. Rath“ wurden gleich mehrfach hintereinander eliminiert.

Nun fragt man sich, wie korrektes Zitieren möglich sein soll, wenn Zitate aus seriösen Quellen gelöscht werden. Gerade Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hatte Autoren aus dem Bereich der ganzheitlichen und alternativen Medizin scheinheilig darauf hingewiesen, dass Einträge über Wissenschaftler nur dann veröffentlicht werden können, „sobald es ihnen gelingt, ihre Arbeit in einem anerkannten wissenschaftlichen Fachjournal zu veröffentlichen, d.h. wenn sie imstande sind, aufgrund nachvollziehbarer wissenschaftlicher Experimente Belege zu liefern, dann wird Wikipedia es entsprechend wiedergeben“ (Time Magazine 25.03. 2014). Nichts anderes hatten die Unterstützer Dr. Raths getan!

Den „echten wissenschaftlichen Diskurs“ wie ihn Wales richtigerweise fordert, hatten seine privilegierten Autoren selbst verhindert. Diese bestellten Agitatoren waren wohl der Krebsarzt Dr. David H. Gorski (Nickname bei Wikipedia: MastCell) und der IT-Spezialist Prof. Alex Brown, der sich guter Beziehungen zur britischen Regierung erfreut.

Besonders zynisch ist die Begründung Wales im Time Magazine, warum er die Alternativ-Medizin bei Wikipedia bekämpft. Die Tätigkeit der alternativen Ärzte sei „die Arbeit von irrigen Scharlatanen“. Vielleicht fragt sich Jimmy Wales, was er selber tut und wie man das nennen könnte?

Aus diesen Gründen wäre die Petition ein immens wichtiger Beitrag, endlich einmal ein Online-Lexikon zu bekommen, was in diesem Bereich eine ausgewogene Darstellung alternativer Heilmethoden zu bieten hat, anstelle eines Sammelsuriums für Vorurteile.

Wikipedia wäre der Unterstützung wert, wenn es da nicht diese Dinge gäbe. Die Herausgeber dieser Petition fordern nicht nur zur Unterstützung dieser Petition auf, sondern fordern auch, dass finanzielle Zuwendungen zur Unterstützung von Wikipedia so lange ausbleiben sollten, bis diese Änderungen durchgeführt worden sind.

Newsletter von René Gräber zu den 5 Wundermitteln

Der Beitrag wurde erstmalig im Februar 2014 erstellt und von mir letztmalig am 26.4.2020 überarbeitet.

René Gräber

René Gräber

Ich brauche ihre Hilfe! Ihre Hilfe für die Naturheilkunde und eine menschliche Medizin! Dieser Blog ist vollkommen unabhängig, überparteilich und kostenfrei (keine Paywall). Ich (René Gräber) investiere allerdings viel Zeit, Geld und Arbeit, um ihnen Beiträge jenseits des "Medizin-Mainstreams" anbieten zu können. Ich freue mich daher über jede Unterstützung! Helfen Sie bitte mit! Setzen Sie zum Beispiel einen Link zu diesem Beitrag oder unterstützen Sie diese Arbeit mit Geld. Für mehr Informationen klicken Sie bitte HIER.

7 Kommentare Kommentar hinzufügen

  1. Avatar

    Zitat von meinem Freund Heinz, dem ich nur zustimmen kann: „Handy und Internet haben zweifellos die Informationen steil anwachsen lassen – aber Desinformation in gleicher Weise. Somit ist keine Qualität entstanden sondern nur Volumen.“

    Was nützt das beste Werkzeug wenn die Weisheit fehlt es zu verwenden.

  2. Avatar
    Magdalena Frey

    17. Mai 2016 um 16:38

    Sie sprechen mir mit Ihrem Artikel aus der Seele! Es gibt auf Wikipedia, was Alternativmedizin betrifft offensichtlich geplante Zensur und Schlechtmacherei. Alleine der Begriff Pseudowissenschaften ist unter der journalistischen Gürtellinie. Ich denke, da steckt eine starke Lobby dahinter, die Angst um ihr Geschäft hat. Es ist ja unendlich viel Arbeit, alle Artikel auf diesem schulmedizinischem Stand zu halten. Ja, das ist eine Leistung : )

    Meine Frage: Gibt es eine aktuelle Petition, oder dergleichen, wo man seinen Unmut ausdrücken kann, einen Artikel den man auch teilen kann etc.?
    Vielen Danke für Ihr Engagement!

    Liebe Grüße,
    Magdalena Frey

    Antwort René Gräber:
    Leider kenne ich derzeit keine Petition dazu. Ich bin mir auch nicht sicher wie diese gestaltet werden sollte. Wikipedia ist eine Organisation. Meiner Meinung nach sollte die Leser einfach wissen, wie zum Beispiel Wikipedia „funktioniert“ oder welche Interessen hinter bestimmten Webseiten stehen. Ich stelle immer wieder fest, dass Leser gar nicht wissen, wer bestimmte Beiträge verfasst hat…

  3. Avatar

    Diese Einflussnahme gibt es nicht nur bei Alternativer Medizin. Ganz massiv auch auf der politischen Ebene. Ein Bericht über den Historiker Dr. Daniele Ganser wird mit eisener Konsequenz immer wieder verschwörungstheoretisch verschlimmbessert.
    Einige nehmen sich die Position der absoluten Deutungshoheit heraus. Schade, war so ein guter Ansatz. Auf Desinformation habe ich keine Lust.

  4. Avatar
    Andreas Hagenbach

    13. Januar 2017 um 14:00

    Vielen Dank für diesen Beitrag zu Wikipedia. Ich weiss, dass Artikel in Wikipedia zur Zeitgeschichte und Politik der Manipulation unterliegen. Die Naturwissenschaft sei diesen Machenschaften nicht ausgesetzt, heisst es oft. Nur, bedenkt man die Brisanz von Informationen auch in der Medizin, dann ist es ja klar, dass das Weglassen oder Umformulieren einer Information nicht einfach so geschieht, es besteht eine Absicht dahinter.

  5. Avatar
    Marco Jacobsen

    23. März 2018 um 00:30

    Danke für diesen wichtigen Beitrag.

  6. Avatar

    Danke für den Artikel. Interessant finde ich auch, wie mit einem umgegangen wird, wenn man bei Wikipedia mitmachen möchte. Ich habe mal versucht, so einen Artikel zu ergänzen und war ganz erstaunt mit welcher Haltung die anderen Schreiber mir da begegneten. So feindselig wurde ich selten behandelt. Es war ein Artikel, bei dem es um Psychosomatik ging, meine Ergänzungen hätten ganz viel Licht ins Dunkel gebracht. War offenbar nicht gewünscht. Das kann ja jeder selber ausprobieren.

  7. Avatar

    Gerade was alternative Medizin angeht bin ich sehr interessiert. Das Wikipedia keine so sehr verlässliche Quelle ist schon irgend wo klar. Des wegen verlasse ich mich auch gerne auf andere Quellen gerade auch weil es ja von jedem Professor abgelehnt wird.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.