Tonsillitis - Die Mandelentzündung:
Symptome - Therapie - Prognose
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Die Mandelentzündung (Angina tonsillaris, Tonsillitis) ist eine, hauptsächlich durch Bakterien verursachte
Entzündung der Gaumenmandeln (liegen am Übergang der Mundhöhle zum Rachen), die sich vornehmlich im Kindesalter
zeigt (hier auch vermehrt durch virale Einflüsse).
Die Tonsillitis tritt akut auf, bei einem über drei Monate andauernden Leiden spricht man von
der chronischen Form (Tonsillitis chronica). Die Übertragung erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion. Hauptauslöser
ist das Bakterium Streptokokkus A. Daneben können auch Staphylokokken, Pneumokokken oder Haemophilus influenza eine
Mandelentzündung verursachen.
Die Erkrankung zeigt sich vermehrt in den nass-kalten Jahreszeiten und dabei besonders bei abwehrgeschwächten
Menschen (z.B. während einer Erkältung, bei HIV-Infizierten, bei Krebsleiden) sowie Kindern, deren
Immunsystem noch nicht vollständig ausgeprägt ist (Gaumenmandeln sind in den ersten Lebensjahren mit an der
Ausprägung beteiligt).
Die akute Tonsillitis ist gekennzeichnet durch ihren plötzlichen Beginn. Es kommt zu starken Schluckbeschwerden,
unangenehmem Mundgeruch und Geschmack, hohem Fieber,
allgemeiner Leistungsschwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen, vermehrtem Speichelfluss und erschwertem
Sprechen. Die Mundhöhle sowie die Gaumenmandeln sind hochrot entzündet und weisen im Bereich der Mandeln Beläge
(gelb-weiß, eitrig-schmierig, punkt- oder fadenförmig) auf. Z.T. stark geschwollene Lymphknoten , Bewegungen des Halses
führen zu Schmerzen, Schluckvorgänge können Stiche
auslösen, die bis zum Ohr hin ziehen.
Die chronische Form entwickelt sich aus der akuten Form. Die Symptomatik der akuten Mandelentzündung zeigt sich
nur noch abgeschwächt, hauptsächlich sind die Lymphknoten geschwollen. Betroffene leiden unter
einem andauernden Unwohlsein, Schmerzen sind eher selten. Auch ein wiederkehrender Wechsel zwischen akutem und
chronischem Stadium ist möglich.
Besonders Kleinkinder leiden unter einer Mandelentzündung. Hier zeigt die Klinik ein wesentlich stärker
ausgeprägtes Bild (v.a. höheres Fieber, vermehrte
Schmerzen). Daher sollte bei Verdacht ein Facharzt
aufgesucht werden. Bedingt durch eine sehr ähnliche Symptomatik werden hier v.a. Erkrankungen wie z.B.
Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber), Scharlach oder Diphterie differentialdiagnostisch
abgeklärt.
Meist reicht die Inspektion des Mund-Rachenraums aus. Zum Ausschluss einer anderen Erkrankung werden Abstriche
genutzt. Die Labordiagnostik erfolgt nur bei Verdacht einer chronischen Tonsillitis.
Akute Entzündungen werden antibiotisch behandelt. Dies führt zu einer raschen Ausheilung, so dass meist nach
zwei Wochen die Tonsillitis überstanden ist. Zusätzlich können wärmende Umschläge, beruhigende Tees (z.B. Kamille)
und Lutschtabletten zur Linderung im Halsbereich eingesetzt werden. Bei Fieber helfen Wadenwickel, auch sollte auf
eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und weiche Speisen geachtet werden. Nur selten schwellen die Gaumenmandeln
derart an, dass sie die Atmung behindern. Hier sollte medizinische Hilfe erfolgen
Eine chronische Tonsillitis birgt die Gefahr der Erkrankung anderer Organe (z.B. Abszessbildung im Mund- oder Halsbereich,
Schädigung von Herz (Herzkrankheiten), Nieren
(Nierenkrankheiten) und Gelenken durch
Ausweitung der eitrigen Entzündung = rheumatisches Fieber). Hier bietet sich die operative Entfernung
(Tonsillektomie) an. Die Mandeln dienen nur in den ersten Jahren (meist bis zum vierten Lebensjahr) der Ausbildung
des Immunsystems und können daher ohne Auswirkung bzw. Spätfolgen auf den Organismus entfernt werden. Durch die
Operation kann der Allgemeinzustand (u.a. andauernde Müdigkeit, Leistungsschwäche, Fieberschübe) des Betroffenen rasch gebessert werden.

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