Antazida – Bedenkliche Mittel bei Sodbrennen

3. April 2013 | Von | Kategorie: Medikamente

Was sind Antazida? Dies sind Medikamente, die in der Lage sind, Magensäure zu neutralisieren. Diese Art der Medikamente wird eingesetzt, wenn Patienten an Sodbrennen, Säurereflux, säurebedingte Magenerkrankungen (wie zum Beispiel Magengeschwüre), und so weiter leiden.

Die meisten Antazida sind rezeptfrei, sodass der Patient sich selbst „behandeln“ kann. Daneben gibt es noch die nicht rezeptfreien Protonenpumpenhemmer, die die Produktion von Magensäure direkt hemmen. Diese Protonenpumpenhemmer gehören mittlerweile zu den am meisten verordneten Medikamenten.

Die Mittel werden gerne von Patienten genommen, weil sie eine rasche Linderung verschaffen; angenehm ist das auch für Ärzte, denn die haben ein „wirksames“ Mittel zur Hand, das auch noch gerne genommen wird. Die Werbung erledigt den Rest, denn die Mittel werden gerne als „Magenschutz“ angepriesen. Und wer möchte seinen Magen denn nicht schützen?

Da werden die Negativ-Aspekte der Antazida gerne mal vergessen. Eine neuere Studie berichtet über zum Teil sehr unangenehme Wirkungen:

Morrison et al.: San Diego State University Graduate School of Public Health, San Diego, California, USA. „Risk factors associated with complications und mortality in patients with Clostridium difficile infection.“

Clin Infect Dis. 2011 Dec;53(12):1173-8. Doi: 10.1093/cid/cir668.

https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21976459

Diese Arbeit konnte zeigen, dass unter Umständen die Antazida schlimmere Folgen auf die Gesundheit der Patienten haben als die Erkrankung, gegen die das Medikament eingesetzt wird. Und eine dieser Folgen kann durchaus ein frühzeitiges Ableben sein. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Magensäure nicht nur eine Funktion bei der Verdauung von Nahrungsmitteln hat, sondern dass sie auch Teil der körpereigenen Abwehr ist. Denn die aggressive Säure vernichtet Keime, die sich mit der Nahrung versuchen, in den Organismus „einzuschleichen“. Und mit der Neutralisierung der Magensäure ist der Gastrointestinaltrakt besonders anfällig für Infektionen aller Art.

Deshalb erwähnen die Autoren der vorliegenden Studie zu Beginn, dass die Infektionen mit Clostridium difficile deutlich an Häufigkeit zugenommen haben. Es handelt sich hierbei um ein anaerobes, grampositives Bakterium, das eines der häufigsten Krankenhauskeime ist. In einem gesunden Gastrointestinaltrakt spielt das Bakterium nur eine untergeordnete Rolle. Verändert sich jedoch die Darmflora, durch den Einsatz von Antibiotika zum Beispiel, dann kommt es zum Wachstum der Clostridien-Kolonien und zum Einsatz einer Produktion von Toxinen seitens der Bakterien. Das Resultat sind unter Umständen lebensbedrohliche Durchfälle. Grund für eine Infektion ist häufig eine mangelnde Hygiene, da der Infektionsweg fäkal-oral (vom Stuhl in den Mund) erfolgt. Wenn dann Antibiotika und Antazida mit im Spiel sind, dann steht einer unkontrollierten Vermehrung der Clostridien kaum noch etwas im Wege. In einem solchen Szenario sind massive gesundheitliche Probleme und sogar der Tod des Patienten nicht unmöglich.

Daher beschreibt einer der Forscher, Dr. Edith Lederman, der vorliegenden Arbeit, dass hier erstmalig ein Zusammenhang gezeigt werden konnte zwischen dem Einsatz von Antazida und Protonenpumpenhemmern und einer erhöhten Sterblichkeit, da die Infektionsanfälligkeit für Clostridium difficile unter den Säure blockierenden Medikamenten signifikant zunimmt. In der vorliegenden Arbeit starben innerhalb des Beobachtungszeitraums von 4 Jahren 23 Patienten aufgrund einer Infektion mit Clostridium difficile. 19 Patienten davon hatten 90 Tage vor ihrem Krankenhausaufenthalt ein Säure hemmendes Medikament verschrieben bekommen.

Aber nicht nur Clostridien profitieren von dem Einsatz von Antazida und Protonenpumpenhemmern. Andere Keime, wie Salmonellen, Campylobacter-Bakterien, Listerien, Vibrionen (Cholera) und so weiter, kommen über die Nahrungsmittel in den Gastrointestinaltrakt und verursachen hier die entsprechenden Infektionen, da die Magensäure nicht mehr in der Lage ist, die Keime zu eliminieren.

