Gynäkologie: Die Frauenheilkunde
Frauenheilkunde - Eine Übersicht zu häufigen
"Frauenkrankheiten"
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Die Gynäkologie (Frauenheilkunde) beschäftigt sich mit der Fortpflanzung,
Erkrankungen und Störungen der weiblichen Genitale und der Brust sowie urologischen Problemen der Frau. Solche
Probleme und Erkrankungen werden häufig auch als "Frauenkrankheiten" bezeichnet.
Zur Diagnostik werden u.a. die Begutachtung mit Hilfe des Spekulums, Abstriche, Ultraschall und die Mammographie
genutzt.
Die Adnexitis ist eine Entzündung von Eileiter und Eierstock, die
einseitig oder beidseitig auftreten kann. Sie wird meist durch Bakterien (u.a. Gonokokken, Streptokokken)
verursacht, die über Scheide und Gebärmutter aufsteigen (=aszendierende Adnexitis). Daneben unterscheidet man noch
die deszendierende Adnexitis, die von anderen Organen ausgeht sowie die hämatogene Adnexitis, die über den Blutweg
ausgelöst wird.
Die akute Adnexitis zeigt sich durch starke Unterbauchbeschwerden, Übelkeit, Brechreiz, Schmerzen beim Wasserlassen, eitrigen Ausfluss und
Fieber. Die chronische Form macht sich vermehrt durch ein
starkes Druckgefühl im Unterbauch, Verstopfungen,
Blähungen und unregelmäßige Regelblutungen bemerkbar. Unbehandelt kann sich die Entzündung auf
Nachbarorgane, wie z.B. den Blinddarm, ausweiten
und so die Schmerzsymptomatik eines akuten Abdomens auslösen. Daneben besteht bei der chronischen Form die Gefahr
der Sterilität (Unfruchtbarkeit).
Verschiedene Ursachen führen dazu, dass der Isthmus geweitete ist und dass Bakterien oder andere Erreger
ungehindert eindringen können. Diese bewirken unter anderem Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis).
Gebärmutterhalskrebs
entwickelt sich in Deutschland jährlich bei über 6.000 Frauen und weist dabei einen Erkrankungsschwerpunkt zwischen
dem 35. und dem 55. Lebensjahr auf. Die mittlerweile gut funktionierende Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt hat
zu einem starken Rückgang dieses malignen Tumors geführt, der, im Vor- oder Frühstadium diagnostiziert, zu fast 100
Prozent heilbar ist. Dennoch gilt Gebärmutterhalskrebs immer noch als zweithäufigster Tumor der weiblichen
Genitale.
Das Ovarialkarzinom ist ein
hochgradig maligner Tumor der Eierstöcke, welcher sich durch aggressives Wachstum, hohe Infiltrationsrate sowie
vermehrte Metastasenbildung auszeichnet.
Die Scheidenentzündung: Bei einer
Entzündung der Vagina (Vaginitis) kommt es durch eine gestörte Barrierefunktion der Schleimhaut
(z.B. durch Diabetes
mellitus, Östrogenmangel, Unterkühlung oder auch Tampons) zu einem ungehinderten Eindringen von Bakterien und
Keimen (u.a. Trichomonaden, Staphylokokken, Streptokokken, Escherichia
coli, Herpes-Virus). Daneben kann auch
eine Verschleppung von bestimmten Erregern zu einer Vaginitis führen. Die Betroffenen leiden unter starkem Ausfluss
(Fluor vaginalis), der sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein kann und häufig schlecht riecht sowie Schmerzen oder Brennen im Scheidenbereich. Eine Vaginitis bedarf
zur problemlosen Abheilung der Behandlung. Ohne Therapie kann es zu Komplikationen, z.B. in Form einer Adnexitis, kommen.
Die Mastitis (Brustentzündung) entsteht hauptsächlich in der Stillzeit (Mastitis
puerperalis), außerhalb kommt sie eher selten vor. Meist sind Frauen vor dem 30. und nach dem 50. Lebensjahr
betroffen. Bei der bakteriellen Form kann der Erreger über schadhafte Stellen der Brustwarze eindringen und zur
Entzündung führen. Bei jungen Frauen zeigt sich oft ein Sekretstau, der zu Entzündungsherden führt. Symptome sind u.a. Schmerzen in der betroffenen Brust, Rötung, Schwellung, hohes
Fieber und Spannungsgefühle. Daneben besteht die Gefahr der
Abszess- oder auch Fistelbildung.
Eine Therapie bringt schnell Linderung. Bei einer Brustdrüsenentzündung außerhalb der Stillzeit sollte eine
Entartung diagnostisch ausgeschlossen werden.
Bei Regelschmerzen
spricht man auch von Dysmenorrhoe. Es wird zwischen primären und sekundären Regelschmerzen unterschieden. Vor allem
jüngere Frauen leiden unter der primären Dysmenorrhoe, die durch das PMS und wahrscheinlich durch die Produktion
des Hormons Prostaglandin, das in der Gebärmutterschleimhaut gebildet wird, ausgelöst wird.
Unter Menstruationsstörungen versteht der Mediziner
Unregelmäßigkeiten im weiblichen Zyklus. Dieser führt über die monatliche Regelblutung (Menstruation) alle 28 Tage
zu einer Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), welche dem Einnisten einer Eizelle zur Befruchtung
dient.
