Pfeiffersches Drüsenfieber:
Symptome - Verlauf - Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Das Pfeiffersche Drüsenfieber (auch Pfeiffer- Drüsenfieber, Infektiöse Mononukleose, Monozytenangina, kissing disease oder Studentenkussfieber) ist eine durch das Epstein-Barr-Virus (kurz EBV) ausgelöste Infektionskrankheit, die grippeähnliche Symptome auslöst, häufig aber auch symptomlos oder zumindest symptomarm verläuft.

Ursachen

Der Erreger ist ubiquitär verbreitet. Etwa 95 Prozent aller Personen in Mitteleuropa infizieren sich im Laufe des Lebens mit dem Epstein-Barr-Virus, das zur Gruppe der Herpesviren zählt. Wie alle Herpesviren zeichnet es sich durch eine lange Latenzphase aus. Das bedeutet, dass das Virus sich lebenslang vor dem menschlichen Immunsystem „versteckt“, ohne Symptome zu verursachen. Meist ruht der Erreger im zentralen Nervensystem oder in Zellen des Immunsystems und tritt erst wieder bei geschwächter Immunabwehr in Erscheinung.

Das Epstein-Barr-Virus verbreitet sich durch Kontakt- bzw. Tröpfcheninfektion, das heißt also durch Husten und Niesen sowie durch direkten Schleimhautkontakt mit infizierten Personen (daher auch die Bezeichnung Kussfieber oder englisch: kissing disease).

Auch Schmierinfektionen werden als möglicher Übertragungsweg diskutiert. Dabei kann das Berühren kontaminierter Gegenstände mit nachfolgendem Kontakt von Mund, Nase oder anderen Schleimhäuten eine Infektion und somit eine Erkrankung verursachen.

Verlauf der Infektion

Ist der Erreger eingedrungen, infiziert er zunächst das Epithel des Nasen-, Mund- und Rachenraumes und dann die lymphatischen Organe des lymphatischen Rachenrings (auch Waldeyer Rachenring genannt). Außerdem werden sogenannte B- Lymphozyten, das sind spezielle antikörperbildende Immunzellen, von dem Erreger zur Virusvermehrung „gezwungen“. Diese Zellen des Immunsystems befinden sich dann nach der Umwandlung als lymphozytäre Reizformen (im Sinne von aktivierten Monozyten, welche ebenfalls die Namensgebung der Erkrankung prägen) im Blut. Nach der Ausheilung der akuten Infektion persistiert das Virus in diesen Zellen weiterhin im Körper und kann bei Immunschwäche (zum Beispiel bei Krebserkrankungen, AIDS, nach Transplantationen oder bei einem entgleisten Diabetes mellitus) reaktiviert werden.

Symptome und Komplikationen

Viele Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus bleiben wegen der schwierigen Diagnose unerkannt und oft auch unbemerkt, da das Immunsystem auftretende Symptome unterdrücken kann. Kommt es doch zu einer symptomatischen Infektion, zeigt die Krankheit sich meist durch ein starkes Krankheitsgefühl mit Schwäche, Müdigkeit und Appetitlosigkeit als uncharakteristische Krankheitszeichen. Eine ausgeprägte schmerzhafte Schwellung der Halslymphknoten sowie eine Halsentzündung oder Mandelentzündung können hinzukommen. Hohes Fieber ist nicht selten Folge einer bakteriellen Superinfektion. Trockener Husten, Schüttelfrost und andere Grippesymptome können auftreten, was die Abgrenzung zu einem banalen Infekt der oberen Luftwege erschwert. Seltener kommt es begleitend zu einer Milzvergrößerung (als Reaktion, da die Milz ein Organ der unmittelbaren Immunabwehr darstellt), einem Exanthem (also einem Hautausschlag - siehe auch: Hauterkrankungen, welcher in der Regel nach Einnahme spezieller Antibiotika auftritt), Übelkeit und Nachtschweiß. Auch neurologische Symptome wie Stimmungsschwankungen, Depressionen, Schwindel und Orientierungsstörungen wurden berichtet.

Die Bandbreite der Symptome ist also groß und relativ unspezifisch

Schwere Verläufe sind selten, lebensbedrohliche Fälle sind eine Rarität. Gefürchtet sind in der Regel nur die Komplikationen der Erkrankung, wie zum Beispiel die Milzruptur nach Bagatelltrauma in Folge der Milzschwellung. Andere Komplikationen sind etwa eine Agranulozytose oder eine Thrombozytopenie, seltener Enzephalitiden oder Herzmuskelentzündungen.

In sehr seltenen Fällen kommt es zu einer chronischen Infektion, wobei Betroffene monate- oder jahrelang an verschiedenen der oben genannten Symptome leiden können.

Diagnose

Ist das klinische Bild nicht eindeutig und hat die definitive Diagnosestellung eine klinische Relevanz, können die Reizformen der Lymphozyten (sogenannte Pfeiffer-Zellen) unter dem Mikroskop begutachtet werden. Kennzeichnend für das  Blutbild sind viele atypisch entwickelte Lymphozyten bei erhöhten Leukozyten, speziell der mononukleären Zellen.