Wie Sie auf natürliche Art und Weise Sodbrennen und ähnliche Symptome behandeln können, habe ich für Sie unter Hausmittel gegen Sodbrennen zusammengefasst.

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René Gräber - Heilpraktiker & Sportpädagoge mit eigener Praxis. Sie finden mich unter anderem auch auf Google+, facebook, Xing oder Twitter. Ich schreibe und berichte regelmäßig zu den Themen Medizin, Fitness und Gesundheit. Wenn Sie dies interessiert, dürfen Sie gerne (siehe Box hier unten), meinen persönlichen Gesundheits-Newsletter anfordern. In den ersten 5 Teilen berichte ich über meine "5 Lieblings-Wundermittel".

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28 Kommentare
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  1. Danke hierfür. Ich weiß an wen ich es weitergeben kann 🙂
    Dazu kommt, dass ich vor Jahren auch öfter mal Omeprazol verschreiben bekommen habe, damals habe ich mir noch nicht viel Gedanken über die Nebenwirkungen gemacht (inzwischen weiß ich es besser). Gebracht hat das „Zeug“ immer nur für kurze Zeit etwas. Zum Glück habe ich den Arzt irgendwann gewechselt und war bei einer Allgemeinärztin, die unter anderem auch auf Naturheilkunde spezialisiert war. Die hat rausgefunden, dass ich (vor allem) Kuhmilch nicht vertrage. Seitdem ich dann darauf verzichtet habe, hatte ich immer weniger und weniger Sodbrennen. Auch andere „Befindlichkeitsstörungen“ wurden besser. Es ist wirklich schade, dass so viele Ärzte nach wie vor nur die Symptome behandeln anstatt nach der Ursache zu forschen. Aber zum Glück kann ich in meinem Umfeld feststellen, dass das Bewußtsein der Menschen sich immer ändert und immer mehr Menschen ihre Gesundheit selbst in den Hand nehmen. Soweit es halt geht 🙂

  2. P. S.: Dazu kommt, dass ich mal zu einem ganz anderen Thema (Polyneuropathie, da dies mein Vater hat) im Netz geforscht habe und dann bei Wikipedia gelesen habe, dass Polyneuropathie sogar unter den Nebenwirkungen von Omeprazol aufgeführt wird (weiß nicht, ob ich hier verlinken darf). Und da stehen noch etliche andere Dinge… da ist mir schon etwas anders geworden!

  3. Lieber René ich kann mir keinen Reim darauf machen, warum immer von „Magenschutz“ geredet wird? Hierfür werden Protonenpumpenhemmer (PPI) ja mehrheitlich eingesetzt. Als Begleitung, resp Schutz wegen anderen Medikamenten… Leider (!) kann ich nirgendwo in den Indikationen der PPIs irgendetwas von Magenschutz finden, da steht in keinem Beipackzettel, keiner Fachinformation nur ein Wort davon? Ist das nur eine ganz bedenkliche Lawine, die da ons Rollen gebracht wird? Hast Du hierzu eine Erklärung? Übrigens noch zwei Stichworte zu PPIs – B12 und Säure-Basenhaushalt…

  4. Lieber René,
    vielen herzlichen Dank für alle bisherigen Informationen, die ich immer wieder gerne lese.

    In den letzten Wochen habe ich leider häufiger Omeprazol genommen, da ich aufgrund einer Knieverletzung starke Schmerzmittel gebraucht habe, die meinen Magen sehr strapaziert haben. Außerdem neige ich auch sonst schnell zu Sodbrennen, da ich außerdem einen kleinen Zwerchfellbruch und leichtes Übergewicht habe. Manchmal lösen Ärger/Aufregungen und vor allem zu viel Süßes (Zucker) bei mir Sodbrennen aus. Als natürlichen „Magenschutz“ (auch vorbeugend) habe ich vor kurzem entdeckt, dass mir in Wasser eingeweichter, gequollener Leinsamen (wird etwas schleimig) – täglich mehrmals 2-3 Teelöffel – sehr hilft. Das hat außerdem eine verdauungsfördernde,und damit auch entgiftende Wirkung.
    Ich freue mich über weitere hilfreiche Informationen. DANKE!!!

  5. Danke für den Beitrag!

    Gilt das gleiche für Basenmittel, die für Entsäuerung nicht des Magens sondern generell des Körpers eingesetzt werden? Ich vermute schon.

