Zuckerwasser für die Hirnlosen

22. November 2013 | Von | Kategorie: Ernährung

Es scheint Hinweise zu geben, denen zufolge der Konsum von stark zuckerhaltigen Getränken zu einer ungünstigen Beeinflussung des Gehirns führt. Eine Studie diesbezüglich zeigte eine starke Zunahme von Hyperaktivitäten im Gehirn und eine Veränderung von Hunderten von Proteinen. Genau diese Veränderungen lassen sich auch bei Krebserkrankungen und Alzheimer beobachten.

Die Studie (momentan noch nicht im Original veröffentlicht) wurde in Australien an Ratten durchgeführt. Grund für diese Studie war, dass das Gros der Studien den Einfluss von zuckerhaltigen Getränken bislang immer nur auf den Stoffwechsel, das Körpergewicht und so weiter untersucht haben, nie aber den Einfluss auf das Gehirn.

Auf der anderen Seite lässt sich kaum abstreiten, dass der Konsum an „Zuckerwassern“ stetig steigt. Für viele zivilisierte Landsleute ist die Abdeckung des täglichen Kalorienbedarfs über kohlenhydrathaltige Speisen und Getränke keine Ausnahme mehr. Im Gegenteil. Gerade die Zucker-Getränke, wie Cola, Säfte und so weiter, haben einen signifikanten Anteil an der Kalorienzufuhr. Von daher ist es kaum verwunderlich, warum die Umsatzkurve schön in die Höhe zeigt.

 

Und diese Umsatzerhöhung geht einher mit gesundheitlichen Problemen, wie zum Beispiel Herzinfarkten, Diabetes, Übergewicht, Abnahme der Knochendichte, Pankreaskrebs und Prostatakrebs, Muskelschwäche, Lähmungserscheinungen und einiges mehr.

Nach so vielen schlechten Nachrichten für den Körper war es also einmal an der Zeit, sich um die möglichen Folgen für das Gehirn zu kümmern.

Die Forscher um Jane Franklin von der Macquarie Universität von Sydney haben dies getan. Sie gaben Ratten für die Dauer eines Monats entweder Zuckerwasser oder reines Wasser und verglichen die Prozesse in den Gehirnen der beiden Gruppen. Der Süßstoff, der hier zum Einsatz kam, war normaler Haushaltszucker, der dem Trinkwasser der Tiere in einer Konzentration beigemischt wurde, die der Konzentration des Zuckers in Colas entspricht.

Resultat: Die Ratten in der „Zuckergruppe“ wurden hyperaktiv. Eine Untersuchung von Hirngewebe zeigte signifikante Veränderungen der Dichte von rund 300 verschiedenen Proteinen. Das sind wirkliche Neuigkeiten. Während die negativen Effekte von Zucker auf den Organismus relativ gut dokumentiert und inzwischen auch akzeptiert sind, ist der offensichtliche Einfluss auf das Gehirn absolutes Neuland.

Hyperaktivität und Veränderungen in der Beschaffenheit von Proteinen im Gehirn sind „Markenzeichen“ für neurologische Erkrankungen wie Alzheimer oder Demenz. Damit ist zu vermuten, dass ein langfristiger Genuss von diesen Getränken die Gefahr einer Wegbereitung für diese neurologischen Veränderungen in sich trägt. Oder mit anderen Worten: An den Sachen kann man sich dumm und dusselig saufen. Nicht nur der Stoffwechsel und andere Körperfunktionen entgleisen langsam und sicher. Auch die Denkleistung und -fähigkeit geht in dem Maße nach unten, wie der Umsatz der Getränke nach oben geht.

Die australischen Forscher kommen zu dem Schluss: „Think before you drink“ (erst denken, dann trinken). Soft-Drinks sollten nur gelegentlich genossen und nicht Bestandteil der täglichen Ernährung werden.

Solche Aussichten sind kaum nach dem überzuckerten Geschmack der Getränkehersteller. Vor nicht allzu langer Zeit gab es eine Reihe von Stoffwechsel-Experten, die die Nahrungsmittelindustrie bezichtigten, eine Art Masterplan zur Verdummung der Menschen in Arbeit zu haben. Denn diese Industrie behauptet immer noch, dass ihre Getränke gesünder seien als die Wissenschaftler behaupten. Das erinnert mich an die Tabakindustrie der 70er und 80er Jahre, die auch jeden Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und den einschlägigen Erkrankungen leugnete.

Der Europäische Kongress über Adipositas veröffentlichte Tatsachen, dass Studien, die von der Zucker-Wasser-Industrie gesponsert worden sind, zu häufig zu dem Schluss kommen, dass Übergewicht und der Konsum von Colas etc. in keinem Zusammenhang stehen. Dem gegenüber stehen die Arbeiten von unabhängigen Wissenschaftlern, die genau das Gegenteil bewiesen haben.

