Abkassierer Pharmakonzerne? Beispiel Altersblindheit: Von Avastin zu Lucentis – Das Millionengeschäft

17. Dezember 2008 | Von | Kategorie: Leads

Das Gesundheitssystem stöhnt und ächzt. Dabei erfreuen sich vor allem die Pharmaunternehmen blendender Gesundheit.

Krankenkassen und auch Mediziner werfen den Pharmakonzernen vor, Preise willkürlich festzusetzen und billigere Behandlungsalternativen zu boykottieren: Gewinngier versus Volksgesundheit?

Staatliche Höchtspreisbegrenzungen und Zwangszulassungen könnten den Konzernen Einhalt gebieten und die Kostenexplosion stoppen. Doch das Gesundheitsministerium hält sich zurück. Besonders dreist scheint das Vorgehen der Arzneimittelmultis bei der Vermarktung der Medikamente Avastin und Lucentis.

Beide Arzneimittel sind bis auf eine minimale Molekülveränderung identisch. Das ältere Avastin ist für die Krebstherapie zugelassen und kostet pro Einheit 65 Euro. Das fast identische neuere Lucentin ist für die Behandlung von Altersblindheit zugelassen und kostet – 1300 Euro pro Behandlung!

Weil beide gleich wirken, riskieren Ärzte Zulassung und Versicherungsschutz, wenn Sie mit die Altersblindheit mit dem billigeren Avastin behnadeln. Für den Lucentis-Hersteller Novartis ist das eindeutig illegal. Juristisch gesehen stimmt das auch, weil die passende Zulassung fehlt.

Diese Zulassung will Avastin-Hersteller Roche aber nicht beantragen. Vielleicht, weil Roche zu über 30 % Novartis gehört und man sich nicht gegenseitig das Geschäft kaputtmachen will?

Weitere Beispiele der Höchstpreispolitik erleben Ärzte in der Rheuma- und Krebstherapie. Da darf ein neues Medikament schon mal an die 10.000 Euro kosten.

Die Pharmaindustrie rechtfertigt die horrenden Preise mit hohem Forschungsaufwand. Der Fall Lucentis straft sie Lügen. Ein altes Medikament leicht zu verändern, neu zu verpacken und dann für das 200fache des Normalpreises zu verkaufen?

Wie nennt man das umgangssprachlich doch gleich?

In diesem Zusammenhang hört man dann auch Begriffe wie: Nepp, Betrug, Abzocke.

Der Staat könnte mit Preisdiktat und Zwangszulassung auf den Wucher der Pharmakonzerne reagieren. Klingt hart, ist aber fast in ganz Europa angewandte Gesetzespraxis – nur bei uns nicht.

In anderen Ländern reagieren die Behörden auf solche „Abzockmethoden“ der Pharmaunternehmen.

Dass die Pharmamultis vor Gesundheit strotzen, ist mit einem krankenden deutschen Gesundheitssystem teuer erkauft.

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René Gräber - Heilpraktiker & Sportpädagoge mit eigener Praxis. Sie finden mich unter anderem auch auf Google+, facebook, Xing oder Twitter. Ich schreibe und berichte regelmäßig zu den Themen Medizin, Fitness und Gesundheit. Wenn Sie dies interessiert, dürfen Sie gerne (siehe Box hier unten), meinen persönlichen Gesundheits-Newsletter anfordern. In den ersten 5 Teilen berichte ich über meine "5 Lieblings-Wundermittel".

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9 Kommentare
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  1. […] dann war da noch der Lipobay Skandal, der Fall Astra Zeneca und Bayer Vital, die Abzocke im Fall Lucentis und so weiter und so […]

  2. […] wurde Nexium auf den Markt gebracht. Dabei wurde lediglich der Wirkstoff etwas verändert. Oder der Wechsel von Avastin zu Lucentis ein weiteres Beispiel wie wir Kassenpatienten die Zeche […]

  3. […] und: Abkassierer Pharmakonzerne? […]

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  7. […] Abkassierer Pharmaindustrie? […]

  8. […] USA zugelassen. Das Bekannteste davon ist Bevacizumab oder besser bekannt unter dem Handelsnamen Avastin […]

  9. […] ist dann auch in der Lage, nebenwirkungsreiche und praktisch wirkungslose Krebsmedikamente wie Avastin als einen solchen Durchbruch zu feiern. Obwohl das Zeugs sündhaft teuer ist (das ist der […]

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