  6. Der Blödsinn mit den Protonenpumpenhemmern als „Magenschutz“ ist derart verbreitet, dass es erstaunlich ist, wie viele Menschen nicht noch kränker sind.
    Das Problem der Schulmedizin ist, dass es den Begriff „Übersäuerung“ nicht kennt oder richtig versteht. Übersäuerung gibt es nur, wenn eine Ketoazidose (Diabetisches Koma oder Niereninsuffizienz) vorliegt. Reflux und die evtl. daher auch rührende sehr verbreitete Hiatus-hernie, sind Symptome, gegen die diese Blocker eingesetzt werden.
    Der Magen versucht ja nur, die durch verschiedene Umwelteinflüsse, Nahrung und Stress entstandene Säure im Körper wieder los zu werden. Wenn man das „blockt“, bleibt die Säure wie hinter einem Staudamm im Bindegewebe und – der Körper ist ja nicht dumm – es werden Mineralien zur Neutralisierung der Säure aus dem größten Depot, den Knochen, gezogen und dann haben die Menschen Osteoporose… und dafür oder dagegen gibt es natürlich auch wieder Mittelchen – die auch wieder Nebenwirkungen haben, wie z.B. Herauseitern von teuren Zahn-Implantaten… !
    Zum anderen hat der Magen keine Zähne und braucht die Säure zum Verdauen – abgesehen vom Schutzschild gegen Bakterien und Parasiten.
    Aber welcher Arzt verordnet schon etwas Sinnvolles, was der Patient auch noch selbst zahlen muss, wo die Kassen den „Magenschutz“ doch übernehmen ?
    Da die weit verbreitete Meinung ist, dass Protonenpumpenhemmer den Magen schützen, besteht ein großer Aufklärungsbedarf – und diese Zeit hat man in einer Kassenpraxis einfach nicht. Leider.
    Und irgendwann läßt wohl bei den meisten der Idealismus nach. Denn auch der Blödsinn mit den Cholesterin-Senkern ist in allen Kliniken und bei allen Kardiologen Standard… Und wenn der Herr Professor das gesagt hat… Tja, was soll dann ein kleiner niedergelassener Idealist da noch machen? Und wer liest schon das Buch „Die Cholesterin-Lüge“ von Prof. Dr. med. Hartenbach? Oder der unermüdliche Aufklärungskampf des ehemaligen Oberarztes der Toxikologischen Abteilung im Universitäts-Klinikum Rechts der Isar – DER Toxikologie Deutschlands – PD Dr. Daunderer, der auf die Giftigkeit des Quecksilbers in Amalgam-Füllungen aufmerksam machte ? Bei Wikipedia kann man nachlesen, wie er jetzt dargestellt wird.
    Es gibt schon Ärzte, die kapieren, was los ist, aber sie werden überstimmt, als „nicht ganz dicht“ hingestellt oder Schlimmeres. So ist leider das System.

  7. Hallo Juliane,
    Im Prinzip ist es damit ähnlich. Wenn Basenmittel genommen werden, sollte der Körper entsäuert werden. Das funktioniert auch, aber man muss es richtig machen.

    Am besten ein Basenpulver (Pascoe oder Alkala N) in 200ml heißem Wasser wie einen Tee auf leeren Magen. Keine Basen-Pillen oder kalte Basengetränke und schon gar kein Basenpulver in das Essen einrühren !!
    Erst ca. 10-15 Minuten danach kann man etwas essen. Das funktioniert sehr gut und beeinträchtigt nicht die Verdauung. Ich empfehle das seit vielen Jahren in meiner Praxis mit großem Erfolg.

  8. Vielen Dank für Ihren Beitrag über die Negativ-Aspekte der Antazida .
    Wahrscheinlich wird die Lobby der pharmagestützten Mediziner jetzt wieder mal Krisentreffen haben.
    Dank auch für Ihren Hinweis auf die Hausmittel.
    Was ist aber in dem Zusammenhang mit den in keiner Weise erwähnten Kautabletten mit dem Wirkstoff Hydrotalcit usw., die ja gern freundlich lächelnd (da gewinneinbringend) von den ebenfalls weißbekittelten Apothekenverkäufern als „harmlos“ gegenüber den Protonenhemmern empfohlen werden ?
    Wirkungsvoll sind die ja, das werden viele geplagte Patienten bestätigen können.
    Viele Grüße

