Kreislauferkrankungen - Verständlich Erklärt

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Das menschliche Kreislaufsystem steht in engem Zusammenhang mit dem Herzen. Erkrankungen und Störungen dieses hochsensiblen Bereiches machen sich daher meist durch Symptome bemerkbar, die dem Betroffenen die Ernsthaftigkeit deutlich signalisieren.

Je nach Störung liegen unterschiedliche Ursachen oder Auslöser vor. Allgemein lassen sich aber Faktoren zusammenfassen, durch die eine Vielzahl von Kreislauferkrankungen begünstigt werden. Hierzu zählen Übergewicht, der Genuss von fett-, eiweiß- und salzreicher Kost, mangelnde Bewegung, Nikotinkonsum, Drogen, vermehrter Alkoholgenuss, andauernder Bluthochdruck sowie Diabetes mellitus.

Die Hypertonie (Bluthochdruck) kennzeichnet einen Blutdruck oberhalb von (systolisch) 140 zu (diastolisch) 90 mmHg (physiologische Werte liegen um die 130 zu 80 mmHg). Der andauernd erhöhte Druck in den Gefäßen führt zu Störungen des gesamten Organismus. Neben der Gefahr eines Schlaganfalls kann es zu Nierenproblemen bis hin zum Funktionsverlust kommen. Das Herz (Muskulatur und Klappen) wird durch den andauernden Druck geschwächt, die Pumpleistung gemindert. Als Folge ist eine Herzinsuffizienz wahrscheinlich und / oder ein Herzinfarkt möglich. Neben genetischen Ursachen kommt es v.a. durch die allgemeinen Faktoren, psychischen und physischen Stress, spezielle Medikamente (z.B. Hormone), Gefäßerkrankungen und Stoffwechselerkrankungen sowie Asthma bronchiale zu einer Erhöhung des Blutdrucks. Betroffene klagen über pochende Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen - Ohrenschmerzen, vermehrtes Nasenbluten, Luftnot bis hin zu Schmerzen in der Brust (Angina pectoris).

Ein erniedrigter Blutdruck (Hypotonie) führt bei den Betroffenen meist zu Schwindel, kalten Füßen und Händen, Müdigkeit, Bewusstseinseinschränkungen oder Leistungsminderung. Die Hypotonie selbst ist nicht schädigend für den Organismus, stellt durch ihre Symptomatik aber ein Problem dar (z.B. durch die Gefahr einer plötzlichen Bewusstlosigkeit). Neben genetischen Zusammenhängen kommen auch Umweltfaktoren sowie einige Erkrankungen (z.B. Unterfunktion der Schilddrüse) als Ursachen in Frage.

Der Schlaganfall  (Apoplex) zählt zu den häufigsten Todesursachen und betrifft meist Menschen nach dem 65. Lebensjahr. Durch verschiedene Mechanismen kommt es zu einer plötzlichen Unterbrechung der Durchblutung im Gehirn, wodurch Nervenzellen in der betroffenen Region geschädigt bzw. zerstört werden und es zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff (Ischämie) kommt. Auslöser sind v.a. die Arteriosklerose, bei der durch Ablagerungen (Plaques) Gefäße verengt bzw. verschlossen werden, Embolien, die sich durch Anhäufung von Zellansammlungen bilden, sowie Hirnblutungen, die z.B. durch erhöhte Druckverhältnisse (es kommt u.a. zu Rissen in den Gefäßen) oder erschlaffte, ausgeweitete Gefäße (Aneurysmen) entstehen können. Ein Apoplex kündigt sich nicht immer an und führt u.a. zu kurzer Bewusstlosigkeit, Sehstörungen, Verwirrtheit, Schwindel, Halbseitenlähmungen, motorischen Störungen sowie Sprach-, Bewusstseins- und Schluckstörungen. Je nach Ausprägung kann der Schlaganfall sich wieder zurückbilden (TIA, PRIND) oder aber bestehen bleiben und u.U. zu einer Pflegebedürftigkeit führen.

Auch der Herzinfarkt zählt mit zu den häufigsten Todesursachen. Er entsteht infolge einer Sauerstoffunterversorgung des Herzens, meist durch Verschluss der versorgenden Gefäße. Betroffene klagen vor dem Infarkt häufig über anhaltende Schmerzen in der Brust, die in den linken Arm ausstrahlen. Es zeigen sich ein Engegefühl in der Brust, Schweißausbrüche, Übelkeit, Brechreiz, Unruhe und erhöhte Atemfrequenz. Auslöser sind v.a. verstopfte und verkalkte Gefäße (Arteriosklerose), daneben begünstigen auch die allgemeinen Risikofaktoren den Herzinfarkt. Ein einmaliger Infarkt kann ohne Folgen ausheilen. Ohne Therapie (z.B. Umstellung der Lebensgewohnheiten) kann ein Re-Infarkt jedoch tödlich enden.

Die Thrombose kennzeichnet einen Verschluss von Blutgefäßen durch ein Blutgerinnsel und betrifft meist die untere Extremität (Becken, Bein, Fuß). Neben den klassischen Risikofaktoren führen v.a. Tätigkeiten im Stehen oder im Sitzen ohne Möglichkeit zur Bewegung zu einer Ausbildung, bei der hauptsächlich die Venen (Phlebothrombose) betroffen sind. Begünstigend wirken ein verlangsamter Blutfluss, Schäden der Gefäßwände oder Bluterkrankungen, bei denen das Blut schnell zur Gerinnung neigt. Die Thrombose führt zu Schmerzen in der betroffenen Region (die sich meist bei Positionswechsel oder im Liegen bessern), einer Überwärmung, Schwellung und Druckgefühl. Bedingt durch den meist komplikationsreichen Verlauf (Gefahr einer Embolie, eines Geschwürs, von Krampfadern oder des Verlustes der betroffenen Extremität) stellt die Thrombose immer eine Indikation zur sofortigen Therapie dar (z.B. Lyse des Thrombus durch Heparinisierung, operative Entfernung, Gefäßersatz).

Durchblutungsstörungen führen zu einer Unterversorgung des Organismus mit Sauerstoff, wodurch Organe unwiederbringlich in Mitleidenschaft gezogen werden können. Neben Rauchen, Diabetes mellitus, Hypertonie und Hypercholesterinämie können v.a. Entzündungen (Vaskulitiden), eine Embolie und die Arteriosklerose als Ursachen genannt werden. Je nach Stadium kommt es in der betroffenen Region zu Schmerzen, Kälte, Pulsverlust, Taubheitsgefühlen und Lähmungserscheinungen. Die häufigste Durchblutungsstörung ist die AVK (arterielle Verschlusskrankheit), die zu einem typischen Gangbild führt und auch Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens) genannt wird.

Weitere, den Kreislauf beeinträchtigende Erkrankungen und Störungen sind unteranderem:

  • Erkrankungen der Herzklappen (Insuffizienz, Fehler) - Herzkrankheiten, Herzrythmusstörungen, Herzschwäche - insuffienz)
  • allgemeine Venenleiden (Krampfadern = Varizen),
  • durch Hitze und Wärme verursachte Erkrankungen (Sonnenstich, Hitzschlag),
  • durch Schwangerschaft hervorgerufene Kreislaufbeeinträchtigungen (Gestosen) - Frauenheilkunde,
  • sowie das rheumatische Fieber (Streptokokkeninfektion, die u.a. auch das Herz und seine Klappen in Mitleidenschaft zieht) (Fieber).

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert