Laryngitis: Die Kehlkopfentzündung - Symptome &
Prognose
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Zwischen Rachen und Luftröhre (Trachea) des menschlichen Organismus findet sich der Kehlkopf (Larynx). Dieser
ist aus verschieden strukturierten Knorpelteilen aufgebaut, an die v.a. Muskelfasern zur Stimmbildung inserieren
(ansetzen). Daneben ist der Kehlkopf wesentlich an den Atemprozessen beteiligt und er verschließt mit seinem Deckel
(Epiglottis) bei Schluckvor-gängen die Luftröhre, um ein Aspirieren von Nahrungsbestand-teilen zu verhindern.
Die Laryngitis beschreibt eine Entzündung der Schleimhaut des Kehlkopfes.
Die akut auftretende Erkrankung (Pseudokrupp, Laryngitis acuta, Laryngitis subglottica) zeigt sich häufig in
Kombination mit einer Erkältung, Nasennebenhöhlenentzündung oder Rachenentzündung (Pharyngitis) und tritt vermehrt in der kalten Jahreszeit
auf. Die Infektion erfolgt über Tröpfchen, die dabei eindringenden Viren (v.a. Adeno- und Rhinoviren) führen zu
einer Reizung, die letztendlich eine Entzündung und Schleimhautschwellung hervorruft. Der Mund und angrenzende
Regionen weisen eine starke Trockenheit auf, die Einengung des Atemraumes führen zu einem (sich bellend anhörenden)
Husten. Der Hals schmerzt, ist z.T. geschwollen, die Stimme klingt heiser oder rauchig belegt, dabei fällt das
Sprechen schwer. Auch ein völliger Stimmverlust ist möglich. Verunreinigte Luft kann Atemprobleme verursachen,
besonders bei verrauchten Räumen oder Nebel bekommen Betroffene nur schwer Luft, die Einatmung weist ein typisches
Pfeifen auf (inspiratorischer Stridor, verursacht durch die Einengung), die Lippen sind bläulich verfärbt
(Zyanose).
Bedingt durch die häufige Kombination mit Erkältungskrankheiten werden Allgemeinsymptome wie Fieber, Unwohlsein, Appetitlosigkeit oder Müdigkeit nicht direkt mit einer Laryngitis in
Verbindung gebracht. Viele der aufgeführten Symptome zeigen sich zudem
auch bei einer Rachen- oder Mandelentzündung (Tonsillitis) sowie
einer Epiglottitis (Kehldeckelentzündung, lebensbedrohlich), so dass dies fachärztlich abgeklärt werden sollte.
Besonders Kleinkinder im Alter zwischen dem 1. und 6. Lebensjahr erkranken an einer Laryngitis. Hier führen v.a.
Erkrankungen wie Schnupfen, Husten und Tonsillitis zu der
Schleimhautentzündung, die durch den wachstumsbedingt verengten Luftraum sowie das noch nicht vollständig
ausgeprägte Immunsystem schneller entsteht.
Eine nicht behandelte akute Laryngitis kann chronisch werden (Laryngitis chronica). Dies zeichnet sich durch
andauernde Heiserkeit, sich nicht bessernden Hustenreiz sowie Trockenheit im Mundraum über einen länger als drei
Wochen andauernden Zeitraum aus. Durch Reizungen wie z.B. Nikotinkonsum, scharfe Speisen oder auch Magensäure (bei
Reflux) werden die Symptome verstärkt. Daneben kann auch eine starke Stimmbelastung (z.B. beruflich bedingt,
Sänger) die Entstehung begünstigen.
Bei der Untersuchung wird neben der Inspektion des Rachenraums auch die Lunge abgehört (Gefahr der Lungenentzündung durch die
eingeschränkte Atmung oder weiterer Lungenerkrankungen). Leichte Entzündungsformen können mit
hausgebräuchlichen Mitteln behandelt werden. So helfen eine klare, kühle und frische Umgebungsluft, viel Ruhe,
nicht zu heiße sowie weiche und milde Speisen und Getränke, Stimmschonung, Kamille und Salbei (z.B. als Tee oder
Gurgellösung) sowie Luftbefeuchtung. Eine Linderung der Symptome zeigt
sich meist bereits nach zwei Tagen und führt in der Regel nach ca. zwei Wochen zu einer Ausheilung.
Ist die Atmung eingeschränkt und drohen weitreichende Störungen des Organismus, können abschwellende Medikamente
(Kortikosteroide) oder inhalativ Adrenalin verabreicht werden. Die meist als Auslöser identifizierte
Grunderkrankung muss ebenfalls behandelt werden (z.B. Erkältung). Hier sollte die Therapie, die häufig zügig
greift, unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.
Entzündungen des Kehlkopfes können sich das gesamte Leben über zeigen, je älter der Betroffene jedoch ist, desto
besser kann sein Körper damit umgehen. Erhöhte Risiken zeigen sich nur bei Kleinkindern sowie geschwächten
Personen, hier ist das Immunsystem für eine gute Abwehr nicht ausreichend ausgeprägt.

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