Gynäkologie: Die Frauenheilkunde
Frauenheilkunde Verständlich
Erklärt
Die Gynäkologie (Frauenheilkunde) beschäftigt sich mit der Fortpflanzung, Erkrankungen und Störungen der
weiblichen Genitale und der Brust sowie urologischen Problemen der Frau.
Zur Diagnostik werden u.a. die Begutachtung mit Hilfe des Spekulums, Abstriche, Ultraschall und die Mammographie
genutzt.
Die Adnexitis ist eine Entzündung von Eileiter und Eierstock, die
einseitig oder beidseitig auftreten kann. Sie wird meist durch Bakterien (u.a. Gonokokken, Streptokokken)
verursacht, die über Scheide und Gebärmutter aufsteigen (=aszendierende Adnexitis). Daneben unterscheidet man noch
die deszendierende Adnexitis, die von anderen Organen ausgeht sowie die hämatogene Adnexitis, die über den Blutweg
ausgelöst wird. Die akute Adnexitis zeigt sich durch starke Unterbauchbeschwerden, Übelkeit, Brechreiz, Schmerzen
beim Wasserlassen, eitrigen Ausfluss und Fieber. Die chronische Form macht sich vermehrt durch ein starkes
Druckgefühl im Unterbauch, Verstopfungen, Blähungen und unregelmäßige Regelblutungen bemerkbar. Unbehandelt kann
sich die Entzündung auf Nachbarorgane, wie z.B. den Blinddarm, ausweiten und so die Schmerzsymptomatik eines akuten
Abdomens auslösen. Daneben besteht bei der chronischen Form die Gefahr der Sterilität (Unfruchtbarkeit).
Die Scheidenentzündung: Bei einer
Entzündung der Vagina (Vaginitis) kommt es durch eine gestörte Barrierefunktion der Schleimhaut
(z.B. durch Diabetes melltus, Östrogenmangel, Unterkühlung oder auch Tampons) zu einem ungehinderten Eindringen von
Bakterien und Keimen (u.a. Trichomonaden, Staphylokokken, Streptokokken, Escherichia coli, Herpes-Virus). Daneben
kann auch eine Verschleppung von bestimmten Erregern zu einer Vaginitis führen. Die Betroffenen leiden unter
starkem Ausfluss (Fluor vaginalis), der sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein kann und häufig schlecht riecht
sowie Schmerzen oder Brennen im Scheidenbereich. Eine Vaginitis bedarf zur problemlosen Abheilung der Behandlung.
Ohne Therapie kann es zu Komplikationen, z.B. in Form einer Adnexitis, kommen.
Die Mastitis (Brustentzündung) entsteht hauptsächlich in der Stillzeit (Mastitis
puerperalis), außerhalb kommt sie eher selten vor. Meist sind Frauen vor dem 30. und nach dem 50. Lebensjahr
betroffen. Bei der bakteriellen Form kann der Erreger über schadhafte Stellen der Brustwarze eindringen und zur
Entzündung führen. Bei jungen Frauen zeigt sich oft ein Sekretstau, der zu Entzündungsherden führt. Symptome sind
u.a. Schmerzen in der betroffenen Brust, Rötung, Schwellung, hohes Fieber und Spannungsgefühle. Daneben besteht die
Gefahr der Abszess- oder auch Fistelbildung. Eine Therapie bringt schnell Linderung. Bei einer
Brustdrüsenentzündung außerhalb der Stillzeit sollte eine Entartung diagnostisch ausgeschlossen werden.
Eine Entzündung der Gebärmutter weist unterschiedliche Formen auf und entsteht hauptsächlich
aus einer Vaginitis. Je nach betroffener Region unterscheidet man eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut
(Endometritis), des Gebärmutterhalses (Zervizitis) und der Gebärmuttermuskulatur
(Myometritis). Die Symptome ähneln der einer Vaginitis, zudem
zeigen sich ein starker Juckreiz und vermehrte Regelblutungen. Unter Behandlung ist die Prognose aller drei Formen
gut.