Auch können mittels spezieller Untersuchungen Antikörper- und Antigentiter bestimmt werden. Hier lässt sich auch neben der banalen Diagnosestellung zwischen einer akuten Infektion, einer chronischen Erkrankung oder einer durchgemachten Krankheit unterscheiden.

Die Differenzialdiagnosen für das pfeiffersche Drüsenfieber sind vielfältig. Auch eine Infektion mit dem Cytomegalievirus (CMV) kommt für angegebene Symptome in Betracht und ist meist nur durch Antikörperuntersuchungen abzugrenzen. Banale Rachenentzündungen wie bei einer Angina tonsillaris oder Seitenstrangangina können ganz ähnlich imponieren und führen nicht selten zu unnötigen Therapien mit Antibiotika.

Für die Lymphknotenschwellung kommen differenzialdiagnostisch auch Autoimmunerkrankungen oder bösartige Erkrankungen wie das maligne Lymphom (vor allem aus der Gruppe der Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome) in Frage. An diese muss vor allem bei verlängertem Krankheitsverlauf mit mäßigen Besserungstendenzen gedacht werden.

Die Therapie der Schulmedizin

Die therapeutischen Möglichkeiten sind begrenzt. Ein spezifisches Medikament gegen das Pfeiffersche Drüsenfieber gibt es nicht.

Im Vordergrund der Behandlung stehen die Linderung der Symptome und die Schonung des Patienten, ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sowie eventuell die Einnahme von Präparaten zur Fiebersenkung (hier vor allem das Paracetamol). In seltenen Fällen (zum Beispiel bei ausgeprägter Milzschwellung) kann eine stationäre Überwachung notwendig sein.

Eine eventuell auftretende bakterielle Superinfektion, meist durch Streptokokken oder Staphylokokken, kann mit Breitbandantibiotika behandelt werden. Wegen des sehr unangenehmen antibiotikaassoziierten Exanthems ist jedoch eine Therapie mit Ampicillin und seinen Abkömmlingen unbedingt zu meiden.

Die generelle Gabe von Antibiotika gegen die virale Erkrankung ist allerdings unsachgemäß, weil die Präparate nur Bakterien bekämpfen können. Die Medikation mit Aspirin bei Mononukleose kann das Reye-Syndrom hervorrufen, wobei es zu einer Schädigung der Mitochondrien kommt. Die Folgen sind irreparable Beeinträchtigungen der Leber und des Nervensystems.

Im Rahmen der Vorbeugung muss berücksichtigt werden, dass einige Medikamente im Körper latent vorhandene Viren erst aktivieren. Bei dem Phänomen ist die Rede davon, dass Medikamente bestimmte Viren im Körper wecken können.

Die Therapie der Naturheilkunde

Die wichtigste Säule der naturheilkundlichen Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers ist die Homöopathie. Optimal wird bereits im Anfangsstadium Kalium Jodatum D12 gegeben. Liegt die Erkrankung länger zurück, ist dies eine Indikation für die Nosode Pfeiffersches Drüsenfieber D30 oder C30.

Daneben können phytomedizinische Präparate das Immunsystem stärken. Bewährt hat sich Echinacea (Sonnenhut) und Zitronenmelisse, die als Tee getrunken auch Halsschmerzen lindert. Grüner Tee liefert Antioxidantien und entzündungshemmende biogene Verbindungen. Äußerst hilfreich ist auch Astragalus (Tragant).

Der Hülsenfrüchtler unterstützt nicht nur die Körperabwehr, sondern hemmt wahrscheinlich auch die Viren-Vervielfältigung. Gurgeln mit Salzlösungen hat eine bakterizide Wirkung und kann Sekundär-Infektionen unterdrücken. Begleitend kann die Sanum-Therapie, die Orthomolekulare-Medizin und die Eigenbluttherapie angewendet werden.

Die Ernährung bei Pfeifferschem Drüsenfieber

Eine sinnvolle Ernährung bei Mononukleose entspricht im Grunde den allgemeinen Maßgaben der Gesunderhaltung durch Lebensmittel. Frisches, am besten roh verzehrtes, Bio-Obst und Gemüse ist reich an Vitaminen und anderen Antioxidantien und stärken die Abwehrkräfte. Günstig wirken auch die entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren, die in Fettfischen, Nüssen, Leinsamen und Avocados vorkommen.

Zudem empfiehlt sich die Verwendung von Oliven-, Lein- und Hanföl. Die Mahlzeiten sollten auch genügend wertvolle Proteine enthalten, etwa aus Bio-Geflügel, Bio-Eiern und Tofu. Unbedingt gemieden werden sollte Zucker und weißes Mehl. Koffein sollte ebenfalls nicht aufgenommen werden, weil der Patient Ruhe und keine zusätzliche Anregung braucht.

Alkohol zu trinken ist bei Pfeifferschen Drüsenfieber deswegen ungünstig, weil die Leber durch die Erkrankung ohnehin schon belastet ist.

All diese therapeutischen Maßnahmen, insbesondere die Kräftigung des Immunsystems, können die Mononukleose innerhalb weniger Tage verschwinden lassen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Behandlung frühzeitig begonnen wird
   

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 20.4.2019 aktualisiert.