  9. Diese schnell wirkenden Hilfsmittel sind natürlich sehr beliebt und bringen eine schnelle Erleichterung… aber
    Die einen enthalten Aluminium… führt zu Alzheimer,
    die anderen Talkum – enthält Asbestfasern, die wiederum zu Rippenfell-Krebs (Pleuramesotheliom) führen können… eine anerkannte Berufskrankheit bei Maurern, Architekten etc.
    Viel dazu steht im echt lesenswerten Buch – Büchern – von Dr. Joachim Mutter.
    Mittlerweile ist auch in vielen, selbst in naturheilkundlichen Mitteln TITAN… Was es da soll, versteht kein vernünftiger Mensch und kann von den Firmen auch nicht erklärt werden.
    Also Augen auf und alles lesen, was bei den Inhaltsstoffen steht.
    Es geht nicht um die Gesundheit der Menschen, sondern um Profit. das muss einem immer klar sein.
    Es wäre ja eine katastrophe für die gesamte Gesundheitsindustrie, wenn die Menschen gesund würden…

    Und ich muss jetzt doch mal um etwas Verständnis für meine Kollegen bitten:
    Die meisten kommen vor lauter Arbeiten wirklich nicht mehr zum selbst recherchieren und auch nicht mehr zum Denken. Deshalb sind sie auf die Informationen, die Ihnen die Pharmavertreter bringen, vermeintlich angewiesen. Jede dieser Empfehlungen ist mit Studien belegt… und wer selbst keine gemacht hat, glaubt die Ergebnisse auch noch.

    Ein Glück, dass Herr René Gräber kein Arzt ist, sonst wäre er von der Medizin-Lobby schon längst angegriffen und verleumdet worden.
    Und so können wir alle unsere Informationen weiter geben. Danke.

  10. Mir hat man auch oft versucht dieses Mittel aufzudrücken, erfolglos 🙁

    Habe sie nur mal drei Tage genommen und mit einer entzündeten Zunge reagiert 🙁
    Dann habe ich mal genauer den Beipackzettel durchgelesen und einen Schreck bekommen !
    Es macht mir Angst Medikamente einzunehmen , die die Hirnaktivität verändern.
    Das geht bis zu einem Nervenleiden, so das man den Kopf nicht mehr drehen kann 🙁

    Im übrigen brauchen wir Magensäure um Bakterien abzutöten!

    Es ist ein Irrsinn, solche Mittel frei zu verkaufen !!!
    Hände weg von dem Zeug!
    Wenn mich mal zu viel Magensäure plagt, nehme ich soviele Haferflocken, die ich zwischen
    3 Finger bekomme speichle sie etwas ein und schlucke sie…
    die binden die Säure erfolgreich !

  11. Ich hatte schon seit meiner Jugendzeit „mit dem Magen zu tun.“
    Vor etwa 15 Jahren war es mal ganz schlimm, ich landete in der Notaufnahme eines Krankenhauses.

    War aber nix manifestes, halt nur „nervöser Magen.“

    Ich bekam Omeprazol und fragte sofort: „hat nicht die Magensäure ein Funktion im Körper?“ Ja, aber das sei eben Abwägungssache und negative Folgen wegen fehlender Magensäure seien nicht bekannt. Ich nahm es dann 90 Tage ein. Würde auch heute in aktuten Situationen dazu raten.

    Als ich wieder genaß, stellte ich meine Ernährung und mein Leben um.
    Wenig Süßkram, weniger Stress, ausreichend Bewegung.

    Komme heute fast ohne Omep aus.
    Ganz drauf verzichten birgt eine Gefahr von Speiseröhrenkrebs, sagt mein Arzt.
    Alles im Leben hat zwei Seiten, wir aufgeklärte Patienten müssen entscheiden, ob, wie hoch und wie lange wir etwas einnehmen, ob es Alternativen gibt.
    Wenn der Arzt anderer Meinung ist, kann man zu einem anderen gehen – oder vielleicht hat er ja auch Recht, wenn er etwas verschreibt?

  12. Dazu kommt noch, dass Antazida Aluminium enthalten. Nach der Dokumentation „DIe Akte Aluminium“ bin ich da, freundlich gesagt, bedient. Regelmäßig eingenommen kann es zu vorzeitiger Demenz führen.
    Und natürlich hilft es einem übersäuerten Organismus ungemein, Säurehemmer zu schlucken. Dem Körper bleibt dan ja gar nichts anderes übrig, als erst recht Säure zu produzieren um die erforderlichen Werte im Magen wieder herzustellen. Schöner Teufelskreis plus Demenz.

  13. Was ich auch gerade gelesen habe, dadurch dass die PPI ja die Magensäure z.T. drastisch hemmen, wird auch weniger bis kein Intrinsic Factor gebildet, wodurch dann wieder kein B12 aufgenommen wird und es so zu einem Mangel kommen kann. auch Probleme mit den Augen können eine Folge sein.
    Ich kenne Personen, die schlucken – aufgrund ständiger Schmerzmitteleinnahme – PPI seit gefühlten 10 Jahren – und es wurde nie etwas kontrolliert.

