Kreislauferkrankungen
Kreislauferkrankungen - Verständlich
Erklärt
Das menschliche Kreislaufsystem steht in engem Zusammenhang mit dem Herzen. Erkrankungen und Störungen dieses
hochsensiblen Bereiches machen sich daher meist durch Symptome bemerkbar, die dem Betroffenen die Ernsthaftigkeit
deutlich signalisieren.
Je nach Störung liegen unterschiedliche Ursachen oder Auslöser vor. Allgemein lassen sich aber Faktoren
zusammenfassen, durch die eine Vielzahl von Kreislauferkrankungen begünstigt werden. Hierzu zählen Übergewicht, der
Genuss von fett-, eiweiß- und salzreicher Kost, mangelnde Bewegung, Nikotinkonsum, Drogen, vermehrter
Alkoholgenuss, andauernder Bluthochdruck sowie Diabetes mellitus.
Die Hypertonie (Bluthochdruck)
kennzeichnet einen Blutdruck oberhalb von (systolisch) 140 zu (diastolisch) 90 mmHg (physiologische Werte liegen um
die 130 zu 80 mmHg). Der andauernd erhöhte Druck in den Gefäßen führt zu Störungen des gesamten Organismus. Neben
der Gefahr eines Schlaganfalls kann es zu Nierenproblemen bis hin zum Funktionsverlust kommen. Das
Herz (Muskulatur und Klappen) wird durch den andauernden Druck geschwächt, die Pumpleistung gemindert. Als Folge
ist eine Herzinsuffizienz
wahrscheinlich und / oder ein Herzinfarkt möglich. Neben genetischen
Ursachen kommt es v.a. durch die allgemeinen Faktoren, psychischen und physischen Stress, spezielle Medikamente
(z.B. Hormone), Gefäßerkrankungen und Stoffwechselerkrankungen sowie Asthma bronchiale zu einer
Erhöhung des Blutdrucks. Betroffene klagen über pochende Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, vermehrtes
Nasenbluten, Luftnot bis hin zu Schmerzen in der Brust (Angina pectoris).
Ein erniedrigter Blutdruck (Hypotonie) führt bei den Betroffenen meist zu Schwindel, kalten
Füßen und Händen, Müdigkeit,
Bewusstseinseinschränkungen oder Leistungsminderung. Die Hypotonie selbst ist nicht schädigend für den Organismus,
stellt durch ihre Symptomatik aber ein Problem dar (z.B. durch die Gefahr einer plötzlichen Bewusstlosigkeit).
Neben genetischen Zusammenhängen kommen auch Umweltfaktoren sowie einige Erkrankungen (z.B. Unterfunktion der Schilddrüse)
als Ursachen in Frage.
Der Schlaganfall
(Apoplex) zählt zu den häufigsten Todesursachen und betrifft meist Menschen nach dem 65.
Lebensjahr. Durch verschiedene Mechanismen kommt es zu einer plötzlichen Unterbrechung der Durchblutung im Gehirn,
wodurch Nervenzellen in der betroffenen Region geschädigt bzw. zerstört werden und es zu einer Unterversorgung mit
Sauerstoff (Ischämie) kommt. Auslöser sind v.a. die Arteriosklerose,
bei der durch Ablagerungen (Plaques) Gefäße verengt bzw. verschlossen werden, Embolien, die sich durch Anhäufung
von Zellansammlungen bilden, sowie Hirnblutungen, die z.B. durch erhöhte Druckverhältnisse (es kommt u.a. zu Rissen
in den Gefäßen) oder erschlaffte, ausgeweitete Gefäße (Aneurysmen) entstehen können. Ein Apoplex kündigt sich nicht
immer an und führt u.a. zu kurzer Bewusstlosigkeit, Sehstörungen, Verwirrtheit, Schwindel, Halbseitenlähmungen,
motorischen Störungen sowie Sprach-, Bewusstseins- und Schluckstörungen. Je nach Ausprägung kann der Schlaganfall
sich wieder zurückbilden (TIA, PRIND) oder aber bestehen bleiben und u.U. zu einer Pflegebedürftigkeit führen.
Auch der Herzinfarkt zählt mit zu
den häufigsten Todesursachen. Er entsteht infolge einer Sauerstoffunterversorgung des Herzens, meist durch
Verschluss der versorgenden Gefäße. Betroffene klagen vor dem Infarkt häufig über anhaltende Schmerzen in der
Brust, die in den linken Arm ausstrahlen. Es zeigen sich ein Engegefühl in der Brust, Schweißausbrüche, Übelkeit,
Brechreiz, Unruhe und erhöhte Atemfrequenz. Auslöser sind v.a. verstopfte und verkalkte Gefäße (Arteriosklerose),
daneben begünstigen auch die allgemeinen Risikofaktoren den Herzinfarkt. Ein einmaliger Infarkt kann ohne Folgen
ausheilen. Ohne Therapie (z.B. Umstellung der Lebensgewohnheiten) kann ein Re-Infarkt jedoch tödlich enden.
Die Thrombose kennzeichnet einen Verschluss von Blutgefäßen durch ein Blutgerinnsel und
betrifft meist die untere Extremität (Becken, Bein, Fuß). Neben den klassischen Risikofaktoren führen v.a.
Tätigkeiten im Stehen oder im Sitzen ohne Möglichkeit zur Bewegung zu einer Ausbildung, bei der hauptsächlich die
Venen (Phlebothrombose) betroffen sind. Begünstigend wirken ein verlangsamter Blutfluss, Schäden der Gefäßwände
oder Bluterkrankungen, bei denen das Blut schnell zur Gerinnung neigt. Die Thrombose führt zu Schmerzen in der
betroffenen Region (die sich meist bei Positionswechsel oder im Liegen bessern), einer Überwärmung, Schwellung und
Druckgefühl. Bedingt durch den meist komplikationsreichen Verlauf (Gefahr einer Embolie, eines Geschwürs, von
Krampfadern oder des Verlustes der betroffenen Extremität) stellt die Thrombose immer eine Indikation zur
sofortigen Therapie dar (z.B. Lyse des Thrombus durch Heparinisierung, operative Entfernung, Gefäßersatz).
Durchblutungsstörungen
führen zu einer Unterversorgung des Organismus mit Sauerstoff, wodurch Organe unwiederbringlich in Mitleidenschaft
gezogen werden können. Neben Rauchen, Diabetes
mellitus, Hypertonie und Hypercholesterinämie
können v.a. Entzündungen (Vaskulitiden),
eine Embolie und die Arteriosklerose
als Ursachen genannt werden. Je nach Stadium kommt es in der betroffenen Region zu Schmerzen, Kälte, Pulsverlust,
Taubheitsgefühlen und Lähmungserscheinungen. Die häufigste Durchblutungsstörung ist die AVK (arterielle
Verschlusskrankheit), die zu einem typischen Gangbild führt und auch Schaufensterkrankheit (Claudicatio
intermittens) genannt wird.
Weitere, den Kreislauf beeinträchtigende Erkrankungen und Störungen sind unteranderem:
- Erkrankungen der Herzklappen (Insuffizienz, Fehler),
- allgemeine Venenleiden (Krampfadern =
Varizen),
- durch Hitze und Wärme verursachte Erkrankungen (Sonnenstich, Hitzschlag),
- durch Schwangerschaft hervorgerufene Kreislaufbeeinträchtigungen (Gestosen),
- sowie das rheumatische Fieber (Streptokokkeninfektion, die u.a. auch das Herz und seine Klappen in
Mitleidenschaft zieht).
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