Anwendung homöopathischer
Arzneimittel
Allgemeine Anwendungsregel in der
Homöopathie
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Die Globuli
(Kügelchen) läßt man langsam auf
der Zunge zergehen.
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Die Häufigkeit der Einnahme der
Arznei soll dem Krankheitsverlauf
angepasst werden.
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Es wird deshalb unterschieden
zwischen akuten, chronischen und
subakuten Beschwerden.
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Wenn auf dieser Webseite nicht anders erwähnt, ist
grundsätzliche folgende Dosierung sinnvoll:
1. Akute Erkrankungen mit heftigen
Krankheitsverläufen und bedrohliche
Zustände
• Tiefen Potenzen D1, D2, D3, D4, D6, D8, D10,
D12 kommen bei akuten Krankheitszuständen eher
häufiger zur Anwendung. Im Akutfall gibt man in einem
Abstand von einer halben bis vollen Stunde 5 Globuli bis
erste Besserung eintritt. Bei heftigem
Verlauf durchaus auch im Abstand von 10 Minuten.
Bei fortlaufender Besserung werden die Homöopathie-Mittel entsprechend der
Notwendigkeit weniger häufig genömmen. Sind die
Krankheitsbeschwerden verschwunden, beendet man die Einnahme
der Arznei.
• Von der Potenz D30 nimmt man eine Dosis sofort auf die
Zunge. Bei einer stürmischen Erkrankung löst man zusätzlich am
Krankheitsbeginn 5 Kügelchen in 1 Tasse Wasser, verrührt sie
intensiv mit einem Holz oder Plastiklöffel und trinkt in
Abständen von 1/4 bis ganzen Stunde einen Schluck, bis
deutliche Besserung eintritt.
Im Bedarfsfall wird die Dosis wiederholt. Die Einnahme wird
beendet, wenn die Krankheitsbeschwerden verschwunden sind.
Eventuell kann es angebracht sein, die Mittel noch enige Tage
länger einzunehmen...

2. Chronische, lange bestehende
Erkrankungen, langsamer Krankheitsverlauf - oder nach der
akuten Phase der Krankheit
• Bei den chronischen Erkrankungen, oder nach dem
Verschwinden der akuten Zustände nimmt man von den Potenzen D1
bis einschließlich D10 3-4 mal täglich 5 Kügelchen vor oder
zwischen den Mahlzeiten.
• Von der Potenz D12 werden 2 mal täglich,
d.h. morgens und abends je 5 Kügelchen genommen.
• Die Potenz D30 nimmt man bei chronischen
Krankheiten nur einmal monatlich, jedoch auch in längeren oder
kürzeren Abständen, wenn es die Beschwerden erfordern.
Grundsätzlich wartet man ab, bis die Wirkung des eingenommenen Mittels abgeklungen
ist. Sie kann bei höheren Potenzen und chronischen Krankheiten
manchmal bis zu mehreren Wochen anhalten. Erst dann wird das
Mittel wieder eingenommen. Sind die Krankeitsbeschwerden
verschwunden, beendet man die Einnahme der Arznei.
3. Subakute
Erkrankungen
Solche Krankheiten bewegen sich zwischen akutem und
chronischem Verlauf. Dementsprechend wird auch die Häufigkeit
der Arzneieinnahme dem Krankheitsverlauf, d.h. der
Notwendigkeit angepasst und zwischen der akuten und chronischen
Dosierung liegen. Sind die Beschwerden verschwunden, wird auch
hier die Einnahme der Arznei beendet.
4. Wird von einer „Gabe” gesprochen,
sind 5 Globuli (Kügelchen)
geimeint.
5. Beeinträchtigung der Wirkung von
Homöopathie
Bestimmte "Stoffe" können die Wirkung
der Homöopathie aufheben. So wirkt Kaffee zum Beispiel
vielen homöopathischen Mitteln entgegen und sollte deshalb
während der Einnahme vermieden werden.
Auch kann die gleichzeitige Anwendung starker Essenzen, wie
Kampfer, Pfefferminzöl, Menthol und Eukalyptus, die
Wirkung der homöopathischen Arzneien abschwächen oder sogar
aufheben. Bei Kampfer ist dies fast IMMER der Fall. Achten Sie
auf Salbenbestandteile, denn diese enthalten oft Kampfer. Auch
Pfefferminztee und die häufig beliebten Fishermens Friend sind
ein Problem und sollten weggelassen werden.
Mit dem Kaffe ist das so eine Sache... Es kommt darauf an
mit welchen Potenzen man arbeitet und wie oft das Mittel
gegeben wird. Sie können als Faustregel davon ausgehen, dass in
60% der Fälle Kaffee die Wirkung beeinträchtigt oder aufhebt.
Ich empfehle daher generell auf Kaffee zu verzichten.
Caro-Kaffee ist ok. Schwarzer Tee kann in geringem Maße die
Wirkung beieinträchtigen.
6. Homöopathie bei
Kindern
Alle alltäglichen Erkrankungen der Kinder wie Fieber,
Entzündungen, Grippe, Erkältungen, Verletzungen, Durchfälle,
usw. werden homöopathisch mit den gleichen Mitteln und der
gleichen Dosierung behandelt wie beim Erwachsenen.
Als allgemeine Regel erhalten Kindern bis zum 6.
Lebensjahr die Hälfte der Erwachsenendosierung.
Es genügen je Gabe 1-3 Globuli. Ich halte
gerade für Kinder die risikolose und schonende
homöopathische Therapie als besonders geeignet und für sehr
bewährt.
Jedoch ist man bei der Behandlung von Kindern auf eine
genaue Beobachtung der Symptome und Einordnung
der Krankheitszeichen angewiesen, weil Kinder ihre
Beschwerden oftmals nicht präzise schildern können.
Prinzipiell kann man auch alle Kinderkrankheiten wie
Scharlach, Mumps, Masern, Keuchhusten usw. homöopathische
behandeln.
Eine Entscheidung zu treffen, wie "das eigene Kind"
behandelt werden soll, ist oft dramatisch. Die Eltern wollen
natürlich das Beste...
Was ist aber das Beste?
Eine schwierige Frage. Eltern die vor allem
mit Kinder
Homöopathie bisher wenig Erfahrung hatten, sind da oft
irritiert und hilflos.
Ich weiß aus eigener Erfahrung aus der Praxis und als Vater
von drei Kindern, was Homöopathie kann - und ich muss zugeben,
ich bin manchmal selbst noch überrascht, wie schnell es bei
Kindern wirken kann. Da fange selbst ich noch manchmal an, an
Wunder zu glauben (obwohl es keins ist...).
Man muss die Reaktionen bei Keuchhusten, Lungenentzündungen,
Mittelohrentzündungen
und ähnlich "schwierigen" und zum Teil dramatischen Fällen
selbst erlebt haben, um zu wissen was möglich ist.
Die Entscheidung kann und will ich aber niemandem
abnehmen.


Mit den besten Wünschen,
Ihr

Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge der
Sebastian Kneipp Akademie
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