Kava – gutes Mittel gegen Unruhezustände

9. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Heilverfahren

Kava gehört zur Familie der Pfeffergewächse und scheint mit das beste Mittel zur Bekämpfung von Unruhe zu sein. Dies stellte die weltweit erste große klinische Studie fest, die den Nutzen der Pflanze unter die Lupe genommen hatte. Schulmedizinische Substanzen dagegen zeigen oft nur einen limitierten Effekt. Kava jedoch reduziert signifikant Unruhezustände, besonders auch in schweren Fällen.

Rund 26 Prozent der Patienten mit mittelschweren bis schweren Unruhezuständen sagten, dass ihre Symptomatik vollkommen verschwunden sei, nachdem sie Kava-Supplemente zweimal täglich für die Dauer von 6 Wochen eingenommen hatten.
Forscher der Universität Melbourne sagten, dass keiner der 75 Patienten von Nebenwirkungen betroffen war aufgrund der Gabe der Supplemente. Außerdem gab es keine Abhängigkeitsphänomene, die oft bei „pharmakologischen Substanzen“ zu beobachten sind.

Alle Teilnehmer der Studie waren klinisch diagnostiziert worden, an einer generalisierten Angststörung zu leiden. Sie erhielten entweder 120 Milligramm Kava zweimal täglich für die Dauer von 3 bis 6 Wochen oder ein „Placebo“. Die Verum-Gruppe zeigte eine „dramatische“ Abnahme ihrer Angst-Symptomatik. Die beeindruckendsten Ergebnisse sahen die Wissenschaftler jedoch bei den Patienten mit schweren Angstsymptomen.
(Quelle: Kava in the Treatment of Generalized Anxiety Disorder: A Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled Study; ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23635869)

Das dicke Ende kommt aber noch…

Falls Sie bei obigen Ausführungen dachten: „Das ist ja eine gute Alternative!“, dann muss ich Sie enttäuschen. Denn: Kava-Kava, bzw. kavainhaltige Präparate sind in Deutschland verboten. Ich kann mich noch gut an dieses Verbot anno 2002 erinnern. Patienten mit Angststörungen, die sehr gut mit den Kavapräparaten zurecht kamen, saßen auf einmal in der Praxis und wussten nicht mehr weiter.

Das Bundeinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte begründete das Verbot aufgrund leberschädigender Nebenwirkungen.
Eine (wie ich meine gute) Analyse der bekannten Daten zu Kava-Kava (durch die beiden Wissenschaftler Mathias Schmidt und Adolf Nahrstedt vom Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie), kommt zu dem Schluss:

Hinsichtlich der aktuell diskutierten hepatischen Nebenwirkungen zeigt bereits eine oberflächliche Analyse der verfügbaren Daten, dass in der Presse ein verzerrtes Bild des tatsächlichen Leberrisikos von Kavaextrakten gezeichnet wurde. Nach Abzug von Mehrfachmeldungen und Fällen, die nicht oder sehr wahrscheinlich nicht im Zusammenhang mit der Einnahme von Kava standen, verbleiben gerade einmal vier einigermaßen gut dokumentierte Verdachtsfälle […]. Von diesen Fällen trat lediglich ein einziger im Zusammenhang mit einer monographiekonformen Dosierung hinsichtlich der Kava-Monographie der deutschen Kommission E auf […]. (vgl. www.uni-muenster.de/imperia/md/content/pharmazeutische_biologie/_v/
abstract.pdf
)

Fazit: Angesichts der oftmals (immer noch!) unkritischen Verordnung von Psychopharmaka (insbesondere der Antidepressiva) halte ich das für einen Skandal. Die Psychopharmaka liegen auf dem dritten Platz der am häufigsten Arzneimittelgruppen und machten 2010 einen Umsatzanteil von 8,7% aus – ein Milliardengeschäft. Das Geschäft wäre ja in Ordnung – das würden Kava-Kava-Hersteller auch machen wollen. Aber wegen nicht stichhaltiger Gründe (siehe oben), wird eine effektive Heilpflanze vom Markt verbannt, während zum Beispiel die Antidepressiva munter Absatzrekorde feiern.

Zum Weiterlesen: In meinem Beitrag Antidepressiva – Lebensgefährliche Plazebos? (www.naturheilt.com/medikamente/antidepressiva.html), hatte ich bereits auf die (zum Teil) gravierende Problematik dieser Mittel hingewiesen.

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René Gräber - Heilpraktiker & Sportpädagoge mit eigener Praxis. Sie finden mich unter anderem auch auf Google+, facebook, Xing oder Twitter. Ich schreibe und berichte regelmäßig zu den Themen Medizin, Fitness und Gesundheit. Wenn Sie dies interessiert, dürfen Sie gerne (siehe Box hier unten), meinen persönlichen Gesundheits-Newsletter anfordern. In den ersten 5 Teilen berichte ich über meine "5 Lieblings-Wundermittel".

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Ein Kommentar
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  1. Gibt es Alternativen zu Hüftoperation?
    Knorpelaufbau ect. Vielen Dank für die Info.
    Alexander

    Antwort René Gräber:
    Hallo Alexander, ich habe das im Yamedo Forum schon mal ausfühlicher beschrieben:
    http://www.yamedo.de/forum/54-knorpelaufbau.html

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