    @ Dr. Claudia M.
    Was halten Sie von dem Mittel BiCaNorm oder bicasan für die Entsäuerung – und kann das auch ohne Vorliegen einer Azidose (also bei allgemeinen Beschwerden, die auf einer säureüberschüssigen rnährung basieren) genommen werden?

  14. Ich habe auch Omeprazol verschrieben bekommen, wegen eines nervösen Magens – und eingenommen – leider!
    Ich hatte während der Einnahmezeit unter (für mein Empfinden) heftigen Herzrhythmus-Störungen zu leiden, konnte dies aber erst mit dem Medikament in Verbindung bringen, nachdem ich im Internet recherchiert hatte. Das hat mich ziemlich geschockt!

    Ich habe das Medikament entsorgt und meine Lebensweise, sowie auch meinen Speiseplan umgestellt und habe heute kaum noch Probleme mit Sodbrennen und wenn doch wieder Probleme auftauchen, dann gehe ich in mich und frage mich, was mir denn gerade wieder so „sauer aufstößt“. Das hilft in den meisten Fällen hervorragend!

  15. Ich bin nun richtig geschockt und mir fehlen die Worte.
    Ich bekomme seit gut drei Jahren Omeprazol aufgeschrieben und nehme es auch täglich.
    Mehrere Ärzte haben mir immer wieder auf meine Zweifel versichert das die Einnahme bedenkenlos ist und es für mich keine Alternative gebe.
    Mir gehts allerdings überhaupt nicht gut und wird fortlaufend schlechter.
    Tägliche Übelkeit,Schlappheit, Magenschmerzen, Darmbeschwerden, Durchfall, Knochenschmerzen, entzündete Gelenke, B12, Folsäure, Eisen und Vitaminmangel werden mit Tabletten und Infusionen ausgeglichen. Diagnose—-Reizdarm und Reizmagen…
    Mein Alltag ist oftmals mehr als eine Qual für mich.
    Ab morgen nehme ich kein Omeprazol mehr ein.

  16. Als hochsensitiver Mensch habe ich einen extrem empfindlichen Magen. Nach mehreren existenziellen Krisen im letzten halben Jahr habe ich so große Probleme mit meinem Magen bekommen, dass ich täglich nur noch 2 Mahlzeiten zu mir nehmen konnte. Das Essen wurde regelrecht wieder hochgeschleudert – vor allem wenn ich noch was getrunken habe. Vielleicht kann sich das hier niemand vorstellen, aber es ist für mich als sportiven Menschen nicht gerade förderlich, wenn ich die mir antrainierten Kilos (Muskeln) wieder verliere, da mein Körper keine Nahrung zu sich aufnehmen kann. Ich hatte fast nie Hunger und wenn ich was aß, landete die Nahrung teilweise in meinem Mund, da ich unter ständigem Aufstoßen litt. Ganz ehrlich, es war widerlich.

    Hinzu kommt, dass ich eine HIV-Therapie mit Prezista, Truvada und Norvir mache, so dass die Läsionen evtl. zusätzlich zum Stress auch durch die Medikation entstanden sein könnten.

    Es wurde eine Gastroskopie gemacht, bei der festgestellt wurde, dass ich eine Magenschleimhautreizung inkl. Löcher in der Magenschleimhaut habe.

    Seit ich Esomepratzol 40 mg nehme, geht es mir blendend.

    Ich kann essen, bin gesellschaftstauglich geworden, da ich nicht ungefähr 500 mal am Tag vor mir rumrülpse und meine athletische Figur kommt zurück, denn ich kann die Nahrung wieder zu mir aufnehmen.

    Ich genieße mein Leben, so wie es sein sollte. Wenn ich das Esomeprazol absetze, befürchte ich allerdings neben einem Rebound auch, dass meine Beschwerden wiederkommen.

    Wie soll ich bitte sonst meinen Magen schützen.

    Und bitte nichts zeitaufwendiges, was irgendwie immer dann und dann am Tage durchgeführt werden muss, denn dafür ist im Leben nicht immer Zeit.

    Beste Grüße

    Chris

  17. Ich habe mal eine Kur mit Heilerde, Flohsamen gemacht über 2 Monate zur Darmreinigung.
    Täglich 2 TL Heilerde und Flohsamen . Nach 2 Monaten war mein anorganisches Phosphat im Blut derart unter Refenerenz, dass ich das Ganze abgebrochen habe. Auch Heilerde ist ein Antazida las ich später bei meiner Recherche im Internet und Antazida können den Phosphatwert senken.