Eine Entzündung der Gebärmutter weist unterschiedliche Formen
auf und entsteht hauptsächlich aus einer Vaginitis. Je nach betroffener Region unterscheidet man eine Entzündung
der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis), des Gebärmutterhalses
(Zervizitis) und der
Gebärmuttermuskulatur (Myometritis). Die Symptome ähneln der einer
Vaginitis, zudem zeigen sich ein starker Juckreiz und
vermehrte Regelblutungen. Unter Behandlung ist die Prognose aller drei
Formen gut.
Die Endometriose beschreibt eine Bildung der
Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter oder innerhalb der Muskelschicht. Die Ursachen sind
noch nicht geklärt. Man geht von einer Verschleppung funktionsfähiger Schleimhautzellen aus, z.B. durch die
monatliche Regelblutung. Je nach besiedeltem Ort lösen die Schleimhautzellen unterschiedliche Symptome aus. In der
Muskulatur verursachen sie Schmerzen während der Monatsblutung (Regelschmerzen), im
Scheidenbereich während des Geschlechtsverkehrs, in der Blase führen sie zu Schmerzen und blutigem Urin
(Blut im Urin), an den Eierstöcken können sie zu
Sterilität führen. Unter ärztliche Behandlung bildet sich die Schleimhaut zurück.
Myome sind gutartige Tumoren der Gebärmuttermuskelzellen,
die sich im geschlechtsreifen Alter unter Östrogeneinfluss zeigen. Nur besonders große und viele Myome (Uterus
myomatosus) verursachen Schmerzen und sollten behandelt
werden.
Eine Ovarialzyste (Eierstockzyste) ist eine gutartige Veränderungen am Eierstock, wobei
sich sackähnliche, flüssigkeitsgefüllte Geschwülste bilden, die meist symptomlos bleiben. Zysten ab dem 40.
Lebensjahr sollten zum Ausschluss einer bösartigen Umwandlung ärztlich beobachtet werden.
Karzinome (bösartige Tumoren, Krebs)
können sich im Prinzip an allen Organen ausbilden - außer am Herz. Zu den Krebserkrankungen der weiblichen
Geschlechtsorgane gehören:
Das Mammakarzinom
(Brustkrebs), zeigt sich bei
weniger als 10 % aller Frauen und wird durch regelmäßige Untersuchungen (Abtasten, Mammographie) häufig im
Frühstadium entdeckt (gute Prognose). Es zeigen sich Knoten im oberen äußeren Brustbereich (Quadranten), die erst
im Spätstadium Symptome, wie z.B. Schmerzen, Rötung und
Sekretion von Flüssigkeiten, verursachen.
Das polyzystisches Ovarialsyndrom (kurz: PCO) gehört zu den am
häufigsten auftretenden hormonell bedingten Krankheitsbildern bei Frauen. Erste Anzeichen für eine PCO Erkrankung
können schon in der Pubertät auftreten; meist wird die Erkrankung jedoch erst diagnostiziert, wenn Frauen wegen
eines unerfüllten Kinderwunsches den Gynäkologen aufsuchen.
Die Toxoplasmose ist eine, durch den Parasiten Toxoplasma
gondii übertragene Infektionskrankheit. In vielen Fällen bleibt diese völlig unbemerkt. Bei Befall einer
schwangeren Frau können jedoch lebens-bedrohliche Folgen für das Ungeborene entstehen.
Die Menopause oder die Wechseljahre, (auch Klimakterium) genannt, ist die Übergangsphase im Leben einer
Frau, wenn die Monatsblutungen aufhören.

Karzinome der Gebärmutter (Endometriumkarzinome, Corpuskarzinome) zeigen sich häufig erst ab
dem 65. Lebensjahr. Der Verlauf ist meist symptomlos. Bei frühzeitiger Behandlung ist die Prognose gut, Karzinome
im Spätstadium weisen häufig Metastasen auf, die die Therapie erschweren.
Der Gebärmutterhalskrebs
(Zervixkarzinom) ist bedingt durch
seine Lage frühzeitig erkennbar und kann zu 100 Prozent geheilt werden.
Selten zeigt sich auch eine bösartige Entartung der Eierstöcke (Ovarialkarzinom), die meist erst im Spätstadium
entdeckt und behandelt wird, was die Prognose eher ungünstig macht.
Das Vaginalkarzinom
(Scheidenkrebs) betrifft
meist Frauen ab dem 65. Lebensjahr und zeigt sich nur durch unspezifischen, vermehrten Ausfluss und leichte
Blutungen. Bei frühzeitiger Diagnose bestehen gute Heilungschancen.
Beim Vulvakarzinom (Krebs im Schambereich) handelt es sich um eine sehr
seltene Entartung, die meist nur bei Frauen ab dem 65. Lebensjahr entsteht. Durch die schnelle Metastasierung ist
die Prognose eher ungünstig.
Daneben können sich noch eine Vielzahl anderer Erkrankungen (z.B. Toxoplasmose)
und Funktionsstörungen (z.B. Zyklusstörungen) zeigen, die gynäkologisch
abgeklärt werden sollten.
Eine Entzündung des Gebärmutterhalses
wird als Zervizitis bezeichnet. In den
meisten Fällen wandert die Entzündung aus dem Vaginalbereich ein (Vaginitis).
|