Chemikalienunverträglichkeit wird fast nie erkannt

14. Oktober 2012 | Von | Kategorie: Allgemein, Featured

Wenn Leute an einer chronischen Erkrankung leiden, z.B. Asthma, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Allergien, dann liegt dem in 20 Prozent der Fälle eine Chemikalienunverträglichkeit zugrunde.

Eine Studie aus den USA (Chemical Intolerance in Primary Care Settings: Prevalence, Comorbidity, und Outcomes) zeigte dies an 400 Patienten aus 2 Hausarztpraxen in San Antonio, Texas. Von diesen Patienten zeigten 20,3 Prozent Anzeichen einer Chemikalienunverträglichkeit. Diese Patienten zeigten signifikant höhere Raten von Mehrfachallergien und zeigten häufigere Anzeichen von Depressionen, Panikstörungen, allgemeinen Unruhezuständen, Schlafstörungen und Alkoholabusus.

Die Gesamtzahl an mentalen Störungen war assoziiert mit dem Grad an Unverträglichkeit gegenüber Chemikalien. Die Patienten mit einer Chemikalienunverträglichkeit hatten darüber hinaus im Vergleich zu Patienten ohne Unverträglichkeiten einen signifikant schlechteren Funktionsstatus mit einer Neigung zu deutlich mehr medizinischer Versorgung. Bei verschiedenen psychiatrischen Konditionen unterschieden sich die beiden Gruppen nur bei den sozialen Aktivitäten voneinander.

Eine Behandlung dieser Unverträglichkeit sähe relativ einfach aus: Abschaffung und Vermeidung von diesen Chemikalien. Aber in der Praxis wird diese Form der Unverträglichkeit so gut wie nie vom behandelnden Arzt erkannt. Ärzte haben hier ein paar Scheuklappen auf, wenn es um Chemikalienunverträglichkeiten geht. Normalerweise beziehen sich die Unverträglichkeiten auf ganz normale Haushaltschemikalien, wie sie in Reinigungsmitteln, Duft- und Aromastoffen, feuerfesten Bestandteilen von Teppichen und Mobiliar usw. vorkommen. Statt also diesen Stoffen auszuweichen, werden die Patienten weiterhin in ihrer allergenen Umgebung belassen und mit weiteren Tests und Medikamenten „fehlbehandelt“. Dabei sind die Hinweise auf eine mögliche Unverträglichkeit nicht unbekannt: Müdigkeit, schwankende Gemütszustände, Schwierigkeiten beim Denken und beim sich Konzentrieren, Verdauungsstörungen etc. – das sollte eigentlich jeder, der Medizin studiert hat, wissen.

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René Gräber - Heilpraktiker & Sportpädagoge mit eigener Praxis. Sie finden mich unter anderem auch auf Google+, facebook, Xing oder Twitter. Ich schreibe und berichte regelmäßig zu den Themen Medizin, Fitness und Gesundheit. Wenn Sie dies interessiert, dürfen Sie gerne (siehe Box hier unten), meinen persönlichen Gesundheits-Newsletter anfordern. In den ersten 5 Teilen berichte ich über meine "5 Lieblings-Wundermittel".

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6 Kommentare
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  1. Als 1998 der Leidensdruck zu groß wurde, (Asthma,Heuschnupfen,Brech-Durchfälle, Neurodermitis, Polymorphe Lichtdermatose) habe ich systematisch begonnen, alles vermeidbare an Chemie aus meinem Leben zu verbannen. Zuerst einmal aus der Nahrung:
    Weg mit Konservierung, Farbstoffen, Emulgatoren, Geschmacksverstärkern, Aromen…), dann aus meinem Umfeld: Papiertaschentücher, gefärbtes oder feuchtes Toilettpapier, Waschpulver auf Waschnüsse umgestellt, Raumsprays, Putzmittel auf Schmierseife, Dampfreiniger und Microfaser). Im Zuge der Umstellung hab ich meine Cortisoneinnahme systematisch reduziert.
    2002 konnte ich bei Sonnenschein nicht einmal mehr über die Strasse gehen….da hab ich dann die gesamte Hautpflege auf natürliche Öle und Mineralwasser-Spray umgestellt, auf Basisches Badesalz hab ich schon 1999 umgestellt und damit Ölbäder, Zahnpaste und Seife ersetzt.

  2. Dieses Jahr war ich den ersten Sommer wieder durchgehend im Freien und sogar in der Mittagszeit in der Sonne. Sonnenschutz verwende ich nicht, wenn die Sonne zuviel wird, geh ich in den Schatten (ins Haus oder in den dichten Baumschatten, Sonnenschirme lassen zuviel an UV-Licht durch) oder zieh einen Kaftan an (ägyptische Baumwolle, schwarz oder weiss) – Sonnenhut ist immer noch Pflicht.
    Mein Asthma ist unter dem Grenzwert, meine Neuroleptika und mein Cortison brauch ich nicht mehr, mein Heuschnupfen ist fast nicht vorhanden, meine Neurodermitis auch. Wenn ich nicht länger als drei Tage auswärts esse, verhält sich meine Verdauung auch sehr zivilisiert. Medikamente und Impfungen verweigere ich nach Möglichkeit schon seit Jahren……
    Es ist eine Lebensaufgabe, die Chemie zu reduzieren, mit ein wenig Chemie vermeiden ist es nicht getan. Der nächste Tisch an den ich mich setze kann mit Chemiereinigern geputzt worden sein, der nächste Rand einer öffentlichen Toilette auch, die Flüssigseife und die Handtücher (egal ob Papier oder Stoff) verweigere ich auch.
    In noblen Restaurants weisse Papierservietten zu bekommen ist gar nicht so einfach, und wenn die Klimaanlage gut gewartet ist, muss ich auch nicht ständig niesen.
    Ins Kino geh ich nur, wenn das Gebäude schon mindestens fünf Jahre alt ist und nicht gerade frisch renoviert wurde, und falls sie dann doch Duftzusätze in der Belüftung verwenden gehe ich…
    Meinen Schinken und meine Brötchen kauf ich nur dort, wo die Verkäuferinnen keine Latexhandschuhe tragen, und mein Gemüse nicht gleich am Strassenrand. Wenn es gut aussieht bestehe ich auf Ware aus dem abgestellten Lieferwagen, um die Blei- und Cadmiunmengen zu reduzieren.
    Und dann lasst mich erst einmal zum Arzt gehen,…….manchmal komm ich mir wie ein Ausserirdischer vor, mit all meinen Sonderwünschen.

    Trotz alledem, oder vielleicht gerade deswegen
    MEINE Lebensqualität ist es mir wert!!!!

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  5. Sehr interessant, aber der Grund warum es selten erkannt wird ist einfach, dass viele Ärzte dies nicht einmal lernen. In der allgemeinen Medizin ist bekannt welche Arzneien gegen irgendetwas helfen. Jedoch sind sich die meisten gar nicht bewusst, dass sie das Problem mit Medikamenten nur betäuben und nicht die eigentliche Ursache. Darin liegt meiner Meinung nach das größte allgemeine Problem. Chemikalien sind dabei nur ein Faktor. ich könnte noch viele andere Sachen aufzählen, wo Medikamente eher Hemmer als Helfer sind. Auf jeden Fall gefällt mir der Artikel, weil er mal wieder meine Theorie bestätigt.

  6. thank you for this great post

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