    Schönes Wochenende.

  18. zu Ihrem Bericht Textauszug :
    „….Daher beschreibt einer der Forscher, Dr. Edith Lederman, der vorliegenden Arbeit, dass hier erstmalig ein Zusammenhang gezeigt werden konnte zwischen dem Einsatz von Antazida und Protonenpumpenhemmern und einer erhöhten Sterblichkeit, da die Infektionsanfälligkeit für Clostridium difficile unter den Säure blockierenden Medikamenten signifikant zunimmt……“

    gibt es folgende Gegendarstellung,…. also nicht gleich alles ungeprüft übernehmen !

    Brian Steffen · Postdoctoral Research Associate at University of Minnesota
    The study did not show that PPI’s increase the risk of getting infected with C diff. If you read the study design, you’ll see that 485 patients with C diff were in the study and that ’nearly half‘ had been prescribed an acid suppressant. So, it does not address whether acid suppressants increase your risk of contracting an infectious. What the study showed was that PPIs may increase mortality if C diff is contracted. The author of this article is misrepresenting the findings of the study and the conclusions of the investigators.

    Gruss W.N.

  19. @ Mr. Wolfgang

    Wo gibt es diese Arbeit nachzulesen, damit man auch die Gegendarstellung nicht ungeprüft übernehmen kann? Ich habe weder unter Google, noch PubMed einen Eintrag gefunden.
    Laut Abstract der vorliegenden Studie gibt es keine Aussage darüber, ob von den über 480 Patienten die Hälfte mit Magensäure hemmenden Substanzen vorbehandelt war und die andere Hälfte nicht. Die Aussage der Arbeit bezieht sich in erster Linie auf die Todesfälle von 23 Patienten, von denen 19 VOR der Infektion (90 Tage vor Einweisung ins KH) ein Anti-Säure-Präparat genommen hatten. Darüber hinaus gab es eine statistischen Zusammenhang zwischen Antazidaeinnahme und Komplikationen, Krankenhausaufenthalten wegen CD-Infektionen usw. Ob dieser statistische Zusammenhang die Hypothese korrekt widerspiegelt, dass die fehlende Magensäure eine Schwächung des Immunsystems darstellt, da sie in der Lage ist, Bakterien zu vernichten, ist eine andere Sache. Logisch wäre es.
    Im Moment sind noch andere, ebenso unschöne Nebenwirkungen von den PPIs im Umlauf: Sie treten häufig mit osteoporoseartigen Effekten auf, die die Gefahr von Knochenbrüchen erhöht.
    Mein Bauchgefühl (und praktische Erfahrung als ehemaliger Angestellter in der Pharmaindustrie) sagt mir, dass die Berichte über Nebenwirkungen von pharmazeutischen Substanzen eher zutreffen als deren Gegendarstellungen.

  20. Hallo Herr Gräber, vielen Dank für Ihren Artikel. Sie haben mir damit aus der Seele gesprochen. Hier meine Geschichte. Ich leide seit einigen Jahren unter Sodbrennen und habe immer mal wieder phasenweise Medikamente nehmen müssen. Seit dem letzten Herbst hatte ich wieder massiv Probleme mit überschüssiger Magensäure. Zunächst bekam ich Pantoprazol, was gar nicht wirkte, danach Es-Omeprazol, es wirkte innerhalb von drei Tagen, bescherte mir aber intensivste Nebenwirkungen: Mundtrockenheit, Schweißausbrüche, Gelenkbeschwerden, Konzentrationsproblem, Kloßgefühl im Hals, Schlaflosigkeit trotz Müdigkeit. Ausserdem Durchfall, Verstopfung, Bauchkrämpfe die bis in den Rücken zogen, Blähungen und einen Bauch, der so voller Luft war, dass mein Arzt beim Ultraschall nichts erkennen konnte. Daraufhin verschrieb er mir Omeprazol und ich ließ eine Magen- und eine Darmspiegelung durchführen. Die Darmspiegelung war in Ordnung, die Magenspiegelung ergab Reflux und eine leichte Speiseröhrenentzündung. Das Omeprazol 40 mg zeigte nach einigen Tagen Wirkung, das Sodbrennen und der Druck hinter dem Brustbein verschwand, aber die Nebenwirkungen waren in etwa die gleichen wie beim Es-Omeprazol, nur nicht ganz so heftig. Ich ging jeden Abend mit dem Kirschkernkissen zu Bett und quälte mich zusätzlich noch mit Sehstörungen, Kopfschmerzen und Schwindelattacken. Außerdem habe ich seither, auch nach dem Absetzen von omeprazol immer noch ein Brennen im Mund, wunde Mundschleimhaut und ab und an ein Druckgefühl im Hals. Bei einem Test in der vergangenen Woche (H2 Atemtest) wurde eine Fructose Intoleranz festgestellt. Ich vermute, dass daher eventuell auch das Sodbrennen kam. Ich habe das Omeprazol inzwischen abgesetzt und mein Arzt hat mir zu Ranitidin geraten, damit die Speiseröhrenentzündung ausheilen kann. Die extremen Nebenwirkungen der PPI sind auch verschwunden, sie hatten mich mehr krank gemacht, als ich im Anfang war. Ich hoffe, dass ich das Sodbrennen durch die Umstellung der Ernährung (fructosearm) so in den Griff bekommen kann, dass ich das Ranitidin auch weglassen kann. Es zeigt zwar bisher keine extremen Nebenwirkungen wie die anderen Medikamente, aber auch bei Ranitidin ist die Liste der Nebenwirkungen lang. Vielleicht können Sie mir etwas anderes empfehlen? Wie auch immer, ich bin bestrebt, auch auf dieses Medikament zu verzichten. Mein Fazit zu Protonenpumpenhemmern: Sie wirken relativ schnell, die Nebenwirkungen waren bei mir aber schlimmer als die eigentliche Erkrankung. Ich bin gespannt, ob noch andere Patienten über gleiche oder ähnliche Erfahrungen berichten können.
    Viele Grüße aus Iserlohn
    Ute Donovan

