Anwendung, Dosis und Einnahme von homöopathischen Mitteln

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Hat man sich für ein homöopathisches Mittel entschieden, stellt sich als Nächstes natürlich die Frage:

Wie viel?
Wie oft?
Wie lange?

In diesem Beitrag möchte ich ihnen einige Richtlinien zur Anwendung, Dosierung und der Einnahme beschreiben.

  • Die Globuli (Kügelchen) lässt man langsam auf der Zunge zergehen oder nimmt diese "verkleppert" (aufgelöst in Wasser) schluckweise ein.
  • Die Häufigkeit der Einnahme der Arznei soll dem Krankheitsverlauf angepasst werden.
  • Es wird deshalb unterschieden zwischen akuten, chronischen und subakuten Beschwerden.

Wenn auf dieser Webseite nicht anders erwähnt, ist grundsätzliche folgende Dosierung sinnvoll:

1. Akute Erkrankungen mit heftigen Krankheitsverläufen und bedrohliche Zustände

Tiefen Potenzen D2, D3, D4, D6, D8, D10, D12 kommen bei akuten Krankheitszuständen eher in kurzer Abfolge zur Anwendung. Im Akutfall gibt man 5 Globuli in einem Abstand von einer halben bis vollen Stunde, bei heftigem Verlauf durchaus auch im Abstand von 10 Minuten. Spätestens nach der 4. Dosis sollte eine Besserung eintreten, sonst ist das Mittel ungeeignet und die Einnahme zu unterlassen. In diesem Fall ist ein Präparate-Wechsel erforderlich. Auch wenn die Linderung der Beschwerden nur sehr geringfügig ist, sollte die Verordnung unbedingt fortgesetzt werden. Denn auch kleine Verbesserungen sind ein Zeichen dafür, dass das Mittel wirkt. Bei fortschreitender Besserung werden die Homöopathie-Mittel entsprechend der Notwendigkeit weniger häufig genommen. Dann kann die Einnahme etwa alle 6 Stunden erfolgen bis die Krankheitsbeschwerden ganz verschwunden sind. Dann kann der Kranke die Medikation beenden. Sollten die Symptome wieder aufflammen, wird erneut und unverzüglich mit der Akut-Behandlung begonnen.

Von der Potenz C30 nimmt man eine Dosis sofort auf die Zunge. Bei einer Erkrankung mit heftigen und starken Symptomen, löst man zusätzlich am Krankheitsbeginn 5 Kügelchen in 1 Tasse Wasser, verrührt sie intensiv mit einem Holz oder Plastiklöffel und trinkt in Abständen von 1/4 bis ganzen Stunde einen Schluck, bis deutliche Besserung eintritt.

Im Bedarfsfall wird die Dosis wiederholt. Die Einnahme wird beendet, wenn die Krankheitsbeschwerden verschwunden sind. Eventuell kann es angebracht sein, die Mittel noch einigeTage länger einzunehmen.

Beachten Sie, dass auch bei akuten Erkrankungen das Mittel wechseln kann - vor allem auch wenn sich die Symptome ändern. Beispiel: Eine akute Erkältung kann mit Aconitum beginnen und dann auf Belladonna wechseln.

2. Chronische, lange bestehende Erkrankungen, langsamer Krankheitsverlauf - oder nach der akuten Phase der Krankheit

Bei den chronischen Erkrankungen, oder nach dem Verschwinden der akuten Zustände nimmt man von den Potenzen D1 bis einschließlich D10 3-4 mal täglich 5 Kügelchen vor oder zwischen den Mahlzeiten.

Von der Potenz D12 oder C30 werden ein bis drei Mal täglich je drei bis fünf Globuli genommen.

Die Potenz C200 und höher nimmt man bei chronischen Krankheiten meist nur einmal pro Woche oder noch seltener. Jedoch kann es auch sein diese Potenzen auch in längeren oder kürzeren Abständen zu nehmen, wenn es die Beschwerden erfordern. Grundsätzlich wartet man ab, bis die Wirkung des eingenommenen Mittels abgeklungen ist. Sie kann bei höheren Potenzen und chronischen Krankheiten manchmal bis zu mehreren Wochen anhalten. Erst dann wird das Mittel wieder eingenommen. Sind die Krankeitsbeschwerden verschwunden, beendet man die Einnahme der Arznei.

