Maschinenöl in Schokolade – klingt unglaublich, scheint aber die Regel zu sein

11. Juli 2016 | Von | Kategorie: Ernährung

Die Begriffe „Mineralöl“ und „Erdöl“ bringen wir mit technischen Produkten in Verbindung. Doch auf mancherlei Wegen gelangen solche unappetitlichen Schmierstoffe auch in Lebensmittel. Analysen von Schokolade ergaben, dass in vielen klassischen und beliebten Artikeln Mineralöl-Bestandteile enthalten sind.

Konkret geht es um gesättigte (MOSH, Mineral Oil Satured Hydrocarbons) und aromatische Kohlenwasserstoffe (MOAH, Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons). Beide Substanz-Klassen stehen im erheblichen Verdacht, mutagen und kanzerogen zu sein. Besonders kritisch ist dabei eine unangenehme Eigenschaft der öligen Verbindungen: Sie reichern sich im Fettgewebe des Körpers an.

Foodwatch wies in einer Untersuchung MOAH und MOSH in Ferrero-Produkten in bedenklichen Mengen nach. So fanden die unabhängigen Verbraucherschützer die Rückstände in der „Kinderschokolade“ und dem „Kinder Riegel“, sowie in den Schokowaffeln „Sun Rice“ (Aldi) des italienischen Herstellers.

Kinder Riegel

In einer anderen Studie aus 2016 entdeckte Foodwatch die Kohlenwasserstoffe in Schoko-Osterhasen. In 14 von 20 dieser Naschereien wurden mittlere bis hohe Belastungen durch MOSH und MOAH festgestellt. Trauriger Spitzenreiter war hier der Favorina-Hase von Rübezahl Schokoladen (Lidl) mit 21,2 mg MOSH/kg gefolgt vom Penny-Häschen „Douceur“ desselben Produzenten mit 19,7 mg MOSH/kg (https://www.foodwatch.org/fileadmin/Themen/Mineraloel/Dokumente/2016-03-23_foodwatch-Test_Schoko-Osterhasen-Mineraloel.pdf).

Sofort nach Bekanntwerden der Ergebnisse reagierte der Bundesverband der Süßwarenindustrie (BDSI). Die Schoko-Hasen würden schließlich nur einmal im Jahr verzehrt, weswegen die Belastung vernachlässigt werden könne, hieß es. Immerhin kündigte die Süßigkeiten-Lobby an, die Kontaminations-Ursachen zu finden und auszumerzen.

Foodwatch hat bereits Vermutungen über den „Verseuchungsweg“ angestellt. Ein Faktor sind hier sicherlich die Jutesäcke, in denen die Kakao-Bohnen verschifft werden. Die Säcke werden mit Erdöl behandelt, das in die fettigen Früchte eindringt. Eine Rolle spielen gewiss auch Autoabgase und Industrie-Emissionen, denen die Rohstoffe auf dem Transportweg ausgesetzt sind. Die Haupt-Quelle der Kontamination mit MOSH und MOAH in Schokolade sind aber wohl die Schmieröle aus den Maschinen der Produktions-Straßen. Hinzu kommen Kohlenwasserstoffe aus Verpackungs-Materiealien. Denn in den Farben auf Papier und Pappe sind die Erdöl-Fraktionen stets enthalten. Dies kann die Rückstände in Schoko-Teilchen aus Advents-Kalendern erklären.

Schon länger bekannt ist der Gehalt von MOSH und MOAH in Kosmetik-Artikeln wie Cremes, Lippenstiften und Lotionen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte seiner laschen Linie folgend hier eine Gefährdung für sehr „unwahrscheinlich“ erklärt. Bei der Verseuchung von Lebensmitteln mit Kohlenwasserstoffen konnten sich die Experten der Bundesbehörde immerhin zum Urteil „prinzipiell unerwünscht“ durchringen.

Die Belastung durch MOSH und MOAH in Schokolade ist nicht der einzige Fall dieser Art. So hatte die Stiftung Warentest auch in Speiseölen Erdöl-Rückstände aufdecken können. Gemäß dem Vorsorge-Prinzip müsste die Kohlenwasserstoff-Kontamination in Nahrungsmitteln gänzlich ausgeschlossen werden.

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René Gräber - Heilpraktiker & Sportpädagoge mit eigener Praxis. Sie finden mich unter anderem auch auf Google+, facebook, Xing oder Twitter. Ich schreibe und berichte regelmäßig zu den Themen Medizin, Fitness und Gesundheit. Wenn Sie dies interessiert, dürfen Sie gerne (siehe Box hier unten), meinen persönlichen Gesundheits-Newsletter anfordern. In den ersten 5 Teilen berichte ich über meine "5 Lieblings-Wundermittel".

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4 Kommentare
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  1. Der Fluch des Erdöls ist der Schatten der Segnungen unserer Erdölindustrie.Nach dem technischen Nutzen eroberte die Pharmaindustie den Gesundheitsbereich und stellte die Medizin auf den Kopf.Nun muß die Nahrungsmittelindustrie dran glauben.Solange wir nicht gleich sterben wird es kaum auffallen.Propaganda und gezielte Desinformation wird mit der Macht des Geldes den Fluch weiter über die Erde und Menschheit ausbreiten.
    Schokolade ist ein süchtig machen des Genußmittel wie der Tabak.Kinesiologisch negativ und giftig für den Körper.Es ist besser ganz darauf zu verzichten und unsere Kinder davor zu verschonen.(Zahnarzt) Die Süße der Schokolade ist kein Ersatz für Liebe und die Liebe braucht kein Maschinenöl. Dr.Dröge Seesen

  2. Diese ganzen Herrschaften des „Bundesinstituts für Risikobewertung“ sollte man den von Ihnen „als nicht erwähnenswert“ belastetetn Mist zu fressen geben. Mal sehen was die davon hielten. Sorry aber so viel Ignoranz geht mir voll gegen den Strich.

  3. immer freue ich mich ihre benachrichtigungen zu lesen und so manches hat mir geholfen, danke dafuer. aber langsam wird es mir unheimlich. was man so alles nicht essen darf. es ist wie in der geschichte vom patienten, der zum arzt geht und der zu ihm sagt…. hoeren sie, wenn sie 80 jahre alt werden wollen, keine zigaretten, kein alkohol, keine suessigkeiten, vorsicht beim sex, keine fette speisen. der patient : und wer bitte, will da 80 jahre alt werden ???? ein witz ??
    nach allem, was ich nach ihrer kolume nicht essen darf, wobei ich nicht sagen will, das sie kein recht haben, frage ich mich das auch.

  4. Sehr geehrter Herr Gräber,
    Vielen Dank für ihre Berichte und Mühe. Das muß mal gesagt sein. Ab sofort esse ich keine Schokolade mehr. Ich sollte eh keine mehr essen. Ihr Bericht hat mich nun ganz wach gerüttelt. Das tut meiner Arthritis auch ganz gut.
    Danke nochmal
    K.E.

    Antwort René Gräber:
    Sehr gut!
    Und Sie haben Recht: der Zucker und die Milchbestandteile tun bei Arthritis gar nicht gut 🙂
    Alles Gute!

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