  21. Anmerkungen für Ute Donovan
    Hallo Frau Donovan,…nehme seit ca 20 Jahren beginnend Antra 10 / dann Nexium 20 / dann Esomeprazol – Ratiopharm. Hatte zu Beginn erhebliche Probleme wegen Reflux, Gastro-Untersuchung zeigte Speiseröhrenentzündung,Medikation siehe oben, dann war alles gut !!!
    dachte ich….zumindest die Entzündung war rel. gut abgeheilt,….aber ich habe auf Nebenwirkungen nicht geachtet, die gab es am Anfang scheinbar auch nicht. Jetzt habe ich den Verdacht, daß dies u.U. mit verantwortlich ist für meine IPF ( Lungenfibrose ) und versuche derzeit alles um von Esomeprazol wegzukommen. Der Hinweis im Newsletter von H. Gaeber hat mich erneut sehr nachdenklich gemacht.
    Hatte in den letzten Monaten verstärkt Probleme mit Schwindel / Kopfdruck / Unwohlsein / Abgeschlagenheit / Muskelschwäche / was wohl durch ein weiteres Medikament (XARELTO) verstärkt wurde. X. habe ich seit 3 Wo. abgesetzt nach Rücksprache mit beh. Arzt und es geht schon einiges besser. Bin derzeit über Enzymtherapie ( Neprinol AFD / Syntol / Devigest ) am behandeln, aber Esomeprazol absetzen von heute auf morgen hat bisher noch nicht funktioniert. Für Tips immer dankbar.
    Gruss W.N.

  22. Lieber Herr Gräber, ich bin wirklich froh, dass es heute durch das Internet so gute Informationen, wie die von Ihnen, gibt. Ich hatte in den 80er und 90er Jahren chronische Gastritis, 12 Jahre lang. Leider habe ich die üblichen ärztlichen „Therapien“ hinter mir. Protonenpumpenhemmer, aluminiumhaltige Säureblöcker, das ganze Programm. Auf Dauer half natürlich nichts. Auch die Ernährungstipps vom Arzt (z.B. Weißbrot, Kamillentee) brachten mich nicht weiter. Erst als ich mit Hilfe des Internets mein Problem selber in die Hand nahm und herausfand, welche Nahrungsmittel mir gut tun und welche schaden und mit naturheilkundlichen Methoden anfing, wurde ich meine Gastritis tatsächlich noch los. Der Heuschnupfen verschwand gleichzeitig gleich mit. Wenn mein Magen heute mal noch übersäuert (wenn ich z.B. zum Kuchen essen genötigt war), dann nehme ich Natriumhydrogencarbonat oder Bullrich’s Vital (natürlich nicht zum Essen!) und sofort sind die Beschwerden weg. Jetzt kann ich auch ohne Probleme fasten, daran war früher gar nicht zu denken, weil ein leerer Magen durch die Gastritis unmöglich war. Also ich kann nur jedem empfehlen, das Richtige für sich selbst heraus zu finden und nicht irgendein vom Arzt verordnetes Standartprogramm mitzumachen, denn das hilft doch nur kurzfristig, beseitigt aber nicht die Ursache der Krankheit.
    Schöne Grüße, Gabi