3. Subakute Erkrankungen

Solche Krankheiten bewegen sich zwischen akutem und chronischem Verlauf. Dementsprechend wird auch die Häufigkeit der Arzneieinnahme dem Krankheitsverlauf, d.h. der Notwendigkeit angepasst und zwischen der akuten und chronischen Dosierung liegen. Sind die Beschwerden verschwunden, wird auch hier die Einnahme der Arznei beendet.

4. Wird von einer „Gabe” gesprochen, sind 5 Globuli (Kügelchen) gemeint.

5. Beeinträchtigung der Wirkung von Homöopathie

Bestimmte "Stoffe" können die Wirkung der Homöopathie aufheben. So wirkt Kaffee zum Beispiel vielen homöopathischen Mitteln entgegen und sollte deshalb während der Einnahme vermieden werden.

Auch kann die gleichzeitige Anwendung starker Essenzen, wie Kampfer, Pfefferminzöl, Menthol und Eukalyptus, die Wirkung der homöopathischen Arzneien abschwächen oder sogar aufheben. Bei Kampfer ist dies fast IMMER der Fall. Achten Sie auf Salbenbestandteile, denn diese enthalten oft Kampfer. Auch Pfefferminztee und die häufig beliebten Fishermens Friend sind ein Problem und sollten weggelassen werden.

Mit dem Kaffee ist das so eine Sache... Es kommt darauf an mit welchen Potenzen man arbeitet und wie oft das Mittel gegeben wird. Sie können als Faustregel davon ausgehen, dass in 60% der Fälle Kaffee die Wirkung beeinträchtigt oder aufhebt. Ich empfehle daher generell auf Kaffee zu verzichten. Caro-Kaffee ist ok. Schwarzer Tee kann in geringem Maße die Wirkung beeinträchtigen.

6. Homöopathie bei Kindern

Alle alltäglichen Erkrankungen der Kinder wie Fieber, Entzündungen, Grippe, Erkältungen, Verletzungen, Durchfälle, usw. werden homöopathisch mit den gleichen Mitteln und der gleichen Dosierung behandelt wie beim Erwachsenen.

Als allgemeine Regel erhalten Kindern bis zum 6. Lebensjahr die Hälfte der Erwachsenendosierung.

Es genügen je Gabe 1-3 Globuli. Ich halte gerade für Kinder die risikolose und schonende homöopathische Therapie als besonders geeignet und für sehr bewährt.

Jedoch ist man bei der Behandlung von Kindern auf eine genaue Beobachtung der Symptome und Einordnung der Krankheitszeichen angewiesen, weil Kinder ihre Beschwerden oftmals nicht präzise schildern können.

Prinzipiell kann man auch alle Kinderkrankheiten wie Scharlach, Mumps, Masern, Keuchhusten usw. homöopathisch behandeln.

Eine Entscheidung zu treffen, wie "das eigene Kind" behandelt werden soll, ist oft dramatisch. Die Eltern wollen natürlich das Beste...

Was ist aber das Beste?

Eine schwierige Frage. Eltern die vor allem mit Kinder Homöopathie bisher wenig Erfahrung hatten, sind da oft irritiert und hilflos.

Ich weiß aus eigener Erfahrung aus der Praxis und als Vater von drei Kindern, was Homöopathie kann - und ich muss zugeben, ich bin manchmal selbst noch überrascht, wie schnell es bei Kindern wirken kann. Da fange selbst ich noch manchmal an, an Wunder zu glauben (obwohl es keins ist...).

Man muss die Reaktionen bei Keuchhusten, Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen und ähnlich "schwierigen" und zum Teil dramatischen Fällen selbst erlebt haben, um zu wissen was möglich ist.

Die Entscheidung kann und will ich aber niemandem abnehmen.

Mit den besten Wünschen,

Ihr

Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge der Sebastian Kneipp Akademie

 

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