Fazit: Süßigkeiten zu verschenken, bedeutet für mich, dem Betroffenen Krankheiten zu wünschen. Man sehe sich nur die akuten Erkrankungen der Grundschulkinder drei Wochen nach dem Halloween-Wahnsinn an. Und bitte ersparen Sie mir Kommentare wie: „Dann hat man ja gar keine Freude mehr“, „So schlimm wird das schon nicht sein…“ – Die höre ich nämlich sowieso schon fast jeden Tag.

Wem das zum Thema noch nicht reicht, hier gibt es noch mehr davon:

Zucker macht süchtig

Die giftige Wahrheit über Zucker und Übergewicht

Krebszellen lieben Zucker

Zucker – Noch giftigere Wahrheiten

Nach solchen Beiträgen bekomme ich (zwangsläufig) oftmals die Frage gestellt: Was kann ich tun?

Was tut man gegen oder für den “Entzug”? Ich halte es zunächst für hilfreich zu wissen, was man da in sich reinschüttet. Kindern sage ich z.B. oftmals: „Dein Körper besteht zum größten Teil aus Wasser und nicht aus Saft, Cola oder Zucker.“ Als nächstes versucht man die „gröbsten“ Dinge zu ändern: Cola und andere Süßgetränke werden gestrichen. Ebenso wie diese bedenkenlosen „Naschereien“ nebenbei. Natürlich kann man dann auch mal nachmittags eine „Kaffee-Stunde“ einlegen. Statt der Zuckertorten und dem Fettgebackenem, nimmt man dann erst mal eine Obsttorte. Zum Süßen bieten sich einerseits “Alternativen” wie Stevia (natürliche Variante) an.

Sehr vielen Menschen fällt eine dauerhafte Ernährungsumstellung aber sehr schwer. In solchen Fällen rate zu einem vernünftig durchgeführten Heilfasten. Wie man so etwas „durchziehen“ kann beschreibe ich u.a. in meiner Heilfasten-Anleitung: http://www.gesund-heilfasten.de/heilfasten_anleitung.html

 

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René Gräber - Heilpraktiker & Sportpädagoge mit eigener Praxis. Sie finden mich unter anderem auch auf Google+, facebook, Xing oder Twitter. Ich schreibe und berichte regelmäßig zu den Themen Medizin, Fitness und Gesundheit. Wenn Sie dies interessiert, dürfen Sie gerne (siehe Box hier unten), meinen persönlichen Gesundheits-Newsletter anfordern. In den ersten 5 Teilen berichte ich über meine "5 Lieblings-Wundermittel".

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6 Kommentare
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  1. Lieber René,
    gerne möchte ich dir einmal danken für deine aufklärerische Arbeit und natürlich ist auch dieser Artikel wieder wunderbar zum „Verteilen“, um möglichst viele Menschen zu erreichen…
    Im Herbst habe ich zum ersten Mal mit Hilfe deiner Anleitung gefastet – es war fantastisch und ich kann das nächste Mal im Frühjahr kaum erwarten… Auch dafür, herzlichen Dank!!!
    Mach weiter so, alles Gute für dich.
    Schnanky

    Antwort René Gräber:
    Vielen Dank für´s Teilen! Ich plane die neue Auflage der Heilfasten Anleitung zum Frühjahr. Darin möchte ich auf weitere Detail-Fragen eingehen und weitere mögliche Modifikationen. Alles Gute!

  2. Statt stevia würde ich eher xucker empfehlen.
    Schmeckt besser u wirkt sich auch noch positiv auf die Zähne aus

  3. Danke für den tollen Artikel! Ich wollte fragen inwiefern sich die Zuckerarten in Bezug auf die Wirkung im Körper unterscheiden. Hat z.B. Fruktose oder Maltose die selben Auswirkungen wie der Haushaltszucker? Gibt es Empfehlungen wie viel Zucker in Ordnung ist?
    Danke schon mal! 🙂

  4. Ich versuche nun schon seit einigen Jahren so gut wie möglich auf Zucker zu verzichten und es klappt bisher ganz gut 😉 Obwohl man doch unglaublich viele Dinge findet wo Zucker drin ist wo man nie wirklich drüber nachgedacht hat. Im Anfang hat es mir große schwierigkeiten bereitet ungesüßten Tee zu trinken, mittlerweile schmeckt mir gesüßter Tee aber absolut nicht mehr.

  5. […] Flüssigkeit. Unter Flüssigkeit verstehe ich hier sauberes Wasser oder Kräutertees; kein Zuckerwasser, Energy Drinks, Cola oder sonstigen […]

  6. Krebszellen sind ja scharf auf Zucker, wie man weiß. –
    Wie ist das bei Xylit bzw Birkenzucker und gleichartigen Zuckerarten wie zB auch bei Stevia –

    Dank für Antworten – Helmut Koenig

    Antwort René Gräber:
    In diesen Fällen sieht es wesentlich besser aus!
    http://www.gesund-heilfasten.de/blog/stevia-die-zuckeralternative/, ebenso für den Birkenzucker.

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