  23. Hallo,.. ich habe in den letzten Wochen einige Infos zum Thema PPI/Magensäure etc. gelesen und immer wieder nachstehende Aussage vom Grundsatz her vorgefunden :

    -Auszüge hierzu.
    ………………..
    „Sodbrennen wegen Magensäuremangel?
    Wer unter Sodbrennen leidet, glaubt meist, er leide unter einem Magensäureüberschuss. Er nimmt Antazida ein und das Problem ist kurzfristig gebannt. Doch das Sodbrennen kommt zurück. Grund dafür könnte, neben einer insgesamt ungünstigen Ernährungsweise, ein MagensäureMANGEL sein, der nicht zuletzt durch die Antazida immer schlimmer wird…

    …..Ein säurearmer Magen muss sich nämlich besonders stark anstrengen, um den Speisebrei möglichst effektiv mit der vorhandenen kleinen Säuremenge zu vermischen. Dazu braucht er zwei Dinge: Zeit und heftige Mischbewegungen. Der Speisebrei liegt also lange im Magen, was Gärprozesse fördert. Bei diesen Gärprozessen entstehen organische Säuren. Gleichzeitig versucht der Magen, mit Hilfe von unverhältnismässig kräftigen Muskelkontraktionen den Speisebrei mit der vorhandenen kleinen Magensäuremenge zu vermischen. Dadurch nun passiere es immer wieder – so heisst es – dass Teile des Speisebreies, der jetzt reichlich organische Säuren enthält, in die Speiseröhre gedrückt werden und dort ein brennendes Gefühl hinterlassen
    weiter :…..
    Zwar soll durch die PPI die Zahl der Magenentfernungen durch Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüre reduziert werden können, gleichzeitig werden immer mehr – auch langfristige – Nebenwirkungen diskutiert, die sich nach PPI-Einnahme beobachten lassen……..
    soweit einige Auszüge….
    Für mich musste ich feststellen, permanent von falschen/fehlerhaften Vorausetzungen ausgegangen zu sein,… wurde aber weder von Gastroendologen noch von sonst. Ärzten darauf hingewiesen,….das müsste doch dort bekannt sein, da es keine Aussenseitermeinung darstellt??? Was meine Sie Herr Graeber

    Lesen Sie mehr unter: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/sodbrennen.html#ixzz2Q8vwdtH9

  24. Wenn links gestattet sein sollten ,… bei meinen Recherchen bin ich auf folgende Seite zum Thema : Reflux/GERD/“Magensäure“ gestossen. ( d-limonene )
    http://www.dirtdoctor.com/organic/garden/view_org_research/id/113/
    GrussW.N.

  25. […] bei Schweinefleisch hingegen liegt teilweise in der zunehmenden Einnahme sogenannter Antazida begründet (über die ich ja erst kürzlich berichtet hatte). Bei den Antazida handelt es sich um […]

  26. […] hohe Kosten für Arztbesuche, teure Untersuchungen und weitere Medikamente (zum Beispiel als “Magenschutz“). Wenn es ums Geld geht, wird ja häufig viel in Bewegung gesetzt. Deshalb wird in den […]

  27. Ein sehr gut geschriebener Artikel! Ich hätte noch eine Ergänzung: PPIs (Protonenpumpenhemmer) können auch den sogenannten Rebound-Effekt auslösen. Die Unterdrückung der Magensäureproduktion durch PPIs beantwortet der Magen nach dem Absetzen der PPIs bei einigen Betroffenen mit der verstärkten Ausschüttung von Magensäure. Dies kann dann wieder zu verstärkten Beschwerden führen. Viele Betroffene nehmen dann die PPIs wieder ein. Es kann hier also eine Art von Abhängigkeit entstehen. Ich habe dies bei mir selbst beobachtet. Glücklicherweise brauche ich jetzt durch meine „Eigentherapie“ überhaupt keine Antazida oder PPIs mehr – weitere mögliche Langzeitfolgen der Einnahme blieben mir also erspart.

    Hier eine Studie zum Rebound-Effekt (RAHS) : [Der Link war nicht mehr gültig und wurde daher von der Yamedo-Redaktion entfernt.] („Proton-Pump Inhibitor Therapy Induces Acid-Related Symptoms in Healthy Volunteers After Withdrawal of Therapy“, Gastroenterology, Volume 137, Issue 1, July 2009, Pages 80–87.e1)

  28. Ganz toll – Danke. Weiter so!

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