Masern: Ansteckung,
Symptome, Verlauf
Masern (Morbilli) ist eine hochansteckende Virusinfektion, ausgelöst durch das Morbillivirus (RNA-Virus), die
sich vornehmlich im Kindesalter zeigt.
Das Virus ist weltweit aktiv, galt in früheren Jahrhunderten als hauptsächlich tödlich und konnte nach Angaben
der Impfkomission erst 1963 mit Einführung einer Schutzimpfung (vor allem in westlichen Industrienationen, hier
liegt die Impfrate bei über 95 Prozent) eingedämmt werden.
Dennoch liegt die jährliche, weltweite Sterberate immer noch bei ca. 800.000 Kindern. Seit 2001 gelten Masern
als meldepflichtige Erkrankung. Einmal durchlebt führen Masern zu einer meist lebenslangen Immunität, wobei es in
sehr seltenen Ausnahmefällen auch im hohen Alter zu einem erneuten Ausbruch kommen kann. Daneben sind auch
Komplikationen und Ausbruch durch Impfungen bekannt (atypische Masern, schwerer, z.T. letaler Verlauf).
Das über die Atmung (durch Tröpfcheninfektion) aufgenommene Virus vermehrt sich bereits im Respirationstrakt,
daneben auch in Milz und Thymus. Die Immunantwort erfolgt rasch nach Antikörperbildung, hier lassen sich IgM und
IgE nachweisen.
Die Inkubationszeit (Zeit bevor sich Symptome zeigen), beträgt bis zu 14 Tage, dann zeigt
sich das Prodromalstadium mit grippeähnlichen Symptomen. Es kommt zu Halsschmerzen, Fieber, Husten,
Abgeschlagenheit, Konjunktivitis (Bindehautentzündung) mit tränenden und lichtscheuen Augen, Rhinitis (Schnupfen)
und Kopfschmerzen.
In dieser Zeit entwickeln sich auch die klassischen Koplik-Flecken, weißliche Beläge der Mundschleimhaut mit
rotem Hof. Der Übergang in das Exanthemstadium erfolgt ein bis zwei Tage später mit sichtbaren, stark geröteten
Papeln (kleine Knötchen) zuerst hinter den Ohren, die sich im Verlauf über das Gesicht und den ganzen Körper
ausbreiten und einen starken Juckreiz verursachen. Zusätzlich kann es zu wiederkehrenden Fieberschüben kommen, auch
gastrointestinale Beschwerden (Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall) sind möglich.
Mit Ausprägung des Exanthems (Ausschlag) ist der Erkrankungsgipfel erreicht,
zusätzlich ist dies der Zeitpunkt der höchsten Infektiösität (besteht fünf Tage vor Exanthemausbruch bis vier Tage
danach). Nach drei bis vier Tagen lassen die Symptome nach, die Anzeichen bilden sich zurück, so dass nach ca. zwei
Wochen die Erkrankung überstanden ist.
Masern Komplikationen: Masern verlaufen nicht immer komplikationslos. Neben dem Risikofaktor
Alter (je älter der Mensch bei Ausbruch der Erkrankung ist, desto stärker zeigt sich die Symptomatik) führt die
Virusinfektion in zehn bis 20 Prozent der Fälle auch zu weiteren Erkrankungen oder Komplikationen. Durch Aufnahme
in den Respirationstrakt kann das Virus u.a. zu einer Pneumonie (Lungenentzündung) und somit zu einer
Ateminsuffizienz führen (ca. 20 Prozent aller Fälle). In seltenen Fällen zeigen sich auch Erkrankungen der
Bronchien oder eine Mittelohrentzündung.
Die para-postinfektiöse Enzephalitis (bei ca. 0,1 Prozent aller Masernerkrankungen) führt zu hohen
Fieberschüben, Krampfleiden und Bewusstseinseintrübung bis hin zum komatösen Zustand. Nahezu 20 Prozent der Fälle
führen zum Tod, bei 30 Prozent zeigen sich dauerhafte Störungen des Intellekts, der Sprache und der Motorik.
In sehr seltenen Fällen kann es viele Jahre nach durchlebter Maserninfektion zu der Ausbildung einer
sklerosierenden Panenzephalitis kommen (bei einer von einer Million Masernerkrankungen), die sich in den Gliazellen
des Gehirns manifestiert und zu psychischen und neurologischen Störungen führt. Im Verlauf kommt es zu
epileptischen Anfällen, deren Stärke zunehmend ist. Allgemein ist ein körperlicher Verfall des Betroffenen zu
beobachten, der innerhalb von einem bis drei Jahren unaufhaltsam zum Tod führt.
Die Therapie erfolgt symptomatisch und zielt auf Linderung der Symptome ab. Dabei unterstützen
auch Bettruhe, allgemeine Schonung sowie ein abgedunkelter Raum. Zusätzlich erfolgt die Isolierung während der
Infektionsphase.
Die Masern-Impfung erfolgt nach Empfehlungen der Schulmedizin (Impfkommission) bereits im
Kleinkindalter und wird um das 14. Lebensjahr aufgefrischt.
Masern zeigen sich heute eher selten in Industrienationen. Zu kleineren Epidemien kommt es v.a. in Regionen und
Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen. Aber auch in westlichen Ländern zeigt sich die Erkrankung in
unregelmäßigem Rhythmus verstärkt.
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