Mammografie-Untersuchungen fragwürdig
11. Juni 2009 | Von Rene Gräber | Kategorie: LeadsTausende Frauen sind jedes Jahr in Deutschland neu betroffen
Etwa jede zehnte Frau erkrankt in Deutschland an Brustkrebs. Jedes Jahr kommen um die 57.000 Neuerkrankungen hinzu. Die Tendenz ist dabei steigend. Die Mehrheit aller Neuerkrankungen betreffen Patientinnen, die bei Beginn der Erkrankung über 60 Jahre alt sind. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Erstdiagnose Brustkrebs bei mehr als 17.000 Frauen in Deutschland gestellt wird, die jünger als 60 Jahre sind.
Bei Frauen in Deutschland ist Brustkrebs für 18 Prozent aller Krebstodesfälle verantwortlich und ist damit Todesursache Nummer eins für alle Krebstodesfälle. Für Frauen im Alter zwischen 35 und 55 Jahren ist Brustkrebs sogar die häufigste Todesursache überhaupt.
Mammografie als zusätzliche Vorsorge zur Tastuntersuchung?
Für ihre Befürworter gilt die Mammografie nach wie vor als beste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs. Mit ihrer Hilfe lassen sich auch noch nicht tastbare Tumore frühzeitig erkennen. Eine frühe Erkennung, so die Argumentation, verbessert die Chance auf dauerhafte Heilung bei einer Brust erhaltende Therapie. Die Hälfte aller Brusttumore wird erst entdeckt, wenn ihr Durchmesser größer als zwei Zentimeter ist. Die folgenden Operationen stellen einen großen operativen Eingriff dar und werden begleitet von belastenden Therapien bei gleichzeitig geringeren Heilungschancen. Die psychische Belastung durch Verlust einer oder gar beider Brüste kommt noch hinzu.
Brustkrebs-Screening-Zentren deutschlandweit fast flächendeckend
Aufgrund der sicherlich ganz wichtigen Erkenntnis, dass die Früherkennung der Tumoren eine wichtige Basis für einen Heilungserfolg bietet, gepaart mit der Erkenntnis, dass das Brustkrebsrisiko mit steigendem Alter der Frau zunimmt, entstand die Idee eines Brustkrebsscreenings.
Ein medizinisches Screening bezeichnet dabei ein systematisches Testverfahren, das für einen definierten Personenkreis durchgeführt wird. Das Ziel eines solchen Screeningprogramms ist es, die Heilungschancen zu verbessern und damit die Lebenserwartung der Untersuchten bezüglich der lebensbedrohenden Krankheiten zu erhöhen.
Die ins Leben gerufene, regelmäßige Röntgen-Reihenuntersuchungen zur Brustkrebs-Früherkennung wird in Deutschland fast flächendeckend für Frauen ab dem 50sten Lebensjahr alle zwei Jahre durchgeführt.
Mammografie und Mammografie-Screening in der Kritik
Basierend auf langjähriger Mammografie-Screening Erfahrung unter anderem in Norwegen seit 1996, häufen sich die kritischen Stimmen auch aus Fachkreisen. Ihre Argumente sind dabei vielseitig.
Angeführt wird unter anderem ein zu geringer Nutzen. Die meisten der entdeckten Tumore sind harmlos, so die Sceening-Kritiker, während viele der bösartigen, schnellwachsenden Tumore häufig durch das Zeitnetz des zweijährigen Screenings fallen und nicht entdeckt werden.
Aber auch verunsichernde Aussagen auf Grund falsch positiver Ergebnisse, die für die betreffenden Frauen eine unnötige Belastung bis hin zu Todesangst auslösen. Kritiker führen zudem an, dass es ca. 10 % falsch negativer Befunde gibt. Durch diese glauben sich die Patientinnen in einer falschen Sicherheit und vernachlässigen ggfs. die eigene Tastuntersuchung.
Kritiker führen aber insbesondere auch den Umstand an, dass manche Tumoren in der Brust von selbst wieder verschwinden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von spontaner Remission. Der amerikanische Wissenschaftler Robert Kaplan und der Gesundheitsökonom aus Ulm, Franz Porzsolt, fordern daher, dass unter dem Aspekt der spontanen Remmission von Brusttumoren das Screening-Programm neu überdacht werden muss.
Sehen Sie sich auch auf jeden Fall diesen Video-Beitrag an:
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[...] zum Thema etwas über “neue Medikamente”, Operationen, brusterhaltende Maßnahmen, Mammografie oder Strahlentherapie oder [...]
Das ist genau das Problem über das ich mit meiner Ärztin wiederum nicht einer Meinung war. Ich lege die statistischen Informationen so aus wie im Video und die Ärzt/e/innen glauben mir nicht. Sie haben eben andere Zahlen…
[...] Mammografie-Untersuchungen fragwürdig Diesen Beitrag ausdrucken Tags: krebs, Protonentherapie, Röntgen [...]
Ich kann bald meinen 50. Geburtstag feiern. Bei der gynäkologischen Voruntersuchung meinte mein Arzt, meine Brust sei in Ordung, er melde mich jedoch für eine Referenz-Mammografie an. Auf meine Frage hin, was das denn sei, antwortete der Arzt, dass es sinnvoll sei, jetzt ein Bild anzufertigen, damit bei eventuell später auftretenden Knoten ein Vergleichsbild zur Verfügung stehe.
Wenige Tage später erhielt ich vom Spital einen Termin für besagte Mammografie. Erst jetzt begann ich im Internet zu recherchieren und merkte, wie wenig Sinn so was macht: Wenig Nutzen, falsche und belastende Verdachtsdiagnosen…. Zudem wäre es der Auftakt von weiteren zweijährlichen Untersuchungen. Das wil ich nicht – ich meldete mich ab.
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