Burger nicht besser als Hundefutter

29. Januar 2016 | Von | Kategorie: Ernährung

Tierfutter, Hundefutter, Hamburger. Gibt es da einen Unterschied?

Klar: Für Tierfutter herrschen nicht die gleichen Standards, wie dies bei Nahrungsmitteln für den menschlichen Verzehr der Fall ist. So darf zum Beispiel Hundefutter Fleisch enthalten, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum bereits überschritten ist. In den USA sollen auch Fast-Food-Ketten wie McDonalds und Burger King derart minderwertiges Fleisch (bei uns nennt man das „Gammelfleisch“) verwendet haben. Und: Die US-amerikanischen Gesetze erlauben das sogar!

Bis zu 15 % „Gammelfleisch“ dürfen Hersteller im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ihren Produkten untermischen. Und damit die Gäste der Imbiss-Ketten nicht reihenweise Durchfall bekommen, hatten die Produzenten Hackfleisch mit Ammoniumhydroxid behandelt. Gängige Praxis soll dies bei der Zubereitung von Hamburgern und Pasteten der Fall gewesen sein. In den USA sind wohl alle Fast-Food-Giganten an solchen Herstellungs-Methoden beteiligt gewesen.

Ammoniumhydroxid oder Ammonium-Wasser kennen wir in Deutschland auch als Salmiakgeist. Die Chemikalie entsteht durch die Reaktion gasförmigen Ammoniaks mit Wasser. Durch ihre alkalisch-ätzenden Eigenschaften wirkt die wässrige Lösung desinfizierend. Schon in zehnprozentiger Konzentration hat das Gemisch einen stechenden Geruch. Als Zusatz für Lebensmittel ist Salmiakgeist sogar bei uns gesetzlich erlaubt und muss in der Europäischen Union unter der Zulassungsnummer E 527 deklariert werden.

Trotz der antibakteriellen Wirkung des Ammoniaks hatten viele Konsumenten der „Hundefutter-Burger“ Durchfall bekommen. Ursache war meist eine Infektion mit dem Darm-Bakterium Escherichia coli. Einige Gäste der Hamburger-Braterei hatten sich sogar mit Salmonellen angesteckt. Das berichtete die New York Times schon im Jahr 2009.

Für eine breite öffentliche Aufmerksamkeit sorgte der britische Star-Koch Jamie Oliver erst 2012. In seiner TV-Sendung „Jamie Olivers Food Revolution“ demonstrierte er vor laufender Kamera, wie man Hundefutter in Burger-Fleisch verwandeln kann. Dazu verpanschte er Gammelfleisch mit Ammoniumhydroxid und erhielt etwas, das er „rosa Schleim“ nannte. Angewidert war nicht nur der Feinschmecker Jamie Oliver, sondern auch sein Publikum. Alarmiert und nervös hingegen wurden die Manager der Marketing-Abteilung bei McDonalds.

Umgehend erfolgte eine Verlautbarung des Konzerns, dass die kostensparende Herstellungsmethode zulasten des Verbrauchers nicht mehr angewendet werde. In den europäischen Filialen sei das „Gammelfleisch“ niemals über die Ladentheke gegangen. In dem eilfertigen Halb-Dementi betonte McDonalds, dass kein Zusammenhang mit Jamie Olivers TV-Sendung bestanden habe. Der Skandal fand durch das Engagement des gesundheitsbewussten Star-Kochs ein reges Presse-Echo. Ausführlich berichtete unter anderem die britische Tageszeitung „Daily Mail“.

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