Immunstärkung durch Echinacea?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Ständig muss sich unser Organismus mit krankmachenden Keimen auseinandersetzen. Ganz besonders in den Wintermonaten sind Ihre Abwehrkräfte gefordert, um mit den Viren und Bakterien fertig zu werden.

Aber die Natur bietet uns sehr sehr viele Möglichkeiten, stimulierend und vorbeugend einzugreifen. Und genau hier liegt die Stärke der Heilpflanzen gegenüber isolierten oder künstlich hergestellten Einzelsubstanzen! Die gesamten Inhaltsstoffe der Pflanze steigern sich gegenseitig und wirken umfassender, als es jeder Wirkstoff einzeln vermag. Heilpflanzen sind daher optimal geeignet, um Ihre Abwehrkräfte für die Wintersaison zu stärken.

Einen der effektivsten Vertreter möchten wir Ihnen hier vorstellen: Echinacea.

Echinacea oder der "Sonnenhut" - das Geheimnis der Indianerpflanze

Der bekannteste aller natürlichen Immunstärker ist der rote Sonnenhut, auf Latein: Echinacea purpurea. Daneben gibt es noch viele andere Arten, z. B. Echinacea angustifolia (der schmalblättrige Sonnenhut) und Echinacea pallida (der blassblättrige Sonnenhut). Sie alle stammen aus Nordamerika und wurden schon von den dortigen Indianerstämmen als Heilpflanzen genutzt.

Als Anwendungsgebiete von Echinacea kommen in Frage:

Wundheilung, Entzündungshemmung, Vergiftungen und natürlich die Stärkung des Immunsystems.

Relativ unbekannt ist übrigens, dass sich Echinacea auch zur Bekämpfung von Hautpilz-Infektionen eignet. Wenn Sie es ausprobieren möchten, können Sie Echinacea-Presssaft, z. B. Echinacin aus der Apotheke (50 ml Kosten ca. 8 €) auf pilzbefallene Zehen streichen. Vorsicht: Sie müssen allerdings mit leichten Hautverfärbungen rechnen! Dabei spielt es im wesentlichen keine Rolle, ob von Echinacea Ratiopharm oder Echinacea Stada.

Echinacea steigert die Zahl der Leukozyten und der Milzzellen und fördert so die sogenannte "unspezifische Abwehr". Die Wirkung wird zeitweise immer wieder bezweifelt. Dies führe ich v.a. darauf zurück, weil das Präparat einfach nicht richtig angewendet wird. Und neuere Studien scheinen dies zu bestätigen.

Echinacea Wirkung

Zunächst zeigen einige Studien, dass der Flüssigextrakt von Echinacea (Echinacea Tropfen), am wirkungsvollsten ist. Echinacea fördert ja die sog. "unspezifische Abwehr" - und die befindet sich v.a. auch im Darm. Wenn Sie sich wundern, was auf einmal der Darm damit zu tun haben soll: dort sitzt das "darmassoziierte Immunsystem".

Das darmassoziierte Immunsystem (gut associated lymphoid tissue; GALT) ist das größte Immunorgan im menschlichen Körper. Gemeinsam mit den physiologischen Abwehrmechanismen der Darmwandoberfläche (Mucus, Darmflora) wird die Aufnahme von körperfremden Substanzen abgewehrt. Aber auch Bakterienbestandteile der physiologischen Darmflora müssen die Darmwand passieren. Dieser ständige Kontakt mit Bakterien ist für die Entwicklung und das Training des Immunsystems unbedingt erforderlich.

Also: wenn die Erkältung schon im Anflug ist, sollten Sie unbedingt Ihren Darm schonen. Nehmen Sie Echinacea Tropfen oder die Echinacea Urtinktur.

Wann Sie mit Echinacea beginnen sollten

Beginnen Sie mit der regelmäßigen Einnahme von Echinacea am besten schon vor dem Beginn der Schnupfensaison, spätestens aber, wenn Sie die ersten Symptome bemerken.

Vorsicht: Eine erstmalige Einnahme im fortgeschrittenen Stadium einer Erkältung kann Ihr Immunsystem überfordern und bringt Ihnen nichts mehr!

Meiner Erfahrung nach wirkt Echinacea im akuten Stadium nicht mehr optimal.

Was Sie bei der Einnahme von Echinacea beachten sollten

Da bei vielen Pflanzenextrakten Alkohol als Auszugsmittel verwendet wird, sind diese nicht geeignet für Kinder, Schwangere, Stillende, Leberkranke und (ehemalige) Alkoholiker. Weichen Sie in diesen Fällen lieber auf Tabletten aus, wie zum Beispiel Esberitox.

Begrenzen Sie die Einnahme von Echinacea auf maximal 8 Wochen, damit Sie Ihr Immunsystem nicht "überreizen". Ich empfehle meinen Patienten höchstens sechs Wochen und dann eine Pause von vier Wochen.

Einige chronische Krankheiten werden durch ein überaktives Immunsystem ausgelöst, bzw. verschlechtert (Autoimmunerkrankungen, z. B. rheumatoide Arthritis, Schuppenflechte, Multiple Sklerose). In solchen Fällen wird Ihnen Ihr Therapeut sagen, dass Sie die Einnahme von allen Echinacea-Präparaten strikt unterlassen sollen. Denn Autoimmunkrankheiten resultieren schließlich aus einer überaktiven Körperabwehr. Freilich richten sich die unerwünschten Reaktionen nur auf körpereigenes Gewebe. Doch die Wirkstoffe der Heilpflanze machen an diesem Punkt keinen Unterschied. Autoimmunkrankheiten werden durch Echinacea gefördert. Übrigens gilt auch für alle Formen der Leukämie oder HIV-Infektionen, bei denen das Immunsystem geschwächt ist. Auf den ersten Blick sollte hier eine Kräftigung der Körperabwehr durch Echinacea sinnvoll sein. Dennoch führen die Wirkstoffe auf noch unbekannten Wegen zu einer Verschlimmerung.  Bei diesen Krankheiten sollte auf die Anwendung von Echinacea verzichtet werden. In diesen Fällen kann eventuell homöopathisch aufbereitetes Echinacea in Frage kommen.

Besteht bei Ihnen eine Allergie gegen Korbblütler müssen Sie erst recht vorsichtig sein.Sie sollten dann die Dosierung langsam "einschleichen" und beobachten, ob Ihre Allergie unter der Einnahme von Echinacea auftritt. In diesem Fall reagieren Sie entweder auf eine der enthaltenen Substanzen ebenfalls allergisch ("Kreuzallergie"), oder die Immunstimulation hat die Antikörperproduktion gegen andere Ihnen unverträgliche Substanzen hochgefahren.

Wenn Sie wegen einer Organtransplantation Medikamente einnehmen müssen, die eine Transplantatabstoßung verhindern sollen (Immunsuppressiva), müssen Sie auf Immunstimulantien wie Echinacea verzichten. Eine Abstoßungsreaktion könnte begünstigt werden.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 28.12.2017 aktualisiert