Die Endometriose beschreibt eine Bildung der
Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter oder innerhalb der Muskelschicht. Die Ursachen sind
noch nicht geklärt. Man geht von einer Verschleppung funktionsfähiger Schleimhautzellen aus, z.B. durch die
monatliche Regelblutung. Je nach besiedeltem Ort lösen die Schleimhautzellen unterschiedliche Symptome aus. In der
Muskulatur verursachen sie Schmerzen während der Monatsblutung, im Scheidenbereich während des Geschlechtsverkehrs,
in der Blase führen sie zu Schmerzen und blutigem Urin, an den Eierstöcken können sie zu Sterilität führen. Unter
ärztliche Behandlung bildet sich die Schleimhaut zurück.
Myome sind gutartige Tumoren der Gebärmuttermuskelzellen,
die sich im geschlechtsreifen Alter unter Östrogeneinfluss zeigen. Nur besonders große und viele Myome (Uterus
myomatosus) verursachen Schmerzen und sollten behandelt werden.
EineOvarialzyste (Eierstockzyste) ist eine gutartige Veränderungen am Eierstock, wobei
sich sackähnliche, flüssigkeitsgefüllte Geschwülste bilden, die meist symptomlos bleiben. Zysten ab dem 40.
Lebensjahr sollten zum Ausschluss einer bösartigen Umwandlung ärztlich beobachtet werden.
Karzinome (bösartige Tumoren, Krebs)
können sich im Prinzip an allen Organen ausbilden - außer am Herz. Zu den Krebserkrankungen der weiblichen
Geschlechtsorgane gehören:
Das Mammakarzinom
(Brustkrebs), zeigt sich bei
weniger als 10 % aller Frauen und wird durch regelmäßige Untersuchungen (Abtasten, Mammographie) häufig im
Frühstadium entdeckt (gute Prognose). Es zeigen sich Knoten im oberen äußeren Brustbereich (Quadranten), die erst
im Spätstadium Symptome, wie z.B. Schmerz, Rötung und Sekretion von Flüssigkeiten, verursachen.
Karzinome der Gebärmutter (Endometriumkarzinome, Corpuskarzinome) zeigen sich häufig erst ab
dem 65. Lebensjahr. Der Verlauf ist meist symptomlos. Bei frühzeitiger Behandlung ist die Prognose gut, Karzinome
im Spätstadium weisen häufig Metastasen auf, die die Therapie erschweren.
Der Gebärmutterhalskrebs
(Zervixkarzinom) ist bedingt
durch seine Lage frühzeitig erkennbar und kann zu 100 Prozent geheilt werden.
Selten zeigt sich auch eine bösartige Entartung der Eierstöcke (Ovarialkarzinom), die meist erst im Spätstadium
entdeckt und behandelt wird, was die Prognose eher ungünstig macht.
Das Vaginalkarzinom
(Scheidenkrebs) betrifft
meist Frauen ab dem 65. Lebensjahr und zeigt sich nur durch unspezifischen, vermehrten Ausfluss und leichte
Blutungen. Bei frühzeitiger Diagnose bestehen gute Heilungschancen.
Beim Vulvakarzinom (Krebs im Schambereich) handelt es sich um eine sehr
seltene Entartung, die meist nur bei Frauen ab dem 65. Lebensjahr entsteht. Durch die schnelle Metastasierung ist
die Prognose eher ungünstig.
Daneben können sich noch eine Vielzahl anderer Erkrankungen (z.B. Toxoplasmose)
und Funktionsstörungen (z.B. Zyklusstörungen) zeigen, die gynäkologisch abgeklärt werden sollten.
In den Bereich der Gynäkologie fallen selbstverständlich auch Probleme wie Menstruationsstörungen und Regelschmerzen.
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