Weizenunverträglichkeit - Ist wirklich das Gluten schuld?

  • Liebe Leserinnen, liebe Leser,


    passend zu meinem letzten Newsletter zum Thema Brot und Getreide, möchte ich ihnen hier die Antwort eines Lesers nicht vorenthalten:


    Guten Tag Herr Graeber,

    danke für Ihre Newsletter und interessante Infos.

    Leider ist das Thema Weizen- und Glutenunverträglichkeit bei unseren Kunden ein verbreitetes Thema.

    Dabei wird gerne den glutenhaltigen Getreide die Schuld gegeben, aber eben nicht den Essgewohnheiten.

    Es ist heute in Mode gekommen, nur frische Brote und Backwaren zu konsumieren. Wodurch bei einer Mahlzeit zu grosse Mengen von diesem weichen Brot verschlungen und auch entsprechend schlecht gekaut und eingespeichelt wird.

    Hinzu kommt wie im Artikel erwähnt, auch die Art der Herstellung. Dabei folgen die Bäckereien den Kundenwünschen und müssen auch dem Preisdruck gerecht werden.

    Durch die massive Verteuerung der Nachtarbeit und Druck auf die Preise, wurden traditionelle Triebführung mit Sauerteig und langer Gärung durch Express-Methoden und Tagesproduktion ersetzt.

    Damit aber die Brote trotzdem noch nach Brot schmecken und gut aufgehen, werden Backhilfsmittel hinzu gegeben.

    Das diese Backhilfsmittel die Zusammensetzung der Darmflora und Verdauung stören können, wurde lange Zeit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

    Die traditionelle Triebführung mit Sauerteig und langer Gärung bereitet das Getreide für die Verdauung vor und es geschieht dabei schon ein enzymatischer Abbau des Klebers.

    Dieses Brot sollte nach dem Backen Minimum einen Tag und mehr vor dem Verzehr ruhen.

    Dadurch wird pro Mahlzeit viel weniger eingenommen und dies muss es erst richtig gekaut und eingespeichelt werden. Die Enyzme im Speichel bereiten den Kleber optimal für die Verdauung vor und helfen diesen abzubauen und umzuwandeln, damit dem Körper jene Eiweisse wieder zur Verfügung stehen können.

    Der Hype wegen Glutenunverträglichkeit ist Hausgemacht und ein Ausweichen auf Glutenfrei-Produkte ist längerfristig keine Lösung.

    Die meisten Glutenfrei-Produkte beinhalten einen hohen Anteil an reiner Stärke aus Mais, Reis oder Weizen, welches für den Blutzuckerspiegel und Insulinausschüttung nicht gerade ideal ist.

    Glücklicherweise gibt nun wieder vermehrt Bäckereibetriebe, neben denen die noch bestanden haben, die diesen Trend erkannt haben und ihre Produktion wieder auf traditionelle Produktion umstellen.

    Parallel sind auch immer mehr Kunden bereit, für ein gutes handwerklich und dadurch auch gesundes Lebensmittel etwas mehr auszugeben.


    Ich kann den Ausführungen des Lesers nur zustimmen und würde hier gerne auch weitere Meinungen und Erfahrungen hören :-)


    Zur Sache mit der Glutenintoleranz hatte ich ja auch schon hier berichtet: https://www.naturheilt.com/Inhalt/Glutenintoleranz.htm

  • Hallo,


    interessanter Ansatz- ich selber habe wahrscheinlich keine Glutenunverträglichkeit, kann aber das eine oder andere Brot nicht vertragen- starkes Völlegefühl und leichte sonst ungewohnte Bauchschmerzen.

    Aber halt nicht immer. Und da gibt es bei meinem Bäcker um die Ecke ein kleines Roggenbrot für Singels welches super lecker schmeckt, ich aber gar nicht vertrage.

    Das spricht eigentlich mehr gegen Unverträglichkeit gegen Gluten , als für die Inhaltsstoffe und Herstellung wie im erwähnten Beitrag.

    Vor kurzen sah ich eine Doku über die " Brotpuristen" .

    Ihre Arbeitsweise- nur drei Brotsorten- überschaubare Zutaten und , um die Nachtarbeit zu umgehen, beginnt der Verkauf erst um 17.00!!!! und sie sind so beliebt , dass nach Verkauf nichts übrigbleibt. Und die Leute lieben ihren Job!

  • Hallo

    egal welches verfahren bei Backwaren angewendet wird! Wenn bei Temperaturen um 160 - 180 Grad gebacken wird sind sämtliche Inhaltsstoffe zerstört und somit wertlos. Natürlich war Brot schon zu Lebzeiten ein Grundnahrungsmittel und wurde immer reichlich verzehrt, aber dadurch sind immer mehr Zivilisationskrankheiten entstanden.

    Viele Grüße

    Eugen.

    Täglich Kokoswasser trinken hilft die Blutfettwerte senken, reinigt auch noch Blut und Nieren, und hilft dir beim Gelenke schmieren. ( Eigenzitat )

  • Tja, die Sache mit der Glutenintoleranz.


    Ich möchte hier die EU-Verordnung zur `Höchstmengenverordnung`ansprechen, denn diese Verordnung setzt neue Maßstäbe.


    Am Beispiel der Backwaren folgende Erkärung:
    Solange jede einzelne Beimischung (etwa 1000 sind erlaubt) eine bestimmte Menge nicht erreicht, gilt sie als nicht beigemischt und ist daher auch nicht deklarierungspflichtig.


    Hierzu gibt es ein gutes Video b. Youtube von Walter Häge.


    Das müssen wir uns mal überlegen was wir da tagein und tagaus zu uns nehmen. Es ist egal ob Backwaren oder andere Produkte.


    Zudem sind die Überdüngung und die Pestizide auf den Feldern mit Schuld an dieser Problematik Glutenunverträglichkeit.

  • Spannend! Ich kaufe seit längerem mein Brot nur noch bei einem bestimmten Bäcker, der nach traditioneller Art und Weise backt. Vom subjektiven Empfinden her habe ich das Gefühl, dass es mir gut tut, viel besser als das Billigbrot vom Standard"bäcker". Meine Entscheidung diesbezüglich hatte ich aber vor allem wegen des Geschmacks getroffen. Ich denke aber auch, dass der viele Zucker und die vielen Zusatzstoffe ungesünder sind als von vielen angenommen!